Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Anstand und Sitte wie Schwarzer und Pofalla

| 47 Lesermeinungen

Raffgier, Drängelei und Selbstsucht werden erst in der Schweiz und in Lobbyistenbüros richtig lukrativ. Aber schon beim Frühstück lernt man heute in besseren Kreisen, wie man sich ohne Rücksicht auf die Verluste der anderen behauptet.

Sunt qui

Für einen Moment bin ich wieder 14 und am Kochelsee. Ich sitze in der Klostergaststätte an einem weissen Tischtuch, und neben mir ist die sichtlich erschütterte Frau P.. Denn einen Tisch weiter hat sich ein Paar diesen Tisch erlaufen. Zu jener Zeit, es ist Anfangs der 80er Jahre, bewegt man sich nicht hektisch durch Restaurants, man geht, sofern einem kein Platz zugewiesen wird, und nimmt an einem gedeckten Tisch Platz. Aber es ist Sonntag, die Gaststätte, die damals einen phänomenalen Ruf weit über das Blaue Land hinaus hat, ist recht voll. Und deshalb haben sich Leute an einen noch mit den Essensresten der Vorgänger übersäten Tisch gesetzt, noch bevor der gerade aufgestandene Herr der Dame in den Mantel helfen konnte. So war das damals mit dem wohlwollenden Sexismus, der damals noch als Höflichkeit galt, und mit dem Anstand, denn die Frau P. sagte so laut, dass man es hören konnte und am nächsten Tisch erahnen konnte: Was sind das nur für Leute, die sich an nicht gedeckte Tische setzen?

Sozialer Druck war damals keine Seltenheit.

Ich bin wieder 14 und am Kochelsee, weil ich hier in Teneriffa an sie denken muss und froh bin, dass sie mich jetzt nicht sieht. Mein Ideal ist auch eher altertümlich, so wie letztes Jahr auf Sizilien, als eine übergrosse Terrasse am Meer zum Schlendern bei der Suche nach dem besten Blick auf das Wasser und das Schloss und zum Begrüssen der anderen Gäste einlud. Oder wie in Gardone Riviera, wo zwischen Villa und weitläufigem Park genug Raum für jeden war – nur die Hauskatze, die musste man sich theoretisch teilen, aber praktisch war sie dann doch meistens bei mir. Da sass man stundenlang, hörte Schweizern und Menschen aus Giessen zu (das ist da irgendwo im Norden und sie fahren 7er-BMWs), unten rauschte der See, und die Frühstücksgeräusche wurden gnädig von der akustischen Vielfalt der Parkanlagen verdeckt. Das ist mein Ideal, so ertrage ich es, aus meiner selbstbestimmten und gewohnten Lebenswelt herausgerissen und unter Menschen geworfen zu werden, so kann ich mich benehmen, als wäre ich daheim – aber jetzt, in diesem Moment, benehme ich mich schlecht. Denn ich erlaufe, ergeiere, erobere einen Tisch, der gerade erst frisch gedeckt wird. Und fühle mich dabei vermutlich so im Unrecht wie Alice Schwarzer vor der Selbstanzeige. Oder wie Pofalla beim Wechsel von einem gut bezahlten Posten zum anderen.

Allein schon der Vorgang an sich… sehen Sie, momentan gibt es ja die Rentendebatte und darüber mache ich mir auch so meine Gedanken. Denn ich bin in einem Hotel in Teneriffa, das sich junge Menschen erkennbar nicht leisten. Oder für den Preis einer Woche lieber ein Monat in der Türkei oder zwei Monate auf dem Sinai oder ein Jahr bei Döneressen in Berlin sind – ich weiss es nicht, aber wie auch immer: Hier bin ich einer der Jüngsten. Und ausser mir wird hier kaum jemand die Zumutung empfinden, nach dem Urlaub wieder beruflich etwas zu machen; vielmehr werden sie bald wieder das Flugzeug besteigen. Der Tegernsee ist der reinste Jungbrunnen gegen dieses erstklassige Hotel direkt über dem Meer und leicht abseits vom Trubel von Puerto de la Cruz. Und deshalb ist dieses Rennen, in dem ich bin, auch ein wenig ungleich: Gefühlt 70 Jahre liegen zwischen meinen flinken Beinen und den ersatzteilgeschwächten Bewegungsapparaten derer, die sich keuchend auf dem Weg zum Fensterplatz befinden. Aufrecht schreiten sieht besser aus als hektisch humpeln, aber es ändert nichts am Umstand, dass es nur einen geben kann, und nach einer Woche Teneriffa halte ich die Jugend (also mich) für ein Objekt des Artenschutzes und „der Anfeindungen“, denen ich ausgesetzt bin, so sagt frau das heute. und gewinne um mehrere Längen Vorsprung.

Aber eben um den Preis, dass der Tisch noch nicht fertig gedeckt ist.

Damit es nicht gar so peinlich wirkt, wenn ich also an einem ungedeckten Tisch sitze und zuschauen muss, wie Geschirr und verbröselte Tischdecke entfernt werden, mache ich mir so meine Gedanken: Der Faschismus der Francodiktatur dauerte hier recht lang, und vielleicht hat das auch die Hotels beeinflusst. Das alles hier ist sehr uniform, eine neu geplante Tourismusmaschine, die nichts mit den umgeformten Villen und Schlossbauten zu tun hat, in denen ich zuletzt weilte. Die Essenszeiten sind zwar luxuriös lang, aber gleichzeitig auch unmenschlich früh, und der Schichtbetrieb der Nahrungsaufnahme ist mehr rational denn luxuriös. Niemand wirft einen nach einer Stunde hinaus, aber das stete Kommen und Gehen lässt erst gar nicht die vertraute Stimmung entstehen, die kleinere Häuser auszeichnet.

Und rein rechnerisch geht es hier auch wie in jeder Klassengesellschaft zu: 1/10 der Plätze sind direkt am Fenster und am Meer. 9/10 sind es nicht. Nach einer Woche würde man im kleinen Haus jeden (mitsamt Krankheitsgeschichte und heiratsfähigen Kindern) kennen, und sagen: Oh, Herr Dr. Soundso, guten Morgen, bitte, nach Ihnen. Hier ist es gesteckt voll mit ähnlichen Respektspersonen, aber man kennt sich nicht, man hat sich nie gegrüsst, und deshalb schwindet auch die Scham beim Rennen um die besten Plätze. Und, weil die anderen einen auch nicht kennen, nimmt man auch Unzumutbares für den Sieg in Kauf: Eben einen noch ungedeckten, gerade frei gewordenen Tisch. Und sehr ungleiche Rennen. Wobei ich nach einer Woche Praxis auch sagen muss: Briten sind selbst im hohen Alter oft noch schnell und durchsetzungsfreudig, und rammen sich ihren Weg durch unbeteiligte Dritte frei, als wäre das hier der Irak oder die Schwarzer in der PorNo-Debatte. Während mir dann in der letzten Konsequenz die volle Dreistigkeit, die den Deutschen sehr wohl in der Person von Alice Schwarzer zueigen zu sein scheint, doch abgeht. Ich bin dann auch ein guter Verlierer, achte schon vorher auf alternative Plätze und betone dann deren Qualität, als wären sie mein eigentliches Ziel gewesen. So wahren wir dann alle das Gesicht, auch wenn wir alle den guten Ton verloren haben.

Es gilt, hier zwei Lehren zu ziehen.

Erstens: Moral und Anstand gelten nichts mehr, wenn wir dem Wettbewerb des Kapitalismus ausgesetzt werden. Das ist zwar eine nicht ganz neue Erkenntnis von den Kohlegruben in Wales über die Bäckergesellenverschläge in Bayern bis zu den zynischen Finanzprodukten unserer Banken und Stuttgart21. Aber die Kinder schufteten unter Tage, die Gesellen husteten im Hinterhaus und was Waffen, todsichere, kapitalgedeckte Renten, Kreditderivate und schwäbische Mittelständler der Baubranche anrichten, an denen man meist irgendwie beteiligt ist, erkennt man in der Oper auch nicht. Da verbeugt man sich leicht, steht für den anderen auf und grüsst eloquent. Aber es reicht schon der minimale Reiz der Anonymität und der Fensterplätze, damit das alles von allen beiseite gelassen wird. Das ist schon etwas billig.

Zweitens: Klasse ist nichts ohne Kontrolle. Es müsste jemand da sein, der allen beim Betreten des Raumes erinnernd sagt: Sunt qui. Es gibt welche, die. Tu Du aber, der Du eintrittst, denen nicht nach. Benimm Dich. Lasse dem anderen gern den Vortritt und sage dabei „Bitte“. Wir leben 2014, Du musst nicht mehr in Ohnmacht fallen, wenn Messer stilistisch nicht ganz passen, aber achte auf Deinen eigenen Prinzipien. Setze Dich nicht an Tische so wüst und unaufgeräumt, wie Du sie, wenn Du nicht gerade wieder auf den letzten Drücker einen Beitrag schreibst, daheim nie akzeptieren würdest. Das hier sind Deinesgleichen, behandle sie mit Respekt, auch wenn Du nicht weisst, wie viele Plastikteile ihren Knochenbau aufrecht halten. Drei- , viermal am Tage ziehst Du Dich um, du wechselst die Hemden öfters als ein Politiker den Lobbyisten, der das Essen bezahlt – Du machst für Dich selbst, für die natürliche Ordnung der Dinge, aus Prinzip. Das Prinzip ist heilig und damit das Gegenteil eines Tisches ohne frische Decke. Sunt qúi. Du aber wage es nicht, daran auch nur zu denkend. Denke lieber an das Anstandsstück, und wenn Du auch verhungern solltest. So sollte jemand sprechen.

Das gibt es natürlich nicht, das ist längst vorbei, kein Oberkellner achtet mehr darauf, mehr als eine gewisse Herablassung, wenn man auf den Wein oder Fleisch verzichtet, bekommt man auch in den besten Häusern kaum mehr zu spüren. So ist das eben im Kapitalismus. Man bezahlt so wenig wie möglich, man nimmt, was man kriegen kann und wenn etwas nicht passt, wendet man sich an den Medienanwalt, die PR-Agentur oder das Beschwerdemanagement.

Als hätte man so etwas nötig.

Aber: Sunt qui so etwas tun und sich dann wundern, wenn ein jeder sich so benimmt, und nur seinen eigenen Vorteil im Sinn hat.

HINWEIS:

Eigene Vorteile kann ich bei der Software hier nirgendwo erkennen, und nach einem genervten Zusammenbau des Beitrags, der länger als das Frühstück dauerte, möchte ich auf das leicht zugängliche Kommentarblog für die Kommentare verweisen.

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47 Lesermeinungen

  1. Diese Aufregung um
    in den Leserkommentaren zu

  2. Diese Aufregung
    Die sich in den Leserkommentaren breit macht, diese Empörung über die „Vergehen „.

    Diese Heuchelei ist unerträglich.

    Wo war ihr „Aufschrei „, als genau das jetzt angeprangerte Verhalten
    tagtäglich in allen Medien angepriesen wurde.

    Dumm wer nicht mitmacht und keiner
    wollte dumm sein.

    • Titel eingeben
      Oh, bis vor 5 Jahren wurde das sogar noch in Anzeigen wenig kaschiert beworben, und zwar in deutschen Zeitschriften des Luxussegments. Tatsächlich war das alles wohl eine Weile üblich, wobei Frau Schwarzer schon kein kleiner Fisch mehr ist. Die meisten, die dort wirklich viel Geld haben, machen das auchin der Regel mit mehr Nachdruck, und dass Frau Schwarzer da nicht gross nachgeschaut hat und das halt einfach so lag und mehr wurde, würde ich auch nicht zwingend glauben.

    • 30 x
      ..zumal man ja JEDES JAHR aufs Neue eine Einkommenststeuer-Erklärung abgibt.

  3. Zweierlei
    Also erstens sähe ich Sie lieber in einer angemessenen Finca am Rande des Lorbeerwaldes als in einer Pauschaltouristenbettenburg. So knapp kann das Geld nicht sein.
    Zweitens fehlen so Berichte über die Schönheiten der Insel (landschaftliche jetzt).

    • Zweitens kommt noch und erstens hat sich halt so nicht ergeben. Ich wollte halt eine Weile einfach Meer, Ruhe, Faulheit. Mit einem Eigenheim – davon sehe ich hier übrigens viele grässliche – hat man nur wieder Arbeit.

    • Das
      ist ein verständliches Anliegen. „Merr, Ruhe, Faulheit“ geht so besonders gut. Nur zu den Nahrungsaufnahmezeiten etwas weniger :-)
      Bin gespannt auf neue Inseleindrücke.

  4. Nur Anglo?
    Amerikaner sind ganz anders sozialisiert. Selbst im einfacheren Lokal gibt es einen Maitre´de (de ohe nix) der einen Tisch zuweist.
    Losstürmen kennen die nicht.

    • Well, it depends. Heute Abend jedenfalls ist mir ein junger Brite von hinten unangenehm nah gekommen und zum Briten vor mir gesellte sich ein anderer, was man für „vordrängeln“ halten kan. Amerikaner gibt es hier keine, die dürften in Florida sein.

    • Erinnert mich eher an China...
      … nur, daß da in den „besseren“ Restaurants Nümmerchen gezogen werden. Man kann also nicht an einen freiwerdenden Tisch stürmen, sondern wird entsprechend der Reihenfolge hingeführt.

  5. Mich wundert es doch sehr, dass Sie Ihr über alles geschätztes Biotop am Tegernsee nun verlassen
    haben, um unter Ihresgleichen gelangweilt aufs Wasser zu starren. Ein modernes Hotel mit Glasbrüstung hätte ich Ihnen absolut nicht zugetraut, schwärmen Sie doch ansonsten mehr vom Biedermeier und anderen stilistischen Scheusslichkeiten. Langsam fange ich an zu verstehen, warum man als „Mann in den besten Jahren“ andere mit Weisheiten langweilt, die so manchem älteren Rentner fremd sind. Mischen Sie Sich doch einmal unter Jüngere bzw. Menschen Ihres Alters, oder lieben Sie es etwa auch, nach dem vorgezogenen Abendessen schon gegen 18.00 Uhr am Bingospiel teilzunehmen? Beim Platzkampf um den besten Stuhl mit den Konkurrenten von der Insel empfiehlt es sich übrigens schon frühmorgens von einem der Kellner ein Handtuch auf dem ausgesuchten Frühstückstisch ablegen zu lassen. But don`t forget to tip !

    • Titel eingeben
      Nun, das hat ich halt so ergeben und soweit ich das sehe, sind „alte Gründerzeitvillen und Burgen, die inzwischen zu feinen, kleinen Hotels wurden“, auf Teneriffa einfach selten. Auch die Fincas sind eher so naja. Und wirklich schöne Altbauten sind in Orotava – auf dem Berg im de facto Nichts. Und so kommt das halt. ich habe nicht vor, mich dafür zu entschuldigen oder blöd anmachen zu lasse, und wem es nicht passt, der braucht es nicht zu lesen. Weitere tiefenpsychologische Stümpereien halte ich ebenso für verzichtbar.

    • Stilpolizeiliche Massnahmen ...
      würde ich jetzt noch nicht als angemessen sehen, im Rahmen der selbstgesetzten Standards hat der Don aber mit der berüchtigten Pensionärs-Kanare eine recht schlechte oder uninformierte Wahl getroffen.

      Gran Canaria ist als Insel mit schwer übervölkerter Küstenregion weitgehend wertlos, obwohl innen sehr schön. Von Sozialarbeiter_Innen-Gomera und Te-rentner-iffa hält man sich generell ja besser ganzjährig fern. Kulturell wertvollster Augenblick: Die Massenflucht der Riesencucarachas bei der allabendlichen Hafenreinigung.

      Den architektonischen Feinschliff mit Patina findet man auf La Palma, Fuerteventura hat schöne Alternativen zur Bettenburg und einige der besten Surfspots, und auf El Hierro ist man sogar vom Badevolk befreit, da es keine nennenswerten Strände hat (dafür herrliche Lavabassins, das weiss aber wieder keiner). Das dort gebotene Spektrum – vom kleinsten Hotel der Welt bis zum Parador – ist wirklich erprobenswert.

    • Que pasó?
      Ich habe wieder etwas ueber Teneriffa gelernt.
      Wartende Rollstuehle im Empfangsbereich des Flughafens, maechtige Wellen, 56% Jugendarbeitslosigkeit, botanischer Garten, angeleinte Kinder, sehr gute Beobachtungsbedingungen fuer Astronomen (Observatorium), charmante Bedienung, ein exotischer Botanischer Garten, tanzende Millionaere im Bruederle-Alter.
      Ein rundum gelungener Einblick und seeliger Kulturschock sozusagen.

    • Titel eingeben
      Teneriffa: Heiße Frauen ab 60 warten auf euch.

    • Dazu mache ich auch noch was -wartet erst mal ab, bis sich die Emanzipatopn voll durchgesettt hat, dann stimmt die Geschlechterverteilung wieder.

    • Kleine, feine Häuser
      Inzwischen meide ich sie wieder, da ich mir genug kranke Geschichten über heiratsfähige oder eheunfähige Kinder von Doktoren Soundso anhören durfte.

      Manchmal schätze ich die Anonymität. Schweigend.

      Wenn ich ins Gespräch kommen möchte dann eher auf Bierzeltbänken oder in Wiener Caféhäusern.

  6. Titel eingeben
    Ich bin schockiert!
    Ein fast leerer Gebäckkorb mit 2 „Servierzangen“. Das sieht ja aus wie eines dieser unsäglichen Frühstücksbuffets, in denen an und für sich gutsituierte Menschen sich zu Selbstbefriedigern machen. Ich steige grundsätzlich nur in Hotels ab, in denen mit das Frühstück serviert wird. Buffet ist für mich ein absolutes Negativkriterium, man kommt sich vor wie Stallvieh, dem das Futter vorgeworfen wird. Sicher haben Sie sich nur auf der Suche nach dem Spa in die Economy-Class verirrt?

    • Titel eingeben
      Spanien halt. Abgesehen davon ist das heute mal so und mal anders, Man kann sich dqas hier heraussuchen (und auch Picnicboxen zusammen stellen lassen und ans Bett brungen etc. pp.), aber ich möchte im Moment a) meine Ruhe und b) habe ich den Eindruck, dass beim Servieren enorm viel Essen letztlich weggeworfen wird. Oder aber ich esse zu viel. Das sollte man vielleicht auch mal thematisieren, aber dieses Gefühl, dass aus Prinzip und für die Auswahl zu viel aufgetragen wird, von dem dann 1/3 im Müll landet, gefällt mir überhaupt nicht. Man kann mich gern kleinlich nennen, aber „Essen wegwerfen“ ist etwas, das ich partout nicht ertrage,.

    • Schepenese, alte Mumie,
      dass es Sie noch gibt? Wie ist es im Stift?
      .
      Unter uns, wo waren Sie? in einem guten Hotel ist das Buffet in der Regel kein Viehfutter. Es wird auch nicht vorgeworfen. Haben Sie sich eventuell nur verlaufen?

  7. Teneriffa ist mir zu karg und dann gestaltet sich das halt alles wirklich nur ...
    <<<….sehr uniform, eine neu geplante Tourismusmaschine, die nichts mit den umgeformten Villen und Schlossbauten zu tun hat, in denen ich zuletzt weilte.<<<
    .
    Werter Don, wenngleich eine Rundreise um die Insel "um jede Ecke eine andere Vegetation und in der Mitte den Teide" bietet, so versprüht das karste Teneriffa doch nur wenig Charme. Wie ein Seniorenheim eben, aber das ist es wohl auch.
    .
    Bitte bei dem ganzen Altersheimgedönse eines "7 bis 10 Kanaren Sterne" Hauses nicht vergessen einfache Salzkartoffeln + Mojo im preiswerten Restaurant nebenan zu probieren.

  8. Ich habe kein einziges mal gelacht...
    … es ist anzunehmen dass Sie tatsächlich ein sich eloquent gebender Spiesser sind

  9. Randständige von heute...
    …erinneren sich sicher an damals, als Ingeborg Bachmann noch hier schrieb.

  10. Kann sie nicht
    Sehr geehrter Don,
    dann noch einen guten Aufenthalt. Bin mir auch immer hin und her gerissen, zwischen, wenn es alle so machen würden und ein wenig Cleverness gehört dazu.
    Wichtiger: Sie haben es nach meiner bescheidenen Meinung am Besten gesagt. Es heißt, die Queen würde sich nie negativ (zumindest nie direkt) äußern. Und das ist auch praktisch.
    Nur die Schwarzer hatte immer nur Pseudostil. Sie prescht vor mit einer vorgezogenen Stiftungsgründung und hofft damit Land gewinnen zu können.
    Interessant aber auch: Die Welt mild, der ulkig-linke Stern haut zu:
    http://www.stern.de/politik/deutschland/steuerhinterziehung-willkommen-im-club-alice-schwarzer-2087470.html
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article124459354/Alice-Schwarzer-bereut-Steuerbetrug-von-Herzen.html
    Mich hat es neulich zu einer Aufzeichnung getrieben, in der Frau Schwarzer anwesend war. Dort sagte sie, wenn sie Vater sein könnte, hätte sie vier Kinder. Wenn ich sie nicht schon längst und viel länger als minderbegabt eingeschätzt hätte, dann dann (man siehe nur den Anfang in Weltartikel).
    Die Aufzeichnung sah ich wegen eines Mannes mit Stil und Talent: Pierre M. Krause (bei der ebenfalls unsäglichen Ina Müller).
    Eines aber hoffe ich nicht, nämlich das der Kapitalismus jeden Anstand, jede Sittlichkeit, jede Moral verschlingt. Zwar haben die Alten das ja schon immer so kommen sehen, aber es ist doch auch an uns, den zu wahren.
    Und wenn es nur beim Abwägen ist.
    Viele freundliche Grüße an jenen, zu dem die Katze wollte (die wissen es oft besser)

  11. Dr.med
    Dieser alberne Beitrag ist einfach schlecht geschrieben.

    • die sind alle so!
      lieber dr. med,
      ja, ich beobachte das jetzt auch schon seit über 4 Jahren und es wird einfach nicht besser. vielleicht, weil er kein mediziner ist???

    • Natürlich wird es nicht besser,
      denn es ist kaum zu steigern. Oder warum lesen Sie es sonst seit über vier Jahren?
      .

      *abtupf*

    • warum ist das so schwer ...
      warum ist das so schwer mit der ironie?

    • Noch ein Vertreter des Petitionismus ...
      und damit einer deutschen Variante von „Unsere tägliche Show gib uns heute“.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Das ist vielleicht richtig, Herr Haupts.
      Altmaier, der sympathische Bundeskanzleramtsminister, deutet hinterlistigerweise auf Twitter als ultimatives Regulativ.

      Die dortige Ansammlung von undurchsichtigem Volksgemisch duerfte dem strammen Pofalla nicht ganz geheuer sein. Recht so.

      Eine theoretische Buendelung der meistens harmlos zwitschernden Voegelchen bietet eventuell ungeahnte Moeglichkeiten und es ist gut, dass dem Medienmainstream seitens immer mehr werdender Kommentatoren ein kraeftiger Wind in das Gesicht gelasen wird.

      Jedenfalls solange, bis einer den ganzen Verkehr lahmlegt. Vielleicht wird die allmaechtige Springerpresse der Initiator sein; jener Verein, der es durch Kampagnenjournalismus immer wieder schafft, dass merkwuerdige Figuren ins Rampenlicht gestellt und Politiker wie G und P und anderere Geister durch Kreuzemachen im Wahllokal herbeigerufen werden.

      Jedenfalls kann es nicht verkehrt sein, sich an Petitionen zu beteiligen; dass befand auch Frank Schirrmacher, als er qua Twitter auf die Unterschriftenmenge bei change.org von Schriftstellern gegen die Massenueberwachung hinwies:
      http://www.change.org/de/Petitionen/die-demokratie-verteidigen-im-digitalen-zeitalter
      Ein recht ansehliches Ergebnis.

  12. Noch
    darf man sich zur Altersgruppe zählen, die das Durchschnittsalter in so mancher Einrichtung des savoir vivre schlagartig senken kann.
    Noch.
    Später dann darf man jungen Eleven und Elevinnen dabei zusehen, wie sie suchend einen Raum durchschweben auf der Suche nach einem Ort jenseits des Verfalls – früher nannte man so etwas Verwandtenbesuch: heute soll das Urlaub heißen.
    Und was unterscheidet ein Spa von einem soignierten Bewegungsbad in einer zertifizierten Thermalquelle?

  13. Stil und Kapitalismus
    Anstand und Stil hat man oder hat man nicht. Hat auch nur bedingt etwas mit der sozialen Herkunft zu tun, nur insofern, als die Wahrscheinlichkeit für anerzogenen Anstand in gewissen Kreisen höher ist als in anderen.

    Der Mensch schwankt immer zwischen Utilitarismus und Altruismus – nur dass der Kapitalismus das erstere besser bedient. Aber wo käme der Kapitalismus denn hin, wenn alle anständig, zufrieden und glücklich wären? Wahrscheinlich wäre er ziemlich schnell zu Ende. Da es mit den glücklichen Menschen noch eine Weile dauern wird, wird es auch weiterhin den Kapitalismus geben. Und auch der Kapitalismus braucht immer wieder Vorbilder, Menschen, die Würde ausstrahlen, um sich an diesem Ideal orientieren zu können. Und daher braucht der Kapitalismus als Gegenentwurf auch immer die Kunst – und sie blüht ja – auch wenn es sich dabei nicht unbedingt um das Goldrandgeschirr handelt. Wie war das noch mit der Dialektik?!

    • Mit Kapitalismus hat das tatsächlich nichts zu tun - im Gegenteil:
      Im echten Kapitalismus ist von vorne herein klar, wer am Fenster sitzt und wer am Katzentisch.

      Was wir hier beobachten ist eher eine Ausgeburt sozialistischer Gleichmacherei.

    • wenig macht gleicher
      als Geld.

      So gesehen kann das auch nicht greifen, das mit der „sozialistischen Gleichmacherei“.

  14. Reichsverweser und SupiWache samt Pickelhaube
    guggst Du hier:
    Mesdames et Messieurs: Sie wir wir empfehlen uns.
    thx 4 intollerance.

    Allaf und Hellau.

  15. soviel zu Hause (kleine Fluchten)
    und soviel Fremdheit, um nicht zu sagen Befremdetheit.

    2014.

    Opa meinte, nicht würde sich ändern.

    Opa hatte Recht: nicht hat sich geändert.

    Man kann davon halten was man will: tragen wir es mit Fassung, das „Schicksal“ das uns auserkoren ward…

  16. "sozialistische" Gleichmacherei
    Was für Proleten, die über befettete Croissants bemerken.

    Cest ca….

  17. Irgendwie käme es den in mancher Hinsicht historischer Bewanderten manchmal doch fast so vor,
    als hätte die geliebte und beliebte Kunstfigur des „Don Alphonso“ etwas wie von einem „westdeutschen Stephan Hermlin“, wenn auch vollkommen unbewusst – viele empfanden das sicher so schon von Anfang dieses Blogs an.

    Oder um einmal Rathenow zu zitieren: „Vielleicht liebten wir an Hermlin, was wir selbst gern gewesen wären in der DDR: weltläufig, gewandt, gebildet, erhaben und dem Fortschritt dennoch leidenschaftlich zugewandt. Er verkörperte einen Stil, den der Staat nicht vorsah. Noblesse vor tadellosem historischen Hintergrund. Natürlich lasen wir die Aura mit: die Lebensgeschichte lieferte den Assoziationsraum, in dem unsere verschiedenartigen Vermutungen Hermlin zur schillernden Größe aufleuchten ließen. Damals, DDRmals, gab es keine zielgruppenorientierten Magazine für jede Art der Sehnsucht. Wir projizierten unsere Wünsche in Menschen, von denen wir erhofften, was wir uns nicht zutrauten. Natürlich läßt sich der Satz auch in die Gegenwart übersetzen. Jede Legendenbildung, jede Art Abhängigsein von Idolen funktioniert so. Der Markt macht damit Kasse. Diktatorisch strukturierte Gesellschaften, die es nicht mehr schaffen, wirklich totalitär alles zu regeln, brauchen Ventile und Ablenkungen von den Regeln. Damit die nicht jeder als Regeln durchschaut. Ein Schriftsteller ist dann mehr als ein Schriftsteller. Eine Institution – wie Hermlin, der Kultur und Literatur forderte und förderte. Das durfte er (beargwöhnt und auch benötigt vom Staat) vor dem Hintergrund seiner Geschichte und solange grundlegende Regeln des Machterhalts nicht verletzt wurden. Regel eins: Bewahre das vorkapitalistische Prinzip, die Eingabe, die Bitte um Gnade an jene, die alles regeln können. Feudalismus in Farben der DDR. Der herausgehobene Einzelne spricht stellvertretend für andere und wird – manchmal – erhört. Ein paar Etagen niedriger nannte sich das „vertrauensvoller Dialog“. Der Bittsteller redet von sich, und der andere zieht seine Schlußfolgerungen. Hermlin verkörperte den Fürsprecher brillant und aristokratisch. Darf man einmal darüber nachdenken, warum gerade die Einzelgänger im (schein-)bürgerlichen Gewande (Peter Hacks, Werner Tübke) zunehmend glänzend mit den Verhältnissen in der DDR klarkamen? Autoren mit proletarischer Bodenhaftung wetteiferten in düsteren Kommentaren zum Weltgeschehen und im Saufen. Keine Namen. Hermlin gehörte zu den nicht demontierbaren Einzelnen, die eine kritische Instanz sein wollten und waren. Der Einzelne als Instanz, ein anderer Beginn für Andersdenken und Andershandeln war in der DDR nicht zu haben.“

    Ja, man wusste das schon immer, eingebettet in ein Umfeld. Der Hermlin so nur denkbar unter den Bedingungen einer wohlmeinende Staatsdikatur. Nichts Neues unter der Sonne.
    .

  18. Es mache
    sich einer also nichts draus:

    Ob einer solcherart also informell Staatsdiener vor sich herschöbe oder hinter sich herzöge oder vor sich herschöbe und hinter sich herzöge, wäre egal – oder vielmehr Letzteres unter den real existierenden Bedingungen eines Ostleitungsstaates historisch unausweichlich gewesen; der Überwachungsstaat ist immer schon da – und vorhersehbar, eine korrupte Macht muss selber korrumpieren, um sich von sich selbst saldiert zu fühlen, q.e.d..

  19. ach ach ach
    mein lieber don alphonso,
    was soll denn diese engstirnige sozialgedöns?
    ich habe mir soeben eine grandiose verzehrplatte aufs zimmer bringen lassen, die günstiger kommt als das familienmenü bei ikea, genieße die nacht u. grüße Sie in der hoffnung, bald erbaulicheres von Ihnen zu lesen.
    *m.

  20. Appropriation Art plagiieren
    Das geht. Ich hab’s gerade gelesen, um 10 vor 8.
    Ein bemerkenswertes Beispiel eines leicht zu durchschauenden Rechtfertigungsversuchs.

    Etwas, das bei mir eindeutig in die Kategorie „herausragend schlechtes Benehmen“ fällt, da so etwas wie Einsichtsfähigkeit schlicht nicht gegeben zu sein scheint.

    Was mir einfach nicht so recht in den Kopf will:
    Das Feuilleton in der FAZ ist wirklich ziemlich gut.
    Eigentlich hatte ich den Eindruck, die wissen schon, was sie tun.
    Also ist der Beitrag von Hegemann als „Aufreger“ geplant,
    um möglichst hohen traffic und viele (empörte) Kommentare zu generieren?
    Oder wie ist das einzuschätzen?

    (Entschuldigung an dieser Stellen an den Hausherren, je nach Thema finde ich die Strategie durchaus legitim. Es ist nicht als generelle Kritik gemeint. Nur in dem Fall halt…)

    Gibt es vielleicht irgend eine vernünftige Erklärung, die ich gerade einfach nur nicht sehe?

  21. Deutschland zeigt
    inzwischen worum es geht: ja seit wann das denn nicht?

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