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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Gesellschaftlicher Mord und Totschlag

| 32 Lesermeinungen

Früher wurden Menschen noch gesellschaftlich entehrt, heute besorgen das die Medien: Dank Femen und Paris Hilton müssen bessere Kreise in den eigenen Reihen keine abschreckenden Exempel mehr statuieren.

RAL 6032

Findest Du nicht, dass es mein gesellschaftlicher Tod wäre, fragt sie.

Das Kleid ist grün. Grün ist bekanntlich auch die Hoffnung, aber wäre die Hoffnung je so grün wie das Kleid, dann wäre sie eher eine absolute Gewissheit, nämlich die Gewissheit, dass die Trägerin geschieden ist und um jeden Preis auffallen möchte, auch um den Preis eines gesellschaftlichen Todes. Vermutlich würde man sich hier in der Provinz das Maul zerreissen und sogar von einem gesellschaftlichen Selbstmord sprechen, wobei jene, die ihr selbst die Verantwortung gäben, die ersten wären, die ihr den Dolch der Missgunst in jenes Fleisch treiben wollten, von dem viel, sehr viel zu sehen ist, wenn kein Grün es abdeckt.

Es gibt auf solche Fragen keine richtige Antwort, ich versuche es daher lieber mit der unverfänglichen Standardformel der guten Hausfrau: „Aber nein, ich denke nur, es wird nicht ganz leicht, etwas zu finden, was dazu passt – das wäre beim Pastellfarbenen sicher anders“.

Das Pastellfarbene ist zwar auch nicht gerade ein Ausbund an Körperverhüllung, aber es geht schliesslich um ernste Angelegenheiten (Konzert am übernächsten Wochenende, und Mitte Mai eine Verlobung), die grösseres Publikum mit sich bringen, und da ist so ein signalgrüner Kleiderpfeil auf die restliche Haut nicht eben dezent. Früher, in den 70er Jahren, hat Porsche einen 911er in so einem Signalgrün ausgeliefert. Für Rennzwecke. Im Theater ist dagegen das Parkett bekanntermassen marode, letzthin wäre eine Pianistin beim Abgang von der Bühne sogar beinahe hingefallen. Frauen von hier mit hohen Schuhen wissen um die Risiken und gehen deshalb ganz langsam – es gibt also wirklich gute Gründe, nicht wie ein GT-Rennwagen zu erscheinen. Zumal der gesellschaftliche Tod auch sehr viel früher einsetzen kann.

Man muss zu diesem Zwecke nur vor dem Konzertverein in die Tiefgarage fahren und zuschauen, wie sie aus den Automobilen steigen. Wie der Blick der Frauen immer auf den Männern liegt. Dieser „Sitzt die Krawatte richtig“-Blick. Diese „Sind da doch keine Fussel auf dem Sakko“-Inquisition. Diese peinliche „Ein Einstecktuch wäre gut gewesen“-Befragung. Und natürlich das manchmal namenlose, später mit dem Alter zunehmend resignierte „Hoffentlich schaut niemand auf seine Schuhe“-Grauen. Während die Frauen meistens im Wagen ihre Schuhe wechseln, neigen Männer bislang zur modischen Todsünde, in eben jenen Schuhen, mit denen sie durch den Schnee stapfen, auch durch das Foyer zu trampeln. Das sieht nicht gut aus, der Eindruck ist eher bescheiden, aber jeder hier weiss, dass diese bequemen Schuhe als Zugeständnis an die Tücken des Daseins und die Gebrechen des Alters gegen die Gattin hart erkämpft sind. Gattinnen, die selbst lieber drei Tage danach noch über ihre überlasteten Knochenfehlstellungen humpeln, als einen Abend auf hohe Absätze zu verzichten. Und eigentlich mag ich das.

Ich mag das, weil ich oft erlebe, dass ohne diese Abschreckung des immer drohenden, aber nie wirklich eintretenden gesellschaftlichen Abmurksens vieles daneben geht. Aus völlig unerklärlichen Gründen gefällt es etwa den Medien nun schon seit Jahren, Frauen als Ideal hinzustellen, die viel auffälliger als ein signalgrüner Porsche sind. Mal ein paar Namen, die es auch in seriöse Blätter schafften: Keili Minaog, Madonna, Paris Hilton, Carla Bruni-Sarkozy, Lady Gaga, später dann Pussy Riot und inzwischen auch Femen. Sie alle sind Garanten für unkritisch abgedruckte Geschichten, egal ob sie nun im Gefängnis, auf Entzug, in einem illegal verbreiteten Porno oder in x-ter Ehe sind, oder bei der Vorstellung eines Parfüms oder ihrer Oktoberfestkollektion oder was ihren PR-Agenturen sonst noch einfallt. Es gibt immer so eine, die gerade modern und der Liebling der Presse ist, und mein Verdacht ist, dass sie zum passenden Zeitgeist ausgetauscht werden. Kaum gibt es eine Debatte um Frauenquoten, verschwindet Frau Hilton, und Pussy Riot dürfen demonstrieren. Es gibt immer eine, die öffentlich aufzeigen darf, wie man sich besser öffentlich nicht verhält – und dieses Bündel an sozial unangepasstem Verhalten bekommt dann die volle Aufmerksamkeit.

Sicher, irgendwann kommt dann die für sie schlimmste aller Todesarten: Der Tod durch gesellschaftliches Vergessen. Irgendwann ziehen sie nicht mehr, irgendwann erträgt sie das Publikum, das es dafür wohl geben muss, diese Promis nicht mehr, irgendwann kommt eine daher, die das Ritual der signalgrünen Andersartigkeit besser beherrscht und bereit ist, dafür mehr zu tun – und dann macht ihre Vorgängerin die bittere Erfahrung, dass nur genug Platz für eine dieser Sorte da ist. Es sei denn, es passiert etwas ganz Schreckliches. Dann kommt es zu einem Wiedersehen, und ich habe den Eindruck, dass es auch gern „in Schande“, „in Trunkenheit“ oder sonstwie peinlich sein kann, damit diese Öffentlichkeit auch mit dem richtigen Schütteln Abschied von Monaten guter, antibürgerlicher Unterhaltung nehmen kann. Dieser kollektiv begangene, gesellschaftliche Mord sorgt für gesellschaftliche Untote, die sicher einmal ihre „Was macht eigentlich“-Geschichte erhalten. Und dann haben sie dafür ein signalgrünes Kleid im Schrank.

Warum dafür stets Frauen verwendet werden, ist mir nicht wirklich klar. Männer müssen wirklich umfassend gegen Konventionen verstossen, um wie Edathy oder Hoeness kollektiv abgeurteilt zu werden. Vielleicht geht es bei der Medieninszenierung um den erhofften Schockeffekt, dass ausgerechnet Frauen etwas tun, das der Spiessbürger vom zarten Geschlecht nicht erwarten würde – und ganz so, als wüssten Eltern und Altersgenossen nicht längst, wo die RCDS-Aktivistin die Aufputscher fürs Repetitorium holt. Dass sich manche Stimme in den Medien obendrein darin gefällt, herkömmliche Lebensentwürfe abzukanzeln, sei es, dass sie zu spiessig oder zu wenig klassenkämpferisch sind, ändert aber auch nichts am bestehenden Wertesystem: Angekeift und brüskiert werden die besseren Kreise und ihre Ideale schon etwas länger, und diesmal wird es von uns im Wissen ignoriert, dass die Wortführer unserer Epoche nicht mehr genug beseite schaffen, um später in der Toskana von den Tagen zu träumen, da sie es den Normalen richtig gezeigt haben. Was dem Alt-68-er die Toskana, ist dem Bürgerfeind von heute die Altersarmut.

Und die ist ja auch eine Art gesellschaftlicher Selbstmord. Es ist nun mal so, dass gute, schön gekleidete Töchter und Söhne des Bürgertums leichter Eingang finden, wenn sie im Konzertverein einen guten Eindruck hinterlassen. Die Suche nach einer sicheren Immobilie in jungen Jahren mag manchen Kreativen als Unterordnung erscheinen, aber es kann sich nicht jedes Kind erfolgloser Schauspielerei in Berlin hingeben in der Hoffnung, dass dereinst ein Paparazzo öffentlich wirksame Bilder vom Kokainmissbrauch macht. Und solange die Konventionen nicht mehr als die Kaufentscheidung zwischen zwei Kleidern mit der Eltern Scheckkarte verlangen, ist die Vermeidung des öffentlichen Todes kein wirklich grässliches Schicksal.

Natürlich ist die Darstellung dieser Konflikte meidenden Normalität keine Sensation, die man in den Medien ausschlachten könnte. Keine frühe Suche nach einer Immobilie für das Alter ist eine Nachricht, keine Scheidung unter Beibehaltung der Form wird je Erwähnung finden. Diese Normalität ist nicht das, was dem grossen Publikum gefällt, aber das kleine Publikum, die Gesellschaft, ist froh, wenn sich alles findet und Menschen, wie meine Grossmutter so schön sagte, aufgeräumt sind. Und wenn es doch einmal das signalgrüne Kleid sein muss: Bald sind auch wieder die Barocktage in der Nachbarstadt, in einer Bibliothek des Rokoko. Da fällt das gar nicht mehr besonders auf, und ausserdem lebt in dieser Stadt sowieso keiner, den man kennen würde.

HINWEIS:

Man kennt das – es gibt für diesen Beitrag auch eine Alternative im Kommentarblog.

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32 Lesermeinungen

  1. "Warum stets Frauen dafür Verwendung finden", ist mir schon klar,
    denn „gefallene Frauen“ sind in der Regel machlos und meistens über Männer „gefallen“, die dafür als tolle Kerle gefeiert werden.
    Da aber auch viele Frauen über die Medien zu meist nuttigen „Models oder Schauspielerinnen“ hochstilisiert werden, ist die mediale Lebensdauer dieser „Künstlerinnen“ meist sehr begrenzt.
    Die gestürzten Männer haben meistens schwerwiegende Machtfehler begangen, die dann auch entsprechend abgestraft werden, aber selten so hart sind wie bei Hoeneß. All die Bankster gehen eher mit fetten Boni, denn mit Gefängnisstrafen in die mediale Verbannung. Die Welt ist einfach ungerecht. Da sollten signalgrün gerahmte Dekolltees eher als hoffentlich sehenswerter Anblick gewürdigt werden, denn als gesellschaftlicher Tod.

    • hart?
      Hoeneß = HART abgestraft ?
      Dass ich nicht lache.

    • Hart abgestraft?
      Ganz und gar nicht. Dieser …kerl dürfte nie wieder ‚rauskommen: erst 15 Jahre Landsberg und dann Sicherungsverwahrung!

    • Ach bitte… wir haben nun mal Rechtsrahmen und wenn man den aufblasen würde, müsste man es auch bei allen anderen tun. Ich glaube, wie hart as ist, kann keiner von uns nachvollziehen.

    • Ihr Kommentar..
      Frau Amgelin, zeigt doch schön, wo unsere Gesellschaft wieder gelandet ist – „hängt ihn höher“.. ja!?

      Machen wir doch einmal ein neues Gesetz, weil wir UH sowie so sch.. finden.

      Unfassbar.

    • Hängen? Nein,
      das ginge obendrein viel zu schnell. Aber das schlappe Bisschen, das ihm da jetzt für die zugegebenen Taten (ich rede rechtsstaatlich NICHT von dem vielen Anderen, was seither ans Tageslicht drängt) verpasst worden ist, als „hart abgestraft“ zu bezeichnen: unfassbar. Sie haben doch sicher gelesen, wie der weitere Ablauf vorgesehen ist – da hätte man sich das ganze Verfahren überhaupt sparen können…

    • Titel eingeben
      Bitte, ein wenig Contenance.

  2. Titel eingeben
    Ich plädiere für den Samtgang als freies Verhalten in der gesellschaftlichen Katastrophe.
    Smaragdgrüner Duchess und bordauxfarbener Samt für mich. Nichtfarben für Duckmäuschen.

  3. Der wahre Unangepasste ...
    … vermeidet es, aufzufallen.
    Dafür ist er um so radikaler, wenn es darum geht, sein Ding zu drehen.

    Frauen sollten es auch so halten. Anstatt danach zu schielen, ob sie mit Grün/Lila/Weißnicht in einen doch so lächerlich-biederen on-dit geraten könnten. Das ist Energieverschwendung.

    Bien s^r
    der Kater

  4. was gelernt
    Mir sagte mal eine Nachbarin, was ich noch nicht wusste: Frauen schauen immer auf die Schuhe von Männern (und beurteilen sie danach).
    Stimmt das?
    Jedenfalls besohl‘ ich seitdem meine alten Schuhe nicht mehr selbst UND ich putz‘ die Dinger nun auch öfter. (Dabei such ich gar keine Partnerin, ich hab‘ ja eine junge hübsche liebevolle Gattin).

    • Der Teufel trägt Prada - behauptet Prada
      @Klaus Mueller – Ich gucke nie auf die Schuhe. Augen, Gesicht, wieweit jemand mit den Händen redet und allgemeine Körperhaltung sind viel aussagekräftiger.

    • Prada ist auch nur eine Marke.

      Was ich nie verstehen werde, sind übrigens diese Trollereien hier. Habe gerade wieder eine gelöscht und wäre dankbar, wenn sich selche Kurzbeschimpfungen nicht wiederholten.

  5. Ganz nett und sicher weitestgehend zutreffend,
    wirkte aber ein wenig auch wie auf Basis gehabter früherer Erlebnisse ungeprüft ins heute transponiert: Ganz so wäre es heute sicher nicht mehr? Und beinhaltete Erinnerungen auch an früher gehabte, wieder aufgewärmte Verachtungseindrücke? Also bzgl. des selbstverständlich notorischen Schuhwerks anderer? And how comes?

    Bei den meisten wäre es hier und heute vermutlich anders: Man träfe sich winters, so Ende Dezember, Januar, Februar, also die miteinander bekannten Päärchen ungefähr gleichen Alters, zwanglos und informell und vollkommen selbstverständlich unaufgeregt in irgendeinem hinteren, aber sehr gut beleuchteten Winkel der Tiefgarage unterhalb des Konzerhauses/der Oper anlässlich eines der klassenüblichen Ereignisse der Winterspielzeit, die Damen hätten auf resp. vor dem Beifahrersitz bereits und beizeiten das Schuhwerk getauscht, selbstverständlich die kleinen Kostbarkeiten der abendlich-feinen Beweglichkeit in exquisiten, innen dem Leder schmeichelnd ausgepolsterten, geschmackvoll verzierten Beutelchen bis dahin befördert, während die Herren des jetzt mitteinander im Gespräch vertieft dem nämlichen Geschäft des Fußbekleidungstausches an der Rückseite paralleler Transporträume nachgingen – man wäre ja heute und in diesem Zeitabschnitt unter sich und definierte hier, wo man selbstverständliche keinen Lieferanten, hüstel, Mitarbeitern, usw. zu nahe wäre, diesen Teil der Umgangsformen etwas legerer, als noch Generationen vorher womöglich.

    Und dem feuerfesten Beton-RALGgrau der stabilen Tiefgaragenwände wärs auch egal, aber wie angenehm doch, dass dieses unter der Oper/dem Konzerthaus gelegene und extra für unserereinen bereitgehaltene Fahrzeugbehältniss aber so angenehm temperiert wirkte, da es das genannte Gebäude darüber nach unten Überschlagung ausstrahlend nun eben einmal unternähme, in dieser Gegenwart wärmefördernd-zuschussförderlich nahezu 7 Tage die Woche nach Art des postmodernen Polyperspetivismus ein buntes Feuerwerk von wechselnden, aber immer gehobenen, mal polyphonen, mal medialen Unterhaltungsereignissen für die bessergekleideten Stadtviertel zu vor- u. aufzuführen – ganz anders eben, als soviele andere ral-grau-angezogene, eiskalte Fahrzeugkeller unter vermutlich höchst primitiven Einkaufstempeln. Aber Westviertel, gut.

    Und selbstverständlich käme heutzutage bald nie mehr einer auf die Idee, aus Bequemlichkeit seine guten, abendbezogenen Schuhe zu vergessen, pflichtunbewusst in, hüstel, Tagesschuhen mit Strassenschneekoträndern Richtung Parkett zu wandern oder zu klimmen? Nein wie unfein, nein, wie unnütz, das machte heute niemand mehr!

    Daher also nein, das wäre heute anders? Und falls ja, dann doch wohl eher nur so: Wenn sich einer insgeheim womöglich für was schämte, dann doch wohl höchstens nur dafür, dass zwischen Einkommen, Pflicht, Nachwuchs, Eltern- und Omaabenden sonst kaum oder kein Platz geblieben, in den eben nicht versäumten vier Wochen Zwischenzeit, besagte Schuhe auch nur einmal zu anderer Gelegenheit getragen zu haben, und vielleicht würde einer darob sogar bruchteilsmomentweise bange Blicke auf die Hecktürbück- u. Schnürangelegenheiten auf der Seite beim freundlichen Abendkollegen erwogen haben, ob der nämlich, von selben Problem betroffen, höchstwahrscheinlich ganz ähnlichen oder selben Gedanken und Erwägungen nachhinge? Und ja, die Blicke trafen sich, man lachte gemeinsam. So wäre das nun einmal.

    Nein, alles zurück auf Anfang, heute wäre da vieles vielleicht ganz anders, als vor nur 10 oder 15 Jahren noch? Nämlich das beide genannte Paare, obwohl vermutlich Anfang oder Mitte 40 und sich durchaus sympahtisch-angenehm zugetan, immer mit zwei Wagen kämen, anders als die vorangegangen Generationen noch, welche den Smalltalk und die vorbereitenden Gemeinsamkeiten des unterwegs und in Einstimmung auch, sich immer so wunderbar zelebriert hätten – ausführlich fast? Nein, diese Zeiten wäre vorbei, der alten wird fast nur noch gedacht – und die Jungen führen ihre 2x 50 oder 2x 79 km jederzeit getrennt, wiewohl es anders möglich wäre, und der Kosten auch ungeachtet, ein Verhalten, welches früher so aus Vorsicht nicht gewesen wäre, weil gemeinsames Fahren, von finanziellen Erwägungen auch durch Wohlstand weniger wichtig oder kommod geworden, trotz aller Nettigkeit in der Sache, die immer teurere, gemeinsame Zeit der Paare getrennt förderte, durch zügigeres Nach-Hausekommen und dadurch womöglich gesteigerte Bekömmlichkeit für den nächsten so überaus geplanten Tag – durchaus geplanter doch, als vor 20, 30 Jahren.

    Und ja, „Bitte viel Sorgfalt, winterliche Schneeglätte könnte rutschig sein“, riefen die Frauen sich wechselseitig gemeinsam danach vermutlich ihren Gatten noch, bevor sie zurückgelehnt zurückrollten, gemeinsam in Gedanken vereint durchs Verbringen der vergangenen Stunden, durch die rauhe Winternacht, die starke Fahrzeugheizung zunächst auf kleiner Stufe.

    Ja, Hauptsache die Musik war schön – und hätte der Vorhang auch RAL getragen.

    („Fahrkosten durch doppelte Anreise, pfff … , was Fahrtkosten, wir haben doch schon so kaum was für uns, und dafür können wir eine halbe Stunde später los – und hatten auch noch mal 10 Minuten extra für uns“, so denkt’s wohl auch in vielen, dies Jetzt, und sie haben sicher ganz Recht.)

    • Ich glaube ja, dass gewisse Verhaltensweisen nie aussterben und vieles, was wir an Veränderungen präsentiert bekommen, in der Wirtklichkeit gar nicht sonderlich bedeutsam ist. Ich kenne die Rituale jetzt seit 30 Jahren und alles, was ich sagen kann ist, dass Jeans und Pulli inzwischen verschwunden sind. Und ansonsten sind meine Krawatten aus Siena und sehr bunt.

  6. Mißbrauch als bon ton
    nackedie nackedu nackedei dei dei
    ja wir sind so frei
    Heute: Deutschlands worlds superstars.
    Nackt und frei.
    Nicht, dass hier Werbung für Nudisten gemacht werden soll.

    • ZUm Glück habe ich kein TV-Gerat, ich kenne das alles nicht.

    • pls don't mind
      schon damals (1975) bedurfte es keines TV-Geräts, um so etwas auf dem Schulhof einer als erstklassig bewerteten Erziehungsanstalt zu hören.
      Was waren das doch für Zeiten, damals in der Nachriegszeit, die doch recht eigentlich zur Vorkriegszeit geraten ward angesichts gegenwärtiger Entwicklungen.

    • schade, dass sie nicht satisfaktionsfähig sind - und zum glück hier nur inhaltsleer rumpöbeln ...
      eigener text? eigenes leben? eigene inhalte? eigene erzählung resp. schilderung? offensichtlich fehlanzeige.

      wahrscheinlich schon vor der 10. klasse vom schulhof abgegangen und noch nie ider oper oder dem konzert gewesen, wahrscheinlich uch nicht treu in beziehungen und verlässlich. aber anscheinend hirnlos genug, primitive worthülsen aus dem bereich der nartzistisch-verlassenen gemeinplätze abzusondern.

      sicher, die generation@ ist frei, sie muss nicht das leergedroschene stroh von frau dr. merkel oder den vorgekauten speichell von herrn gauck goutieren – aber ganz ohne eigene leistung wird es nun einmal nicht gehen, eben auch am worte nicht – und wäre westviertel am ende nichts weiter als text nach art der bunten illustrierte – und alles andere „eigenes“ womöglich gar, auch weiterhin eine beleididung.

      aber solche westvierrtel wie diese hier, müsste man sie nicht beldigen, weil sie so einen womöglich bloß halbklug zusammengelogenen mist wie oben sich als eigene leistung ausgäben – und frech die wahre welt kritiserten, als falsch oder nichtvorhanden darstellbar wählen wollten? zukunft, welche zukunft, wir sehen hier keine.

      eigene texte, eigene gedanken, eigene, neu wortkombinationen, denkarabesken womöglich auch, die dieses jetzt hier kennzeichnend markierten täten not – nicht erbärmlich wirkende abwehr aus gründen unbegabterm untalentiert dahekommender persönlicher überforderung.

      wir retournieren jeden ball – und das gehörte sich nicht? bei solchen wie ihnen gehörte sich das für uns schon immer noch! und wird auch so bleiben.

      wir und unsereiner gehören ja nun einmal eben gerade nicht zum typus der kleinbüergerlich- höchstens gutlackierten oberflächenausweicher, wie sie, wehrter herr, der offensichtlich ohne kinderstube leider aufzuwachsen hatte.

      denn sonst könnten sie womöglich besser argumentieren, interesanter, fesselender stellvertretend kunde geben von diesem jetzt:

      ein leben wie eine verbiindung von statischer elektrizität. also wie eine verbindung von statischer elektrizität mit manchmal prächtig anzuschauenden, bunten luftballons; die müssten sich anscheinend „oben“, kurz unter der decke schon fast, sozial exklusiv aneinander reiben, damit sie oben blieben, nicht unter die unten wurzelfest fruchtbar blühenden kakteen fielen? und was wär das für ein leben, außer bei unserem lcihte momentweis‘ net anzusehen, aber innwändig zimelich bis vollkomen hohl – wenn auch nicht luftleer, das sei zu gegeben, oder von buntem blähgas erfüllt.

      und darauf sol deutschland was bauen? seine zukunft? die von frauen, kindern, freier rede und fabriken? oder selbstverwöhnten, heilig-liebevollen hoodie-eigen-escapismus bloß?

      nein, wir haben keine fragen – wir sind die antwort. und genau dafür auch geschätzt.
      .
      und sie sind hier offensichtlich nichts anderes, als ein aufgeblasener, anmaßender fatzke.

      „mehr text!“ (goehte, wie bekannt.)

  7. Ich hätte dringend Bedarf
    an jemanden, der mir erklärt wieso eine Frau wie Julia Timoschenko, deren Lebensweg ein
    einziger Nachweis für Zügellosigkeit, Habgier und Hass ist, eine solche
    Faszination gerade auf die gutbürgerliche Schichten ausübt.

    • Ich fand die schon immer scary und in einer Reihe mit den hier beschriebenen Auffälligen.

    • Sicher
      aber diesen Damen würde niemand das Schicksal eines Landes mit 45.Mio. Einwohner
      anvertrauen mit Zugriff auf Nuklearwaffen.

    • Titel eingeben
      Tja, E.R.Binvonhier, diese Dame wurde ja auch in der FAZ als aufrechte Freiheitskämpferin gepriesen, damals bei der Fußball-EM dort. Mit ihrer Frisur als Markenzeichen der Unschuld vom Lande. Kam mir schon immer sehr fragwürdig vor, bei all den Diadochenkämpfen der Oligarchen in der Ukraine.

    • Ich traue einfach dem ganzen Osten nicht, damit wurde ich auch noch nie enttäuscht.

    • Nur gut
      dass die NSA auch weiss, wo Frau Julia und die anderen Oligarchen
      ihre Milliarden gebunkert haben.
      Wenn sie in der Ukraine an die Macht kommt, werden die Gelder verteilenden
      Organisationen schon dafür sorgen, dass sie sich wie “ die Katze auf dem heißen
      Blechdach“ vorkommt, wenn sie nicht „spurt“.

    • Ich glaube, das wird einfach ein „failed state“.

    • Ich traue einfach dem Westen nicht,
      Text eingeben

    • Wer traut schon Politikern?

  8. OT
    Bezüglich der neuesten Merkel’schen Energiewende bin ich mir nicht sicher ob Schadenfreude
    angebracht ist, wenn die BK am eigenen Leib erfährt wie es ist, wenn man sich in eine (polit.)
    Situation manövriert hat, die keine Alternativen mehr zulässt.

  9. Endlich mal andere Töne!
    OT
    Endlich mal andere Töne: „Dr. Seltsam ist heute online“, der aktuelle Debattenbeitrag von Frank Schirrmacher zum Echtzeitjournalismus ist eine Wohltat bei all den Klebern mit ihrem Alarmismus in diesen Medientagen.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/echtzeitjournalismus-dr-seltsam-ist-heute-online-12867571.html

    • Ja, sehr empfehlenswert.

    • Herr Schirrmacher genoß schon immer unser höchstens Ansehen - eben gerade weil er hier und in
      dieser Zeit seine verdammte Plficht & Schuldigkeit täte – und zwar in diesen so überaus flachen und wenig stimulierenden Zeiten trotzdem. Also genau so, wie sich das von ihm gehört, wir es von ihm – und viel wichtiger! – er es auch von sich erwartet. Dafür einmal mehr auch unser Dank!

      Und ja, Herrr Schirrmacher ist klug, viel klüger, stilsicherer, belesener, abgeklärter und reifer, als er vermutlich leider in solchen Gegenwarten zu zeigen vermöchte.

      Man stellt ihn sich schließlich so vor, wie er vor dem Spiegel, im Fond eines PKW irgendwohin eilend oder geeilt werdend, oder in manchen Momenten alleine am Schreibtische auch, von sich selber wissend eines möglichen Urteils Thomas Mannes gedächte, „Typus mittlerer Herausgeber bloß“ – und eben trotzdem weiter, s.o., seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit täte, wie wohl wissend, dass er mehr sein könnte, als ein solches, sicher vorschnelles Urteil des Herrn Mann es wohl ausdrücken würde – würden ihm nur von außen – dann das gehörte dazu, alle wissen es – nur etwas mehr sinnvoll-sinnreiche Anregung und Aufgabe zu teil werden, als derzeit alle Anforderung nur erginge.

      Ja, Herr Schrirrmacher wäre, so meint man, mit Sicherheit der Letzte, der eben darüber und so sich nicht selbst Auskunft geben würde, „zum Zwecke bindender Rekapitulation eben“, sich, dankenswerterweise für uns mit, so unterichtet zeigen würde, falls von den höheren Mächten des Gewissens, Glaubens, der Vaterlands- und Muttersprachenliebe befragt – er trägt die unverrücklich-unverrückbaren Weltmasstäbe der Weltliteratur und des hohen Humanismus in sich, zur Not auch weiterhin und andauernd frei von aller Zeit, und er braucht darum auch nicht viel anderes; wir Leser und Deutschen aber eigentlich schon … .

      Herr Schirrmacher macht sich um Deutschland verdient. So kurz und knapp wollten wirs eigentlich also sagen.
      .

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