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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Nichtschenken wie die Profis

| 49 Lesermeinungen

Zu konsumorientiert, zu wenig offen für das Soziale, für das Miteinander, das Spontane, das Improvisierte, das Bescheidene
Katrin Rönicke über Westdeutsche

Also wir machen das ganz schlicht. Wirklich. Zurück zur Besinnlichkeit, kein Konsumwahn, familiäre Nähe, und alte Christbaumkugeln. Wie bei den armen Leuten. Arm, aber herzlich. Wir sind doch nicht konsumorientiert.

Genau. Wir machen das wie früher, also vielleicht Socken. Die sind schön warm, die kann man wirklich brauchen, und auch, wenn das Heizöl und das Holz dieses Jahr billig sind, will man nicht zum Verschwender werden, und ausserdem, das Klima, man muss doch auch an das Klima denken, es hat zu wenig Schnee im Moment, das gibt nicht mal auf dem Wallberg eine weisse Weihnacht. Wir drehen die Heizung runter und tragen dickere Socken. Ausserdem brauchen wir ja nichts. Also nur Socken. Und vielleicht noch neue Hüttenschuhe, weil die alten inzwischen doch etwas schäbig aussehen. Das kommt daher, weil, da muss ich etwas ausholen, also, es war nämlich so.

nichschb

Wir sind nicht nur bescheiden, wir sind auch nachhaltig und man weiss, wie die Italiener das Öl so panschen. Die kaufen Öl aus der Türkei oder Spanien und schreiben „Extra Vergine“ drauf und machen so horrende Gewinne mit dem Betrug. Aber natürlich nicht mit uns, wir kennen da nämlich eine feine Ölmühle am Gardasee und als wir letzthin drei Wochen dieses Haus in Gardone hatten, sind wir am Regentag natürlich nicht nach Mailand zum Shopping gefahren, wir sind ja keine Verschwender, sondern zur Ölmühle drüben nach Malcesine – da gibt es übrigens auch ein phantastisches Restaurant, etwas versteckt, unten am See, aber ohne Touristen, das ist denen viel zu teuer und die verstehen ja nichts davon, und wirklich, sehr empfehlenswert – und haben gleich ein paar Flaschen und Kanister gekauft, was man halt so braucht, und auf dem Rückweg war da übrigens auch diese kleine Villa am See immer noch so zu verkaufen. Weil in Italien die Immobilienpreise so stark gefallen sind und gerade keiner kaufen will.

Nein, wir natürlich auch nicht, man hört von Freunden die wildesten Geschichten über ungeklärte Eigentumsverhältnisse, obwohl man sich das schon überlegen kann, wenn man sieht, was unser Haus in Gardone nur für diese drei Wochen an Miete gekostet hat. Es würde sich natürlich schon irgendwie anbieten, weil dann nämlich das Geld teilweise weg wäre. Jetzt nicht alles natürlich, aber doch ein Batzen, eine halbe, dreiviertelte Million ist ja nicht nichts. Aber auf der anderen Seite fährt man halt doch nicht dauernd hin, weil es schon recht weit ist, und es wäre wirklich nur eine Geldanlage, denn bislang hatten wir mit Immobilien immer Glück, ganz im Gegensatz zu den Aktien, aber da sind wir ja inzwischen völlig raus, oder fast, wir müssten mal schauen, was da noch auf diesem Depot ist, nachdem wir das Erbe aufgeteilt haben, aber wie auch immer, wir sind jedenfalls rüber nach Malcesine und haben letztlich doch etwas zu viel Öl mitgebracht. Das stand nämlich in der Küche auf dem übervollen Regal und dann ist einmal eine Flasche heruntergefallen, das war wirklich erschreckend, und das Öl ist auch auf die Hüttenschuhe gelaufen. Das war dann übrigens auch ein Drama, bis wir einen Maler hatten, der die Küche dann neu gemacht hat. Zuerst hatten wir ja Farben aus England, aber nach zwei Wochen kam die P. und meinte, das leichte Blau passt überhaupt nicht, und seitdem ist das alles wieder weiss gemacht worden, vom Maler. Ganz schlicht.

nichschd

Ja,, also, und natürlich kann man mit solchen ölverschmierten Hüttenschuhen auch nicht über Seidenteppiche laufen, die leiden schon genug unter der Katze. Und man muss auch ganz ehrlich sagen, wir haben sonst eigentlich alles, was wir brauchen. Man muss auch mal zufrieden sein, und dieser ganze Konsumwahn macht auch nicht glücklich. Vor allem, weil man gezwungen ist, überhastet und ohne echten Bedarf zu kaufen. Und das wissen die auf der andern Seite natürlich auch. Die Auktionshäuser mit ihren Weihnachtsauktionen werden inzwischen richtig dreist, die drehen das Angebot genau so hin, dass die geschenktauglichen Stücke im November und Dezember kommen. Letztes Wochenende waren wir auf einer Vorbesichtigung – das sind Verbrecher. Wir haben ein wenig den Überblick über die Preise aus eigener Erfahrung, gegen Ende des Jahres braucht man gar kein Silber kaufen, das macht man am besten im Sommer, wenn sich hierzulande kaum jemand für Teekannen und Besteck interessiert. Dieses edwardianische Service zum Beispiel war wirklich nicht zu teuer und jetzt warten wir eigentlich nur noch auf eine Hochzeit, um es zu verschenken. Wir planen so etwas immer langfristig. Aber für Weihnachten ist das nichts, das würde andere nur unter sozialen Druck setzen, und das wäre sehr unhöflich. Deshalb Socken.

Socken habe auch den Vorteil, dass der Preis im Ungewissen bleibt. Es muss keiner wissen, dass wir die extra aus Südtirol mitgebracht haben, aber wir lassen das vielleicht doch fallen, damit dem anderen klar ist, wie sehr wir uns Gedanken gemacht haben. Dann entsteht der nicht ganz unzutreffende Eindruck eines enorm überteuerten Geschäfts in den Meraner Lauben und von Bioschafen auf Berghängen, und so soll das natürlich auch sein, wegen der Bewahrung der Schöpfung. Daran sollte man an Weihnachten konsequent mehr denken, wir lassen ja auch die S-Klasse stehen, wenn wir zur Christmette gehen, wobei, gut, letztes Jahr ist die R. gefahren, weil sie Angst hatte, sich zu erkälten, und das wäre schlecht gewesen, einen Tag vor dem Überwintern auf den Malediven. Da hat sie dann aber auch eine Beule in der Tür ihres S7 gehabt. Sogar an Weihnachten vor der Kirche begehen Leute Fahrerflucht, das ist schon ein Zeichen dafür, wo wir angekommen sind – und deshalb schenken wir auch nichts, wir verweigern uns. Bei uns ist das noch wie früher. Anständig eben.

nichschc

Wobei – es gibt kein Fleischfondue mehr. Das ist nicht ganz wie früher, das Fondue ist gestrichen. Das war früher immer ein grosser Spass, sehr ungezwungen und gerade auch für die Kinder lustig. Man muss aber heute ein wenig aufpassen, manche Leute ertragen das rohe Fleisch nicht, so ist das eben in Zeiten des Bewusstseins für das Leid der Tiere. Man isst ohnehin zu viel Fleisch. Wir nicht, wir haben ja unsere guten Quellen, wir wissen, wo das herkommt – und trotzdem tun wir es nicht zum Fest. Wir passen da auch auf, letzthin zum Beispiel, da haben wir auf Vorrat ein paar Pfund Pralinen geholt, und der W. hat auch Bayerisch Creme. Dazu muss man wissen: Bayerisch Creme wurde früher gemacht, indem man unter anderem Kalbsknochen ausgekocht hat. Deshalb war Bayerisch Creme früher auch recht billig Ganz so geht das jetzt nicht mehr, das ist jetzt alles bio, deshalb kosten die Pralinen auch, wieviel war das noch gleich, na egal jedenfalls das gute Gewissen kommt mit der guten Qualität und vielleicht stopfen wir so eine kleine Tüte mit einem halben Pfund auch in die Socken.

Aber kein Geld. Ja um Gotteswillen, wo käme man denn da hin. Die Kinder brauchen auch nichts, die wissen das auch, schliesslich haben wir ihnen im Frühling die Wohnungen überschrieben. Gegen Weihnachten wäre das natürlich besinnlicher, aber so kurz vor Jahresschluss machen das doch nur die Unerfahrenen und dann bekommt man keinen Termin beim Notar. Also, die Wohnungen haben sie, die Nebenkosten zahlen wir weiterhin und damit ist alles so wie immer, nur eine Sorge wegen der Erbschaftssteuer ist weg. Aber es versteht sich doch von selbst, dass man keine Geldscheine mehr in Socken steckt, und obendrein haben sie sowieso schon alles. Ausser warmen Socken eben, daran denken die nie, wenn sie mit unserer Kreditkarte Fendi bei Teresa bestellen.

nichscha

So ist da eben im modernen Berufsleben, da kann man nicht die ganze Woche mit der gleichen Kleidung kommen. Aber wenn sie dann zuhause sind, haben sie warme Socken und Hüttenschuhe und Pralinen in der Wohnung, und dann kommen sie auch gut bis zum nächsten Urlaub über die Runden. Es sind eben die kleinen Freuden, die das Leben schön machen, es muss nicht immer Dubai sein. Wirklich nicht. Also letztes Jahr, da haben wir da was erlebt, das glauben Sie nicht..,

Der Verfasser sass letzte Woche zu lange in einem bekannten Restaurant am Tegernsee und war sehr mit dem Lauschen beschäftigt. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wurden verschiedene Aspekte zusammengefasst und mit eigenen Qualität-Charakterfehlern angereichert.

HINWEIS:

Kommentare kann man vorerst noch ungestört im Kommentarblog anreichern.

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49 Lesermeinungen

  1. Zitat
    Wer für alles offen ist, kann doch nicht ganz dicht sein.
    Unbekannt

    • Stoiberismus
      Ein offener Mensch lehnt Ideologien und somit geschlossene Weltbilder ab. Ansonsten könnte er nicht mehr offen sein…Offenheit wirkt wie ein Sieb…

      …oder mit den Worten von Franz Arwee

      Der offene Mensch mag nicht ganz dicht sein, ein Mensch mit geschlossenem Weltbild ist tatsächlich nicht ganz dicht.

      Liberalismus ist eine Ideologie.

  2. Zum vierten Foto: Benutzen Sie zum Tabletopfotografieren noch etwas
    Exakta/Edixa-Ähnliches mit Lichtschachtwechselsucher oben drauf?

  3. Aha, danke für die Auskunft. Im Silber spiegelte sich das so, wie ich
    die Körperhaltung von Rolleiflexbenutzern in Erinnerung habe, nur dass es erkennbar keine Zweiäugige war und der ausklappbare Monitor nicht zu sehen ist.

  4. Decoupling, Delay Equations, and Approximations in Space and Time
    Also ich saß da nicht am Nebentisch, sonst hätte Don, der Verfasser, von meinem Weihnachtsgeschenk gehört. Nein, keine Socken, weder gekauft, noch selbstgestrickt. Wenn mir sonst nichts einfällt, schreibe ich ein Weihnachtsbuch. Dieses Jahr auch wieder, ist schon in privater Auflage gedruckt (139 Seiten). Jetzt muss ich nur noch in jedes “Saison Greeting” oder “Prettige Kerstdagen” oder “Bonne et heureuse Année 2015” oder “Fröhliche Weihnachten” schreiben, dann können sich meine Freunde über
    .
    Putin’s Agenda 2014
    Decoupling, Delay Equations,
    and Approximations in Space and Time
    .
    amüsieren.

    • Schreiben Sie besser:
      Season’s Greeting(s)

    • Gegen Langeweile
      Tiger, liebe Frau Heuse,

      ich bin sicher, dass nicht nur ich Sie vermisse, da drüben im sogenannten Kommentarblog.

      Kommen Sie mal rüber? Man merkt es nach einiger Zeit, das da wer fehlt.

  5. Lesetip
    Wer es noch nicht kennen sollte, dem empfehle ich die „Kunst des stilvollen Verarmens“ von Glorias Bruder Graf Schönburg.

    Noch amüsanter als dieser Text des Don und aus einem etwas „““höheren“““ Blickwinkel. Mir persönlich sind bei den Selfmademen die Verschwender-Genießer sympathischer als die Understatement-Angeber.

  6. Druckfunktion geht nicht
    Seit ein paar Tagen funktioniert die Druck-Funktion in den Blogseiten nicht mehr. Es erscheint immer nur das Kolumnenbild plus Schriftzug „Stützen der Gesellschaft“, der eigentliche Text fehlt. Nur leere Seiten. Ist da was umgestellt worden ? Auf den restlichen Seiten der FAZ funktioniert alles wie gehabt. Seltsam

  7. Kastner&Öhler
    Wo kommt der Kastner&Öhler Katalog her?
    Gibt’s den in Südtirol auf dem Flohmarkt?

    • Der war in einem antiquarischen Buch und wäre eigentlich ein thema für sich, nämlich, wie die gute alte Zeit wirklich war.

  8. Sehr fein,
    „Also wir machen das ganz schlicht.“

    Wir auch, sollen doch alle anderen schauen wie sie das BIP steigern,
    ihr Öl verkaufen…
    Herr Schäuble soll sich halt auch etwas bescheiden, dann klappt das
    mit der Nachhaltigkeit und der Zukunft auch.

    Nur muss die MW-Steuer erhöht werden, wenn z.B. Die Preise fallen

    Kann es sein, dass da etwas nicht zusammengeht?

  9. Ein gutes Gewissen
    …ist ein sanftes Ruhekissen, nur wenn zuviele daran nagen –
    Wird es dünn und irgendwann ziemlich mürbe.

  10. Einquartierung von Flüchtlingen
    Fordert Herr Grass wie nach dem 2. WK

    Haben wir ( die bösen Deutschen) schon wieder einen Krieg angefangen und verloren?

  11. test
    Hübscher Text. Real life Tegernsee.
    Und Socken verschenkt man anderswo auch – aus Tradition.

  12. Gefühlt ist es gut 1Mio. Inländer
    die eine massive Zuwanderung von was und woher auch immer fordern.
    Bisher sollen ca. 200 000 Tausend gekommen sein. ich verstehe das
    Problem der Unterbringung nicht.
    Man weiß doch wer diese Leute sind und kann es dank Internet-/ oder
    Twitter-Account leicht herausfinden.

    Verantwortung übernehmen!!!

  13. Also das hat Rönicke garantiert nicht gemeint ...
    ;-)
    … das da: „es muss nicht immer Dubai sein. Wirklich nicht. Also letztes Jahr, da haben wir da was erlebt, das glauben Sie nicht…,“

    JAJA, GÄHN. Das sind genau DIE heuchlerischen, angeberischen Landlusttypen, die immer von „ihrem“ Öko-Olivenbauern quatschen ( man beachte das feudalistische Possessivpronomen) und dieses Einmal nicht in die Fünf Höfe gehen als Wahnsinnsverzicht preisen. Prust. Man hat ja auch nur 50 Klamotten und nennt das bescheiden „nur wenige Basics, mehr brauch ich wirklich nicht mehr …“

    Mein Beileid an diese. Wie edel. Gähn, ach was wollt ich sagen …?

    Ach ja das:
    Die Neue „Bescheidenheit“
    Oder wie meine Oma in schön falscher Grammatik sagte:
    Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.

    Aber man weiß ja auch als Blogger nicht mehr, wo man noch ÜBERALL HINPROVOZIEREN SOLL, GELL! DIE SIND JA SCHON SO ABGESTUMPFT DIESE PC-BIESTER, DIESE HYPERKORREKTEN HEUCHLER … GRMPFF

    Versteh das alles sehr gut.
    Darauf ein Aldi-Bier.
    (Ne, istn 0,3er Bitburger vom Hotel…, ätsch. Aber auch übel.)

    Gruß
    Der Kater
    Muss seine Steuer machen, leidet seit Tagen, und erwartet wenigstens eine heuchlerische Runde Mitleid

  14. als Gast am Nebentisch
    Trüffel
    in Cellophan
    knistern zu laut
    wenn man neugierig lauscht
    unüberzeugt

  15. kastner&öhler
    ja das ist ja wirklich ein ganz alter katalog

    also zu meiner zeit waren die schon dicker und der saß früher in graz ob es dieses kaufhaus heute noch gibt weiß ich gar nicht

  16. Nichtschenken wie die Profis
    Wunderbar!! ‚ you made my day ‚…..ein Leser aus Kanada

  17. Danke!
    Das wird meine diesjährige Vorleseweihnachtsgeschichte!

    Dafür gibt’s einen :-)

  18. Esst weniger Schwein
    „…Sogar an Weihnachten vor der Kirche begehen Leute Fahrerflucht, das ist schon ein Zeichen dafür, wo wir angekommen sind…“

    Ja, das ist wirklich übel, geehrter Don. Und danke für die mahnenden Zeilen der Einkehr. Und sicher werden auch die smartphones beim Eintritt in die heiligen Räume nicht abgeschaltet. Oma könnte ja doch noch anrufen wegen eines vergessenen Geschenks. Oder der Notar braucht noch ne Unterschrift, sonst ist die Steuerbefreiung weg. Man weiß ja nie.
    .
    Das aber hier nun wieder auf den Italienern herumgehakt wird, kann ich nicht gutheißen, gerade in dieser besinnlichen Zeit. Die haben es doch nun wahrlich schwer genug. Obwohl ihr Landsmann ja einiges abfedert. Aber nun das importierte Öl aus Spanien – wo sollen denn gerade die Spanier hin mit all dem Öl – per se als Betrug zu bezeichnen ist weit hergeholt. Jungfräulich kommt es schon aus Spanien, nur gibt es eben in christlicher Besc-heidenheit seinen Pass an der Grenze ab. Also moderner und weltoffener gehts nimmer. Das machen eben die Deklarierungsfachkräfte in Brüssel möglich. Andere reden, die machen.
    Bald aber schon brauchen die Italiener gar nicht mehr die Spanier – Schluß mit der Zuwanderung, kommen schon genug aus Lampedusa – denn wenn erst Deutschland auch das große Potential des Fracken s erkennt und die SdG noch mehr der Konsumenthaltung fröhnen – Hüttenschuhe kann man waschen -, dann ist das Barrel gar so günstig….Nein, also, Italien braucht kein spanisches Öl! Nur deutsche Schweine, die braucht man noch in Parma. Noch.

  19. Pressefreiheit?
    @Filou – Vielen Dank für Ihr Kompliment. Im Weltpresseblock werden meine harmlosen Kommentare nicht mehr angenommen, so eine Art Presseunterdrückung. Eine (niederländische) Druckerei für mein Buch zu finden, hatte ich aber keine Schwierigkeiten. Die haben sich sogar bereit erklärt, noch ein paar Kopien von meinem letztjährigen (A Case for Europe) innerhalb weniger Tage nachzudrucken…. obwohl sie mit saisonbedingten Druckerzeugnissen mehr als beschäftigt sind.

  20. Mein lieber Schwan: Es geht Rönicke um West- und Ost-Männer, ...
    …, um Männer also und nicht um die ganze Gesellschaft, wie man meinen könnte, wenn man das Eingangszitat oben liest. Don, der Schlingel.

    Und zumindest wenn man das etwa zu arg verkürzte Zitat in seiner wahren Länge begreifen will:

    Das ganze Zitat von Rönicke lautet so: ….
    … In meinem Freundeskreis gibt es zwei Ostfrauen, beide so alt wie ich, die unisono finden, ein West-Mann könne es für sie nicht werden. Zu konsumorientiert, zu wenig offen für das Soziale, für das Miteinander, das Spontane, das Improvisierte, das Bescheidene und so weiter.“

    An dem „zu wenig offen“ bleibt man beim Lesen betroffen eine gewisse Weile hängen. Es impliziert, dass der Ostmann sozialer sei. Das wird leider nicht weiter aufgelöst und vertieft. Es geht einfach weiter mit der Behauptung, der Westmann sei ellenbogig(er) und strebe zum Kaviar.
    Gibt es da irgendwelche Untersuchungen? Wie kann man das belegen?
    Außer dem Meinungsbild natürlich, das sie haben darf.

    Meine Erfahrung ist die, dass egal ob Ost oder West die meisten Menschen, Männer wie Frauen, nicht nur ein Gesicht haben, sondern zwei: das berufliche Gesicht und das familiäre. Das kann sich fast decken oder kann auch völlig konträr sein. Im Dienst ein Schwein oder eine Schweinin und daheim der oder die Soziale.

    Geht nicht? Geht. Wer im Beruf kämpfen muss, damit er nicht untergeht, wählt eben diesen Weg. Weil er glaubt, dass er muss, für sich und die Seinen. In Westdeutschland haben wir dank des neoliberalen Rollouts diesen stark überdenkenswerten Weg einfach nur schon länger. Betrüblich, doch an den Futtertrögen scheint nicht für alle Platz zu sein. Versucht man uns zu erklären, damit sie oben ihre Ruhe haben.

    Gruß, ein freundlicher Klassismus vom
    Kater

    • Man rätselt...
      Man kann doch eigentlich gar nicht umhin über dieses Zitat zu stolpern:

      „Zu konsumorientiert, zu wenig offen für das Soziale, für das Miteinander, das Spontane, das Improvisierte, das Bescheidene
      Katrin Rönicke über Westdeutsche“

      Vielleicht ist sie ja weiter gereist als ich und hat in mehr Ländern gelebt…

      Würde mich aber wirklich mal interssieren, wen sie da als Alternative anzubieten hätte….?
      Denn was sie da beschreibt hat nichts mit Westdeutschen zu tun, so ist die ganze Species anno 2014 bereits seit einiger Zeit, oder?

  21. Ohren wie ein Profi,
    wozu er die womöglich sonst noch gebrauchen könnte?

    Und am allerinteressantesten, wenn die eigenen bei dem genannten Notartermin im Frühjahr oder Sommer überhaupt nicht aufgeregt sind. Sondern während des Vorlesens eine fast schon ungebührliche Tendenz zum Wegdösen entwickelten, während man selbst, der biographischen Tatsache als solche schon bewusst, doch schon ein wenig – soll man sagen Herzklopfen? – entwickelte. Ob das mal alles gut geht und sie/er das endlich auch zu würdigen weiß. Und sich auch gebührend selbstständig für immer kümmerte/n. Wissen und tun er/sie natürlich schon, aber gut behütet und versorgt, schlichen sich eben mit den Generationen in u. wieder auch schon mal so kleine Gewohnheiten ein. Eben auch die, Hauserwerbe als die quasi üblichen Selbstverständlichkeiten zu sehen mit ungefähr Mitte 20. Und auch, dass es am besten leicht so finanziert wäre, dass eine Bank nichts verdiente. eine Familie machte es möglich. Also z.B. vielleicht die.

    Wobei zuviel Selbstpflge könnte auch schon mal langweilig sein. Auf harten Brettern kann man auch schon mal gut schlafen.

  22. the real one
    So, jetzt isses passiert:
    Jemand anders hat sich meinen Nick geklaut.
    Und zwar das:

    colorcraze sagt:
    27. November 2014 um 23:24 Uhr

    als Gast am Nebentisch

    ist NICHT von mir.

  23. Titel eingeben
    noch ein Test: kein Name, kein Titel eingegeben.
    Mal sehen, was passiert.

  24. test 3 mit Titel
    aber ohne Name.

  25. 23:24?????
    @colorcraze – welcher genau ist nicht von Ihnen? Um 23:24 habe ich nichts gefunden.

  26. Titel eingeben
    „Nichtschenken wie die Profis“ ist auch eine herrliche Persiflage auf die Gepflogenheiten der in Amt und Würden gekommenen Grünen: bewußt leben und konsumieren im Merkel-Land. Wäre sicher eine Steilvorlage für „Weihnachten bei Hoppenstedts“.

  27. Fleischfondue habe ich seit 25 Jahren durch Käsefondue ersetzt ...
    … mit den richtigen Zutaten (mag ich jetzt nicht alle nennen, sonst kanns ja jeder) kann das noch wesentlich mehr Spass machen als das Fleischgemampfe, bei dem jeder immer nur Angst hat, dass ihm von seinem rabiaten Gegenüber der Topf mit heissem Öl „in den Schoss“ gekippt wird.
    .
    Eat cheesy be easy!

    PS: Eine Frage zu den Zutaten: Weiss jemand hier, was die „Schweizer-Praline“ beim Käsefondue ist ?

  28. Ich weiss seit Sommer diesen Jahres was die "Schweizer Praline" ist ...
    … denn ich gehe auch im Sommer Ski fahren und Chas-Fondue essen.

    Wollte nur mal hören, wer diese geniale Abwandlung des Chas – Fondue sonst noch so kennt.

  29. Pingback: Die Frauenquote nach de Sade | Stützen der Gesellschaft

  30. Also irgendwie erinnert mich das an Gerhard Polt
    Klasse, Satire vom Feinsten. Wollen Sie nicht mal von der schreibenden Zunft auf die Brettl Steigen?

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