Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Zweitfrau-Präsente, Zuhälter-Geldanlagen und andere populäre Irrtümer über Reiche

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Monogamie ist auch schlecht für die Beurteilung des Marktwerts.

Weil, es ist doch so: Monogame Paare sitzen jahrelang zusammen, verbreiten diese spezielle „Komm uns nicht zu nah“-Stimmung gegenüber jedem, der sich Sache flexibler betrachtet, und sagen sich ständig, dass sie den Wert auf dem freien Markt gar nicht kennen müssen. Sie haben doch das Wertvollste, sich selbst. Und wenn es dann auseinander geht, werden Double- und Triple-Dates gemacht, so dass an einem Abend an zwei oder drei unterschiedlichen Stellen eruiert werden kann, wie denn nun Personen des präferierten Geschlechts auf die neuen Chancen und Möglichkeiten reagieren. Das weit ausgeschnittene Top hatte ich jedenfalls noch nie an der C. gesehen, als ich sie in Nymphenburg abholte, und auch sonst gab sie sich alle Mühe, nicht wie eine geknickte Ex zu wirken, die gerade nach vier Jahren die grosse, nicht ganz ewige Liebe verloren hatte. Sie wirkte mehr wie eine junge höhere Tochter, die etwas erleben wollte. Das Erleben sollte bei den späteren Dates im Glockenbachviertel eine alkoholische Komponente bekommen, und deshalb gab es bei mir die italienische Fundamentierung.

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Und zwar an der Kreuzung zwischen Erhard- und Fraunhoferstrasse beim beliebten Italiener , der sich in einer der letzten innerstädtischen Baulücken zu den Strassen hin eingemauert und das Restaurant nach oben hin zum blauen Himmel über München offen gelassen hatte. An der Stelle liegt zwar gleich die Isar, aber davor brauste der Verkehr, und zwar so laut, dass man in normaler Lautstärke Süssholz raspeln konnte, ohne dass es einen Tisch weiter verstanden wurde. Die C. jedenfalls evaluierte, wie wohl noch nie zuvor eine streng religiöse Akademikertochter aus Niederbayern evaluiert hat, trank mehr Wein, als sie vertrug und nahm das angenehme Gefühl mit, das erstbeste Date mit ein paar Blicken weich wie Marzipan machen zu können. Das gebietet die neue Höflichkeit unserer sexuell stets getriebenen Moderne, ich habe mich da wie ein keuscher Valmont verhalten und sie dem nächsten übergeben, der sich wie alle anderen vergeblich Hoffnungen machte, denn wie es nun mal so ist: Manche wollen einfach nur den Marktwert wissen, und nicht verkaufen.

Aber ich habe deshalb durchaus erfreuliche Erinnerungen an diesen Italiener, den es längst nicht mehr gibt – an seiner Stelle entstehen jetzt, verkehrsumbrandet und passantenumspült, die Glockenbach Suiten. Früher nannte man so etwas übrigens schnöde „Wohnanlage“, und als meine Familie sich hier vor einem Viertel Jahrhundert zum ersten Mal einkaufte, war „Glockenbach“ auch noch kein guter Name. Das nördlich davon gelegene Gärtnerplatzviertel klang besser, aber der südlich der Fraunhoferstrasse liegende Glockenbach war gesellschaftlich nur begrenzt vorzeigbar. Niemand, der etwas auf sich hielt, kaufte den Kindern etwas südlich dieser Demarkationslinie. Heute ist es wohlklingend, heute macht man damit gute Geschäfte und weil manche das nicht mögen, gibt es lautere Proteste als meine stillen Erinnerungen an diesen Sommerabend: So werden gegen die Suiten Aufkleber angebracht, was im zivilen München fast schon eine Revolution, ja sogar eine Ordnungswidrigkeit sein kann.

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Und auf diesen Aufklebern wird nun vermerkt, wen man in diesen Suiten – beginnend mit zwei Zimmern und dem Vernehmen nach mit 7700 Euro pro Quadratmeter – vermutet. Also ich würde ja sagen, dass ich vielleicht die C. darin erwarten würde, denn für ihre heutige Beschäftigung und ihre Lebensumstände und zusammen mit dem, was ihre Eltern finanziell zuschiessen könnten, wäre das Objekt im Rahmen der Möglichkeiten – wenn man Verkehr und ein Leben auf dem Präsentierteller hinter Glaswänden zur Strasse mag. Der Aufklebergestalter jedoch verbindet damit all seine Ablehnung der sog. Reichen und schreibt nieder, wen er darin vermutet. Ich finde das wirklich traurig, weil hier Vorurteile gepflegt werden. Er irrt sich. Man kann das alles nicht unter einen Hut stecken und sagen, so sind sie, die Privilegierten. Gehen wir es einmal durch:

Reichen-Schauhaus: Reiche lassen die Öffentlichkeit in diesem Umfeld nur die stuckbeladenen Fassaden der Gründerzeitbauten anschauen. Und die Vorhänge hinter den Fenstern, damit man dahinter Flügeltüren und Stuck und Kronleuchter nicht sieht. Von hier bis zum Lehel. Reich und Neubau passen nicht.

Zuhälter-Geldanlage: Ich gehe davon aus, dass Zuhälter angesichts der rechtlichen Problematik ihres Treibens wohl eher nicht so dumm sind, ihr Geld in Deutschland so anzulegen, dass man es nicht in einem Koffer ausser Landes bringen kann.

High-Level-Absteige: Es ist vollkommen richtig, dass die besseren Kreise mitunter selten bewohnte Objekte besitzen, um nach einem Opernabend nicht mehr nach Hause in die Provinz fahren zu müssen. Sehr oft sind das die alten Studentenwohnungen der Kinder. Immer ist das in ruhigen Ecken. Ganz sicher ist das nicht in dieser Remmi-Demmi-Region an der Isar, wo sich im Sommer der Plebs bis in den frühen Morgen am Späti gegenüber Schlachten um Zigaretten und Bier liefert.

Edel-Postadresse: Um Gottes Willen. Wer älter als 40 ist, weiss doch, dass der Glockenbach erst mühsam von seinen alten Bewohnern ertrotzt und Borzn für Borzn erkämpft werden musste. Das ist junges Wohnen. Schöne Postadressen für altes Geld heissen Tutzing, Grünwald, Tölz, Garmisch, Prien oder, wenn es wegen der Firma sein soll, Gmund am Tegernsee oder eine andere landschaftlich reizvolle Oase mit vernachlässigbarem Hebesatz der Gewerbesteuer. Da hätte der Gestalter mal besser vorher bei seinem Vermögensverwalter recherchieren sollen.

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Grünverdrängung: Das stimmt in gewisser Weise, das hört man öfters, Villenviertel etwa brauchen enorm viel Platz, gerade wegen der Urwälder, die man in den Gärten anlegt. Blocks für die Allgemeinheit dagegen werden natürlich nur in Wüsteneien errichtet, wo noch nie ein Baum stand, und alle sind voll mit ökologisch bewussten Landschaftsfreunden, die stolz ihre modischen Jutetaschen spazieren tragen.

Viertel-Flairhunzumg: Das sind sicher total nette, normale Menschen, die hier kommen, mit ganz alltäglichen Kreditfinanzierungssorgen und ganz ehrlich, am Viktualienmarkt ist schon lange ein Bioladen, in dem die Sau im Schaufenster eine Perlenkette trägt. So ist das hier.

Neurotiker-Reservat: Nur, wenn die Immobilienpreise wieder fallen. Und natürlich, siehe Bioladen mit perlenkettentragender Sau, haben auch Vermögende so ihre Spleens. Aber auch nicht mehr als andere und vor allem: Die können sie sich auch leisten und liegen damit nicht der Allgemeinheit auf der Tasche. Sollte doch mal jemand durchdrehen, kennt doch jeder einen Arzt, der das diskret in die Hand nimmt, ganz ohne staatliche geschlossene Abteilungen.

Zweitfrau-Präsent: Mal ehrlich, das kommt davon, wenn die Freundin Jutetsche statt Prada trägt. Wer den Krieg mit der Erstfrau hinter sich hat und das Restvermögen nutzt, die Zweitfrau für einen deutlich sechsstelligen Betrag zwischen zwei viel befahrenen Strassen zu lagern, und mit solchen Glaswänden – der braucht bald eine genügsame Drittfrau. Gereifte Damen mit Stil und Erfahrung werden sich stets im Lehel oder in Bogenhausen umschauen.

V.I.P.-Plattenbau: Das hängst davon ab, wie man V.I.P. definiert; ich vermute, der Hersteller des Aufklebers kennt da vor allem die Besetzung von Dschungelshow und Promidinner, aber da kenne ich mich nicht so aus.

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Das ist für mich einfach ein weiterer Kasten und die Erbauer tun das, was alle tun: Sie holen aus dem Projekt heraus, was auf dem Markt möglich ist. Wer jetzt erst anfängt, sich auf dieses Spiel einzulassen, hat seit 2007 einiges verpasst und so viel falsch gemacht, dass ich unter dieser Gruppe keinesfalls die Reichen vermuten würde. Darauf lassen sich jene ein, die günstige Kredite nutzen und das Geld nicht bar im Koffer haben. Mann kann auch gegen diese Leute sein, sich gegen ihren Zuzug wehren und das Verschwinden des Italieners anprangern. Es gibt genug Erben, die der Oma ihr Häuschen in Niederbayern zu Geld machen und dann hier investieren. Aber dann soll man das auch bitte so beleidigen: Kreditnehmer-Schauhaus, Niederbayern-Geldanlage, Middle-Management-Absteige. Das fände ich angemessen und würde es hier auch lobend, weil den Kern der Sache treffend, erwähnen.

Ich verlange nun wirklich nicht viel: Nur meine Privilegien, die Akzeptanz der natürlichen Klassengrenzen, keine Verwechslung mit Niederbayern oder Berlinern und einen Italiener, bei dem ich nette Dinge zu frisch Geschiedenen sagen kann.

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51 Lesermeinungen

  1. Weltstadt mit Herz
    Ja, Ironie kann er, der Don Alphonso, im Germanistenjargon als „uneigentliches sprechen“ bezeichnet.
    Wenn es darum geht, den Weltgeist oder zumindest den Zeitgeist einzufangen, macht ihm so schnell keiner was vor, die zentrale Aussage des Textes qua Ironie in der Schwebe zu halten, mithin gleichmäßig auf den ganzen Textkörper zu verteilen, das ist sein Markenzeichen.
    Auch dass man die Texte weder als reine zeitkritische Kommentare, belanglose Randnotizen aus der Provinz, schmähende Insiderberichte, redundante Reportagen oder interesseloses Wohlgefallen erregende Impressionen noch als Seelenergüsse eines privilegierten Berufssohnes bezeichnen kann, macht sie so lesenswert.
    Es ist von allem etwas und nichts von alledem. Die Mischung machts.

    Inhalt, Form und Sprache bilden eine symbiotische Einheit- würde ich als hyperempathischer Deutschlehrer sagen.

    Ob das streunernde Kater, die im Glockenbachviertel sozialisiert wurden, auch so sehen, bleibt abzuwarten!

    • Danke, danke sehr – ich warte ja geradezu auf den ersten Ironieresistenten.

      Kern ist aber, dass die ganze Sache ein Elend ist und sich im Bereich „Wohnen“ die gesellschaftlichen Realitäten verschieben. Zumindest in den reichen, grossen Städten bildet sich ein Trend heraus, den man so auch aus Paris und London kennt, und da ist das Problem gar nicht die „Gentrifizierung“. Es geht um eine neue Auffassung von Wohnraum und Ansprüchen, und von denen aus werden Veränderungen erzwungen. Die einen wollen gut leben, und die anderen reden ihnen ein, dass sie das tun, wenn sie hier Luxus kaufen, auch wenn es nur Durchschnitt ist. Im Prinzip ist das eine enorme Betrügerei an den Aufstiegswilligen, und in der Folge ruinieren all die Suiten und Gärten das natürlich das Sozialgefüge einer Stadt. Aber das Irre ist: Wer mitmachen kann, macht mit. Das ist wie beim Verkehr: Der Stau sind die Leute, die darin stecken und sich darüber beschweren.

      Die wirklich Reichen sind davon überhaupt nicht betroffen, die sind auch hier am Ende der sozialen Nahrungskette.

    • beipflichtende Ergänzung – @Pascha50
      Die, wie mir scheint, letztlich ambivalente Metapher „Blicke weich wie Marzipan“ nötigt respektvolles Lüften des Hutes ab.

  2. No exit
    Vorweihnachtliches Middle Management treffen: Mitarbeiter einer großen deutschen Versicherung plant ein zweites Kind. Dafür ist die >100qm (Eigentums-)Wohnung in München leider nicht ausgelegt. Folglich bedarf es einer Expansion, die aufgrund der aktuellen Marklage, in ein kleines Reihenhaus zu 900.000 € münden würde. Angesichts double income wäre eine solche Investition realisierbar, jedoch sind da noch Grundsteuer, Makler, etc. zuzüglich späteren Elite-Kita-/Schulgebühren. Nach Abzug aller Kosten wäre dann der wöchentliche Lebensmitteleinkauf bei Aldi Pflicht, d.h. trotz Promotion und sechsstelligen Einkommen operiert man bei einem Lebensstandard, der weit unterhalb dem der Eltern läge. Und die hatten kein Abitur, ein (keine zwei !) fünfstelliges DM-Einkommen und kein Reihenhaus…. sondern ein freistehendes Haus mit großem Garten.

    Alternative? Die biologische Uhr der Gattin tickt, die Immo-Preise steigen…no way out.

    • Perfekt getroffen
      Exakt so ist es, exakt so selbst erlebt. Das ist München: Man ist stolz auf sein Einkommen, versteht sich als sozialer Aufsteiger, steckt mit seinem (Haushalts-) Einkommen im Vergleich zum Rest des Landes tief im 10. Dezil – und rätselt, wo man nun im Vergleich zum Leben der Eltern und Grosseltern falsch abgebogen ist.
      In kaum einer anderen Stadt ist der gelebte Unterschied zwischen Reich und Arm so gering wie in München. Der Gang zum Bioladen dient als letztes Distinktionsventil, um nicht den Verstand zu verlieren.

    • Titel eingeben
      Es kommt immer alles zum ungünstigsten Zeitpunkt. Hätte man mal früher…jaja, häd i, daad i, waar i…

    • Ja, das mit den Immobilien hat alle Anzeichen einer Vlase – allein, es betrifft ja nur ein paar Städte, in wittenberg und Duisburg kann man immer noch prima für kleines Geld wohnen, sofern man es verdient. aber wer münchen will, muss sich eben länger als anderswo machen. Man nennt daS Preis-Leistungsverhältnis.

    • Sparkasse
      Nope, Don, NIEMAND will nach, in oder um München.
      München ist die Sparkasse unter den Großstädten. Aber irgendeiner hat denen eingeredet, dass sie die gleichen Preise wie N.Y.C., London und Paris fordern können. In München geht keiner Abends weg, zum Einkaufen fährt man nach Stuttgart, Frankfurt oder direkt per Flieger in eine echte Big City.

      München hat wie Dublin, Luxembourg etc. vor einigen Jahren einfach allen großen deutschen Großkonzernen die Füße ganz feucht geküsst und eine Handvoll ist dann hingezogen. That’s it.

      Wenn die Dax Konzerne mal weg sind, dann werden die Münchener wieder CSU wählen und wieder Ziegen hüten.

      Bis dahin werden wir noch vielen Bauernkindern ihre erstklassigen SUVs und drittklassigen Bachelors finanzieren. Da die beides ansonsten im Leben wohl nicht mehr erreicht hätten, kann ich mir dass als caritativen Akt schönreden. Wäre dann aber auch nett, wenn man das steuerlich absetzen könnte.

      Whatever, wird Zeit wieder nach D-Dorf zurückzukehren.

    • Was ich so an Zuzüglern kenne, ist gern da und bleibt auch meistens dort, weil es eine sehr bequeme Stadt ist, trotz allem. Von Paris oder auch nur einer mittleren italienischen Stadt im Norden ist münchen mistens immer noch gut entfernt, und auf der anderen Seite hat es viel zu bieten. Namentlich Sauberkeit und Sicherheit, was mit dem Alter immer wichtiger wird. Ich finde die Preise also für Deutchland marktgerecht und international immer noch billig.

  3. -:)
    Etwas viel Rum in der Schokolade, aber trotzdem einfach köstlich!

  4. Sowas passiert sogar in Lüneburg
    In nicht mehr ganz so guten Straßen des roten Feldes werden dann Toskanabunker (Danke Don für das Wort) errichtet und als Lessing Residenz verkauft. Wir Eigentümer der letzten nicht abgerissen Jugendstilvillen geben dann das Flair und müssen uns die Architektensünden anschauen.

    Schönes Neues Jahr

    LS

  5. Titel eingeben
    Zu Nancy Mitfords Zeiten unterschied die bessere Gesellschaft zwischen „in“ und „out“. Mit Geld allein ist der Zugang zu den Ins nicht zu erkaufen, denn je mehr sich die Nouveau Riche anstrengt, zu den Ins zu gehören, desto outer werden sie. Der Absprung vom In zum Out ist kinderleicht und oft nur eine Sache von wenigen Minuten. Der steinige Pfad vom Out bergauf zum In hingegen ist schwer zu finden und führt durch das biblische Nadelöhr.

  6. Wie geht es weiter ?
    So viel Vergnügen die Lektüre ihrer Polemik macht, werter Gastgeber, es kommt ein Moment, wo das DejaLu-Gefühl die Spannung ein bisschen einbremst.

    Dass immer weniger Gewinner sich vor immer mehr immer sauerer werdenden Verlierern immer mehr fürchten, lässt sich kaum vertuschen, der ganze „Kultur- und Wertekonflikt“ ist eine Folge davon, dass man materielle Verteilungskonflikte gar nicht mehr begreifen kann.

    Auch ich möchte hier erneut Reklame für Gedanken machen, die der Züricher Finanzprofessor Marc Chesney nicht müde wird zu verbreiten; so wie es donna laura schon vor Weihnachten im „Rebellmarkt“ tat.

    So klar, wie Chesney formuliert, hat er zumindest eine klare Widerlegung kluger systemtreuer Wissenschaftler verdient. Dass das eher nicht stattfindet, lässt ahnen, dass Chesneys Zahlen für sich sprechen.

    http://www.responsiblefinance.ch/wp-content/uploads/2014/08/«Die-Bevölkerung-leidet-unter-einem-Finanzkrieg»-handelszeitung.ch_.pdf

    Wenn man sich vor Augen führt, dass die durchschnittliche Haltedauer von Aktien heute ca. 1 Minute beträgt, wo es 1940 fünf Jahre waren, dass nur noch ca 20% des Kreditvolumens des Finanzsektors für Unternehmensinvestitionen UND Privatkäufe aufgewendet werden, und ca. 80% für „Finanzinvestitionen“ – bleibt es meiner Meinung nach auch unvermeidlich, über irgendeine Form des Reset/Neutstarts des Systems nachzudenken.

    Auch kaum ein Wort in den Nachrichten, das Tsipras auf dem besten Weg ist, Ministerpräsident von Griechenland zu werden, und eine Behandlung seines Landes wie von Deutschland nach WWII zu fordern, inklusive Reparationen für diesen von Deutschland.

    Das übliche Gedöns der Linken von höheren Erbschafts- und Vermögenssteuern, dass jede Menge äusserst verständlichen Unwillen vorprogrammiert, klingt wie das Gezische des Krokodils im Kasperletheater – das als Rolle im grossen Finanztheater seine Aufgabe in der Abschaffung der potentiell revolutionärsten Schicht, des intellektuellen Bürgertums, gut lösen könnte, möglicherweise ziemlich effizient und mit eigenen Vorteilen entlohnt.

    Wie gut und mächtig man als „besitzloser“ Funktionsträger einer grossen Organisation sein kann, haben Bischöfe und KP-Würdenträger ziemlich ähnlich demonstriert. Die Palastbetten sind dann immer noch weich, und die frittierten Pfauenzungen lecker.

    Ein sehr viel spannenderer Gedanke ist eine Mikrosteuer auf alle elektronischen Zahlungen, die vor allem schnelle Spekulationen im Finanzkasino treffen würde – und ein kaum glaubliches gewaltiges Steueraufkommen generieren sollte.

    Wahrscheinlich aber nur, wenn so weitergezockt würde wie heute, was dann keinen Sinn mehr machen würde – aber eine Kehrtwende von Finanzwetten zu Finanzinvestitionen einleiten könnte.

    So wie die EZB-Unsummen angeblich zur „Wachstumsförderung“ dienen sollten, kommen sie einem eher vor wie „lebensrettende Bluttransfusionen“ in den Arm eines armen Unfallopfers, das von einem ICE überfahren wurde.

    Substantiell diskutieren, dass hat auf diesen Seiten oft ganz gut geklappt, und hoffentlich geht es in diesem Sinn hier weiter.

    Ein gutes Neues Jahr für alle!

    • Zum Thema Reset…
      Da gibt es bereits klar formulierte Ratschläge, zB von der UNCTAD oder auch von Norbert „die Renten sind sicher“ Blüm:

      > Wiedereinführung Trennbanken-System (Glass-Stiegel-Act), was nebenbei hieße: Keine Bankenrettung für Investment-Banken
      > Kein Zentralbank-Geld für Investment-Banken (nicht iSv Rettung sondern normale Kredite)
      > 100% Eigenkapitalquote für Finanz-Investitionen
      > Verbot von Nahrungs- und Währungsspekulationen

      Ich persönlich fordere bei der Gelegenheit immer einen weiteren Punkt: Separater Ausweis der Finanzwirtschaft in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Dann käme nämlich heraus, dass die Wirtschaft seit Jahren stagniert.

      Freunde in Spanien spüren das viel klarer als wir: Makro-Ökonomische Indikatoren gehen nach oben. Den Menschen geht es trotzdem schlechter. In Barcelona, immerhin ein wenig das München Spaniens nach dem „Ende“ der Krise die Zahl der Gäste öffentlichen Tafeln zugenommen. 2013-2014: Verdoppelt.

      Ein befreundeter Millionär lachte neulich eher bitter als erheitert über meinen Scherz, dass die Schere immer weiter aufginge… die Schere zwischen Reichen und Super-Reichen.

    • .
      diese meinung teile ich. vor allen dingen sollte es möglich sein, dass banken nicht mehr als too big to fail betrachtet werden, und es sollte möglich sein, dass sie tatsächlich wie ein ganz normales unternehmen auch in die pleite – als dem unternehmerischen risiko – gehen können.

      kaum etwas ist verheerender für die staatsbilanzen, als wenn mit dem geld der steuerzahler die makaberen und antiliberalen spiele von so genannten investmentbanken abgesichert werden und geld zu deren „rettung“ bereit gestellt wird.
      dort nämlich dürfte der hase im pfeffer liegen.

      ceterum, diese schere öffnet sich tatsächlich.


    • „die durchschnittliche Haltedauer von Aktien heute ca. 1 Minute beträgt“
      Lieber Great Artiste, das klingt schon knackig, zugegeben. Nur, wenn man es mal überschlägt, sollten tatsächlich solche durchschnittlichen Haltedauern zu Protokoll genommen worden sein, müssten alle, wirklich alle Aktienumsätze der Menschheitsgeschichte letzten Mittwoch stattgefunden haben. Dann würde es mit der Minute so ganz grob, Pi mal Daumen, als Durchschnitt hinkommen können.

    • Stimmt alles, aber nicht vergessen, dies ist erst der Anfang der Entwicklung...
      @artist, booster und donna laura

      Zunächst mal Danke für den Chesney, man freut sich ja, wenn auch Spezialisten mal dasselbe sagen wie man selber.

      Trotzdem kann ich das alles (wie üblich) nicht ganz so dramatisch sehen…
      Alle Vorschläge zur Banken/Finanzwelt Regulierung liegen bereits seit 2008 auf dem Tisch. Nun nennen sie mir bitte ein Land in dem sich die Betroffenen eine Regierung gewählt haben, dies eben diese Regulierungen auch durchsetzen wird.
      Und das obwohl der ganz normale Durchschnittssparer, also der, der nicht in Glockenbach-Edel-Suiten investiert, mittlerweile sogar Negativ-Zinsen auf sich zukommen sieht.
      Auch das wird nichts ändern, hierzulande muss man ZB sein Geld für mindestens 5 Jahre festanlegen, wenn man mehr als 0,1% haben will. Wird alles problemlos akzeptiert.

      Eure Merkel- und meine Abe-Regierung sind doch tatsächlich alternativlos. Natürlich nicht weil sie den einzig richtigen Weg gehen, sondern weil es, wegen der herrschenden Kombination von Medien, Politik und bürgerlicher Angst und Denkunfähigkeit tatsächlich keine Alternative gibt!

      Und @Don Alphonso

      Köstlich:

      “Manche wollen einfach nur den Marktwert wissen, und nicht verkaufen.“

      Haben Sie sie wenigstens im Gegenzug das Essen bezahlen lassen?

    • NATÜRLICH NICHT. Wir sind in Bayern und wissen, was sich gehört. Ganz ehrlich, meine eltern hätten mich enterbt, wenn ich es gesagt hätte, eine Frau zahlen zu lassen. Das war bis in die Zeit um 2000 herum undenkbar und auch heute geht das eigentlich gar nicht.

    • Titel eingeben
      „Ein sehr viel spannenderer Gedanke ist eine Mikrosteuer auf alle elektronischen Zahlungen, die vor allem schnelle Spekulationen im Finanzkasino treffen würde“

      So wie ich das sehe, agitiert der Don hier beharrlich für eine mindestens dreissigprozentige jährliche Vermögenssteuer , das müsste eigentlich mindestens genauso ergiebig sein.

  7. Wirklichkeit
    Finde auf dieser Seite incl. Antworten mehr Wirklichkeit/Realität denn in den vielen anderen Nachrichten.

    Feliz Año!

  8. ...and you will be Queen
    Der Witz an der ganzen Sache ist doch:

    Damals, als wir noch jung und wild waren, da hat man uns gesagt:

    Du lebst in einer der drei Top-Industrienationen auf diesem Planeten, Du bist jetzt schon ganz weit vorne. Und wenn Du Dich ganz doll anstrengst und ganz viel lernst, dann wirst Du Elite in dieser Wissensgesellschaft sein.

    Wir sind gerannt, mein Gott, sind wir gelaufen. Wir waren mit dem Abitur bei den Top 30% , mit dem Uni-Abschluss bei den Top 15% und mit der Promotion bei den Top 3% dieser Gesellschaft. Und immer und überall unter den Jahrgangsbesten. Wir haben uns bei den Big 4 und/oder Tier1/2 bis nach vorne durchgebissen und sitzen jetzt endlich in einem DAX 30 Managersessel.

    Und begreifen.

    Dass wir die Hasen waren.

    In diesem Spiel namens Kapitalismus.
    Bei dem die Igel wie Don und all die anderen Abkömmlinge des Bauernadels sitzend auf ihren Immobilien warten, um unserer Lebenseinkommen an sich zu reißen, damit all ihre Töchter und Söhne morgens in ihre Porsche SUVs zu ihren PrivatInternaten gleiten können, in denen ohne Einforderung irgendwelcher schulischer Leistungen Bildungsabschlüsse zuteilt werden.

    Was bedeutet schon Bildung im 21. Jhd.
    Was man wirklich braucht, das ist ein Stück Land. Mehr nicht.

    Danke Humboldt!

  9. Nun ja, aber....
    Stimmt schon, nur… Hat Sie irgendwer dazu gezwungen all diese Dinge zu tun?

    Bzw…. nun, da Sie dies alles verstanden haben, welche Konsequenzen haben Sie daraus gezogen?

    Lassen Sie mich raten… Keine?

    Ich finde es köstlich, dass ausgerechnet der Satz, der in der Schule am meisten verlacht wurde, der eigentlich wesentliche war.

    Nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir.
    Wer für die Karriere gelernt hat und sich an diese Weisheit geklammert hat, der steht dann manchmal schön blöd da.
    Wer hat Sie denn zur Karriere gezwungen, statt zu leben?

  10. ...run Forrest, run
    @Ross Dorn

    „Wer hat Sie denn zur Karriere gezwungen, statt zu leben.“

    Na, gezwungen ist so ein hartes Wort. Es ist ja nicht so, dass ich keine Wahl hatte, als ich langsam begriff, dass ich angesichts des zu erwartenden bescheidenen Erbes mein bis dahin verfolgter Lebensstil nicht in einen dauerhaften Zustand transformiert werde konnte, ohne dass ich mich einer ordentlichen Funktion in dieser Gesellschaft stellen müsste. Folglich kam dann auch für mich die Frage: Bandarbeiter, Karriere oder Trophy wife. Da letzteres bei mir genetisch bedingt durch die Figur „Trophy boy“ ersetzt werden müsste, ich jedoch aufgrund des bis dahin verfolgten Lebensstils keine ernsthaften Tendenzen in diese Richtung bemerkte, und auch die Rolle des Bandarbeiters wenig mit meiner Genetik korrespondierte (vulgo: handwerklich völlig unbedarft), so lief es letztlich nur auf das ewige Streben nach Macht und Geld hinaus.

    Unglücklicher Weise bemerkte ich an der Uni, dass diese Wahl nicht die der Minderheit war.
    Der Rest der Geschichte ist dann blutig und unangenehm, also der völlig normale Wahnsinn des deutschen Mittelschichtsengpass, den ich dem anwesenden Bauernadel, Trophy wifes und Erben ersparen möchte.

    Whatever, bitte nicht falsch verstehen, ich möchte kein Mitleid.
    Ich möchte nur ein freistehendes Haus in München oder bis ca. 20 KM um München herum. Und vielleicht noch ein kleines, feines Domizil in Cannes oder um Cannes herum. Man will ja leben…

  11. Wurden Sie in Berlin nicht "eingelassen"?
    Anders kann ich mir Ihre Verwendung der Orte „Berlin“ und „Bayern“ als Antonyme nicht erklären.

    Der letzte Skandal im Grunewald liegt mehr als 120 Jahre zurück; und die Zurückhaltung der westlichen und süd-westlichen Region ausserhalb des „Ringes“, ist so umfassend, dass es dieses Gebiet vielleicht gar nicht gibt.

    Immerhin: Sollte ich auf verborgene Hinweise sich anziehender Gegensätze, mit Hang zur Mesalliance, gestossen sein, so wurde ich ganz sicher fehlinterpretiert.

    • Ich habe da anderthalb Jahre gewohnt und habe dort erst glernt, Bayern wirklich zu schätzen, mit seiner Sauberkeit, der Sicherheit, der akzeptabel korrupten Politik und dem freundlichen Umgang der Menschen,

  12. wertschätzung
    Meinem Empfinden nach zählt für die Selbsteinschätzung der Frauen weniger die Meinung der Männer als die der Freundinnen und aller Frauen sonst. Wenn man so ab und an zu ihren Füssen liegt und zu verstehen gibt, wie erstaunt man ist, diese tolle Frau begleiten zu dürfen, dann sollte es nicht zur genaueren Einschätzung des Marktwertes kommen.
    Ja, man muss sie auch manchmal begleiten.

  13. Warum greift kein Politiker so naheliegende Gedanken auf?
    @booster: Ihr Gedanke, Finanz-BSP und Real-BSP getrennt auszuweisen, kam mir neu und gut vor – da würde die englische Statistik wahrscheinlich ganz besonders Eindrucksvoll ausfallen.

    Eine deutliche Vereinfachung der Verfasstheit „juristischer Personen“ wäre wahrscheinlich auch vorteilhaft, wenn Eigentum und Verfügungsmacht an Vermögen viel klarer zugeordnet werden sollte.
    Und wahrscheinlich unausweichlich, wenn man Investmentbanken von Geschäftsbanken überhaupt trennen wollte – sonst gibt es wieder irgendwelche verschachtelten Holdingstrukturen, in denen der selbe Klüngel wieder alle Strippen zieht.
    ABER: sehr dickes Brett…

    @goodnight: Ein sehr unterhaltsamer Schreibstil, der zeigt, dass Sie Ihre Entscheidung für Ihren Weg wohl sehr bewusst gewählt haben, mit einem Quentchen Neidgroll gegen die, die es finanziell leichter hatten.

    Piketty argumentiert ähnlich, und würde unseren Gastgeber und seine Kollegen als Freidenker am liebsten auch ans Hamsterrad fesseln.
    So wie der Reihenhausbesitzer sich leichter mit den Interessen der Familie Quandt solidarisisiert als ein Bewohner eines „besetzten“ Hauses, ist diese Form des Neides ein Stück logisch, aber letzlich nicht zielführend.

    Unterschiede hat es, wird es immer geben – und ich habe in meinen ganzen Lebensentscheidungen aus dem Privileg einer gewissen Absicherung ( man darf dann aber vor allem auch nicht übertreiben mit Konsum) immer die Pflicht abgeleitet, wirklich etwas sinnvolles, verantwortbares und glücklich machendes anzustreben. Ohne zu viel Eigenlob hat mich meine Situation sicher mehr zum Nachdenken gezwungen, als wenn ich die erste Planke einer möglicherweise rentablen Existenz im Ozean der Möglichkeiten ergriffen hätte, oder schlimmer, mir meinen Weg nach oben durch Abzocken von Menschen, die mir vertraut hätten, hätte bahnen müssen. Und mir dann alles schön reden hätte müssen.

    Es ist naheliegend, die Existenz des Erben abschaffen zu wollen, aber für die Selbstreflexion einer Gesellschaft hat der weniger korrumpierbare „Müssiggänger“ seinen Sinn – so wie sich der verantwortliche Unternehmer vom Spekulations-Hazardeur unterscheidet.
    Natürlich gibt es diesen provozierend dämlichen arroganten Reichen, aber das Problem ist mehr, dass sich der Neid des Golf-Fahrers vor allem gegen den Porsche-Käufer bündelt, und nicht gegen diejenigen, die im Finanzkasino unseren ganzen Wohlstand verspielen.

    Eine Währungsreform aus Panik oder ein Krieg aus Angst, dafür sonst keine Begründung zu finden, ist viel schlimmer als alle Landlust-Schnepfen und Schnepferiche in matt folierten SUV-Panzern.

    Und das ist die Hauptfrage, wo ich Ihnen, Tyler/Ross zustimme:

    Warum gibt es in dem ganzen Konglomerat aus Universitäten, Medien und Politik niemand, der qualifiziert über diese Regulierung des Finanzsektors debattiert?

    Ich lass mich ja auch gerne belehren, dass wir das Heroin nicht von heute auf morgen absetzen können, wenn man mir gute Gründe liefert – statt politische Statements wie der uralte Kalauer: nein, Kindchen, du hast keinen Wasserkopf ( Streichelbewegung wie über einen Monsterkürbis), da nimm einen Keks( so gross wie ein Kanaldeckel).

    Und es hat nichts besser gemacht, wenn man keinen, und nicht das geringste Übel gewählt hat.

    Besonders übel ist in dem Spiel eine Linke, die sich selbstgefällig in ihrer Rolle als Krododil des Kasperletheaters sonnt, aber nur Vorschläge macht, die vor allem den Motor unserer Realwirtschaft, die kleinen und mittleren Unternehmen, abwürgen würden. Weil die in ihrer Reichweite sind, während sich die ganzen Multis totlachen, und diese Möchtegern-Totengräber unserer produktiven Gesellschaft mit charmanten Empfängen bauchpinseln.

    Das dabei dann eine „Alternative“ fD, oder eine Front National grinsen, traurig, aber wahr.

    Das ist zumindest meine Ambition, hier die Möglichkeit zu nutzen, meine Gedanken in einem nicht völlig esoterischen Medium möglichst klar zu veröffentlichen, wofür ich unserem Gastgeber und seinem Verhandlungsgeschick doch sehr dankbar bin.

    Es müsste sich eine Allianz der Vernünftigen herauskristallisieren, mit den erforderlichen Insider-Kentnissen und Kompetenzen, die eine qualifizierte Diskussion über eine mögliche Sanierung unseres Finanz- und Politiksystems führen würde, gerne in der FAZ.

    Ich glaube nicht, dass alle Verantwortungsträger in Europa alternativlos Frau Merkel oder Herrn Draghi an den Lippen hängen – und gerade die klaren Statements z.B von Prof. Chesney, die es in die Top-Bücherverkaufsliste der Schweiz geschafft haben, sind ein ermutigendes Zeichen.

    Bevor irgendein Stellvertreter-Konfliktchen so aufgeblasen wird, dass es natürlich keine Alternativen zu Notverordnungen mehr gibt, wie 1914.
    Auch wenn das leider das menschlich naheliegendste Kapitel ist.

    • Lieber Artist,
      Es ist wie immer angenehm Ihren Gedankengaengen zu folgen. Aus Zeitgruenden nur ein paar kleine Einwuerfe als weitere Anregung:

      1.) Das mit dem BSP sollte doch nicht so schwer sein, wobei vermutlich die Definition einer „reinen“ Finanzanlage die Hauptproblematik waere. Im uebrigen schuettet booster aber das Kind mit dem Bade aus, bspw. wenn er fordert, Termingeschaefte auf Nahrung komplett zu unterbinden. Limitierungen (z.B. dass die Optionen nicht das reale Angebot uebersteigen duerfen) machen aber durchaus Sinn.

      2.) „juristische Personen“. Hier ist das kontinentaleuropaeische Civil Law dem Common Law offenbar ueberlegen. In Deutschland koennen Firmen zwar juristische Personen sein, diese haben aber nicht dieselben Grundrechte wie natuerliche Personen. Hier in den Staaten entfaellt diese Unterscheidung, was zu den absurdesten Entscheidungen des supreme court fuehrt (Thema: Krankenversicherung und Religionsfreiheit von Firmen).

      3.) Erben: Hatten wir ja schon ein paar mal. Einfach allen anderen verdienten und unverdienten Einkommensarten gleichstellen, und das Gerechtigkeitsproblem ist massiv verringert.

      4.) Neuordnung des Finanzsektors: Fachlich bin ich da voellig unqualifiziert, aber politisch denke ich, das steht und faellt mit den USA. Genau wie die Agenda 2010 nur von der SPD durchgebracht werden konnte, muessen wir wohl auf einen republikanischen Praesidenten warten, bevor eine ernstzunehmende Finanzreform moeglich (aber nicht unbedingt wahrscheinlich) wird. Bei dem sich momentan andeutenden Kandidatenfeld (Jeb Bush) ist aber Hilary vermutlich trotzdem die bessere Wahl fuer die Welt (und Amerika!).

    • ...
      5.) „diejenigen, die im Finanzkasino unseren ganzen Wohlstand verspielen“
      Ach, der Wohlstand ist doch dann nicht weg, der ist dann nur bei jemand anderem!

    • Allianz der Vernünftigen
      Vernunft und Einsicht sind eine heikle Angelegenheit. Meist dem zu Diensten, dem sie nützen, selten dort, wo Veränderung erforderlich wäre. Immer beklagt ab der zweiten Reihe der Macht und immer gefordert vom politischen Gegner.
      Es sollte in diesen Dingen doch ein anderer Weg gefunden werden, als den der vermeintlich höheren Vernunft. Verstehen Sie mich nicht falsch, Artiste, wir sind ja hier, wie sich das gehört für einen solchen Salon, im Wesentlichen alle d´Accord in der Erkenntnis der sochermaßen angesprochenen Probleme, aber das Vertrauen und Behaupten einer höheren Vernunftbegabung ist wohl die Sackgasse, in der wir stecken.
      MaW: eine Allianz der Vernunft wird uns mit den Problemen, die uns die Vernunft (z.B.) der Allianz eingebrockt hat, nicht helfen.

  14. Geschiedenentröstung
    Also, wenn Sie verehrter Don, ‚mal wieder eine frisch Geschiedene an der Hand haben, lassen Sie doch bitte früher von sich lesen als der Italiener schon untergegangen ist.

  15. Frohes...
    …neues Jahr!

  16. entwicklung
    ja diese entwicklung hat allerdings schon vor mind. 20-25 jahren begonnen

    und ist nicht schön aber auf diesem hype sind viele angesprungen

    habe meine matheabiturübungsfragen vor 31jahren in österr. dieser tage angesehen und was soll ich sagen hat damals schon alles darauf abgezielt so wie sich die situation heute darstellt

  17. Finanz BSP - Real BSP
    @the great artiste 28.12. correct solch dicke bretter müßten mal in die zange genommen werden sonst bleibt ja doch wieder alles beim alten

  18. "We want the world! And we want it?
    Now!“

    so evtl. der text zu, „eigentlich verlange ich ja gar nicht viel“, denn eigentlich bedeutete ja eigentlich grad immer genau das gegenteil vom gesagten?

    jim morrisson war halt in teilen evtl. so ähnlich. https://www.youtube.com/watch?v=qZk570Yud5M direkt vor dem aufschrei, sicherlich.

    waren halt so zeiten, da scharrten welche jungen mit den hufen in den startlöchern. und die väter und mütter wüssten es genau, eben darum.

    und keine welt für niemanden. „as a matter of fact, its all dark.“ das war dieselbe zeit, aber ein anderer text.

  19. What is the most resilient parasite?
    @The great Artiste

    Yep. Revolution! Münchener Stadvillen für alle..die es verdient haben.

    Nope. Um zu verstehen, warum diese „Weltkrise“ nicht zu lösen ist, muss man zwei Dinge über den Kapitalismus wissen:

    1. Kapitalismus ist nur ein Konstrukt.

    2. Der erste Satz ist falsch.

    Denn er betont mittels „nur“ die zu bezeichnende Seite und verdeckt so die unbezeichnete, und in diesem Fall wichtige Seite, der Unterscheidung.

    Denn ein Konstrukt ist eine Macht. Mächtiger als die Natur.

    Zweifel?

    Von 1933-1945 wurden zwischen 10-20 Millionen Menschenleben auf der Erde für den Konflikt mehrerer Konstrukte ausgelöscht.

    Übrigens hat da der Kapitalismus gesiegt.

    Und auch jetzt wird niemand in der Lage sein, den Kapitalismus zu bändigen. Dazu bedarf eines alternativen Konstrukts. Das dauert, wenn überhaupt eine Alternative nochmals am Horizont auftauchen sollte.

    Whatever, zurück zu meiner Eingangsforderung:

    Stadtvillen für alle..die es verdient haben.

    Wie sollte diese Zuteilung erfolgen? Mittels eines Königs? Einer Behörde? Die entscheidet, wer es „verdient“? Oder mittels Gewalt? Wie im Dschungel? Mittels Nationalität? Mittels Rasse? Mittels Religion?

    Oder doch eher mittels Geld?
    Denn Geld, dieses wundbare Ding ist völlig frei von Religion, Rasse, Nationalität, Gewalt, etc. Geld ist neutral. Und folglich für jeden zugänglich. Jeder kann reich werden. Geld ist Freiheit.

    Die einzig mögliche Freiheit.

    Das Wunder des Kapitalismus kann man beobachten, wenn ein armer protestantisch erzogener Arbeitersohn aus D-Dorf nur mittels Bildung in die Position gelangte, von der er aus darüber schimpfen kann, dass arme katholische Bauerntöchter aus München ihren armen afroamerikanischen Lover in L.A. mittels seinem schwer verdienten Geld finanzieren.

    Und dieses Wunder, geehrter great artiste, das wollen Sie jetzt beenden?

  20. "Denn ein Konstrukt ist eine Macht. Mächtiger als die Natur. "
    „Zweifel“?

    I bewahre – nur, was wenn Natur ebenfalls ein Konstrukt sein sollte?
    Remis oder Schachmatt?

    • .
      Im 19-ten Jahrhundert glaubte man, Gesellschaften seien einfach zu ändern. Im 21-en Jahrhundert hält man eher die Natur für veränderbar.

  21. Was ist gerecht?
    @T.I.M., Goodnight: Genau das ist die Diskussion, die eigentlich geführt werden müsste:
    Was wäre gerecht? Wieviel % Entscheidungsmacht braucht ein Einzel-Unternehmer, um innovativ und nachhaltig Firmenentscheidungen treffen zu können, bevor unsere Wirtschaft zur Gremienplanwirtschaft erstarrt?

    WENN man alle Erbschaften mit dem jährlichen Einkommensteuertarif belegen würde, hätte man in zwei Generationen fast jedes „normale“ Erbe vernichtet. Und damit wohl den grössten Anreiz einer nachhaltigen, generationenübergreifenden Vermögensplanung – ich glaube, es wäre wie Öl ins Feuer der Luxuskonsumgesellschaft, und ein noch schrecklicheres Hauen und Stechen um die Plätze auf den obersten Ästen. Nach uns die Sinflut.
    Immerhin, Goodnight, ihr Reihenhaus in München würde erschwinglich werden, wegen des Überangebots, aber wahrscheinlich könnten in keiner attraktiven Lage Kinder ihr Elternhaus behalten.

    Fängt man mit Ausnahmen an, so wie sich jetzt das Verfassungsgericht windet, kommt man in Teufels Küche.

    Aber die Frage ernsthaft diskutieren sollte man. Würde eine konfiskatorische Erbschaftssteuer nicht auch eine umfassende Finanzkontrolle ( z.B. Bargeld abschaffen) bedingen, die ohne den gläsernen Bürger nicht funktionieren könnte?

    Würde die Abschaffung der oberen Mittelschicht zugunsten einer ausgeweiteten politischen oder gewerkschaftlichen Funktionärsverwaltung eine glücklichere Gesellschaft produzieren ?

    Ich denke, so wie wir keine Ameisen sind, ist ein gewisses Moment des Schicksals, dass jeder unterschiedliche Karten in die Hand bekommt, fast die humanste Selektionsmöglichkeit – wenn wir den gesellschaftlichen Reichtum nach Verdiensten oder Behinderungen verteilen würden, ich glaube, es käme eine Orwellsche Horrorgesellschaft heraus, in der sich jeder ungerecht behandelt fühlen würde, ausser vielleicht einer neuen Hyperkaste der zu dieser Verteilung berechtigten Feudalherren, wo sich die Katze endgültig in den Schwanz beisst.

    Was wir aber begrenzen müssten, ist die Macht einiger weniger, in dem wir Spielregeln definieren, dass ein einzelner, eine kleine Gruppe nicht genauso zuviel exzessive Macht in die Hand bekommt, um das andere Extrem zur Planwirtschaft zu etablieren, was wir landläufig als Lobbykratie bezeichnen würden und das sehr ähnliche Entscheidungstrukturen wie das „aufgeklärte organisierte Verbrechen“ aufweist.

    Hier ist massiver Reflexions- und Diskussionsbedarf dringend notwendig.
    Und hier sehe ich den Sinn, hier mit zu schreiben, um in einer Gesellschaft mit einer noch recht weitgehenden Pressefreiheit noch nonkonforme, disputierbare Gedanken in die Öffentlichkeit zu bringen.

    Erstmal zu begreifen, wo wir wirklich stehen, und dann eine Demokratie entwickeln, die eine nachhaltige, freie und leidlich gerecht abgesicherte Lebensplanung ermöglicht.
    Und dafür müssen wir den Finanzleviathan zähmen, bevor er uns frisst.

    Und wenn bezüglich der Eigentumszuordenbarkeit Unterschiede in USA und Europa bestehen, wäre das doch ein optimaler Anlass, über zu mehr Transparenz führende Angleichungen zu diskutieren.

    Nicht dass eine mittelgrosse Spezialpumpenfabrik in Familienhand bleiben kann, ist eine Katastrophe, sondern dass jenseits aller Gewaltenteilung übergreifende Kompetenzen in Personalverflechtung bestehen, die gleichzeitig politische, betriebswirtschaftlich profitorientierte und volkswirtschaftlich verantwortliche Entscheidungen treffen können.

  22. Ist doch nicht so schlimm.
    Dezeit turnen in den kleinen dummen Städten wie BB, IN und DEG noch fürstlich bezahlte Haustarif- und AT- Mitarbeiter herum. Die bauen sich mit +/- 35 noch ihr Häuschen, wobei das immer häufiger an die Bank zurückfällt, weil das dinks-Prinzip nicht mehr durchzuhalten ist, Stichwort Lebensabschnittpartner. Die Abschnitte werden kürzer. Die nächste Generation bekommt dann halt nur noch den Leiharbeitsvertrag, gern auch in 80facher Verlängerung. Die baut keine Häuser mehr, denn die bekommt gar keine Finanzierung. Diese Generation ist aber noch ruhig, denn sie erbt das EFH der Eltern. Wenn sich dafür in der Folgegeneration noch Käufer finden. Wenn dann das EFH verfressen worden ist, um nach dem AT-Rauswurf mit Sozialplan nicht auf H4 gestuft zu werden (die Finanzierung des Bachelors von Sohne- oder Tochtermatz kann man da ja nicht in Anrechnung bringen), stellt sich heraus: es ist nichts mehr übrig. Die Enkel sind jetzt schon fröhlich, nicht geboren zu sein, damit werden ihnen die Zuzahlungen zu Pflegestufe 2 erspart.

  23. Titel eingeben
    Das tragische am Fleischmarkt ist ja, dass manche sich jahrelang in dem Irrtum wiegen, immer noch das Filetstück zu sein, was sie – vielleicht – mal waren, während tatsächlich aber eher die Einordnung als, ahem, „dry aged beef“ naheliegt, welches teuer und nicht jedermanns Geschmack zugänglich ist. Vor allem unter den Herren häufig vorkommend ist auch das Würstchen (verzeihen Sie bitte die fleischlastige Wortwahl). Die Zeit ist eben unerbittlich, und auch die geschickteste Strategie, sich als Versorger zu präsentieren, und sei es mit Hilfe eines VIP-Plattenbaus – so falsch ist der Begriff ja nicht – spricht nicht jeden und vor allem jede an.

    Was die beschriebene Immobilie angeht – nun, für viele Menschen ist einer der stärksten Motivatoren die Verheißung des gesellschaftlichen Aufstiegs. Die Erhöhung der eigenen Bedeutung. Was manchmal aufs tragischste verbunden ist mit dem Irrtum, dass dadurch ein einfacherer Zugang zu Sex möglich sei. Und so eine Immobilie, die kokettiert damit. Aufstieg = Status, und ach so einfach gegen ein bisschen Geld zu bekommen. Was für die jungen Haffenlohers dieser Welt. Die von allem das Preisschild kennen, und es mit dem zu zahlenden Preis und, schlimmer noch, dem Wert gleichsetzen.

    Die Lenbachgärten, die Nymphenburger Höfe sind frühere und größere Denkmäler dieser Begehrlichkeit, bei der „Exklusiv“ stets mit „c“ und dafür häufig geschrieben wird. Und was ist draus geworden? Öde langweilige Wohnblöcke, deren Fassaden nur wenige Jahre nach Errichtung schon grau und langweilig und renovierungsbedürftig aussehen. Bewohnt vor allem von Singles und DINKS, weil die meisten Eltern vernünftig genug sind, diese Einöde ihren Kindern nicht zuzumuten.

    Das ist es nur noch eine Randnotiz der Geschichte, dass man vor knapp 10 Jahren im Focus lesen konnte, dass derjenige, der seinen Namen für die „Wir müssen leider draußen bleiben“ Gesetze gab, den Weg zum Sex ohne Umweg über die Münchener Immobilie ging: „Gebauer, wo bleiben die Weiber?“. Wie schnell wird das vergessen.

  24. kapital
    habe gerade im nebenblog die wunderschönen brokatstoffe gesehen und wissen sie wo das problem ist heute ist das kapital in einem kleinen mobile wo hin und hergewischt wird aber nichts fürs auge wo schönes anregendes zu sehen sein soll (man wird zwangsverstumpfsinnigt)

    lassen sie mal alle sozialhilfe oder hartzIVer einen bibliotheksausweis anschaffen und sich in bücher vertiefen und wenns erst nur mal zum bilder gucken ist aber es öffnet die eingefahrenen gehirnmauern einzubrechen

    und was wollen sie dann mit so abgestumpften die nur hin und herwischen auf ihrem mobile? ja die halten dann vielleicht einen ausbildungsberuf schon nicht mehr stand also sie müssen zuerst die menschen für das schöne gewinnen können kriegsbilder gibts ja die ganze zeit ergo auch all die hassbildenden foren im internet

    so zum schluß noch ein schöner spruch den ich heute las:
    kapital läßt sich beschaffen, fabriken kann man bauen, menschen muß
    man gewinnen. hans christoph von rohr dt. industriemanager

  25. Bauwut
    Zunächst, schade um das „Little Italy“, wenn ich mich recht erinnere hieß es so. Während meiner Münchner Jahre war einer meiner kirchlichen Freunde (erwähnte ich schon dass wir stramm katholisch sind?) im Pfarrhaus von St. Maximilian, einer neo-romanisch irischen Bausünde des 19.Jh, ein Stückchen weiter wohnhaft. Er zelebrierte dann auch dort zuweilen sonntags oder Abendmessen unter der Woche. Nach getaner Arbeit gingen wir dann zum Italiener, wo ein Chefober mit verkniffenem Gesicht unter souveräner Ignoranz der Karte einen Menü-Vorschlag unterbreitete, der dann von uns tapfer abgegessen wurde.
    Aber lecker war es….
    Was dagegen solche City- Appartements angeht, wo man aus dem Fenster fast zur Auer Dult springen kann und ins Museum und in ein up market drängendes Szeneviertel – nunja, wer da kauft soll auch ruhig überteuert zahlen.
    Allen treuen Mitlesern und -Kommentatoren/Innen ein gutes Jahr 2015.

  26. threefivesix
    Kann’s kaum erwarten bis zum nächsten Bankencrash, dass man in München wieder in Ruhe Ziegen hüten darf. Ein paar Reiche stören dann ja gar nicht.

  27. Völlig O.T. - Eintausendeinhunderteinundachtzig!
    DAS war doch mal eine Hausnummer vor nicht ganz einem Jahr.
    Im Parallelblog.
    .
    Eintausendeinhunderteinundachtzig Kommentare
    in grenzenloser Freiheit ohne diese zu missbrauchen.
    .
    Freie Zeit, selten, wenn man noch im Hamsterrad seine Runden dreht,
    hatte ich und habe sie alle nochmals gelesen.
    .
    Das Thema war Aufschrei
    und nachdem die Kommentatoren pflichtbewusst Einiges dazu schrieben
    mäanderten die Kommentare
    von Gender zu Kindsmissbrauch,
    von Eliteschulen zu Pornografie,
    von Oper zu Penetration,
    von Kommune 1 zu Schamgrenze,
    von Perversion zu Christus,
    von Macht zu Verachtung,
    von Viktorianischer Doppelmoral zu Tröten,
    von Feministinnen zu Huren,
    von wohlwollendem Sexismus zu Fahradketten,
    von Arbeitspapier zu Homosexualität,
    von Weltbild zu Dorfsau,
    von Schmierigkeit zu Kuschelecke,
    von Workstation zu Muskelkrämpfen,
    von Spitzenkorsagen zu Alices schwarzem Wunderland,
    von Twittercamps zu Hormonsklaven,
    von Genitalverstümmelung zur Matriarchats-Theorie,
    von Sexualität, Sinnlicheit und Erotik zu Kampf den Schwanzträgern,
    von freiwilligem Ableben zu Endstation Würmer,
    von dampfenden Haufen schlechtes Gewissen zu purem Sadismus,
    von Hitlers Kampf zu Analverkehr,
    von Machtmissbrauch zu Sterilisation,
    von Grenzauslotung zum Künstler, der Brote malt,
    von Fußfessel zu Hetärenwesen,
    von Veronika der Schlachthöfe zu heiligen Kühen,
    von Blümchen$€x mit Damen gesetzteren Alters zum Volksaufklärer
    und bei der Zahl 1000 von grünen Witwen zu Schwenkwandkoffern.
    Großes Kino war das.
    .
    Vielen lieben Dank dem Don für die Möglichkeit.
    .
    Dank auch an alle Kommentatoren,
    ich habe mich köstlich amüsiert mit Ihnen.
    .
    An Folkher für die Erdverbundenheit mit Caterpillar,
    an Thorsten (der Adler) Haupts für Fakten, Fakten, Fakten,
    an Colorcraze für die Erkenntnis, dass Punks auch Zwiebelkuchen können,
    an Spaccato für die Transformierung zum Comic,
    an Kinky So für schräge Parallelen,
    an Filou für die Banalität des Profanen am Wasserbüdchen,
    an Drückermichel für’s Übernrandschreiben,
    an C. von Egern für vertraute Momente,
    an Sambossa für Seelenverwandtschaft bei Musik,
    an Fünfermeier für jeden, aber auch wirklich jeden Standpunkt,
    an Fritz für seine Zurückhaltung,
    an melursus für Honig im Kopf,
    an Berthold für Kirchenansichten,
    an Vroni (Kater Moritz) für wohltemperierten Privilegienmuschiquatsch,
    an Jacques fur nordlichterliche Gelassenheit,
    an Tyler Durden Volland für die Erwähnung der Blödheit der Massen,
    an Hern Weiß für’s Schwarzsehen,
    an hansgeier für gespielte Entrüstung,
    an Donna Laura für den Knicks mit errötenden Goldlöckchen im Keller,
    an deirfiur dafür, dass Borsten nicht nur an Schweinen zu finden sind,
    an The Great Artiste, dass Flugzeuge keine Entfesselungskünstler sind,
    an greenbowlerhat für Petra Pan,
    an Pascha50 für mitternächtlichen Sophismus beim Sepplwirt,
    an Dreamtimer für Libertins mit Doppelleben und Clubmitgliedschaft,
    an Tiger fürs Namedropping,
    an T.I.M für den Blick über den Teich,
    an Gux für Statistik,
    an Savall für seine Belesenheit,
    an AchWas fur nett bebilderte Reime,
    an Muskat für die Inselliebe
    und an KarolaKettenhemd für Oldtimer in England.
    .
    Die Reihenfolge war willkürlich und sollte ich jemanden vergessen haben
    war keine Absicht dabei.
    .
    Hach, war dat schöööön.
    .
    Jetz isset en bissken drüch,
    do fellt de nötije Unernst.
    .
    Allen Kommentatoren und dem Don wünsche ich ein gesundes erfolgreiches neues Jahr.
    .
    http://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2014/01/29/kein-anschluss-unter-diesem-aufschrei/comment-page-1/#comment-25276

    • Nur Mediensegler haben den Überblick...
      …und schaffen es humorvoll-mühelos, die ganze bunte, schrille, kluge, vorwitzige, in- und extrovertierte, blitzgescheite, bedächtige, progressiv und reaktionäre, libidinös und liberale. depressive und überschwängliche Salongesellschaft an der Hand zu nehmen und jedem einzelnen Zahnrädchen ein gutes neues Jahr zu wünschen.

      Dafür ganz herzlichen Dank, lieber Mediensegler.

      Ab 1. August beginnt die große Pensionistenfreiheit, die ich mit einer gemächlichen Deutschlandreise auf meinem neuen Yamaha Tricycle 125 ccm ( ab April mit ABS )beginnen werde. Außer Scheckkarte, Jeans T-shirts und tomtom Rider Navi nichts und niemand dabei, dem ich irgenwie Rechenschaft schuldig wäre.

      Ich glaube, mich dunkelschön an ein Kommentar-OT erinnern zu können, dass Sie sich auch auf die in greifbare Nähe gerückte Rente freuen. Wenn Sie Ihre Berufstätigkeit resp. Firma dann nicht mehr durch Anonymität schützen müssen, könnte sich im kleinen Kölner Kneipen Kreis ja u.U. ein geselliger Abend ergeben….

      Ein gesundes, glückliches neues Jahr 2015
      an alle Salonisten im Allgemeinen und an Sie im Besonderen!

      pascha50

    • Lieber Pascha, danke für die Blumen,
      ich dachte, es wäre mal notwendig
      an diese grenzenlose Freiheit
      unter den Umständen hier und jetzt
      zu erinnern.
      .
      Mit der Anonymität haben Sie natürlich recht,
      was der Kater lebt (in Bezug auf Firma)
      wäre für mich keine Option.
      Strenge Trennung von Privat und Beruf präferiere ich.
      Bei mir dauert es bis zum imaginären Trike
      (in meinem Fall dann eher Yacht) noch 3,5 Jahre.
      Bin so ein Ding aber schon mal gefahren.
      Mit einem selbstgebastelten Kindersitz.
      Aber das ist eine andere Geschichte.
      Sollte man im August
      hier immer noch kommentieren,
      könnte man in Kölner Kneipen
      sehr wohl ein Schwätzchen halten.
      Oder an der Schleuse von Lemmer.
      Da kommt man auch mit dem Trike hin.
      (Grins)

  28. jahresrückblichzusammenfassung
    @mediensegler 31.12 17:57 besser kann man einen jahresrückblick gar nicht hinkriegen so fängt das neue jahr gleich gut an

    allen hier kommentierenden dem Don und der Faz ein gutes erfolgreiches und gesundes neues jahr (ggg) 2015

  29. Reality is merely an illusion, albeit a very persistent one. (A.E.)
    @ein kleines fragezeichen

    „I bewahre – nur, was wenn Natur ebenfalls ein Konstrukt sein sollte?
    Remis oder Schachmatt?“

    Remi! „Natur“ ist letztlich auch nur ein Konstrukt, in der Beobachtung. Nur erfordert auch der Konstruktivismus einen Beginn, d.h. eine Entität. Und Natur ist hier der gewählte Platzhalter. Folglich ist Natur in diesem Sinne Realität und damit ein Konstrukt nur in Ermangelung eines direkten Zugangs. Hingegen ist der Zugang zum Kapitalismus vollständig gegeben, und genau deswegen ist er gerade nicht Entität.
    Oder vulgo:
    Wir haben den Kapitalismus erschaffen. Nicht die Natur.

  30. Bitte versteht die Absicht
    Danke, dass die soziologische Analyse hier nachgeliefert wird, auf höchstem Germanistenniveau! Die Absicht, Käufer abzuschrecken, vollzieht sich dann am besten, wenn der Landmillionär nach München reinfahrt und Sachen über ein Objekt lesen muss, die ihm gerade nicht passen. Wenn man einem bauernschlauen Anleger oder Aufsteigerfuzzi dagegen sagt, wer und was sie sind, fühlen sie sich noch geschmeichelt und bleiben dran.

  31. Pingback: Neunnachneun | Ansichten aus dem Millionendorf

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