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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Grundsicherung des Luxus gegen soziale Elemente

| 57 Lesermeinungen

Genau genommen ist aber ein Arbeiter, der Kloaken auspumpt, um die Menschen vor gesundheitsgefährdenden Miasmen zu schützen, ein sehr nützliches Glied der Gesellschaft.
August Bebel

Wohnen darf nicht zu einem Luxusgut werden, sagt der Justizminister Heiko Maas und deshalb, unter anderem, kommt es jetzt zu einer Mietpreisbremse.

In den Bundesländern, die mitmachen.

Berlin macht das, aus Bayern ward noch nichts vernommen, und man darf davon ausgehen, dass es für das jeweilige Verhalten gute Gründe gibt. Während Berlin sofort den Vermietern an die Gurgel geht, lief das beispielsweise in München anders: Dort wurden Mietspiegel, auf dem das Gesetz basiert, noch flugs ein paar höchstpreisige Sonderzonen ausgewiesen, wo das Wohnen doch noch Luxus sein darf. Also ich weiss ja nicht, wer woanders etwas gekauft hat, aber uns muss das hier nicht dauern.

maasa

Falls aber jemals eine Bayerische Staatsregierung auf die Idee käme, die Freiheit der Besitzenden dem Sozialismus der Mieter zu opfern, ist für unsereins mit den beträchtlichen Steigerungen der letzten Jahre erst mal trefflich gesorgt. Bis das Land das tut und die Kommunen sich dann einfügen – das Verfahren ist komplex und manche Städte haben gar keinen Mietspiegel – läuft noch viel frisches Bergwasser die Isar hinunter. An der Isar ist auch das schöne Bad Tölz und das wiederum sind dann die Lagen, in die die kleinen, aber nicht minder gierigen Spekulanten erst einmal ausweichen: Kommunen ohne Mietspiegel, aber mit einem Regime der Besitzenden und Mietern, die keine Alternative haben. Man nennt das den „Münchner Süden“ und sollte nun jemand in Berlin beim Steigern Probleme bekommen, so sei es eben. Traurig ist, wer dort in Erwartung steigender Einnahmen zu viel fremdfinanziert hat – aber das ist gar nicht unser Problem, und darauf will ich auch gar nicht hinaus.

Nein, ich würde gern noch einmal auf den Herrn Justizminister zurückkommen, der den Mietern sagt, Wohnen dürfe kein Luxusgut werden. Ich finde das bemerkenswert in einer Partei, deren Vorsitzender für das TTIP kämpft, als wollte er bei der nächsten Wahl wie eine Mischung aus FDP und griechischen Sozialdemokraten aussehen. Was hat man uns in Sachen Edathy seitens der SPD nicht alles zugemutet. Und dann stellt sich doch einer hin und sagt es knallhart, wie es ist: Wohnen darf kein Luxusgut werden.

maasb

Das kann man wirklich nur zu Mietern sagen, die finden das schick, wenn alles so bleibt, wie es ist: Mitunter teuer, mit hohen Nebenkosten. Aber wenigstens verlangsamt sich jetzt, so hoffen sie, der Anstieg der Mieten, wenn beim nächsten Umzug lediglich für Omas alten Schrank vierstellige Abschlagszahlungen fällig werden, sofern sich denn andere Mieter überhaupt aus ihrem sozialistischen Wohlfühlparadies herausbewegen. Ein etwaiger Wohnluxus für Mieter, das kommt in der Welt der SPD überhaupt nicht vor: Indirekt sagt die SPD damit, dass das, was Mieter jetzt haben, ihnen auch reichen sollte. Keine höheren Kosten, keine grösseren Räume, keine hübscheren Fliessen im Bad, alles wird eingefroren, und damit hat man zufrieden zu sein, wie im real existierenden Sozialismus. Ich jedoch meinte mich düster erinnern zu können, dass Sozialismus dereinst das Versprechen war, dass es zur Sonne und zur Freiheit ginge, statt in die immer gleichen Mietkasernen mit steuerlich geförderter Photovoltaik.

Aber es ist wie so oft: Was der besitzlosen Masse genügt, sieht man am anderen Ende der sozialen Nahrungs- und Vermietungskette gründlich anders. Natürlich ist Wohnen Luxus. Der eigene Garten ist Luxus und der Gärtner ist Luxus und die neue Küche ist Luxus und die junge Dame aus Osteuropa, die die Arbeitsfläche aus Granit poliert, ist auch Luxus. Ein kleiner Luxus zumindest, obwohl, eigentlich könnte sie auch mal wieder das alte Messing polieren. Es ist ein Luxus, für immer bleiben zu können und es ist ein Luxus, jederzeit in die Zweitimmobilie zu reisen. Mehrere deshalb meist ungenutzte Autostellplätze sind ein Luxus und all die Bäder, Fenster und nach Gemälden schreienden Wände sind es auch. Die ganze doppelte Haushaltsführung ist Luxus, purer Luxus, und deshalb macht man es auch. Heute hat man nichts dagegen, wenn andere das zumindest ahnen, früher inszenierte man das sogar überdeutlich mit Stuck, Kronleuchtern, Mätressen und Feuerwerk.

maasc

Weil das so überdeutlich ein Luxus war, zogen früher aber auch mitunter unzufriedene Massen zu den Palästen und brandschatzen sie. Gerne hätten sie auch so gelebt, wütend waren sie und heisser als die Flammen loderte ihr Hass: So war das früher und dafür liessen sie sich bisweilen auch von den Bütteln des Staates verfolgen und einsperren. Heute hören sie sich an, dass ihr Wohnen nun mal kein Luxus werden soll, sind damit zufrieden, und dann schalten sie um zur Sendung mit dem Bachelor oder der Frau vom Laufsteg. Nein, Luxus ist das natürlich nicht, das nennt man dann vermutlich soziale Grundsicherung. Grundsicherung vor sozialen Elementen. Dabei bin ich mir eigentlich recht sicher, dass niemand bei uns Herrn Maas dafür bezahlt hat, den anderen unmissverständlich mitzuteilen, dass sie bittschön alle Hoffnung fahren lassen sollen. Nur am Wochenende dürfen sie dann auch fahren, nämlich dorthin, wo die anderen wohnen, wo es schön ist und ein Luxus.

Das geht gar nicht anders, die Plätze an der Sonne sind bekanntermassen begrenzt, und dass man in Europa die Banken rettet und der Staat dafür auch die Rekordeinnahmen aus der Steuer braucht – das ist nun mal so. Recht viel mehr ist in dieser schwierigen Gesamtkonstellation nicht drin, es reicht gerade noch zu etwas Bestrafung der Immobilienbesitzer. Alles andere neben dem Mindestlohn wäre wohl ein nicht finanzierbarer Luxus. Gerne würde ich an dieser Stelle anmerken, dass die Ausgabe von Vergünstigungen an das gemeine Volk meistens damit verknüpft war, dass man danach die Steuer keinesfalls in den Palästen, sehr wohl aber in den Hütten erhob, aber vielleicht täusche ich mich auch, und historisches Fachwissen ist ohnehin Luxus in unserer schnelllebigen Zeit. Oder erinnert sich noch jemand an die Umfragen zum Vermögen der Europäer, bei denen die Deutschen wegen der hohen Mietquote mitten in der Krise besonders schlecht abschnitten? Da schaute man noch dumm aus der Wäsche.

maasd

Na also. Die weise Regierung wird Mittel und Wege finden, auch andere Formen des Luxus für Nichtbesitzende angesichts neuer, teurer Unternehmungen für obsolet zu erklären, und wenn der Kassenpatient im Wartezimmer mit Grippe und Masern beseucht wird, könnte ihm vielleicht dämmern, wo die Reise hingeht – nicht dorthin jedenfalls, wo der Arzt später seine Schritte hin wendet. Aber da sind zum Glück auch die Magazine des Lesezirkels, und da kann man nachlesen, wo sich die letzte Bachelorette nackt mit ihrem luxuriösen Körper zeigte.

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57 Lesermeinungen

  1. Bremsen
    am besten sollte die aktuelle bundesregierung eine bremse für alles erlassen, nicht nur mietpreise, auch bremsen für die urlaubspreise, die preise von BMW und Mercedes, die preise für das iphone oder für den hamburger….oder für das bald bei hartzIV eingerechnete viagra…………..das hatten wir in deutschland ja auch schon alles von 1945 bis 1990, mit dem ergebnis, dass es dann fast garnichts mehr gab…………wir können das evtl. ja auch in venezuela studieren, seit den preisbremsen dort sind die läden leer.
    und herr maas: der wahre preistreiber, weil kostentreiber im wohnungsneubau, bei modernisierung, bei den nebenkosten, bei der müllgebühr und beim strom ist wer ? oder was soll (nur ein beispiel) das im musterland baden-württemberg, der zwangsfahrradständer für wohnhäuser, in denen gar keine radfahrer wohnen?
    merke: wenn der staat durch verfehlte eingriffe märkte sabotiert, dann reiht sich eine reparatur an die andere……wem fällt hier nicht die energiewende ein, ein fass ohne boden. wieviel sozialstationen, krankenhäuser, arztpraxen, krebsforschung oder entwicklungshilfe hätten wir davon schon finanzieren können ?

    • Dummerweise...
      Der Vergleich hinkt etwas – dummerweise MUSS man halt wohnen, während man nicht BMW fahren oder in Urlaub fliegen muss. Daher gibt es ohnehin keinen echten Markt, da der Konsument ja zur Abnahme irgendeiner (Wohn-) Ware gezwungen ist, ob nun am Tegernsee oder in Rüsselsheim. Also wird da die Mietpreisbremse nicht viel kaputt machen, was den Markt angeht.

  2. Da gerate ich doch in grenzenloses Staunen:
    Sie kennen die Inhalte aktueller Lesezirkelmagazine aus Kassenarztpraxen? Nochmal: Kassenarztpraxen??? Sic(k) transit…

    • Haha, nein, es ist anders, wir haben natürlich einen Arzt in der Familie, aber durch den erfährt man halt so einiges. Übrigens ein alteingesessener dorfarzt, der noch Hausbesuche macht und sich beschwert, dass alle zu ihm kommen, nur die eigene Familie kommt erst beim Totenschein.

      „Es ist von selbst gekommen und wird von selbst wieder gehen“ ist hier bis zum bösartigen Tumor der normale Umgang mit Erkrankung.

    • Aha, deswegen hat der also die Zeit übrig, um diese Hefte nach
      Bacheloretten zu durchforsten, schmunzel…

    • Ihre Familie verhält sich subversiv
      wo kämen wir hin wenn das alle täten!!!!

  3. Titel eingeben
    Danke Django

    Wohnungen werden nur gebaut oder gepflegt, wenn der Besitzer etwas davon hat.

  4. Genau genommen...
    …sind aber die Kloaken, die den Arbeiter auspumpen, die den
    Menschen von Gesundheit bringender Humanität abhalten,
    ihn um-(Vernunftbildung)-bringen, sehr unnütze, weil „Mass“-lose
    Rechthaberei-Miasmen, Glieder der Gesellschaft.

    Gruß
    W.H

  5. Nivellierung
    Die deutsche Sozialdemokratie aktueller Prägung ist erst dann zufrieden, wenn die Lebensverhältnisse aller Bürger (Finanzen, Bildung, Wohnsituation) auf das durchschnittliche Niveau der Stammwählerschaft nivelliert ist. Das war nicht immer so. Damals konnte man die SPD noch wählen.

    • ...
      Vor was haben Sie Angst??

    • SPD
      lieber eine schlechte Presse als gar keine.

    • @ Lehmann - Angst ?
      Wie kommen sie auf Angst ? Es gibt keinen Zusammenhang zum Beitrag Nivellierung. Nichts ist dummer und unangebrachter als der in der Politik weit verbreitete Satz: „wir müssen auf die Ängste der Bürger eingehen“.

  6. Re: Bremsen
    Leider ist es genau so …

  7. Titel eingeben
    Am unteren und oberen Ende erkennt man eine Gesellschaft. Als Hartzler ist man heute zu einer Art Tierkäfig verdammt. Keiner, der in einer richtigen Wohnung wohnt, kann sich vorstellen, was für ein reduziertes, deprimierendes Dasein das Hausen in einem einzelnen Zimmer seelisch ist. Es ist die bloße Unterbringung, das blanke Dasein.

    So schauen wir staunend, dass die reichste Gesellschaft aller Zeiten immernoch die Probleme von Armut und Deklassierung kennt.

    • Männerasyl
      Wo Tränen fließen, kann nichts entstehn, wer schaffen will, muss fröhlich sein.

    • Froh zu sein bedarf es wenig
      Herr Kolberg, kommen Sie nach Berlin!
      >Bibliotheken: Zeitungen, Filme, Bücher … alles für lau.
      (Gemütliche Sessel für ein Nickerchen jibbet auch da)
      Plaudern in Gesellschaft z.B in Kirchencafes: Tee: 70 cent.
      Lunchkonzert in der Philharmonie, Dienstags 13 Uhr: Eintritt frei.
      Jahreskarte für Museen: ab 25.00 €
      Morgens tüchtig schwimmen: 10-15 Uhr ermäßigt 2.00 €
      Alternative:
      Sie werfen ihren Pass weg und
      beantragen Asyl in … Griechenland.

    • Titel eingeben
      Ja klar. Die Leute sind alle in ihrer armseligen Bude eingesperrt! Was spricht denn dagegen sich ehrenamtlich zu engagieren oder Sport zu treiben? In die Bibliothek zu gehen, sich zu bilden? Die Nutzung ist in unserer Stadt für ALGII Empfänger kostenlos. So habe ich es auch gemacht und bin Hartz IV entkommen. Man muss nicht den ganzen Tag vor der Glotze sitzen.
      Hartz IV dient der Grundsicherung und ein bisschen Eigeninitiatve sollte man erwarten können.

    • Herr Kolberg, besser wärs, Sie zügelten in die Schweiz ...
      … da zahlen Sie für Ihre als deprimierend empfundenen -von der deutschen Arbeitsbevölkerung für Sie kostenlos bereitgestellten- Wohnverhältnisse etwa 1.500 bis 2.000 Euro im Monat. Da Sie sicher Ihr „Grundrecht auf uneingeschränkte Mobilität“ gegenüber dem „Amt“ bereits durchgesetzt haben, kämen für den obligatorischen Autostellplatz weitere 150 bis 250 Euro im Monat dazu.
      .
      Hier sind dennoch alle gut gelaunt und ich hoffe, Sie sind es nach diesem Perspektivwechsel nun auch wieder.

    • Einzimmerwohnung
      Ich fand ein Ein-Zimmerapartment eigentlich prima als ich es in meiner Jugend gekauft hatte, und noch besser als ich dann nach einigen Jahren auszog und es vermietete.
      Vielleicht lag das aber daran, dass ich nichts vom Staat erwartete, nie etwas angenommen habe, und moeglichst wenig mit dem ganzen Verein zu tun haben will.

  8. Abraham Lincoln, Zitat:
    Man hlft Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können….
    Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt.
    Ihr werdet den Armen nicht helfen, in dem ihr die Reichen ausmerzt.

    • Liebe Fr. Scharf-Frauer
      Abraham Lincoln bezieht sich auf reich an Geist und arm an Geist.
      Bildungsausgleich mittels Hilfe zur Selbsthilfe.
      So lese ich A.L.
      Was Sie hier publizieren ist, unkritisch eine inhumane
      Schieflage, die sich als reich und arm bezogen auf Sachwerte
      zu erkennen gibt, als human? vernünftig zu erklären.
      So kann A.L. nicht abgeleitet werden.
      Den geistig armen ist nicht geholfen, wenn es keine geistig reichen mehr gibt; weil dann Bildungsmangel pur herrscht.
      Wie human und geistig reich ist eine Gesellschaft die
      soziale Unterschiede zuläßt?
      Schon die Existenz von Sozialunterschied zeugt von Inhumanität
      und humanem Vernunftmangel.
      Und nur so ist auch Ihr inhumanes Denken, bezogen auf das A.L. Zitat,
      zu erklären.

      Gruß
      W.H.

    • Erfolgsmodell
      Wie recht Abraham hatte, sieht man bis heute am gelungenen Sozialgefüge seines gottgefälligen Landes und am sorglos-heiteren Leben, das sogar die wenigen verbliebenen Underdogs dort führen (alles Faulpelze ohne Eigenverantwortung). Deshalb dulden die USA auch weltweit keine Abweichungen von ihrem Erfolgsmodell. Notfalls zwingen sie fremde Staaten und Völker zu ihrem Glück. Pure Philantropie, Sie verstehen?

  9. Die Metropolen
    scheinen Ansammlungen eigentumsloser Mieter, die wohl vor sich selbst (Vertragsfreiheit) geschützt werden müssen, zu sein. Wer will in solch einer Gesellschaft schon wohnen?

  10. Schlechte Lage
    Leute, Eure Tagesgeld-Euros werden gerade an den Finanzmärkten massakriert und Ihr redet über Mieten?
    Bitte, kauft Euch doch wenigstens eine ETW in schlechter Lage oder 10 Münchener Rück- Akten oder einen mageren Acker in der Uckermark.
    Die sind auch in 20 J. noch da.
    Aber ihr werdets nicht tun, es ist zum Verzweifeln.

    • ...
      Eine wahre Aussage… oder ein paar erstklassige Fremdwährungsanleihen, und etwas Gold (aber nicht alles in Gold, eher 5 bis 10%).
      Aber es stimmt leider: „Ihr werdets nicht tun!“

    • doch tun:
      früher hiess es: liebe vergeht, hektar besteht, HEUTE: euro vergeht, hektar besteht. ja, wir erleben die LIRAisierung des euros. wer hätte bei dem personal, dem frau dr. merkel übrigens explizit zugestimmt hat, je etwas anderes erwartet.

    • Kaufen?
      und von welchem Geld???

    • Oder wie die Schweizer
      Zinseln nicht zügeln.

    • Titel eingeben
      Das nützt aber auch nur etwas, wenn die Wohnung in schlechter Lage in 20 Jahren irgendeinen Wert hat oder man sie selbst bewohnt…
      Wer wirklich an den großen totalen Zusammenbruch glaubt, der möge sich auf ein Leben in Subsistenz vorbereiten – was bei den meisten Menschen vor allem den Ausbau der eigenen Fähigkeiten bedeuten dürfte, neben ein paar Quadratmetern gutem Ackerboden in erreichbarer Nähe zum Eigenheim. Insofern sind die entvölkerteren Regionen dieses Landes durchaus eine gute Option (viel Land und Wohnraum für’s vorhandene Geld zu haben), nur muss zum Acker eben immer auch die Unterkunft gehören.
      Ausbau der Fähigkeiten kostet aber neben Geld primär Zeit, und das ist der (heute) eigentlich teure/komplizierte Teil der Rechnung.

      Wenn Geld nichts mehr Wert ist, sind auch Fähigkeiten eine gute Tauschware, denn sie sind reproduzierbar! Es müssen natürlich Fähigkeiten sein, die nach einem Zusammenbruch auch nachgefragt werden…

  11. Ganz tiefer "Chapeau"
    … nur für den Titel !

  12. Wer wird denn bremsen wollen, wo doch die EZB versucht ...
    … so richtig Gas zu geben.
    .
    Allein es wird nix nützen, weil das Geld nur bei denen ankommt, die eh schon genug haben und daher auch nicht mehr ausgeben werden, bloss weil das Millionendepot täglich um 10.000 EUR steigt.
    .
    fugazi, fugazi …

  13. Titel eingeben
    klar muss man die Stützen erst einmal lesen lernen.
    was indes bekümmern könnte wären puttoumkränzte nachbemerkungen ex kathedra.

  14. Sozialismus und mehr
    Die SPD taumelt im Umfragetief inhaltslos zwischen Neoliberalismus und DDR 2.0 hin und her und hinterläßt teure Schäden.

  15. Wer versucht, einen Angebotsmangel oder eine Übernachfrage mit Preisregulierung
    zu bekämpfen, ist entweder ein Idiot oder Sozialist. Die beiden Worte sind synonym.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Wie bezeichnet man
      die zahlreichen Versuche Preise bei Überangebot durch Lagerhaltung und
      Auschalten der Konkurrenz ( Sanktionen) zu stützen?

    • Titel eingeben
      Interessant. Ich hätte Sie jetzt nicht als Sozialisten eingestuft. Aber vielleicht gilt ja auch, dass zwar jeder Sozialist per definitionem ein Idiot ist, wie Sie mit so überzeugenden Argumenten dargelegt haben, aber nicht jeder Idiot auch ein Sozialist. Dann würden Sie wahrscheinlich als konservativer Idiot durchgehen.
      Ein Idiot+Sozialist

    • Idioten ?
      Man kann die Haltungen von Sozialisten ablehnen, ohne sie für Idioten halten zu müssen. Haltungen können auf Unwissen, fehlgeleitete Ideale etc. zurückgehen. Die SPD und eine erheblicher Teil der bundesweiten Wählerschaft wird allerdings niemals verstehen, dass Preisregulierung Angebotsmangel oder Übernachfrage nicht bekämpfen kann. Sie wird als Aufgabe des „Nanny State“ verstanden, den sich viele wünschen.

    • @Aristius: Das hätte ich jetzt nicht erwartet. Dass Sie ernsthaft annehmen, Preisregulierung
      sei a) möglich und b) würde auch nur irgend etwas an einem Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage korrigieren. Bitte herzlich um Entschuldigung :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Akzeptiert. Übrigens sind Sie doch Popper-Anhänger. Müsste da nicht ein gelungenes Beispiel für Preisregulierung Ihr gesamtes System zusammenstürzen lassen? Beschäftigen Sie sich mal ein bisschen mit Diokletians Preisedikt (etwas tiefer als Wikipedia-Niveau), Sie werden staunen.

    • @aristius: Danke, leider habe ich zu dem Thema ein inzwischen auch bei google
      Books verfügbares Fachbuch im Schrank:
      http://mises.org/library/forty-centuries-wage-and-price-controls-how-not-fight-inflation

      Und (surprise, surprise) die Preis- und Lohnkontrollen Diokletians wurden angesetzt, weil Preise und Löhne wegen mit Geldprägen (also Inflation), finanzierter öffentlicher Grossprogramme ausser Kontrolle gerieten. Die Folgen sind in dem Buch auch beschrieben – es wurde die 100%ig vorhersehbare ökonomische Katastrophe und letztlich musste das Edikt deshalb aufgehoben werden.

      Been there, done that. Schaue gerade mit ingrimmigem „Vergnügen“ zu, wie ein immens ölreiches Land (Venezuelea) durch Sozialisten ruiniert wird. Die brauchen dafür nicht mal mehr eine Generation. Die Menschen dort tun mir allerdings wirklich leid.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  16. Wohnen kein Luxusgut ?
    Warum nicht. Erfüllen Sie sich Ihren Wunsch….

    Ich verkaufe Ihnen mein Haus in der Schweiz / Tessin

    Privat ohen jegliche Provision

    http://schweiz-immobilie.com/

    B.Klingenberger

  17. Fruchtfolge
    Wenn der kloakenpumpende Malocher den ueberwiegenden Teil seines Einkommens fuer ein noch so lausiges Dach ueber dem Kopf ausgeben muss – dann wird alles zur Kloake.

    Nicht alle koennen den Mythos der Metaller mit viel geld fuer angeblich harte Arbeit am Leben erhalten.

    Bauen ist vermeidbar teuer, am schlimmsten ist der Grund auf dem alles steht. Welche Leistung steht hinter dem richtigen Los im Katasteramt fuer die Fruchtfolge Weizen, Kartoffeln, Bauplatz.

    Die ‚richtigen‘ Baugebiete auszuweisen war immer ein Grund in die Kommunalpolitik einzugreifen.

  18. Titel eingeben
    Das Qualitätskommentariat hier schient sich ja einig zu sein, dass die Massnahmen unseres linksradikalen Justizministers direkt in die sozialistische Zwangswirtschaft führen, und wer bin ich schon, mit solch erlauchten Geistern zu streiten. Eines möchte ich aber zu bedenken geben: solche Vorschläge wird es immer geben, solange bolschewistische Populisten wie dieser Maas glauben können, damit bei den nächsten Wahlen belohnt zu werden.
    Eine grundlegende Änderung des Wahlrechts scheint mir hier angebracht. Es sollten nicht einzelne Stimmen gezählt werden (es ist ein Unding, dass unwissende Habenichtse ebensoviel zählen sollen wie die brillanten Köpfe, die hier kommentieren), sondern vielmehr Wohnviertel. Dann pferchen wir den Pöbel in Vierteln wie Nordweststadt (in Ffm) oder Altona (in Hamburg) zusammen und haben dann immer satte Mehrheiten für die Gebildeten und Wissenden.
    Der Quatsch mit der Gleichwertigkeit der Stimmen stammt übrigens aus Griechenland, wo Kleisthenes das mit der Phylenordnung so hingebogen hat, und man sieht ja, was daraus geworden ist.

  19. reiche Erfahrung
    in Berlin gab es bis etwa vor 30 Jahren streng regulierte Mieten. Die galten aber nur für Vermieter. War man Mieter, durfte man ein Zimmer durchaus zum Preis der ganzen Wohnung untervermieten. Und das wurde auch häufig gemacht. Alte Witwen mit 5- Zimmerwohnungen hätten zwar Steuern zahlen müssen für ihre Nebeneinnahmen, aber üblich war das nicht. Was blühte, war das Abstandsunwesen. Da wurden für eine 4 Zimmerwohnung vom Altmieter dem Neumieter schon mal 40 TDM abverlangt, für Teppichböden und Gardinen und häßliche Tapeten. Dafür ließ er dann auch alles Gerümpel zurück, das er nicht mehr haben wollte. Neubau gab es fast nur im sozialen Wohnungsbau, obwohl die Neubaumieten auch damals frei waren. Aber gerade die Gutverdiener konnten sich ja die Abstandszahlungen und Schmiergelder leisten- warum hätten sie eine teure Miete zahlen sollen? Die Eigentümer hatten natürlich kein Geld für Instandhaltung- dafür mussten sie sich dann beschimpfen lassen, sie ließen die Häuser verkommen. Ich hatte wirklich gehofft, diese Zeiten seien ein für alle Mal vorbei. Jetz versucht man wieder, ein bereits knappes Produkt durch Absenken der Preise noch knapper zu machen, indem man die Zahl derer erhöht, die es sich leisten können und also auch nachfragen. Darfs nicht noch ein Quadratmeterchen mehr sein? Kostet nicht viel, greifen Sie zu…..

    • danke
      Herr Plöger, besser kann man es nicht ausdrücken

    • Schwarz-Rot-Rot-Grüne Wirtschaftslogik
      Das Gleiche soll damals im so genannten Ostblock allgemein üblich gewesen sein. Hier im deutschen Westblock nannte die Regierungskoalitionspartei FDP die CDU/CSU „Herz-Jesu-Sozialisten“, und nicht einmal hinter vorgehaltener Hand.

  20. Ost-westlicher Iwan
    Wie sieht den Europa aus amerikanisch-jüdischer Ostküsten-Perspektive aus?
    Nun, es kann seine Juden nicht vor Neonazis und Moslems bewahren.

    Es kuschelt mit dem Putin- Faschismus. Es kratzbuckelt vor dem Islam.
    Es kann seine Grenzen nicht vor illegaler Einwanderung schützen.

    Naja, vielleicht hat es ja Lust auf Ferguson-ähnliche Verhältnisse .
    Und erst diese Deutschen, diese gedankenumwölkten Gefühlsidioten, die nie mitspielen, aber kostenlosen Atomschutz beanspruchen.

    Einfach zum Verrücktwerden.

  21. Tja
    Jede gesellschaftliche Schicht hat ihr „Pegida“

  22. weltfremd-fremde Welten

    Es gibt mehrere Welten und nach dem überfliegen der Leserbriefe überlege ich, was man davon zu halten hat, wenn die eine Welt über die andere berichtet, ohne das geringste mit ihr zu tun zu haben.
    Die Unterschiede in der Lebenswelt eines Immobilienbesitzers, eines Asylsuchenden ohne Whg.,bspw. einer geringverdienenden Friseuse und letztendlich, wie in der ´Zeit´ beschrieben- eines ausgebeuteten Kochs, sind zu gross.
    Defizite in Zeitverfügbarkeit, liquiden Mitteln, ggf. Gesundheit o. Whg,-Grundversorgung machen alle sozialen o. analytischen Ansätze zur
    realitätsfremden Heuchelei.
    Kurz die Einkommens/Vermögensunterschiede sind zu gross geworden.
    Mit dem vollkommenen Markt mag die Gesellschaft ihre Pufferzonen verloren haben.

    • Traurig aber wahr
      Keine Pufferzonen mehr- Nicht falsch beobachtet. Nicht umsonst kann man als Intellektueller in Frankreich wie Houellebecq schreiben, dass Aufklärung und Humanismus am Ende sind.

      Eine rationale Lösung der aktuellen Weltkrise scheint illusionär – und wir Netzlurche ereifern uns bei „Deus exM“ über ein schwachsinniges Video, wo ein Rüpel eine Frau tritt und glaubt, das sei lustig.

      Wenn eine italienische Autorin ( Name im Moment vergessen, aber Gugln sie da mal) für Verhandlungen mit dem IS plädiert – weil es ein völlig anderes Weltkonzept bedeutet – und auf der anderen Seite eine entschlossene UN-Armee gegen die „Terrormiliz“ plausibel schiene, sehen wir deutlich, wie verfahren dieser eine Konflikt ist.

      Von Griechenland mal ganz schweigen. Von der Billion Anleihekäufen. Ukraine. Mittelmeer-Flüchtlinge.

      Der Gedanke an die Spätphase des Römischen Reiches scheint nicht abwegig – auch wenn wir umso mehr Bedarf hätten an politischen Meinungsführern, die mehr als ihre Partei/Partikular/Oligarch/Lobby-Interessen im Blickwinkel hätten und qualifiziert genug wären, diese gebetsmühlenartig vorgetragenen Positionen zu relativieren.

      Aber so wie die Jahre 350 n.Chr. bis fast 1800 nicht unbedingt vor Fortschrittlichkeit platzten, weil beten besser war als denken – ist es nicht unmöglich, dass uns so ein Zeitalter wieder bevorsteht, wenn der Tsunami des Systemkollapses über uns hinweg gezogen sein sollte.

  23. Klasse! Danke!
    Gabriel und Obama sind leider der Abgesang aufs Alte, vermutlich lider ja. Nicht sind sie Neues oder Reform. Mit ihnen erst geht dann ein Zeit zu Ende, und dann kommt Neues, anderes, frischer Wind, Paradigmenwechsel, Zeitenwende, @. (Und lohnt jetzt alles noch kein Mitmachen, lohnt schon nicht mehr?)

    Toller Text, so sehr dicht bei sich selbst, den wahren Gefühlen und der ganz einfach ausgedrueckten Ehrlichkeit.

  24. Spiegel, 'Fünf Tipps zur Onlinebuchung', auch jedes Wort wahr,
    allerdings zwei Tickets für 46 Euro, nicht nur eines. ‚Wer nicht vorauslebt, den bestraft das gestern.‘

  25. Titel eingeben
    Sehr aufsässig, Sir, sehr aufsässig …

  26. Nicht bremsen , sondern nehmen
    Mietpreisbremsen muss man dann machen, wenn man sich von den Besitzenden nichts zu nehmen traut, um öffentlichen Wohnungsbau zu finanzieren. Gerade eine adäquate Substanzsteuer wie die Erbschaftssteuer wäre da nicht das schlechteste.

    Dann brauchts auch keine Mietpreisbremse. Deal?

  27. OH, GEEEE ...
    WHAT THE F _ _ K IS?
    .
    The greece minister of silly talkings is a complete waste of time (and money).

  28. Ja
    Ist denn der Hank zum Vollhorst geronnen?

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