Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der diskrete Charme von Betreuungsgeld und Korruption

| 82 Lesermeinungen

They sentenced me to 20 years of boredom for trying to change the system from within
Leonard Cohen, First we take Manhatten

Ich fahre langsam. Es ist ohnehin zu spät, denn die Bayerische Oberland Bahn BOB ist schon auf dem Weg nach München, und diejenige, die sie noch erreichen wollte, ist eine viel zu angenehme Beifahrerin, als dass man schnell irgendwo ankommen und sie abliefern will. Ganz langsam sind wir am Achensee vorbei nach Tirol gefahren, lange sassen wir in der Geisterburg und haben selbstgemachte Limonade getrunken, lange standen wir in der Totenkapelle in Hall, und ich habe die Ikonographie der Metzen und Sünderinnen im späten Mittelalter erklärt, deren Brüste üppig und deren Kleider bunt sind.

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Wenn die kommende Verdammnis schon ewig währt, warum sollte man sich im Diesseits abhetzen, denke ich mir und rolle ganz langsam den Gasteig hinauf, wo das Tegernseer Tal in die sonnenverwöhnte Hochebene der Oberlandes übergeht, und die geschäftstüchtigen Menschen mit Angeboten locken. Die Fremdenzimmer sind belegt, kündet ein Schild, es gibt Entenbraten, und das italienische Einrichtungsgeschäft hat schöne Kinderkissen. Beim Eisenwarenladen denke ich daran, dass ich eine neue Giesskanne für meinen Steingarten beschaffen muss, aus Metall mit Messingaufsatz. Vorne rechts würde dann der Goldschmied kommen, der die schönen Trauringe macht, und links das Stoffgeschäft, bei dem ich noch Vorhänge für mein Schlafzimmer nähen lassen möchte. Man bekommt hier alles, was man als normaler Mensch braucht, und wenn die Beifahrerin nun eine Mutter wäre, die gerade erst Kinder bekommen hat, würde ich sie vielleicht auf die Villa links auf dem Hügel hinweisen, in der unser Kindergarten ist.

Aber die Begleiterin ist keine Mutter von Kleinkindern, und sie sieht in diesem Moment auch nicht all die Schönheit und den Überfluss des normalen Lebens, sondern ein Schild der bayerischen Staatspartei. Dort wird das Thema Einbruchssicherheit angekündigt, über das die Partei mit ihren Untertanen reden will. Pfffh, macht die Beifahrerin, sieht dabei klug und reizend aus, und sie hat nicht unrecht: Verglichen mit anderen Regionen des Landes passiert hier wirklich wenig. Trotzdem ist das ein Thema, und wir haben deshalb im Haus letzthin ein neues Türschloss bekommen: Nach acht Uhr Abends wird abgesperrt. Auch meine Silberkannen auf der Terrasse wurden schon moniert: Da könnte jemand beim Betrachten auf die Idee kommen, hier – in der wohlhabensten Region des ganzen Landes – würden vielleicht sogar nicht ganz arme Leute leben, und dann einbrechen. „Pfffh“ sagt hier niemand mehr. Die Angst geht um im Tal und auch in der kleinen, dummen Stadt an der Donau und überall, wo die Leute eigentlich nur in Ruhe smaragdgrünes Wasser und gute Einkommen geniessen wollen.

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„Wenn das alles ist, womit ihr hier Probleme habt…“, wird mir dann von normalen Stadtbewohnern oft gesagt, und „das sind doch nur Luxussorgen.“ Ein wenig sind solche Einwürfe die jugendliche Abwandlung der Beschwerden der Altvorderen, man habe keinen Krieg miterlebt und wüsste gar nicht, was wirklich schlechte Zeiten bedeuteten. Das ist natürlich alles zutreffend, ändert aber nichts daran, dass man wirklich keine Einbrecher in der Wohnung haben will, und froh ist, dass jemand die Sorgen ernst nimmt. Und ähnlich ist das auch mit dem heute vom Verfassungsgericht gekippten Betreuungsgeld: Natürlich sagen mir Alleinerziehende in den Städten, dass das für sie keine Option ist, sondern angesichts ihrer realen Probleme eher eine Beleidigung. Und wenn sie feministisch sind, schieben sie oft noch das Schimpfwort „Herdprämie“ nach, das natürlich nicht sexistisch ist, weil es von der richtigen Seite kommt und dem Fortschritte der Civilisation dient. Und dass die CSU damit ein ganz bestimmtes Familien- und Rollenbild zementieren will: Das des allein verdienenden Mannes und der Frau, die durch die Familie in Abhängigkeit gehalten wird, und nicht ausbrechen kann.

Auch da haben sie nicht unrecht. Es ist halt nur so: Hier bei uns gibt es viele junge Familien. Über Förderprogramme, die sich wirklich sehen lassen können, über Kauf oder Erbschaften kommen sie an Immobilien. Dann unterschätzen sie vielleicht noch etwas die Anforderungen, die die Kombination von Kind und Berufsleben so mit sich bringen. Und obendrein bietet der Arbeitgeber eines Partners an, dass er auch in Teilzeit von daheim aus arbeiten kann. Für solche Familien ist das Betreuungsgeld durchaus von Vorteil, weil bei so einer Konstruktion die Probleme der Koordination von KiTa, beruflichem Pendeln und nötiger Flexibilität wegfallen. Für einen roadsterfahrenden, kinderlosen Single wie mich ist es egal, ob es hier im Oberland einen Schneesturm gibt, bei dem man das Haus nicht verlassen kann, oder ob die oben erwähnte BOB zwei Wochen wegen umgefallener Bäume langsame Busse einsetzt. Für Eltern, die in München arbeiten und deren KiTa pünktlich schliesst, ist das übel. Bei uns sind die KiTas zwar auch auf solche Fälle eingestellt, aber Kinder bringen Eltern oft dazu, den von Linken ansonsten als kapitalistische Ausbeutung verdammten Beruf nicht mehr in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen.

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Das kleine Problem nun ist, dass sozial bewegte und zu diesem Thema schreibende Journalist_Innen eher selten zu dieser Gruppe heimatverbundener, traditionell lebender und dann auch noch Immobilien besitzender Umlandbewohner in Bayern gehören. Wen immer ich aus dieser Gruppe kenne, der hat im Gegenteil beruflich keine Sorgen, aber ein gutes Einkommen und mehr Interesse am nächsten Konzert von La Brass Banda denn am neuen Buch vom Unterschichtenidol Laurie Penny. Ja, ich darf Twitter sogar entnehmen, dass besonders derbe Äusserungen gegen das Betreuungsgeld von eben jenen kommen, die gar keine Kinder haben, um sie in die KiTa zu bringen und dort zu entdecken, dass der bundesweite Ausbau zu einem massiven Qualitäts- und Personalproblem geführt hat. Oder dass viele KiTas wiederum kirchliche Träger haben und die schon den Kleinsten die Geschichte vom Weihnachtsmann und dem lieben Herrn Jesus Christus erzählen. Auch wissen sie wenig von den dort verteilten Bakterien oder den generellen Problemen der Grossküchen.

Kurz, die Debatte um die KiTa als angebliches Allheilmittel der frühen Nachwuchssorgen wird durch den ideologisch bedingten Kampf um das Betreuungsgeld verhindert. Es darf einfach nicht sein, dass die Ostblock-Idee KiTa nicht jedem besser gefällt als das, was die CSU als mögliche, zwangsfreie Alternative durchgesetzt hat. Beide Eltern haben dem System des Kapitalismus umfassend zur Verfügung zu stehen, damit die Frauen auch wirklich gleichberechtigt sind. Und wenn das Kind in der KiTa ist und die Eltern Vollzeit arbeiten, gibt es auch keinen Grund mehr für Geranien am Fenster: Es ist eh keiner daheim. Da braucht auch keiner einen grossen Garten. Blocks für alle tun es auch, wenn man daheim ohnehin nur schläft. Wer dennoch nur die Kinder in den Mittelpunkt des Lebens stellt und sich der KiTa und ihrer Ideologie verweigert, soll den Aufwand haben, und bekommt nichts. Das betrifft übrigens nicht nur die Millionäre am See, sondern leider, leider auch eine meiner sozial nicht privilegierten Bäckereiverkäuferinnen an der Mangfall, die mit Beruf, Kind, Oma und Betreuungsgeld bislang ganz gut durchkam. Und durchkommen wird, wenn die CSU hier ihre Ankündigung wahr macht und das Projekt auf eigene Rechnung durchzieht.

betreud

Pfffh, höre ich da viele in den Städten sagen, wo die Grossmutter hunderte Kilometer entfernt und die KiTa gegenüber ist, und wo Mütter froh sind, wenn sie nach drei Monaten wieder eine Figur haben, mit der sie auf der Sonnenstrasse flanieren können, und sich alle anderen Optionen offen halten. Die wählen dann die Grünen, weil die als einzige konsequent legal Drogen abgeben wollen, in einer ansonsten ganz anders eingestellten Republik, die ständig die anderen, die Falschen, die Reaktionären wählt: Die Politiker, die Betreuungsgeld zahlen, trotzdem eine Villa für die Kinder reservieren, auf Gemeindegrund Familienförderung betreiben und angesichts von steigenden Einbruchszahlen Tafeln an die Strassen stellen. Es ist wirklich unglaublich, unfassbar, unerklärlich, warum diese Leute hier nicht begreifen, was gut für sie, den sozialen Wohnungsbaublock, Kreuzberg, moderne Rollenbilder und Laurie Penny ist. Statt dessen schulen sie hier alle Kinder in Dirndl und Lederhosen ein, gehen geschlossen wählen und lassen sich vom Betreuungsgeld bestechen.

Ja, sogar das Eis hier ist noch nicht mal vegan, lactosefrei und zuckerreduziert – und solche verantwortungslosen Leute werden das Land mit ihrer Entscheidung noch auf Jahrzehnte unter der schwarzen Knute halten. Pfffh, sagen sie, haben aus ihrer Sichtweise recht und feiern dann die lichten Momente, in denen sie vor dem Verfassungsgericht gewinnen, bevor sie wieder von der Finsternis umfangen werden, die sie niemals begreifen können oder wollen.

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82 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Nur als kleine Ergänzung: die Ent-bindung kleinster Kinder und Betreuung selbst durch engagierte HALLELUJAH SONGTEXT

    Now I’ve heard there was a secret chord
    That David played, and it pleased the Lord
    But you dont really care for music, do you?
    It goes like this, the fourth, the fifth
    The minor falls, the major lifts
    The baffled king composing Hallelujah

    Hallelujah, Hallelujah
    Hallelujah, Hallelujah

    Your faith was strong but you needed proof
    You saw her bathing on the roof
    Her beauty and the moonlight overthrew her
    She tied you to a kitchen chair
    She broke your throne, and she cut your hair
    And from your lips she drew the Hallelujah

    Hallelujah, Hallelujah
    Hallelujah, Hallelujah

    Maybe I’ve been here before
    I know this room, I’ve walked this floor
    I used to live alone before I knew you
    I’ve seen your flag on the marble arch
    love is not a victory march
    Its a cold and its a broken Hallelujah

    Hallelujah, Hallelujah
    Hallelujah, Hallelujah

    You say I took the Name in vain
    I dont even know the Name
    But if I did, well really, what’s it to you?
    There’s a blaze of light in every word
    It doesnt matter which you heard
    The holy or the broken Hallelujah

    Hallelujah, Hallelujah
    Hallelujah, Hallelujah

    I did my best, but it wasnt much
    I couldn’t feel, so I tried to touch
    I’ve told the truth, I didnt come to fool you
    And even though it all went wrong
    I’ll stand before the Lord of song
    With nothing on my tongue but Hallelujah

    Hallelujah, Hallelujah
    Hallelujah, Hallelujah

    Hallelujah…

    • Titel eingeben
      gesamte Songtexte sollte man nie posten, wenn man bzgl. Urheberrecht sicher gehen will.

  2. Wohlstand.und Frauenerwerbsarbeit
    Werter DA, wollen Sie wirklich
    unseren Wohlstand – „Wir sind
    ein reiches Land“ -sabotieren.
    ausländische Investoren
    abschrecken, indem Sie das
    zu kapitalisierende weibl.
    Erwerbspotenzial schmälern.

    Außer den Afrikanern kann sich das niemand leisten.

  3. Also das mit dem Betreuungsgeld ist ja so…
    [Nur meine persönliche, unmaßgebliche Meinung…]

    Die beste Ehefrau von allen hat sich mit fachfremder Ausbildung und ohne Studium qua Leistung zur stellvertretenden Markteting-Chefin emporgearbeitet. Das erste Kind kam mitten in eine nahezu prekär zu nennende Zeit: Sie hatte nur einen Zeitvertrag. Das ist jetzt eine Zeit her und ohne die Kita um die Ecke hätte sie es beruflich nie dahin geschafft, wo sie jetzt steht, schaltet und waltet.

    Warum führe ich das aus? Weil es nämlich sein kann, dass auch eine Frau Spaß am Beruf hat, Spaß daran gut zu sein. Wenn jetzt in einer Beziehung (oder, ogottogottogott: Ehe) zwei Leute Spaß an ihrem Beruf haben… dann, ja dann ist eine Kita um die Ecke, mit freien Plätzen ein Segen.

    Auch wenn es anders ebenfalls ginge.

    Wenn ich jetzt also meinen Standpunkt nehme: Dann ist Investition in Kitas durchaus sinnvoll. Und dasBetreuungsgeld kommt dort nicht an.

    Was ich hingegen unabhängig von Stand und finanziellem Vermögen der jeweiligen Familien konstatieren kann: Kinder erziehen sich am besten durch andere Kinder. Dieses Überbehüten von den kleinen Parasiten bringt nix. Im Dreck spielen. Raus gehen. Von Kevin auf die Fresse kriegen und zur Revanche ein Bein stellen. Lernen, sich durchzusetzen. So wird man groß. Nicht daheim am Rockzipfel der Frau Mama.
    Hinzu kommt: Die Muttis, die lange daheim bleiben haben, in meinem (zugegeben begrenzten) Bekanntkreis alle einen Hau wech von der ständigen Bemutterung. Die drehen sich immer nur um das Kind und fallen irgendwann als interessanter Gesprächspartner aus. Auch doof.

    • Es ist ja nicht so, dass die Kita-Situation in Bayern schlecht wäre – das geht bis zu in Echtzeit im Interet buchbaren 24-Stunden-Kitas für die Berufstätigen, und das ist fraglos auch prima, wenn man es will. wer einen Kitaplatz will, soll einen bekommen.

      Nur ist es nun mal so, dass viele Frauen ein Mischmodell wollen, Teilzeit plus Kind und am besten Home Office. Und da sehe ich dann auch recht viele, die das Betreungsgeld gern nehmen und gut brauchen können., weil es ein Stück weit unabhängug macht.

    • Titel eingeben
      Das Betreuungsgeld ist m.E. eine weitere halbherzige Massnahme, die zudem handwerklich schlecht umgesetzt wurde. Zudem gibt es ja noch Kindergeld. Und den Rechtsanspruch auf KiTa Plätze

      Wenn man denn schon das Kinderkriegen fördern will, was spricht eigentlich dagegen, das Ganze zu vereinheitlichen? Man packe alles in einen Topf – der KiTa Platz hat auch einen Geldwert, und überlässt es dann den Eltern, zu entscheiden, wie man den Inhalt des Füllhorns verwenden möchte.

      Was spräche dagegen, junge und damit i.d.R. wirtschaftlich schwache Eltern stärker zu fördern als ältere, die bereits viel gearbeitet haben und somit über mehr Mittel verfügen und wirtschaftlich leistungsfähiger sind? Nach meinem selbstverständlich subjektiven Eindruck sind die erwähnten „Hau wech“ Mütter übrigens oft im Kreis der Spätgebärenden zu finden.

      Was spräche dagegen, jedermann einen hohen Sockelbetrag zu gewähren, dann aber davon einen mit steigendem Einkommen immer höheren Abzug vorzunehmen?

      Oder sollte man vielleicht alle Fördermaßnahmen einfach bleiben lassen, nichts bezahlen und dafür die Einkommenssteuer entsprechend senken? Vielleicht bekommen die Leute immer Kinde, ob mit oder ohne Kindergeld, Betreuungsgeld, KiTaPlatz?
      Nach allem, was ich über das Thema Familienförderung weiß – das ist freilich nicht viel – ist der Erfolg von Transferleistungen des Staates zur Förderung des Kinderkriegens nicht gut, jedenfalls nicht festgestellt. Und Transferleistungen sind bekanntlich die maximal ineffizienteste Methode der Förderung, da die Transaktionskosten viel zu hoch sind.

      Oder vielleicht ist eine Diskussion angebracht, warum wir eigentlich in unserem Land, welches wir uns doch einrichten könnten, wie wir wollten, alles, aber auch alles, auf die Optimierung der Arbeitsleistung von Angestellten ausgerichtet ist? Wo der Zweck der KiTa nicht primär in der Entlastung der Eltern liegt, sondern primär die Wiederkehrmöglichkeit an den Arbeitsplatz absichert, bis hin zu 24h KiTas von denen man liest. Wo Kinder dann durch ein G8 und ein hektisches Schmalspurstudium geschleust werden, um dann, mit 23, wieder brav als Angestellte zu arbeiten, die dann mit 28 die KiTa-Plätze auffüllen, um mit 29 an den Arbeitsplatz zurückzukehren?
      Wollen wir das eigentlich alle? Oder anders gefragt: müssen das alle so machen?

      Das ist m.E. die eigentliche Frage: wie sehr wollen wir unsere Lebensverhältnisse fremdoptimieren und fremdsubsidiieren lassen, um noch besser fremden Interessen dienen zu können?
      Aber die Frage wird von den einen, pardon, mit Geld zugeschissen, und von den anderen als Freiheitsversprechen verkannt. Dabei liegt doch die wahre Freiheit gerade darin, nicht das tun zu müssen, was andere wollen.

    • Titel eingeben
      Mit drei Kindern drei verschiedene Modelle ausprobiert und ausgelebt. Diese Klischees, die Sie hier bringen, kann ich weder als Mutter inzwischen erwachsener junger Leute (und selbst Eltern) noch als Studierte vom Fach (Elementarpädagogik & Bildungsforschung) bestätigen.

      Kinder erziehen sich NICHT am besten durch andere Kinder. Die Möglichkeit, mit anderen Kindern klarzukommen, entwickelt sich langsam, von der Zweierbeziehung mit Elternteilen über die Familien- und Nachbarnkontakte (Freundeskreis der Eltern mit einzelnen anderen Kindern) zu kleinen Kindergruppen. Andere Kinder können Kinder schlicht nicht erziehen. Es sei denn, man definiert Erziehung so wie Sie: „Von Kevin auf die Fresse kriegen und zur Revanche ein Bein stellen“.

      Und: Berufstätige Frauen können exakt genauso einen „Hau wech“ haben, weil es nicht von „der ständigen Bemutterung“, sondern von einem kleinen Horizont kommt, was Sie behaupten: Die drehen sich immer nur um … (Klamotten, Frisur, Job, Auto, Finanzen, Urlaub – setzen Sie beliebig ein). Es ist in allen Fällen eine Frage der individuellen Persönlichkeit.

      Und, vielleicht ist Ihnen das ja neu: Kinder haben ebenfalls höchst unterschiedliche Persönlichkeiten. Eine (KiTa-)Erziehung nach Schema F mit nicht gerade höchstqualifiziertem Personal (die Hälfte der Eltern ist dem Personal deutlich überlegen – und ich bilde dieses Personal aus!) und mieser Betreuungsquote (und da müsste man richtig viel Geld hinlegen) ist eine mehr als fragwürdige Super-Lösung für alle. Aber das ist vermutlich ein wenig zu komplex für jeden, der eine „One-size-fits-all“-Lösung befürworten möchte, weil er es selbst so … gemacht hat. ;-)

    • Titel eingeben
      Na, wenn das Ihre KiTa-Erfahrungen sind….? Was Sie schreiben, ist genau diese Kindheit, die ohne KiTa, ohne „Over-Protection“, Rockzipfel und Smart-Phone mit eingeschalteter Ortungsfunktion funktioniert. Kinder zu Hause, das bedeutet noch lange nicht „Rockzipfel“! Und der Beitrag indoktriniert nicht, sondern er weist auf dieses städische Milieu der aufstrebenden Kleinbürgerlichkeit hin, die ihr Weltbild allen aufdrücken will und dies auch über die Politik tut. Denn dort sitzen die „Extremisten und Sektierer“. Wenn sie keine wären, säßen sie dort auch nicht. Fazit: Wir sind keine freies Land, weil wir einen falschen Freiheitsbegriff vertreten. Es stinkt nach Hegel.

    • Ohne Betreuungsgeld würde auch nicht mehr Geld für GENUTZTE KiTa-Plätze bleiben
      @Booooster:

      Hätte das Betreuungsgeld an dem von Ihnen beschriebenen Lebensweg was geändert oder ihn gar behindert? Nein.

      Das Betreuungsgeld hat sogar dafür gesorgt, dass die Ausgaben des Staates geringer waren. Als Kosten für einen KiTa-Platz fallen monatlich 600-700 Euro (manche Quellen besagen gar 1200 Euro) an, von denen rund 300 Euro von den Eltern zu zahlen sind. Somit spart der Staat mindestens 50% seiner Ausgaben für die Kinderbetreuung.

      Sie irren, wenn sie denken, dass die Gelder, die jetzt nicht mehr als Betreuungsgeld genutzt werden dürfen, den aktuell KiTa-nutzenden Kindern zu gute käme.

      Ohne Aufstockung der Mittel müssen Kindertagestätten nun die Ausgaben für die aktuellen KiTa-Kinder kürzen, um auch noch die „sonst-Betreuungsgeld-Kinder“ mit betreuen zu können.

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen zu erkennen, wie sie sich rot-grünen Sand in die Augen haben streuen lassen und deren ideologischen Verblendung aufgelaufen sind.

    • Wir kommen hier auf ganz interessante Themen…
      Das am wenigsten interessante, weil individuelle: Klar: Die Mütter, die sich aufsparen für den Richrtigen Moment, dann mit Macht den Kinderwunsch doch noch erfüllen wollen… die sehen das Kind als Projekt und nicht als Geschenk.

      Was Sie sagen kommt ein wenig in die Richtung negative Einkommensteuer / Grundeinkommen. Hier ist die Subvention: Mach was Du willst damit, setze es wertvoll ein.
      Insgesamt scheint es mir das ein sehr schön undogmatischer Ansatz zu sein. besonders mit der stärkeren Förderung für finanziell schwächere Familien.

      Ich habe darüber noch nie nachgedacht, aber der Tonfall mit dem über Kinderbetreuung gesprochen wird, der ist tatsächlich sehr auf das Erwerbsleben ausgerichtet. Also: zweifelnde Paare bekommt man damit sicher nicht zum Kinderkriegen.

    • Das ist es, was da wohl im hintergrund ist – einfach, dass Leute, die noch unsicher sind. seehn, dass man für sie etwas tun wird. Es kann durchaus sein, dass der Werbeeffekt demographisch Vorteile hat. Und das wiederum ist sehr bayerisch gedacht.

  4. auch ich
    finde den artikel hoch tendenziell und im höchsten ausmaß gegen den industriell-bürokratischen komplex der alten BRD und friedliebenden DDR gerichtet, denn nur wenn eine massenhafte heerschar junger mütter die kinder wieder um 6 uhr morgens in der KiTa (wie damals in karl-marx-stadt, heckertsiedlung) entosrgen kann wird dieser industriell-bürokratische komplex mit preiswertem und erpressbarem frauenmaterial für billige jobs versorgt.
    gleichzeitig können diese kinder den vollen tag über, von frühester kindheit an in staatlicher ideologie, am besten gewürzt mit rot-grüner frühsexualkunde, geschult und dem genderfaschismus zugeführt werden.
    also, wie sagte doch der heutige OB scholz aus hamburg (spd), „es wird endlich zeit, dass der staat die lufthoheit über die kinderzimmer bekommt“. da hat er recht, von da, bis zu einem flächenbombardement an indoktrinierung ist es nur ein schritt.
    bayern liegt doch in so ziemlich allen wohlstandsindikatoren vor dem rest der vereinigten BRD/DDR, frau schwesig strebt nun die angleichung der lebensverhältnisse auf dem stand von meckpomm an. leider !

    • Ja, ich schäme mich auch ganz dolle, hier dem Klassenfeind aktiv mit meiner grossbürgerlich-dekadenten Verständnishaltung geholfen zu haben. Natürlich hat die Partei immer recht und Platte wird ganz zu unrecht gegenüber Altbau mit Stuck und Dielen ausgerichtet. Da ist also noch einiges zu tun und eine komplette Erbschaftssteuer, die alles wieder einzieht, könnte da prima helfen.

  5. Ach, ginge es den Gegnern des Betreuungsgeldes wenigstens um Rationalität ...
    Dabei geht es ihnen – exakt wie ihren politischen Gegnern in den sechzigern, als die noch in der Mehrheit waren – genau um eines: Sich nicht einmal mehr gedanklich mit einem anderen Lebensweg und Lebensstil auseinandersetzen müssen, indem andere auf seinen eigenen Lebensweg zwingt. Hier Frauen, die das vielleicht nicht wollen, in die Vollzeit-Berufstätigkeit und Fremdbetreuung ihrer Kinder.

    Das ist zwar ebenso dürftig wie armeselig, aber das entspricht dem Feminismus der vierten Welle im besonderen wie der Menschheit im allgemeinen.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Auch beim zweiten Lesen...
      Der Sinn ihrer Gedanken erschliesst sich mir nicht so Recht.
      Sie sind also der Meinung von Don, dass zumindest beim Kindergeld der Gleicheit (sonst ja eher selten anzutreffen) Genüge getan werden müsse und ein Akademiker Ehepaar mit knappen 10.000 Netto unbedingt denselben Betrag zur Kinderentsorgung, verzeihung, muss natürlich VERsorgung heissen, wie eine Kassiererin bei Penny bekommt, die versucht mit ihren drei Jobs und zwei Kindern über die Runden zu kommen?

      Vielleicht sollte man sich bei der Verteilung staatlicher Gelder weniger von eigenen Urteilen über zugegebenermassen geistige Kurzsichtigkeit von allein erziehenden Müttern und dümmlichen Neo-Feministen leiten lassen, und statt dessen ein paar mehr Gedanken an das Wohlergehen der Kinder verschwenden? Denn deren Zukunft sieht dank der Erziehung durch überforderte und inkompetente Mütter und den von Don beschriebenen christlichen Kindergärten ohendies nicht sonderlich rosig aus.

      Zumindest sollte man dann nicht jammern wenn in solchem Mangel aufgewachsene Kinder dann später mal mit Mollies auf Banken schmeissen und Porsches abfackeln…

    • Mann, TDV, der Sinn ist doch relativ klar:
      Ich bin eben nicht der Auffassung, dass die Kinderkrippe für alle das optimale Erziehungsmodell ist, dafür gibt es auch exakt überhaupt keine wissenschaftliche Grundlage. Ich finde es durchaus in Ordnung, dass ein Ehepartner sich in Vollzeit den Kindern widmet und dafür auf Berufstätigkeit verzichtet. Und finde es deshalb ebenso okay, dafür einen (ohnehin geringen) finanziellen Ausgleich zu zahlen.

      Wenn Sie Mütter für überfordert und inkompetent halten, ist das in Ordnung, solange Sie nicht vergessen, dass ein Teil dieser Mütter Kindergärtnerin oder Erzieherin wird. Mit anderen Worten – das ist nicht wirklich ein Argument.

      Sobald Sie mir belastbare Belege dafür nennen könne, dass Kinderkrippen/Kindergärten im Durchschnitt die bessere Erziehung leisten, ändere ich gegebenenfalls meine Auffassung, ich bin da kein Dogmatiker. Bisher gibt es dafür keine – und das Lieblingsargument der Kindergartenbefürworter (gut für die Kinder aus einkommensschwachen Familien) ist gleichzeitig ein Argument gegen Kindergärten (schlecht für Kinder aus nicht einkommensschwachen Familien).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Besser Bankkaufmann lernen und Porsche fahren ...
      … als Mollies schmeissen und Porsche abfackeln, das wäre ein adäquates Erziehungsziel für die Kleinen!
      .
      Blos war hat dann -aufgezogen durch linksverstockte Sozialpädagogen, die alle Marktmechanismen verteufeln- überhaupt später noch Lust auf den Beruf des ehrbaren porschefahrenden Bankkaufmanns?

    • Titel eingeben
      Es gibt zumindest einen Langzeit-Feldversuch, der Aufschlüsse darüber gibt, ob frühkindliche Ganztags-Hort/Kita-Betreuung zu besserer Bildung führt: Der Real Existierende Sozialismus hat genau Null Nobelpreisträger hervorgebracht.

    • Aber dafür gute Grenzsoldaten. die können dann den anderen ihre Nobelpreisträger reduzieren, sofern der Feminismus welche übrig lässt.

    • Aber, aber... TH
      Ich will ganz bestimmt keiner Frau Ratschläge erteilen ob sie Kinder in die Welt setzen will und in welchem Alter sie das tun soll.
      Ich sehe auch keinen grossen Unterschied mehr was die Kompetenz der Erziehung angeht zwischen den real existierenden Eltern in Merkelland, Feministen oder „linken“ Kitas.

      Mir geht es einzig und allein um das Wahl-Geschenk des Erziehungsgeldes an die Klientel der GroKo…. anstelle der nötigen Förderung von sozial Schwachen. Es sollte in einem reichen Land wie DE ein bestimmtes Mnimum geben, ob in konservativen Augen verdient oder unverdient, oberhalb derer JEDER Bürger leben können müsste. Allein darin besteht mein „links-sein“. (Wer sich je mit der Zukunft der Arbeit in einer digitalisierten-globalisierten Welt etwas gründlicher auseinandergesetzt, der weiss, dass die Zukunft unauswiechlich dem bedingungsosen Grundgehalt gehören wird. Link dazu am Ende)
      Für reiche Familien ist das nichts weiter als Geschenk, das man gerne nimmt, obwohl es schon vom Betrag her keine wesentliche Bedeutung haben wird.
      Bei vielen der weniger erfreulichen „Lebensgemeinschaften“ bedeutet dieses Geld aber für ein Kind den Unterschied zwischen einem Mittagessen in der Schule und KEINEM Mittagessen in der Schule.

      Es geht mir NUR darum zu hinterfragen ob es tatsächlich der Gerechtigkeit dient, wenn man sofort auch „den Reichen“ etwas hintenreinschieben muss, nur weil eine HartzIV Mutter in die Lage versetzt wird ihren Kindern morgens die paar Euro mitzugeben, um das Essen zu bezahlen!

      Selbstverständlich sollten Frauen diesbezüglich jede Entscheidung treffen könne, die sie treffen wollen. Ich mag dazu meine Meinuing haben, bin aber weder früher noch heute auf die Idee gekommen, diese jemand anderen ungefragt anzubieten.
      Es geht mir um die Frauen/Familien, die mangels Geld eben KEINE Wahl haben…

      Lohnt sich echt:

      http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/07/world-without-work/395294/

    • @TDV: Gut. Unter dem Aspekt
      „Mir geht es einzig und allein um das Wahl-Geschenk des Erziehungsgeldes an die Klientel der GroKo…. anstelle der nötigen Förderung von sozial Schwachen.“

      lässt sich das ja auch diskutieren und gründlich kritisieren. Fun Fact: Dieser spezifische Aspekt spielt in der deutschen Kritik am Betreuungsgeld praktisch überhaupt keine Rolle. Da geht es fast immer nur darum, dass Frauen mit Betreuungsgeld angeblich dazu ermutigt werden sollen, sich in die ebenso angeblich inferiore Rolle als Mutter zurückzuziehen. Und hinter dem Gedanken steht ein Menschenbild, das noch viel schwärzer ist, als meines (oder Ihres).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  6. Dank Kita
    und Ganztagesschule haben wir bald eine Gesellschaft in der jede Altersgruppe den Tag über in einem eigenen Biotop aufbewahrt wird. Am Abend trifft man sich dann erschöpft bei Tisch (die Oma alle vier Wochen sonntagnachmittag im Altershei… ähh Seniorenresidenz). Es verwundert mich, dass diese konsequente Ausrichtung der Gesellschaft an den Interessen der Wirtschaft besonders im eher linken Millieu als die ultimative Form von Selbstverwirklichung verstanden wird.

    Eigentlich muss es doch um Flexibilität und eine freie Entscheidung gehen. Wer eine Kita will oder braucht (und es gibt nicht wenige für die die Berufstätigkeit beider Eltern wirtschaftliche Notwendigkeit ist), der sollte diese Infrastruktur auch bekommen und wer das nicht will, dem sollte in anderer Form Unterstützung und Wertschätzung zuteil werden.

    Ähnliche Reflexe waren dieser Tage auch in der Flüchtlingsdebatte zu beobachten. Wie toll und wichtig das ist, wenn Fachkräfte nach Deutschland fliehen. Ja und wenn der Vater dieser Familie in Syrien versäumt hat die Bedienung einer CNC Fräse zu lernen? Schicken wir die dann wieder zurück und lassen sie vom IS meucheln, oder was? Manchmal muss man sich wundern, welche Argumente die Debatten so bevölkern.

    • Warum?
      Es überrascht mich, dass Sie anscheinend der Meinung sind, dass Dummheit was mit rechts oder links zu tun haben könnte? Oder meinen sie gar, sich unberechtigterweise für intelligent zu halten, sei ein Privileg der Linken, während Konservative da seltener falsch liegen?

      Aber zum Thema:

      „Eigentlich muss es doch um Flexibilität und eine freie Entscheidung gehen. Wer eine Kita will oder braucht (und es gibt nicht wenige für die die Berufstätigkeit beider Eltern wirtschaftliche Notwendigkeit ist), der sollte diese Infrastruktur auch bekommen und wer das nicht will, dem sollte in anderer Form Unterstützung und Wertschätzung zuteil werden.“

      „…sollte…“ Warum, bitte?

      Sind sie der Meinung, dass in einer Gesellschaft in der leider nun mal nur begrenzte Mittel zur Verteilung zur Verfügung stehen, arme Leute prinzipiell nur dann etwas bekommen sollten, wenn Reiche auch etwas bekommen?
      Dann müssen Sie ja glücklich über die Entwicklung weg von der sozialen Marktwirtschaft sein und besonders erfreut über das, was zB aus der SPD geworden ist?

      Halten Sie es für eine gerechte Form des Fortschritts wenn ledige Unterschichten Mütter, wegen Merkels Politik des Lohn-Dumpings drei Jobs ausfüllen müssen, um die Smartphone Rechnungen ihrer leider (mangels Zeit für Erziehung) verdummten Teenies bezahlen können, zwar Kita Geld für die Kleinste erhält, aber die Familie mit 5 stelligem Monatseinkommen zwecks Gerechtigkeit denselben Betrag dafür erhält, zB weil sie CDU/SPD/Grüne & Co gewählt hat?

      Oder, um die Frage zu wiederholen: Warum ?

  7. Revolution wegen 150 Mäuse
    Text eingeben

  8. Revolution wegen 150,- netto?
    Gut- und Spitzenverdiener, die jetzt Krakeel machen (kenne solche Leute nicht) sollten sich schämen.

    • Ihre Meinung ehrt Sie, aber....
      .. da werden sie in Merkel-Land bei denen aber lange warten müssen. Habgier ist die Tugend der Nation!

  9. Titel eingeben
    1.) Selbst als bayerischer Nicht-CSU-Wähler ist es doch immer wieder amüsant, wie Nieten auf Twitter meinen, sie wären den „bayerisches Neanderthalern“ in irgendeiner Form überlegen.

    Dieser obsessive, gehässige Antibajuwarismus hat z.B. bei @sixtus Züge, die man wohl als krankhaft bezeichnen kann:
    https://twitter.com/search?q=Bayern%20from%3Asixtus&src=typd&vertical=default&f=tweets

    Genau dieser Herr, bei dem der CV erst irgendwo ab 40 beginnt, beschreibt sich übrigens so auf seiner Homepage:

    [i]Ich habe mich mein ganzes bisheriges Leben erfolgreich davor gedrückt, einen einzigen eindeutigen und andauernden Beruf zu ergreifen. Eine Attitüde, die durch den Umstand begünstigt wurde, dass ich praktischerweise auf jegliche traditionelle Berufsausbildung verzichtet habe und mich ausschließlich autodidaktisch, non-linear und selbständig – stets die Gefahr einer drohenden Festanstellung weiträumig umschiffend – durchs Berufsleben bewege.[/i]

    Tja. Erfolg ist halt nur halb so schön, wenn es niemanden gibt, der einen darum beneidet, lieber Mario.

    2.) Man sollte auch bedenken, dass durch die „Verostung“ der frühkindlichen Betreuung das Dialektsterben noch schneller voranschreiten wird. Hat man früher durch Zeitverbringen mit den Großeltern das Dialektsprechen nebenher aufgeschnappt, wird der Nachwuchs in Zukunft halt mit Kanak Sprak nach Hause kommen.

    • Titel eingeben
      Zu 1.)
      Erfolg liegt dann vor, wenn man selbst mit den Ergebnissen seines eigenen Schaffens zufrieden ist. Absolut irrelevant sind dabei die Äußerungen oder Gefühle von Dritten.
      Wenn Sie diesen Erfolg nur dann genießen können, wenn Andere darauf neidisch oder eifersüchtig sind, dann tun Sie mir leid.

      Zu 2.)
      Den Zusammenhang sollten Sie mal genauer erklären. Ich habe von meinen Großeltern Plattdeutsch gelernt. Und das, obwohl ich in die KITA ging, und meine Großeltern täglich einer Arbeit nachgingen. Und bei allem Respekt, „Kanak Sprak“ habe ich in in der KITA nicht gelernt (meine Kinder übrigens auch nicht, dafür aber nach Feierabend Plattdeutsch von mir).
      Und wieso „Verostung“? Lesen Sie doch bitte diesen Artikel (http://www.kindergartenpaedagogik.de/913.html). Wenn Sie dann immer noch von Verorstung sprechen, leben Sie definitiv nicht mehr in Deutschland.

  10. Jo mei, ihr habt's nicht erkannt
    Der Mutter-Beruf ist eine freiwillige, unbezahlte Berufstätigkeit, die kein BIP erwitschaftet, keine Sozialabgaben und keine Lohnsteuern zahlt, das ist klassische Schwarzarbeit und gehört logischerweise verboten.
    150 Euro Betreuungsgeld pro Monat zahlen ist aktive Förderung der Schattenwirtschaft und müßte konsequenterweise mit „Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Sozialabgabenbetrug“ juristisch verfolgt werden.

  11. Unsere Realität
    Komisch. Das einzige was stimmt: wir leben seit drei Wochen in Bayern. Aber ansonsten sieht es wie folgt aus: wir sind jung (24 und 26 Jahre), eine Tochter ein Jahr alt und ein Sohn null Jahre alt, 24 h Arbeit für mich (Ärztin) mit den beiden Kindern, mein Mann beendet gerade sein Medizinstudium und macht ein Jahr unbezahltes praktisches Jahr. Die Frage nach der finanziellen Situation erübrigt sich. Jung, früh eine Familie gegründet ohne sich vorher tausend finanzielle Sicherheiten zu schaffen, und ein dämlicher Traum wenigstens zwei bis drei Jahre im Leben bevor wir der beruflichen Tätigkeit nach gehen mit den Kleinen zu verbringen, sie zu prägen und ihnen das zu geben was sie in der Zeit brauchen: sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit. Da muss ich mich auch nicht mehr fragen, warum wir kaum jemanden kennen, der sich in einer annähernd ähnlichen Lebenssituation befindet. Es ist nicht gewollt und wir ticken nicht ganz richtig ….. !

    • Wir Recht Sie haben....
      Sie sind Ärztin, ihr Mann wird Arzt… ja, da haben Sie ganz genau dieselben schrecklichen Zukunftsängste, wie ein ledige, ebenfalls zweifache Mutter, von Mann/Freund verlassen, und nun gezwungen ohne Ausbildung Geld für drei Leute zu verdienen….

      Ja, Sie haben Recht, die ist selber Schuld, hätte Sie sich IHRE Eltern aussuchen sollen , die IHNEN ein Medizinstudium ermöglicht haben.

      Wissen Sie? Ich weiss schon, warum ich in „unserem“ Lande nicht mehr leben will…
      Es ist wirklich absurd welch ein Selbstbild so manche Leute doch haben.

  12. Weg mit der herdprämie
    Vorschlag: die Reichen die das Betr.geld abgreifen. Halbe Million Leute haben Anspruch auf einen Krippenplatz. Sollen sie doch mal einen Antrag stellen….nicht mal die größte DDR aller Zeiten konnte alle! Kleinkinder betreuen….

  13. Betreuungsgeld hin, Kita her ...
    … ich als weißer, heterosexueller, cisgender Mann möchte hier mal an etwas ganz anderes erinnern. Trotz Förderungen unterschiedlichster Art wollen die Deutschen sich offenbar nicht mehr ausreichend vermehren, um eine Kontinuität ihrer eigenen Kultur sicherzustellen. Schade, aber es ist die freie Entscheidung vieler. Verdient haben sie also weder die eine noch die andere Unterstützung. Und die Politiker haben bei all den angeblich ach so gerechtfertigten Zuwendungen nur ihre eigenen gesellschaftspolitischen Ideologien im Blick. Um mehr Kinder geht es niemandem. Also warum nicht mit der gleichen Kohle die Autobahnen renovieren? Wir wollen doch alle unseren Spaß und wir wollen ihn jetzt! Und für die Bewegten machen wir Vegan-, Öko- und Gendermainstreamingunterstützungsfonds auf. Dann sind alle ruhig gestellt. Weiter so!

  14. Ach Don, niemand muss eine Kita nutzen! Die lieben Mitbürger an deinem See....
    müssen auch ihre „Brut“ nicht ins Gymnasium schicken, Hauptschule reicht für die Schulpflicht. UNI ist doch solch ein schmarrn, Ein gestanderner Einödbauer, eine Sennerin usw. Anlern-, wenns hoch kommt Lehrberuf, hat sehr viel mehr vom „wirklichen“ Leben. Lasst die Kids doch so was lernen. Da verdirbt auch die KITA die Schule, die UNI nicht den schönen Dialekt!:-)
    .
    Auch Kinder zeugen ist heute kein muss mehr, wenn man von den Dogmen der RKK mal absieht. Einem Laden, in dem man erschreckenderweise nur „ehelos“ (von Kindern ist da nie die Rede, bis auf: (Zitat) „Lasset die Kindlein zu mit kommen…“ will jetzt nicht gemein sein:-))) als Funktionär was werden kann.
    .
    Reizend ist aber immer wieder, das gerade die Leute, die immer laut „Bevormundung“, „ich will frei entscheiden können“, rufen, den Anderen, dem Rest der Gesellschaft Ihre Lebensweise und Ihre Ansichten vorschreiben wollen.
    .
    Horst.d.1. hat wohl auch ein sehr privates Interesse am „Betreuungsgeld“ da gibt es Gegenrechnungsmodelle zu „Düsseldorfer Tabelle“ ;-)) Will das nicht weiter ausführen, war auch nur kurzzeitig ein Karriereknick, aber überlegt mal: Wird der auf Dauer nicht ein wenig teuer?
    .
    Nicht nur in Euro mit der Herdprämie, aber Südlink, bayrische Landesbank, Endlager, Maut, jetzt „Herdprämie“… kann jeder selbst weiter führen, die Liste ist Seitenlang… sondern was das an „Reputation“ und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu Bruch geht…. kann sich das der Freistaat, besser die Nachbarn am SEE, das auf Dauer leisten.
    .
    Grüsse in den jahrhunderte lang agrarischen Süden, den wir von 1871 bis vor 20 Jahre massiv aufgepäppeln mussten und der jetzt „Neureich“ mit zufällig gutem Job, ein wenig laut spielt und rumtönt!
    .
    Sikasuu

  15. Pfffh
    Sehr vergnueglicher artikel,danke,
    Aber wer ist denn jetzt die Schoene mit dem „pfffh“ und wie ist es mit Ihnen weitergegangen?
    Beste gruesse
    Ps:
    Die kollegInnen und chefs der jungen muetter sollten auch betreuungsgeld bekommen, weil sie deren arbeit oft mitbetreuen duerfen.

    • Sie ist eine kluge Mitarbeiterin und ich habe sie dann in Holzkirchen zur S-Bahn gebracht – beinahe hätten wir sogar die BOB noch erwischt. Banal und unromantisch, aber dafür ist sie auch wirklich eine tolle Mitarbeiterin.

  16. Schöner falsche Welt
    Ihre Ausführungen, dass sich zwei Gesellschaftsteile nicht mehr verstehen

    Gedankenstrich

    so denken die einen, dass die anderen nur noch tierfreie Nahrung zu sich nehmen, die anderen denken, dass die einen noch ernsthaft in einer Welt von gestern leben ohne ökonomischen/sozialen/you_name_it Wandel mitmachen zu müssen.

    Ende von Gedankenstrich

    ist hübsch geschrieben und witzig. Aber leider nicht mehr als ein Tagtraum. Im besten Fall ist das Betreuungsgeld eine stratifizierende Maßnahme, die wunderbar in ein (in Deutschland zum Glück fast abgeschafftes) konservatives Wohlfahrtsstaatmodell passt. Im schlimmsten Fall ist es einfach nur Klientelpolitik um irgendwem zu zeigen: So bescheuert pseudoprogressiv wie die Schwesig mit ihren 9999 noch zu besetzenden Gleichstellungsbeauftragtinnenstellen sind wir noch lange nicht.

    Herzliche Grüße
    dg aka kj

    Hier das Argument: Die, die das Betreuungsgeld bekommen, brauchen es nicht.

    1. Oder wieso bringen Sie das Argument mit 150€ durch Teilzeit entfallenes Einkommen kompensieren? Das ist doch Ihr Kernargument. Was sind aber 150€ bei einer 100%-Stelle mit 2000€ brutto im Monat? 10-15%. „Wow, statt 40 Stunden nur noch 36 Stunden arbeiten, damit ich die restliche Zeit mein Kind versorgen kann.“ Das ergibt nullo Sinn. Bei 3000€ brutto im Monat sind’s noch weniger Stunden, die kompensiert werden.
    2. Braucht man die 150€ wirklich zum Leben gibt es andere Sozialleistungen, die einen auffangen, wenn man als Familie zu wenig zum Leben hat.
    3. Den Rest der Argumente dürften Sie kennen.

    PS: Witziger Text nichtsdestotrotz.

  17. mal vom Streit der Lebensentwürfe...
    …zwischen Kreuzberg und Oberbayern abgesehen hatte das Gesetz argumentative, juristische oder einfach handwerkliche Fehler.
    Ich stimme Ihnen gerne zu, dass das Betreuungsgeld für nicht wenige Familien sinnvoll ist und natürlich auch für manche derer, die eher nach den Kreuzberger als den oberbayrischen Motiven leben. Aber das hat nichts mit dem zu tun, was heute passiert ist.

    Die obersten Richter wurden nicht durch die modischen Begriffe der Menschen aus Kreuzberg (und anderswo) motiviert, sondern durch juristische Überlegungen zu Themen wie „Aufgaben und Berechtigung des Staates“ oder „Förderalismus“.

    Das sollte der Beliebtheit der CSU eigentlich schaden. Denn was ist eine Idee und damit die hinter ihr stehende Partei noch wert, wenn diese Partei es nicht schafft, die Verwirklichung dieser Idee mit den grundgesetzlichen Rahmenbedingungen zu vereinbaren?
    Stellen Sie sich vor wir lebten in einer Zeit, in der Bayern die jetzt erwägte Option via Landesebene nicht möglich wäre – so wie es heute sämtlichen Stadtstaaten und manch anderen Ländern nicht möglich ist. In so einer Zeit möchte ich nicht von einer juristisch so inkompetenten CSU regiert werden.

  18. Zustimmung und kleine Anmerkung
    Lieber Don, ich stimme ihnen wie fast immer zu, muss als Historiker aber doch etwas anmerken: Die ersten Kindertagesstätten gab es unterm Führer. In der DDR gab es den Begriff nicht. Wir hatte Kindergärten, Kinderkrippen, Schulhorte und zu Weihnachten Apfelsinen, aber keine Kindertagesstätten. Einrichtungen mit diesem Namen habe ich erst nach dem Mauerfall in Westberlin kennen gelernt. Trotzdem ist es natürlich richtig, dass das Konzept, dem Frau Schwesig und ihre Genossen anhängen in der DDR eine erste Blütezeit hatte. Daraus entsteht für mich übrigens die Hoffnung, dass dieser Unfug auch mal wieder verschwindet, wie die DDR unselig.
    Herzlich
    Andreas Ulbrich

    • gedankliche herkunft
      dann liegen die geistigen und realen wurzeln des KiTa – booms also im 3. reich, erfolgreich fortgesetzt im DDR-zwangssystem.
      ist das ostsee-barbie klar, was für eine ideologie sie unter dem deckmantel scheinbarer progressivität vertritt ?
      ich lese prora soll auch wieder belebt werden. kommt demnächst ein vorschlag zur revitalisierung von lebensborn. und wer wird die schirmherrin ?
      all das würde den BDI doch sehr freuen, wir wären alle leistungsfähiger, KiTa-frauen bevölkern den arbeitsmarkt und der nachwuchs für den industriell-bürokratischen komplex ist auch sichergestellt.

    • die ersten Kindertagesstätten gab es unterm Führer
      …war doch nicht alle schlecht unter Adolf :-)

    • Vorwärts immer, rückwärts nimmer
      Erstmal herzliche Grüße vom Untersee rüber über den Bodanrück an den Überlinger See an Mitkommentator „djangohatnemonatskarte“.

      @Don Alphonso: ich weiß nicht, ob der Don es gemerkt hat, aber das ist nach eigenem Bekenntnis doch Jakob Augstein, der da mitblogt. Die Diktion stimmt schon, stringente Kleinschreibung außer bei Eigennamen, ob er sich „das ostsee barbie“ so halb inkognito leisten kann, steht auf einem anderen Blatt.

      Die Abgabe des Nachwuchses bei der staatlichen Indoktrination just nach Verlassen des Kreissaales (Kreisssaales?) ist fundamentale Notwendigkeit in jeder Meinungsdiktatur. Am Ende werden die Kleinen noch von den Erzeugern bzw. ihrer Familie indoktriniert. Konsequenterweise ist die Idee mit der Rundumbetreuung bzw. 7*24 Betreuung von BuFaM’in Schwesig weitergedachte Notwendigkeit einer arbeitsteiligen Wirtschaft, die Nachtschicht arbeitende junge Mütter frühestmöglich wieder in den Produktionsprozeß eingliedern will.

      Selten waren sich Industrie und Großkoalitionäre (bis auf die Hinterwäldler) so einig, alles zu tun, um das Arbeitskräftepotential junger Mütter zugunsten des wirtschaftlichen Wachstums (und allgemeinen Arbeitskräfteangebots) zu „heben“. Und wie schon oben so despektierlich geschrieben, ist das eine klassische Win-win-win Situation für die drei beteiligten Parteien bzw. die Gesellschaft allgemein.

      Jungen Müttern wird die unbezahlte, zeitintensive „Brutpflege“ komplett abgenommen und auf professionelle, staatlich zertifizierte, angestellte „Glucken“ übertragen bei Realisierung eines Produktivitätsgewinns von 1:1 (Mutter-Kind) auf 1:n (Kitatante-Kitakinder). Natürlich erziehen sich die Kleinen dann untereinander noch selbst, in der Wirtschaft nennt man das „economy of scales“. Wenn eine Mutter sich um ein Kind kümmert, ist das grenzenlose Verschwendung wirtschaftlicher Ressourcen. Mit der Verlagerung der Erziehung auf „Professionelle Mütter“, hat man zusätzlich massig neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen und die leiblichen Mütter für „produktive Arbeit am Arbeitsmarkt“ gewonnen. Und nun zum letzten „win“: die Gesellschaft profitiert natürlich auch durch frühestmögliche Indoktrination nützlicher, für die Anforderungen des Arbeitsmarkts optimierter zukünftiger Hamsterradler. Zusätzliche Steuern und Sozialabgaben werden durch „frühzeitige Fremderziehung“ lukriert, statt „Heimchen am Herd“ ihre unprofessionellen, amateurhaften Kindererziehungsversuche mit einem monatlichen Handgeld von 150 Euro zu vergolden.

      Bei den gerade massenhaft zuwandernden Fachkräften muß die Politik darauf bedacht sein, die „Nachfolgegeneration“ so früh wie möglich aus den Familien zu nehmen und auf den vorgezeichneten staatlichen frühkindlichen Bildungsweg zu schicken. Die Erziehungskompetenz dieser eingewanderten Fachkräfte wird auch von Sozialdemokraten deutlich negativer beurteilt als bei „eingeborenen“ Fachkräften.

      Natürlich fordern Handwerk und Industrie dann auch eine „Investitionssicherungsgarantie“, dass nach Einstellung und Ausbildung von eingestellten ausländischen Fachkräften diese nicht von irgendwelchen spinnerten Bürokratenhengsten abgeschoben werden, weil der sozio-bürokratische Komplex es sich mal im Einzelfall doch so überlegt hat.

    • wenn es der augstein wäre. sollte er den Freitag vernageln.

  19. Titel eingeben
    Die SPD Grüne und hauptsächlich die Linke wollen scheinbar die DDR Verhältnise wiederherstellen! Kann eine Kindergärtnerin dem Kind so viel Liebe geben wie die Eltern? Ich glaube kaum! Die ersten drei Jahre sind für jedes Kind entscheidend und ich will nicht die Erziehung einem fremden überlassen. Das ist nur eine plumpe Ideologie seitens der Linksparteien.

  20. KIndergrippe vs Kindergarten
    Mir fällt bei der Diskussion um das Betreuungsgeld immer wieder auf, wie viele Menschen darüber diskutieren, die anscheinend keine Kinder haben und sich auch nicht mit dem Thema so richtig befasst haben. Betreuungsgeld gibt es für Kinder von 1 – 3 Jahren. Bei uns gehen die in die Kindergrippe. Von drei bis sechs Jahren geht es dann in den Kindergarten. Leider heißen heute unisono alle Einrichtungen Kita. Die kinderlosen Mitdiskutierer denken immer, das Betreuungsgeld gäbe es für die „Kindergartenzeit“. Wahrscheinlich weil es damals, als sie selbst noch jung waren, in der Regel gar keine Kindergrippen gab. So sie aus der Bundesrepublik Deutschland kamen.

    Nur so kann ich mir Wortmeldungen zum Thema Betreuungsgeld erklären, die davon schwadronieren „wie es von Kevin eines auf die Fresse gibt, dem man im Gegenzug bewusst hinterhältig ein Bein stellt.“ Mit 15 Monaten möchte man individuelle Liebe (für mich Mutterliebe) erfahren, angenommen werden, Beziehung zu Mutter und Vater aufbauen usw. Betreuungsgeld ist nicht für die Rasselbande im Kindergarten im Alter von 5 Jahren. Und wenn ich von einer Vielzahl von „sich zu Wort Meldern“ immer wieder Anmerkungen höre, die nur auf wesentlich ältere Kinder zutreffen oder passen, stelle ich fest, dass es denen gar nicht um die Sache geht, die auch nichts davon verstanden haben, sondern einfach nur mitspielen wollen.

    • Freudscher Versprecher
      An unsere Elektrikerin: Es heißt „Kinderkrippe“, andererseits zieht sich der holde Nachwuchs dort meist von Gleichaltrigen die „Kindergrippe“ zu.

      Insofern ist der Freudsche Versprecher akzeptiert, Kinderkrippe=Kindergrippe

    • Da musste ich auch – lächeln.

  21. Finanzierung des heimischen Swimmingpools
    Beim Betreuungsgeld-Streit geht’s nicht um Lebensentwürfe; welche sind besser, welche sind zu verachten. Ich bin gegen das Betreuungsgeld, weil die öffentliche Hand damit nichtöffentliche Tatbestände finanziert, warum auch immer. Eine Schule, der ÖPNV, ein öffentliches Schwimmbad, ein Kindergarten, eine Bibliothek oder die Förderung des örtlichen Trachtenvereins sind öffentliche Veranstaltungen – die Vorstellung, eine Nichtinanspruchnahme dieser Leistung würde zum Bezug eines finanziellen Ausgleichs berechtigen, ist bizarr.- Eine KiTa ist auch eine öffentliche Einrichtung, und genau hier soll aber der Nichtnutzer finanziell „entschädigt“ werden. Bescheuert.

    • Naja, die Sache ist halt so, dass man beim Nachwuchs mit den öffentlichen Dingen nicht mehr weiter kommt. daher gibt ves bei uns auch „Einheimischenprogramme“, die nichts anderes als Familienfördrung durch praktisch geschenkte Grundstücke sind. Und das läuft recht gut. Man kann das ablehnen, aber diese anreize werden gern genommen. Im Gegensatz zum Schwimmbad.

  22. endlose Diskussionen
    Ach, Don, sitze hier im sommerlichen Odessa, im Schatten, trinke frischen Tee, geniesse den letzten Tag der Abreise beim Warten auf den Flieger. Während die Kinder daheim ihren letzten Schultag haben…!

    Rabenvater. Ja und nein.

    Hier spielen bildhübsche reiche Prinzessinnen in bewachten Gärten, Stränden, Schulen, Cafes. Während die meisten Kinder sich mit den oft rauchenden Eltern bis Sonnenuntergang auf öffentlichen Spielplätzen tummeln, die bei uns sofort aufgrund Müll, rostender Eisenteile und offenen Kanaldeckeln im Trottoir geschlossen würden.

    Und was machen wir in Deutschland?

    Diskutieren erhitzt über die perfekte Kindheit? Jein. Wir könnten viel bessere Qualität in öffentlichen Kindergärten brauchen. Aber die wurde leider hintenangestellt! Warum?

    Weil die Erwachsenen gar nicht Bindung und Erziehung der Kleinkinder im Sinn haben, sondern ihre eigenen Lebensentwürfe primär!!!

    Mehr Zeit, und dabei so viel Geld wie möglich – da kann es schon mal sehr hitzig werden!

    Feministen, „Neue Männer“, überzeugte Helikopter-Mütter – sie alle verkümmern oder überkümmern die Kleinen. Kinder in einem Atemzug mit Partnerschaft und Beruf zu diskutieren – das sagt doch alles, oder?! It,s an adults‘ world!

    Das Problem ist: Viele meinen, den Anderen sagen zu müssen, was DIE ANDEREN ändern müssen, damit Kinder perfekt nicht stören, aber natürlich nur das Beste erhalten…

    Dumme Selbstlügen, unreife Diskutanten, aufgrund eigenen schlechten Gewissens wir böse jede Alternative zur eigenen Lebrnsgestaltung wegargumentiert. Pfffh! Das Gefühl dabei ist hässliche Verachtung.

    Sie alle sollten einmal in die Welt hinausgehen…
    Nicht nur im Urlaub oder als – wieder – „Selbsterfahrung“. Sondern mit den Augen der Kinder!

    Bis drei Jahre sind Mutter, Vater, eine engste reife (!) Bezugsperson UNVERZICHTBAR. Punkt. Horte leisten das nicht, vielleicht Omas oder Nannies. Bis 9, 10 Jahren dann ist das Mitleben mit den Erwachsenen UND anderen Kindern wesentlich für die persönliche Entwicklung!

    In der Ganztagsschule oder im Privatunterricht zuhause – beides kaum möglich.

    Wer mehr als ein Einzelkind hat, ist mindestens 10, 12 Jahre essentiell für die Kinder. Wer dann mit Ihnen lebt, also eigenständig erwachsen lebt, sie daran beteiligt und zugleich Zeot lässt, Ruhe lässt, der wird niemals An dieser unsäglich indoktrinären Diskussion „Stellung beziehen“.

    Sondern feststellen: Es herrscht völlige Überförderung, konfus und an den Befarfen vorbei, wo Eltern komplett versagen! Die Reichen, die Kaputten, die Isolierten, die Verbohrt-Egomanen.

    Gebt Familien Zeit und Freiräume im Beruf, gebt Kindern ohne persönlichkeitsreife Eltern gute öffentliche oder private Angebote. Nur – wo kommen dort die vielen reifen Erzieher_Innen her, vor denen die Kinder daheim ja gerade gerettet werden sollen…?

    Wenn DIESE Frage diskutiert wird, bin ich dabei!

    Meine Kinder freuen sich schon auf ihre Sommerferien – wenn ich arbeiten werde. Und darum herum gehen wir zusammen ins Freibad, es gibt dann viel zu erzählen. Ich freue mich darauf, weil sie mir noch nie sagten, ein Rabenvater zu sein… woher kam nur dieser Gedanke?


  23. Wenn ich es richtig versteh geht es darum Müttern einen gewissen Lebensstil zu ermöglichen: Halbtagsstelle, Homeoffice, Kinder selber betreuen. Das Betreuungsgeld soll diesen Lebensstil unabhängig von den Anforderungen der Wirtschaft ermöglichen.

    Schön. Ich stelle jetzt ketzerisch die Neidfrage. Wer bitteschön ermöglicht mir meinen gewünschten Lebensstiel? Ich würde mir auch gerne eine Halbtagsstelle leisten können, gerne mit staatlicher Förderung. Selbstverständlich für die verbleibende Restarbeitszeit Homeoffice. Warum soll ich das weniger verdient haben als die Zielgruppe des Betreuungsgeldes?

    Mein Problem ist nur, dass ich in keiner wahlrelevanten und öffentlichkeitswirksamen Zielgruppe bin. Ich darf zum Umverteilen Mittel bereitstellen, ich erhalte keine. Nicht förderungswürdig, da bleibt der andere Lebensstiel ein frommer Wunsch.

    So geht es also wieder einmal um das Finanzieren von Lebensträumen auf Kosten der Allgemeinheit. Eigentlich eine Spezialität der Linken, hier ausnahmsweise mal aus der rechten Ecke.

    • Es ist nun mal, wie wir aus der statistik wissen, das, was viele Mütter genau so wollen. Wenn man es ihnen leicht machen will, dann fördert man es. wenn man keine Kinder will, lässt man es bleiben. so eonfach.

  24. Die Kuh ist aber schön ins Fliegen gekommen
    Lieber Don, da haben Sie ja mal wieder stilvoll gegen das offizielle Gutdenken gehetzt… ich kann allein aus Ihrer Rhetorik ihre Polemik gut nachvollziehen, muss aber gleichzeitig meine Schadenfreude zugeben, da mir Horst der I. und seine Kameradschaft sehr wenig sympathisch sind.

    Den qualifiziertesten Beitrag hat „Pantherle“ geliefert, der einen darauf hinweist, dass die Situation – wie alle modernen Gemengelagen – sehr komplex ist. Ich habe mich gerne kompetent belehren lassen, dass von Kevin die blutige Nase, und ihm ein gestelltes Bein, keinen Zuwachs an Sozialkompetenz vermittelteln. Hätte ich unreflektiert erst genauso gedacht – und dabei einen klassischen Fehler gemacht:
    Kinder als junge Erwachsene sehen.

    Nein, sie lernen anders, lernen wohl am meisten von dem, was ihnen ihre akzeptierten Respektspersonen/Vorbilder als Beispiel vorleben.

    Daher die in den Kindergarten mitgenommene SUV-Schnöseligkeit, oder die RTLII-Prolligkeit – oder Sympatien für eine glasklare Ansage radikaler Religionen, die einen eben genau vor dieser modernen Komplexität bewahren. Wie sonst könnten junge, eher ansehnliche junge Frauen nach Syrien gehen, um völlig freiwillig als Zweitfrau-Betthupferl für irgendeinen mehr oder weniger freundlichen, gepflegten Kalaschnikov-Zausel zu enden?

    Wir können das gerne so polemisch-abwertend sehen – aber es MUSS ihnen etwas geben, um so zu handeln!

    Und da setzt meine Argumentation Pro-Kita ein: Wer mit allen Makeln, wie von Pantherle eindringlich geschildert, in einem solchen Umfeld aufwächst, hat immer noch eine bessere Chance, normale Vorbilder zu gewinnen, als wer, sich mehr oder weniger selbst überlassen, seine Existenz der Rendite einer „Herdprämie“ verdankt. Im Viererpack wachsen die Grenzkosten langsamer, als der mögliche Gewinn.

    Die Welt ist komplex – und ich kann auch die Frustration zweier junger Mediziner in der Welt von heute gut nachvollziehen, immer mit der Häme gegen „Porschefahrer“ konfrontiert zu sein, während doch eigentlich jeder weiss, dass der Arbeitsdruck in dieser Sparte gewaltig, und die Löhne dem vermeintlichen Status lange nicht mehr entsprechen.

    Dass es immer noch beschissener Perspektiven gibt – geschenkt. Wenn wir aber unsere Politik immer an denen ausrichten, denen es am allerschlechtesten geht, kommen wir nie auf einen grünen Zweig.

    Leistung muss sich lohnen! Diese rustikalkapitalistische Binsenweisheit sollte eigentlich mit Taten unterfüttert sein – dass sie das im heutigen Kosmos von Finanzzynismus nur noch rudimentär ist, ist einer der Grabsteine unserer geliebten freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

    Wenn der Geist beschäftigt ist mit Maut, Betreungsgeld, Homoehe, Teddy-Schenken oder Dachstühle abfackeln, können die lustig schalten und walten, die über die profane Welt von Flachbildschirmen, sportlichen Familienkombis und Biergärten nur müde lächeln können, wenn sie im Helikopter ihrer Privatinsel zuschweben.

    Wir jammern viel zu viel über Nischenprobleme, statt zu feiern, DASS man hier nicht in einen Kartoffelsack gesteckt auch mal einen Eimer Sangria niedermachen DARF. Dass man überhaupt vieles „darf“ – anstatt nur zu „müssen.“

    Vielleicht sind aber viele Erwachsene nur alte Kinder geblieben, die für nichts so dankbar sind, wie eine klare Ansage.
    SO schlecht war die DDR nun auch wieder nicht, und auch der Führer hat neben seinem grossen unaussprechlichen Jahrhundertverbrechen in so manchem recht gehabt.
    Würg.

    • Ich wollte nur zigen, dass man die Sache auch anders sehen kann. Viele trauen sich das wege des öffentlichen Drucks nicht sagen und ich bin ja auch dezent. Am Ende wird dann die CSU gewählt. Und was hat man dann davon? Nichts. Das ist alles, was ich sage wollte.

    • "Ich bin ein Kind. Ich hab ein Heim. Ich brauch kein Kinderheim"
      Mit wieviel „Rendite“ rechnen Sie denn bei 150 Euro Betreuungsgeld? Im tief-sozialistischen Finnland bekomm ich 300 Euro. Wenn ich die kompletten 2500 pro KiTa-Platz ausgezahlt bekäme, könnte ich mir eine 24-Stunden-Betreuung leisten. 7 Tage die Woche. Mit deutlich mehr eingekaufter Kompetenz als in einer handelsüblichen Kinder-Liege-Batterie.
      Schon mal einer realexistierenden KiTa-Diktatorin begegnet? Kann kaum vollständige Sätze artikulieren, aber Topp-Bildung in Fingernageldesign und Smartphone-Game-Scoring weitergeben.
      Wenn Sie versuchen ein leicht kränkelndes Kind morgens abzugeben, weil Sie in den Krankenhaus-Schichtdienst müssen -oder ein für das Überleben des Unternehmens relevantes Meeting haben- trifft Sie die volle Wucht der Diktatur.
      Übrigens -Zweijährige sind die laizistischsten Persönlichkeiten, die ich kenne, denen geht Religion sowas von am Windelpopo vorbei.
      Sie verbrächten lieber ihr Leben in der Villa Kunterbunt mit Herrn Nilson und dem „Onkel“ und würden am ehesten dem obigen Pippi- Zitat zustimmen.
      Klare Ansagen machen sie vorzugsweise selbst. Da brauchen sie keinen Führer. Auch keine Führerin. Und nein, Horst I. wählen sie ganz sicher nicht. Solche Kinder sind immun gegen Despoten.

    • Das ist ja das, was ich sage: Es gibt nicht genug gutes Pwrsonal, damit alle gute Kitas bekommen. Das wird noch ganz böse Überraschungen geben.

    • Sorry, so nicht...
      „…ich kann auch die Frustration zweier junger Mediziner in der Welt von heute gut nachvollziehen, immer mit der Häme gegen „Porschefahrer“ konfrontiert zu sein, während doch eigentlich jeder weiss, dass der Arbeitsdruck in dieser Sparte gewaltig, und die Löhne dem vermeintlichen Status lange nicht mehr entsprechen.
      Dass es immer noch beschissener Perspektiven gibt …“

      Ihre Beschreibung der Welt wundert mich heute ja schon ein wenig… aber immerhin sie finden noch, dass es unterhalb zweier junger, porschefahrender Mediziner noch „beschissenere Perspektiven“ gibt?
      Ernsthaft?

      Auch dieser Satz stösst mir auf:
      „Wenn wir aber unsere Politik immer an denen ausrichten, denen es am allerschlechtesten geht, kommen wir nie auf einen grünen Zweig.“

      Genau das ist meine Kritik and der unmenschlichen Politik Merkels, einerseits mit der Finanzwelt unter einer Decke zu stecken, aber andererseits die mangelnde Bereitschaft denen ganz Unten zumindest mal auf den untersten der grünen Zweige zu helfen.

      Eine solche Welt ist inakzeptabel und zutiefst widerlich!

  25. Ist Freiheit noch ein Wert?
    Gibt es hier noch Spuren von Demokratie?
    Wo ist überhaupt ein Funke Gerechtigkeit?
    Warum möchte eine Seite der anderen gesetzlich vorschreiben, wie sie zu leben hat?
    Haben wir nicht 1989, 1945 und 1918 diejenigen verjagt, die uns nach ihrem Modell verbiegen wollten?
    Jetzt fangen wir neu an?
    Wenn ein KiTa-Platz ca. 1.500 Euro (eher mehr) monatlich an Kosten verursacht, und wir sprechen von Wahlfreiheit, dann bitte gebt für jeden Platz – wo er auch sei, im staatssozialistischen oder familiären Umfeld – diese 1.500 Euro her – oder???
    Dass diejenigen von der Politgesellschaft ohnehin bestraft werden, die sich um ihre Kinder kümmern, mit Rentengeldentzug, und diejenigen, die egomanisch leben, ohne Kinder, doppelte Rente beziehen werden, welche dann die Kinder der Anderen zu berappen haben, geht in dieser ganzen Diskussion ohnehin unter.
    Längst entscheiden fragwürdig besetzte, über dem Gesetz und dem Recht stehende Gerichte darüber, was das Volk zu wünschen hat. Abgeordnete wählen wir nur zur Makulatur, haben sie doch gar nichts mehr mitzureden, jedenfalls nicht gesellschaftspolitisch.
    Adieu, Deutschland.

  26. Einheimischenprogramme
    @Don Alphonso

    „daher gibt ves bei uns auch „Einheimischenprogramme“, die nichts anderes als Familienfördrung durch praktisch geschenkte Grundstücke sind.“

    Das ist es ja was ich meine. Wenn es bei Ihnen am Tegernsee oder in Ingolstadt oder wo auch immer Einheimischenprogramme für Wohnbau gibt, dann möchte ich , der ich diese Förderung nicht in Anspruch nehme, einen finanziellen Ausgleich dafür haben. Das wäre nämlich genau die Logik, die hinter der Forderung nach einem Betreuungsgeld steckt, wenn die öffentliche Leistung „KiTa“ nicht in Anspruch genommen wird.

    • Kommen Sie doch an den Tegernsee – nach fünf Jahren kann man sich da bewerben. Es ist halt eine kommunlae Massnahme, beschweren muss man sich da im heimischen Dorf.

  27. Die taz schliesst sich übrigens wenigstens im Ergebnis dem Don an:
    http://www.taz.de/Kommentar-CSU-und-Betreuungsgeld/!5216080/

    Am Ende wird dann die CSU gewählt. Such is life :-).

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Genau, und in der taz essen sie weiter schimmliges Brot und Pampe aus der Gulaschkanone. Aus denen wird nie was.

  28. Fundamentalopposition
    Dass Don Alphonso und meine Wenigkeit sich hier als „bekennende Reproduktionsverweigerer“ überhaupt erdreisten, unseren Senf in Sachen „Brutpflege“ beizusteuern, entspricht der Chuzpe, dass in der Demokratie jedes Gesäss eine gleichwertige Stimme zu jedwedem Thema äußern darf, so ambitions- und erkenntnisfrei man auf dem Gebiet auch sein mag.

    Das entspricht exakt der römisch-katholischen Sexuallehre, verkündet durch zölibatäre Priester, die offiziell gar nicht wissen dürfen, wo der Barthel den Most holt.

    Da aber die Politik ihren ‚Il Principe‘ gelesen hat, spielt man gekonnt Neid und Mißgunst selbst der jungen Mütter untereinander aus nach dem Prinzip ‚divide et impera‘. Die einen verspotten die „Heimchen am Herd“ und mißgönnen ihnen die 150 Euro „Herdprämie“, die anderen sehen die 150 Euro als „gerechte Entschädigung“ seitens des Staates an (nach den Motto: wir schenken dem Kettenbrief Nachschuldner) und belächeln die „Karrierefrauen“, die ihren Nachwuchs nicht schnell genug in die staatliche Aufzuchtanstalt loswerden können, um im Hamsterrad in Konkurrenz zu den männlichen Kollegen „nach oben strampeln“ zu wollen. Für beiderlei Staatsgläubige gilt: staatlich beglückte Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.

    Und die wahren Totalverweigerer des patriarchalischen Umverteilungssystems, die Reproduktionsverweigerer, stehen am Seitenrand und sehen zu, wie der Kettenbrief langsam an seinen Sollbruchstellen zu reißen beginnt.

  29. Charmant, charmant. Das Betreuungsgeld selbst ...
    … hat leider trotzdem nur den diskreten Charme von Bettvorlegern.

    Die waren in den 60ern in den Schlafzimmern richtig in.
    Weit vor 1972, als Buñuels Film mit den mühsam aber dennoch durchsichtig aufrecht erhaltenen Fassade der obergärigen ähm oberschichtigen Bürgerlichkeit in die Kinos kam.

    Durchsichtig ist dieser nach Mottenkugeln riechende Bettvorleger – obwohl älter – trotzdem auch.

    Will er doch sagen: Mädls, ihr habt doch jetzt gemerkt, wie mühsam der Broterwerb in Büro und Konferenzraum ist. Die Hatz nach mühsam aufrecht erhaltener Existenz. Stress, Falten im Gesicht, Burnout, Herzinfarkt, das ganze Programm. Das ist nichts für euch. Warum überlasst ihr das Falten- und Stressprogramm nicht uns, wie sind eh hässlich wie ein Aff‘, alles andere ist ein Luxus. Und stört uns nicht mit eurem beleidigten Gender-Gekreische und macht das, was ihr früher am besten gekonnt habt: lieb gucken und Apfelkuchen backen. Und wenn ihr nicht mehr selbst backen könnt, gibt es einen Landlust-Bäcker ums Eck. Der gibt Wohlfühl-Seminare mit Apfelduft und zeigt euch, wie das geht. Es gibt einfach nicht mehr Jobs für alle (gab es noch nie), begreift das doch. Es ist nur zu eurem Besten.

    • Das Alte war fraglos auch nicht gut, aber die Moderne ist unfassbar weit weg von den Möglichkeiten.

  30. Dieses Thema sollte es überhaupt nicht geben.
    Wenn Partner ihre Kinder schon so früh in staatliche Einrichtungen geben müssen, damit diese ihren Lebensunterhalt bestreiten, oder die Eltern ihrem Ego nachgehen können, läuft doch etwas grundsätzlich verkehrt.
    Entweder ist die Abgabenlast des Staates zu hoch und zwingt die Eltern zur Arbeit, oder aus einem Kurzbumsvergnügen entstand ein Kind und wird als zu verwöhnendes Tamagotschi in staatliche Vollzeitpflege gegeben, wie einen Koffer ins Schließfach.
    Mein Gott ist das alles bescheuert. Das kann man doch wirklich nicht mehr ernst nehmen.

    • Ja, das ist so ein Nebeneffekt der Sache. Dass man hier familienpolitisch als Armamputierter mit Krücken auf allen vieren laufen soll.

    • Das kann man doch wirklich nicht mehr ernst nehmen.
      Ich würde genau umgekehrt sagen, dass man zu allererst mal dies sehr ernst nehmen müsste.
      Dass die Gesellschaft zu einer solch, wie sie richtigerweise sagen: „bescheuerten“ Veranstaltung verkommen ist, das ist ja nicht vom Himmel gefallen, oder?
      Ich kann den Satz wohl so oft wiederholen wie ich will, er wird ignoriert:

      Es war der Souverän, das deutsche Volk, das in freien demokratischen Wahlen die Geistes-Grössen Kohl, Schröder und Merkel zu Anführern gewählt haben. Diese waren damit beauftragt und wurden dafür bezahlt, Gegenwart und Zukunft dieser Gesellschaft im Interesse der Bürger zu gestalten.

      Finden sie wirklich, dass was also Ursache und Wirkung angeht: „Das kann man doch wirklich nicht mehr ernst nehmen“?

  31. Jethro Tull: Back To The Family/For A Thousand Mothers
    Ich habe zuerst denn Kommentar von Michael Hanfeld unter dem Titel „Krippensong“ und dann diesen Blogeintrag von Don Alphonso gelesen. Michael Hanfeld weist auf einen interessanten Umstand hin: dass sich, was das Propagieren der KiTa betrifft, sich „Linke“ und „Neoliberale“ einig sind. In den Kommentaren findet dann aber nur das übliche Linken-/Grünen-Bashing statt. Nur: In was für einem System leben wir? Liest man so manchen Lesekommentar, leben wir in der EUdSSR. Was ein Quatsch! Das werden die Leser, die solche Kommentare geschrieben haben, aber erst feststellen, wenn TTIP/TISA/TTP/CETA/usw. durch sind und für alle gültig sind. Dann werden sie (hoffentlich) endlich begreifen, dass wir im Kapitalismus leben und dass die willfährigen Helfer des Systems sich des „linken“ und „grünen“ Gedankengutes nur bedient haben, um ihre Wünsche/Forderungen durchzudrücken und Wirklichkeit werden zu lassen. Das „Linke“/“Grüne“ ist doch nur Verpackung. Und was soll das überhaupt, wenn man z. B. sagt, dass die SPD „links“ ist? Wer hat denn bitteschön 1914 für die Kriegskredite gestimmt? Und erinnert sich noch einer daran, wie Friedrich Ebert Freicorps-Leute hat gewähren lassen, welche Liebknecht und Luxemburg erschossen? Die SPD ist nicht „links“. Und das kann man ganz gut erklären, wenn man sich anschaut, wo die SPD ihren Ursprung hat. Und der ist im ADAV. Und der Gründer dieses Vereins wollte eigentlich nur das, was viel später auch Schröder wollte (bei den Grünen: Joschka Fischer, bei den Feministinnen: Alice Schwarzer). Dumm nur, dass er unter den damaligen Umständen mit seiner Herkunft aufgrund der damaligen „gläsernen Decke“ keine Chance hatte. Also gründet man einen Verein/eine Partei/was auch immer. Und was man als hehre Ziele ausgibt, ist nicht mehr als ein Mittel zum Zweck. So wie jetzt die „Linken“ (was immer das auch sei) und die Grünen die nützlichen Idioten für den Kapitalismus geben. Das nur mal so als Kritik von „links“ an den „Linken“ und ihren Kritikern. Und was die Kindererziehung betrifft, so finde ich, dass die Verhältnisse so sein sollten, dass den Familien alle Möglichkeiten gleichberechtigt zur Auswahl stehen und sie die für sie beste wählen können, ohne dass von irgendeiner Seite dann auf sie herabgesehen wird.

    • Ich habe ja den Eindruck, dass das alles nur noch Fassaden von Klientelparteien sind. es geht nur noch um die Legitimation zur Selbstbereicherung, und die Grünen brauchen dazu andere Vorwände als die anderen, und haben hässliche Mundwinkel oder eine Vorgeschichte wie Volker Beck. Immer das gleiche.

  32. Kibbuz
    In Israel gab es mehrere Jahrzehnte das grosse Kinderbetreuungsexperiment Kibbuz. Der Not, dem Wachdienst geschuldet und aus sozialistischen Idealen heraus sahen die Eltern ihre Kinder nur eine Stunde am Tag. Vorbei, passe aber für mich nicht ersichtlich ausgewertet. Dabei hätten die Juden mit Moschawkindern und mit Strenggläubigen schöne Kontrollgruppen.

    Persönlich war ich mit sechs Jahren sechs Wochen auf Freizeit mit der sozialistischen AWO. Wer mir hier Denkfehler bis Dachschaden unterstellt, weiss jetzt woher die Abneigung gegen linke Ideen gründet

  33. Titel eingeben
    Verehrter Don,
    es ist das erste Mal, dass ich einen Text von Ihnen nicht wirklich nachvollziehen kann.
    Ich für meinen Teil bin der Meinung, das der Staat eine Berufstätigkeit beider Eltern ermöglichen sollte. Die Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben nimmt er nur allzu gern. Da kann er auch gerne in Quali und Quanti der Kinderbetreuung investieren. Ich kann es dagegen nicht einsehen warum wir (Noch Doppelverdiener, drei Nachkommen) den gelangweilten, mit der Erziehung völlig überforderten Helikoptermamis mit unseren Steuergeldern das unproduktive rumlungern bezahlen sollen. Aber im Ernst…warum sollte Jemand dafür einen Ausgleich erhalten, wenn er eine Staatliche Einrichtung nicht nutzt? Und wenn ich dafür bezahlt werden will, dass ich das Kind das ich mir gewünscht habe zu einem vernunftbegabten Menschen erziehe, obwohl mich niemand dazu gezwungen hat ein Kind zu bekommen, dann frage ich nach dem warum.
    Ich hätte dann gerne auch die Rente mit 30 und einen ordentlichen Zuschuss zum Unterhalt meines Segelfliegers.
    Grüße aus dem Rheinland!

    • Naja, der Staat und die Eltern machen da halt gemeinsame Sache gegen das Kitawesen und ich denke, es kommt nicht ganz so gut an. Der ausbau ist ja auch politisch gewollt, aber nicht durchwegs von den Eltern gewünscht. So ist halt der Süden und da hat man dann einen Trick gefunden. Das muss keiner mögen. Aber es is wias is.

    • Titel eingeben
      Der Kita-Ausbau ist nicht durchweg von den Eltern gewuenscht? Es gibt diejenigen Eltern, die ihn sich mit guten Argumenten wuenschen koennen, und es gibt Steuerzahler, die mit anderen (von mir subjektiv als weniger gut empfundenen) Argumenten jedes Recht haben, gegen den Ausbau zu sein. In der oeffentlichen Diskussion scheint das aber die Minderheit unter allen Steuerzahlern zu sein.

      Wenn jetzt ein paar dieser Steuerzahler auch Eltern sind, dann tut das gar nichts zur Sache (weil sie diese Einrichtungen, die sie selbst nicht nutzen wollen, nicht staerker mitfinanzieren als jemand kinderloses). Ehrlichgesagt glaube ich, dass Ihnen da ein Argument verrutscht ist, verehrter Don. Was die Anhaenger des Betreuungsgeld moechten, ist, das Geld mitnehmen, das sie mit ihren kleinen Kindern auch sicherlich gut gebrauchen koennen. So ehrlich sollte man dann aber schon sein, anstatt unterschiedliche Erziehungsweisen oder auch Ideologien gegeneinander auszuspielen.

  34. Wir fordern die sofortige Wiedereinführung des Betreuungsgeldes!
    Wir fordern die sofortige Wiedereinführung des Betreuungsgeldes!
    Da das Bundesverfassungsgericht den staatlichen Zuschuss, auf Bundesebene, für verfassungswidrig erklärt hat, fordern wir die sofortige Wiedereinführung auf Landesebene im gesamten Bundesland, von allen 16 Bundesländern.

    Eltern wurde mit dem Wegfall des Betreuungsgeldes eine echte Wahlmöglichkeit entzogen. Wer sein Kind aus Überzeugung nicht Fremdbetreuen lassen möchte, sondern sich seinen Kindern bis zu einem bestimmtem Alter in erster Linie selbst widmen möchte, dem war mit dem Betreuungsgeld sehr geholfen und eine Wahl zwischen der Fremd- und Eigenbetreuung war leichter zu fällen und das Verhältnis ausgewogener. Mit Auflösung des Betreuungsgeldes werden Eltern viel eher gezwungen sein, ihre Ideale und Überzeugung aufzugeben, zum Wohle des Geldbeutels. – Der Staat entscheidet was Eltern mit ihren Kindern zu tun haben, eben weil nur die Fremdbetreuung vom Staat gefördert wird, frühkindliche (Staats)Bildung nennen sie das!

    Unterzeichnet die Petition:
    https://www.openpetition.de/petition/online/wiedereinfuehrung-des-betreuungsgeldes

  35. Politik, für die, die sich auch dafür interessieren
    Da wusste ich doch, dass ich mit meiner Apologie für Mediziner eine übergebraten bekomme!
    Die universelle Verdummungspolitik hat zu einer pauschalen Anspruchshaltung geführt, ohne sich Mühe zu geben, auch leben zu können wie Geissens oder Fussballstars und Konsorten – was dadurch verschärft wird, dass wenig Ausbildung erfordernde Jobs zunehmend beschissener bezahlt werden oder ganz wegrationalisiert oder nach sonstwo outgesourcet werden.
    Wenn es wurscht ist, ob ich hartze oder arbeite – würde ich auch lieber meine Zeit frei einteilen.

    Es gibt zwei Grundübel der Linken, einmal, dass sie zu wenig strategisch nachdenken, und das andere, dass sie glauben, dass alles gut wird, wenn man das Privatvermögen weitestgehend beschlagnahmt.

    Ungerechtigkeiten wird es immer geben – aber wenn niemand da ist, der die wirklichen Verantwortlichen herausarbeiten will, warum unsere Welt in einem globalen Sozialdumpingstrudel hin zu chinesischen oder mexikanisiert-amerikanischen Verhältnissen steckt, werden wir als Weltverbesserung immer nur Deluxe-Versionen von mallorquinischen Katz- und Hunde-Rettungsprogrammen bekommen. Die gucken dann immer so lieb.

    Natürlich sollte Politik den Ärmsten der Armen einen Überlebensraum lassen – theoretisch- aber konkret: wenn man den weltweiten Wohlstand radikal auf alle Menschen verteilen würde (oder nur ansatzweise) – entstünde schnell eine absolut gewalttätige Gesellschaft, weil sehr viele Menschen das erste Mal die Mittel bekämen, sich „mehr“ zu holen als ihr Nachbar.
    Das ist auch der Sprengstoff der Massenmigration. Wenn man eines Tages keine Lust mehr hat, für eine Suppe Schlange zu stehen…

    Man kann wirklich nur für akzeptable Lebnsbedingungen in Nahost oder Afrika sorgen, oder muss dann irgendwann das Gewitter über sich ergehen lassen, was Gewaltbereitschaft und Vermehrungsdynamik bedeuten.

    Darum eine Politik, vor allem für die, die sich engagieren. Die die Hoffnung nicht aufgegeben haben. Die wissen, dass man auch geben muss, und nicht nur nehmen. Und dass jeder Mensch ein unterschiedliches Blatt guter und schlechter Karten geerbt hat, mit denen er geschickt spielen lernen sollte.

  36. Titel eingeben
    @chrysostomus sagt: 22. Juli 2015 um 15:03 Uhr

    Mir fehlt die Fähigkeit solche Sachen auf ihre simple Art zu klassifizieren….. Einen „Langzeit-Versuch“ mit dem, was ich und etliche Andere under einer Kita verstehen hat es nie gegeben und wird es nie geben. Die Schlüsse die sie aus dem bestehenden DDR Beipiel ableiten sagen nichts über Kitas an sich, sondern einiges über den Zieher solcher Schlüsse.
    Nobelpreise sind auch nicht gerade sonderlich aussagekräftig, wenn man bedenkt, wer so alles einen Friedens Nobel Preis bekommen kann, oder?
    Wie Don ganz richtig sagt, war die Aufgabe der Kitas in der links-faschistischen DDR die Produktion guter Grenzsoldaten.
    Das hat man geschafft und sowas müsste ihnen doch eigentlich gefallen. War also nett von Don, dass er sie daran erinnert hat, oder?

    @Don Alphonso sagt: 24. Juli 2015 um 12:26 Uhr

    „Das Alte war fraglos auch nicht gut, aber die Moderne ist unfassbar weit weg von den Möglichkeiten.“

    Genau das ist es, was ich an so mancher ihrer Kritiken nicht verstehe. Ja, „das Alte war fraglos auch nicht gut“, aber wie man sich vorstellen kann, die „moderne“ Gegenwart könne anders sein als sie ist, das bringt mich immer ins Grübeln…

    Welches Potential halten sie denn heute für realisierbar, in der real existierenden Welt mit den real existierenden Menschen? Doch wohl sicher nicht dieses:

    „Don Alphonso sagt: 24. Juli 2015 um 12:20 Uhr
    Ah – endlich.
    Indoktrination ist schlecht, spielen ist gut. so einfach eigentlich.“

    Das ist selbstverständlich banal und richtig, aber versuchen sie das mal in „unserer“ Welt….

    Gab es da nicht vor ein paar Tagen jenen Vater der mit seiner 10 jährigen Tochter an der Hand spazieren gehen wollte und dafür beinahe von einigen GroKo wählenden Gut-Menschen wegen Pädophilie zum Tode durch tot-schlagen verurteilt worden ist?

    • Ich komme ja aus Bayern und weiss aus eigener Ansicht, was eine verbohrte und repressive Gesellschaft ist. Das hat sich langsam zum Besseren gewandelt, und heute sehe ich mich von Wntwicklungen konfrontiert, die wieder genauso doktrinär und verbiestert sind. Und ich verstehe, das diejenigen, die diesen Wandel mitgemacht und ermöglicht haben, jetzt auch ein wenig verdatttert vor dem neuen Unterrückungssystem stehen, das ebem die KiTa fast schon als Verpflichtung anpreist und Frauen und Männer in den Beruf zwingt. Oder die Kampagne für Flüchtlinge – ich halte es ebenso für wichtig, die zuwanderung so zu gestalten, dass sie mitgetragen wird. Ich sehe nur nicht, dass das mit dem, was Medien da treiben, erreicht werden kann. Die Mehrheit ist für das Asylrecht, aber nicht für dessen Aushebelung durch Überforderung. Man sollte da eher überzeugen denn ideologisch ausgrenzen. Mir geht der Hut hoch, wenn ich all die Äusserungen über Bayern lese, wo wirklich viel für Flüchtlinge getan wird.

  37. Allotria
    Seyn Nachwuchs hat es wahrlich schwer.

  38. @TGA
    (Bitte um Vergebung ein wenig, nicht ganz o.t.)@TGA

    Falls Sie mitlesen, TGA, ich hätte da was für Sie. Sie mögen doch meinen Gebrauch des Wortes von der „Lügenpresse“ nicht?
    Dann machen Sie (und alle anderen) doch mal Folgendes…

    In der Zeit #30, Seite 5 finden Sie einen Artikel, der den Rechtsstaat in China (zu Recht) aufs Ärgste kritisiert.
    Dann gehen Sie auf Seite 25, dort gibt es einen Artikel „Wider Willen ruhig gestellt“ über rechtsfreie Räume in Alten- und Pflegeheimen. (Wenn nicht verfügbar, geben Sie mir ihre e-mail adresse und ich schick Ihnen, oder jedem anderen auch, die beiden…)

    Nun vergleichen sie die beiden Zeit Artikel mal miteinander, und was diese für Schlüsse über den Rechtsstaat in beiden Ländern aus solchen Vorfällen ziehen.
    China ist der grosse Skandal, einen (EINEN!) Rechtsanwalt einsperrt, weil der im Grunde genommen (natürlich zu Recht) gegen den Staat ist.
    (Sowas könnte in DE nie passieren, es sei denn man heisst Mahler).

    Und in DE erhalten aus Profitgründen zu jeder Zeit 240 000 Patienten mit Demenz – das entspricht einem Viertel – Neuroleptika, stark wirksame Beruhigungsmittel, Mittel die gegenüber Menschen gleichen Alters ohne Demenz zu einer 1,6- bis 1,7-fachen höheren Sterblichkeit führen. Der Grund, lt. Zeit Autor? »Sehr viele Pflegeheime sind weitgehend rechtsfreie Räume«

    In unseren Medien allerdings ist China kein Rechtsstaat und zu verurteilen, während man in DE leider, leider damit leben müsse… weil man die Steuergelder ja für Wichtigeres als Pflegkräfte brauche.

    Könnten Sie mir denn ein Gegenbeispiel geben, wie Ihrer Meinung nach eine Lügenpresse aussähe?

  39. Wo gehobelt wird...
    @TDV: Im Sachverhalt stimme ich Ihnen voll zu, wenn man die Zustände schon in „normalen“ Pflegeeinrichtungen mitkriegt, kann man sich nur eine Lösung a la Schweizerischen Exit vorstellen, lieber sich selbst sozialverträglich frühabzuleben, statt als eine solche Art „menschlicher Sondermüll“ bis zur Löffelabgabe verwahrt zu werden, mit Singen Und Klatschen und der Kartoffelschälgruppe. Das in den Aufenthaltsräumen laufende Idiotenfernsehen, mit Tieren, erhöht die Folter, man kommt nicht mal zum geistigen Ausklinken durch Meditation, weil der Mensch auf „Sensationen, Sensationen“ reflexartig auf bewegte Bilder anspringt.

    Ich mag das Wort „Lügenpresse“ nicht, nicht weil ich in der Sache blauäugig wäre, sondern weil es sehr tendenziell von problematisch-extremen Kreisen gebraucht wird.

    In DER Welt, in der wir leben, muss ein Konsens auf die Funktionalität der Gesellschaft hergestellt werden – und das passiert hier wie in China oder in den USA.

    Das sehe ich zu grossen Teilen als schicksalshaft, und halte mich deshalb auch lieber in diplomatischen Sprachraum auf – mit dem Ziel, die unter den Teppich gekehrten Entscheidungen sichtbar zu machen, dass man sie aktiv getroffen hat, ggf. anders treffen könnte.

    Warum wird die Diskussion, WER am Ende die Eurorettung wirklich bezahlt, nicht geführt?
    Warum redet man nicht darüber, WAS mit den jungen, wütenden Flüchtlingsmännern geschehen soll?
    Warum thematisiert man nie, dass der Spitzen-Einkommensteuersatz in Griechenland von 26 auf sagenhafte 29 % erhöht wurde?

    Ich nenne das lieber alternativlosen Sachzwang, um nicht von der Kanzlerin gehauen zu werden.
    Dass Bosbach sein Ausschuss-Mandat gerade so dezent niedergelegt hat, war ja auch ein Zeichen.
    Da gab es doch mal ein Sprichwort, dass aus dem Wasser gezogene flossige Meeresbewohner sehr schnell vom Haupt her üble Gerüche ausströmen, sowohl einzeln wie kistenweise…

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