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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Fahren, bis die Sonne scheint

| 212 Lesermeinungen

Ein Text, in dem niemand eine fade Moin, ein Grindkopf, Gschleaf, Heisalschleicha, Letschtnbene, Trietscherl oder Netzfeministin geheissen wird.

Früher, vor 100, 150 Jahren, waren reiche Menschen fortschrittlich und wollten stets die neuesten technischen Errungenschaften. Electricität. Fliessendes Wasser. Breite Strassen, Züge und Trambahnen. Deshalb befinden sich in Augsburg, einem der Zentren der industriellen Revolution, einige hübsche Villen an einer heute lauten, viel befahrenen Strasse, auf der sich auch die Tram drängelt. In einer dieser Villen lebte ein Mann, dem seine Freunde sagten, er sollte etwas für seine Gesundheit tun und mehr radeln. Er kaufte sich Anno 1982 also ein wirklich schickes Rad der italienischen Marke Somec und kreuzte nach ein paar Ausfahrten die Schienen der Strassenbahn, an deren Nähe sich der Mensch, aber nicht der Gummi des Reifens gewöhnt, wenn es feucht ist. Der Mann legte einen kapitalen Abgang hin, die tiefen Furchen im rechten Bremshebel künden noch davon, verlegte sich wieder aufs Nichtstun und starb dann letztes Jahr aus einem anderen Grund, und auch nicht unter der Strassenbahn. Ich musste das Somec, das ich von seinen Erben bekam, nach 33 Jahren nur entstauben.

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Wie die Zeiten sich geändert haben, sieht man daran, dass über heutige leitende Angestellte, also Manager, solche Zeilen kaum erscheinen würden. In den 50er Jahren konnte der kugelrunde Heinz Erhardt noch glaubwürdig einen Eierlikörfabrikanten verkörpern, und nirgendwo im Film taucht die Frage nach der Herkunft der Eier auf. Heute müsste, damit ein modernes Remake in der ARD laufen dürfte, jede Menge Kritik erkennbar sein, und ein Saulus-Paulus-Erlebnis beim Betrachten glücklicher Hühner, die idealerweise für das Ziel der Volksaufklärung von einer lesbischen Schutzsuchenden aus Nigeria nach der Sharia vegan ernährt werden. Und Manager müssen schlank sein. Der rundliche Fabrikant war schon in meinen Jugendzeiten am Aussterben, Sport war nicht unüblich, aber im Westviertel der kleinen, dummen Stadt wohnen die Lenker des hiesigen Weltmarktführers – und die sind alle schlank, sportlich und tun auch etwas dafür. Einen kenne ich aus meiner Schulzeit: Der war damals dick. Heute nicke ich ihm aufmunternd zu, wenn ich ihn joggen sehe. Das System hat ihn körperlich auf Linie gebracht. Dagegen ist nichts zu sagen.

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Ich bin bekanntlich eher faul und an Karriere gründlichst desinteressiert, und vorgestern nun war ich mit einem anderen Beitrag fast fertig, da schaute ich zum Fenster hinaus nach Westen, und dachte mir: Eventuell wird es da hinten zu später Stunde doch noch schön. Vielleicht klart es noch auf, im Westen, wo die Sonne untergeht, die Tage sind lang und den Beitrag kann ich auch irgendwann später fertig schreiben. Der Tag war hässlich und regnerisch genug, der Sommer in Deutschland ist nach all den sonnigen Wochen in Italien eine echte Zumutung – da muss man nehmen, was man kriegen kann.

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So fuhr ich los. Denn als ich fünf Jahre alt war, wollten meine Eltern einen Gebirgsurlaub mit uns Kindern machen. Das ist eigentlich schön, aber in Südtirol klebten Regenwolken zwischen den Bergen wie Ex-Stasi-IMs zwischen SPD-Ministern, und es war grau und hässlich. Es war auch absehbar, dass es so bleiben würde. Also packten meine Eltern den silberblauen BMW mit dem 2,5-Liter-Aggregat, stopften uns Kinder auf die Rückbank, und fuhren los, weiter in den Süden. Kinder fragen dann immer, wie lange es noch dauert, und mir kam die Poebene endlos vor: “Vater, wann sind wir endlich da-ha?“ Und mein Vater antwortete: “Ich fahre, bis die Sonne scheint.“

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Auf diese Art und Weise sahen wir Modena, Bologna, Florenz und gefährliche Pässe im Apennin im Regen, regenschwarze Dörfer auf dunklen Bergen, Urbino im Regen, das Meer im Regen und es war schon tiefschwarze Nacht, als endlich der Mond durch die Wolken über dem Meer erkennbar wurde. Bis unterhalb des Sporns hatte uns der hochdrehende Motor des BMW und der unerbittliche Wille meines Vaters gebracht. Nach einer abenteuerlichen Hotelsuche, die heute noch den Schatz der Familienlegenden bereichert, waren wir also am Meer. Und dann drei Wochen im Sonnenschein, während Norditalien weiter absoff.

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Es gibt aus diesem Urlaub Bilder von mir mit einem orangen Plastikeimer im Sand, und ich sehe glücklich aus. Man muss eben seine Ziele im Leben haben. “Fahren, bis die Sonne scheint“ war früher so ein Ziel, und es ist auch heute noch so, wenn ich am plattgestürmten Getreide vorbei nach Westen fahre, der Sonne entgegen. Diese Freiheit musste man früher haben: Die Möglichkeit, sein Leben selbst zu bestimmen und zu fahren, bis es passte. Das war Luxus. Das war – und ist – nicht billig, aber es war möglich. Es war auch möglich, in dieser Zeit für die Firma nicht erreichbar zu sein, ohne dass die Firma damals pleite gegangen wäre. Wer etwas wollte, musste sich eben gedulden. Wir waren am Meer, ganz weit unten, nach einer Woche fühlte sich meine Mutter dann auch mal bemüssigt, die Verwandtschaft wissen zu lassen, wo wir waren. Mit Postkarten, von denen einige nicht Deutschland erreichten. So war das.

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Ich habe vor diesem Beitrag nachgeschaut: Das Hotel am Meer gibt es immer noch, und heute wirbt es – wie alle – mit Wellness und einem prämierten Restaurant um wohlhabende Gäste. Ich weiss nicht, ob man dort noch um Mitternacht wie meine Eltern einmarschieren und auf die Glocke hauen kann, während draussen der glühend heisse Motor unter der raubfischartigen Karosserie knackt und die Kinder auf dem beigen Leder der Rückbank, an ihre Plüschgiraffe gekuschelt, tief und fest schlafen – man sollte aber mit winzigen Portionen auf grossen Tellern leben und dadurch abnehmen können. Damals gab es dort absurd riesige, mehrstöckige Buffets und gelbrotkarierte Tischdecken. Wir sind gefahren, bis die Sonne schien. Das war der Luxus der guten, alten Bundesrepublik Deutschland. Heute fährt man bis zum Sommelier, akkurat geschnittenen Lauchblättern und zum klimatisierten Indoor-Pool.

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Check mal Deine Privilegien schallt es uns entgegen, wenn es um Fragen der sozialen Gerechtigkeit geht. Das tut man in unseren Kreisen viel zu selten, man lässt sich einfach von der Entwicklung mitziehen. Reichtum und Luxus sind heute etwas ganz anderes als früher, der damals grosse BMW wäre heute klein und schwach, dafür sind die alten Villen zu gross für moderne Kleinfamilien. Es steigen die Ansprüche an das Leben und an sich selbst, man muss sich Wissen und Kompetenzen erarbeiten, die es früher einfach nicht gab, und blättert dann in der Freizeit in der Landlust, oder bestellt eine handgeschmiedete Axt. Die Sonne scheint. Sie scheint immer, aber nie für alle und als ich dann endlich auf dem alten Rad vor ihr ankomme und absteige und einfach nur zuschaue – bin ich allein. Auf den neuen, riesigen Bildschirmen streiten sich Männer um Bälle, wie sie es 1982 in Bildern aus Spanien auf kleinen Bildschirmen auch schon getan haben, als Italien Deutschland vom Platz fegte, und davor sitzen Menschen, während draussen der Himmel rot und blau leuchtet.

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Man muss sich heute bei uns seine Privilegien aussuchen, und die Fähigkeit dazu haben – aufgrund der immensen Verfügbarkeit für die meisten Menschen, die im Supermarkt vor Dutzenden von Waschmitteln der immer gleichen Grosskonzernen stehen. Der Luxus, mit dem Automobil in den Süden zu fahren, wirkt klein angesichts der günstigen Flugpauschalreise. Aber die Erde dreht sich weiter um die Sonne und die Kugeln in den Lagern eines 34 Jahre alten Rades sind nicht anders rund als jene in den Rädern, deren Pedale im Geschäft mehr als mein Somec aus dem Speicher kosten. Am Ende wird gestorben.

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Das ist nun mal so. Der Sonne ist es egal, ob man sich Mühe gab, sie oft zu sehen. Es gibt genug andere Optionen, im reichen, Neuen Deutschland. Da muss man nicht von Glück reden.

 

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212 Lesermeinungen

  1. Danke für die schönen Fotos!
    Desweiteren vielen Dank für den schönen Text. Freizeit im Regen hat übrigens auch ihr gutes. Hauptsache, der Mensch darf Mensch sein, und das geht für mich beim Joggen im Regen so gut wie beim Gärtnern unter der Sonne.

  2. ...heute schaut man sich erstmal von daheim aus die Optionen an, bevor man
    losbrettert:

    http://www.campaniameteo.it/streaming.php?live=battipaglia_marina

    beispielsweise…

    Hier http://www.campaniameteo.it/streaming.php?id=20 kann man morgensvormittags sehen, wie über Rohrleitungen Luft ins Meer, das dann dort hellblau erscheint, gepumpt wird – kein Wunder, dass da trotz des regen Metro del Mare-Verkehrs Blaue Segel für die Badewasserqualität verliehen werden.

  3. schrieb mal vor zwanzig
    Jahren einen sehr schönen Essay in dem er das Handy zu einem Zeichen der gesellschaftlichen Marginalisierung erklärte. Eine wirklich mächtige Person, argumentierte er, müsse nicht ununterbrochen erreichbar sein, sondern letztlich nur subalterne Handlanger. Ich weiss nicht ob er vor seinem Tod noch mal über „handheld devices“ geschrieben hat, aber es würde mich sehr interessieren.

    Grundsätzlich stimmt seine Analyse natürlich immer noch. Wer einflussreich oder einfach nur reich ist, braucht kein Facebook-Profil, keine öffentlich zugängliche email-Adresse und muss natürlich auch nicht anderweitig erreichbar sein. Und das ist dann tatsächlich Luxus.

    • ich bin
      nicht reich, auch nicht einflussreich, aber diesen Luxus gönne ich mir.
      Und ich kann bestätigen: Es ist die blanke Erholung.

    • Das stimmt nicht und Eco hat Recht!
      „Wer einflussreich oder einfach nur reich ist, braucht kein Facebook-Profil, keine öffentlich zugängliche email-Adresse und muss natürlich auch nicht anderweitig erreichbar sein.“

      Das ist ein grandioses Missverständnis.
      Es ist nämlich nur eine Frage des Selbstwertgefühls. Die meisten Menschen haben damit (völlig zu REcht übrigens!) grosse Probleme, und der Erfolg von iPhones und Facebook belegt das unübersehbar. Wenn ich auf S-Bahnfahrten mal gezwungen bin den selben Minderwertigkeitsgeplagten länger zusehen zu müssen und zur Kennntnis nehmen muss, dass jene/r all 60 Sekunden von seiner Neurose gezwungen wird nachzusehen, ob die Welt endlich meint mehr zu Recht zuu kommen, ohne mit seiner Wichtigkeit Kontakt aufzunehmen… dann hat sich ihre nicht gestellte Frage beantwortet.

      Ja, es gibt Leute die müssen erreichbar sein, und wenn sich dies in entsprechender Höhe im Gehalt niederschlägt, dann sollte auch jeder die Freiheit besitzen sich für genau so ein Leben zu entscheiden.
      Aber diese Leute sind Ausnahmen.

      Nahezu ALLE deren iPhone 24 Stunden am Tag eingeschaltete sein MUSS, kompensieren damit schlicht und einfach ihre völlig nebensächliche, jämmerliche Existenz.

      Es wird mich wohl bis ans Ende meiner Tage erstaunen, warum so viele Menschen so leben, als hätten sie noch ein Zweites in der Hinterhand….

      „Ich bin ja eigentlich ganz anders… ich kom nur so selten dazu.“ Gell?

    • Titel eingeben
      Ich hatte das damals auch gelesen, wie ich fast alles vom Eco gelesen hatte. Und da ich sowieso mit ihm einer Meinung war, fühlte ich mich in meiner Ablehnung diese damaligen Mode bestätigt …und habe noch heute kein Taschentelefon (oder ähnliches; da soll’s je inzwischen so manches Spielzeug gehben). Und seltsamerweise fehlt mir nix.

    • ein Praktikus,
      Aussendienstler und überhaupt Pfiffikus sagte mir einmal, klar habe ich ein Handy. Das liegt bei mir im Auto, da kann es klingeln, bis es wieder aufhört.

  4. Privilegien
    Sehr schön gesagt.

    Ein Privileg ist eben nicht nur dazu da, es rücksichtslos auszunutzen, man kann insgeheim darüber nachdenken und es bietet die Gelegenheit, genau das Gegenteil tun – und lächelnd auf seine Nutzung zu verzichten. Sonst wäre es ja auch kein Privileg, sondern ein Zwang. Und gerade gesellschaftliche Zwänge werden gerne als Privileg verkauft …

    Gut, wenn man diesen Weg gehen kann (oder auch radfahren). der Neid anderer ‚Privilegierten‘ wird einem gewiß sein.

  5. Welch wunderbare Farben,
    Text eingeben

  6. ja!
    in Gedanken, Worten und Werken!

  7. Stelldichein mit Gott. Wer bist Du Mensch?
    Von Wehmut gepackt – an Tage denken – für die es keine Wiederkehr mehr gibt.
    Als Freiheit noch meinte, das zu tun, was der Augenblick einem riet.

    Auch heute noch scheint die Sonne jedem – der nur schaut und erkennt.
    Fürwahr alleine ist der Mensch in diesen Augenblicken.Doch nicht einsam.
    Luxus ist das nicht, sich selbst zu spüren und das ganze Stückchen Erde rundherum.

    Es ist ein Stelldichein mit Gott.
    Was kümmert einem da, der Menschenlärm um Eigendünkel und Konsum.
    Auch wenn der Augenblick verrinnt – der nächste schon beginnt.

    • good question
      „Wie kann es ein Ende geben, von etwas, das keinen Anfang hat“?

    • Danke
      Das war vielleicht der schönste Kommentar, den ich je gelesen habe. Er trifft meine Stimmung gerade nach dem Artikel des Don hervorragend.

  8. PINGUINE statt SONNE
    werter DON, die reise in das land er blühenden zitronen sei nun ihr privileg und das des alten schwerenöters aus weimar, der allerdings an der kante des gotthard stehend mehrfach nicht in den süden weiterzog. er hatte sein iphone wohl vergessen um festzustellen, dass die frauenherzen zuhause immer noch und dauerhaft für ihn schlugen.

    heute ist das doch OUT, dann lieber in das südliche patagonien um ja keinen CO2-footprint in europa zu hinterlassen, dann lieber dort. und statt der strahlenden sonne: der anblick heterosexueller, bi-sexueller, homosexueller, metrosexueller oder lumbersexueller pinguine tröstet doch das heutige deutsche touristenherz ausgiebig über die italienische sonne hinweg.

    und zu den weltmarktführern im umland ihrer heimat: wie hier vorausgesagt war Siggi Popp oder Happy Hippo doch erneut der sichere garant für das grandiose scheitern von rettungsinitiativen, die er lehrerhaft und grossangelegt ankündigt, ich gebe zu, das scheitern war ihm antizipativ wohl schon bewusst, er sprach ja von versuchen ohne geling-garantie mit lautem kuckuck- oder kuka-gezwitscher. es wäre ja so oder so eine allianz der verlierer und zuspätkommer gewesen, mehr interessiert aktuell wohl an den texten der erbschaftsteuerreform für grosse familienbetriebe oder an der investmentbanker-frage, wie man mit geringen einsatz viel blockieren und den rest lahmlegen kann. da fehlte halt ein Hubert-Spezial !

  9. Herrlich süffisanter Schlussatz
    .

  10. Keine Tochter von Helikopter-Eltern
    Ich bin mal getrampt bis die Sonne schien. Die Eltern erlaubten nur Belgien und Nordfrankreich, aber da regnete es ausdauernd. Der Sonne entgegen trampten meine Freundin und ich immer weiter nach Süden — bis nach Granada. Wir mussten nur lernen, mit den aufdringlichen Fahrern elegant umzugehen. Auf dem Rückweg ließen wir uns in einem Citroen nach Paris kutschieren und guckten uns Les Halles an, bevor sie abgerissen wurden.

  11. Die wahren Privilegien
    Leute wie wir, verehrter Don, waren und sind die privilegierten . Nicht irgendwelchn Besitzes wegen, sondern unserer Erinnerungen.
    Ich bin ja noch ein paar Jährchen älter als Sie, und kann mich noch gut entsinnen an das „wir fahren in die Sonne“. Nie zu schnell, der Geschindigkeitsbalken im Tachometer des feuerwehrroten minderprivilegierten Opel Kadett wabert beständig im Mittelbereich.
    Die Sonne kam bestenfalls schon am Lago di Garda, oder man fuhr halt weiter.
    Damals gab es ja nicht einmal halb so viel Menschen auf der Welt wie heute, und von denen konnte auch auch noch nicht jeder einen Urlaub leisten; doch es waren schon mehr als wenige Jahre davor, als man die Sehnsucht mit Hits wie „Himmelblaue Serenade“ und „Komm ein bißchen mit nach Italien“ befeuerte.

    Heutzutage sind die Privilegien halt andere. Da kann man sich dafür im ungebügelten H&M Look in einen Billigflieger setzen, und an Bord für ein Zeitungsmagazin einen Artikel in den Laptop hacken, wie schlecht die Männer sind. Am besten man schiebt gleich die Verdienste der Herren Chávez und Maduro hinterher, während die Menschen in Venezuela in die Tischkante beissen.

    Privilegien sind eine komische Sache. Nur nicht mehr so recht zum Lachen.

    • Ja, das sind wir.

      Das verflixte Problem mit der Moderne ist nur, dass die grundlegenden Bereitstellungskosten des Einfachen – Zeit, Platz an der Sonne – so teuer geworden sind, wenn es mehr als Diogenes in der Tonne sein soll.

    • Freut mich, Ihnen eine Freude gemacht zu haben.
      Mir war danach. Manchmal muss man es riskieren zu zeigen was einen bewegt. Bei allem was in dieser verrückten Welt passiert.
      Und wenn es einen anderen Menschen erreicht und berührt – umso schöner.

      Liebe Grüße

  12. alles gut
    Bildschön – das Rad, der Text, die Bildstrecke, die Nostalgie.

  13. Danke!
    Ganz besonderen Dank für das Mohnblumenbild! Meine Lieblingsblume, und selten so gut getroffen! Auch der Artikel ist gelungen, und liest sich wie von frischem Fahrtwind durchweht.

    Mein Dank auch für die Artikel allgemein und das Forum hier, die Kommentare und Links — es ist immer interessant und lehrreich hier zu lesen.

    P.S.: Den Rüffel, zu schnell zu schreiben und langsam zu machen fand ich Langsamtipperin sehr erheiternd.

  14. Schöne Bilder und schöne Erinnerungen
    … und dazu natürlich, wie immer, der auf den Punkt gebrachte Text. Ähnliches hole ich aus den Tiefen meiner Erinnerung, nur dass damals die Autos *Trabant* und *Wartburg* und manchmal auch *Skoda* hießen, und die Fahrt in die Sonne im Idealfall an der Ostsee endete.
    Italien gab`s da natürlich auch schon, nur für jene aus meiner Heimat in unerreichbarer Ferne.
    Was für uns beide bleibt, sind die Erinnerungen … und die theoretische Überlegung, dass ich seinerzeit auch gern die italienische Sonne suchen gefahren wäre.

    • nun, bei mir ist es halt so, dass ich mir die Ecen raussuche, wo es wirklich noch so ist – fahren Sie mal an den Walchsee oder an den Schliersee, da haben sie perfektes 60er-Jahre-Agfacolor-Kulissen bis in die Langnesedetails.

    • Kindheitserinnerungen
      „Eine Sache, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt sehen, ein Buch, das wir lesen, bleibt für immer nicht nur mit dem verknüpft, was um uns her vorhanden war, sondern ebenso treu bleibt es verbunden mit dem, was wir damals waren.“ Das ist von Proust, und der kannte sich mit Erinnerungen wahrlich aus.
      Erinnerungen an die Ostsee werden in der gleichen Währung gehandelt wie solche an Italien. Für uns war es ein VW Käfer in Holland. Für unsere Kinder war es dann Frankreich oder Spanien, für deren Kinder wird es weiter gehen.
      Irgendwann wird es wieder nur ein Baggersee.
      So lange es kein Kartoffelacker wird, oder eine Mülldeponie zur taschengelderhöhenden Rohstoffrückgewinnung, bleibt die Sonne die gleiche und Kindheitserinnerungen bleiben mit etwas Glück auch weiterhin schön.

    • Mir persönlich reicht Kerneuropa völlig. Übernächstes Wochenende bin ich übrigens in holland.

    • Dauergast
      Wie bei so vielem liegt Proust auch hier falsch.
      Noch extremer als bei Literatur ist dieses Gefühl bei Musik, aber verursacht wird es duch das wesentlich intensivere Gefühlsleben, das man in jenem Alter hatte.
      Einen Mann, der sein Leben im Bett verbringt, und dessen Beziehungen zu Frauen nie über Prostituierte hinausgingen (übrigens genau wie beim ebenso grossen Frauenversteher Nietzsche!) als Masstab zu nehmen, erschien mir immer etwas eigenartig…

      Wie peinlich ist doch ein Buch wie die Recherche… verglichen mit den Hundert Jahren Einsamkeit, dem Zauberberg, oder Catch 22….

    • Nederland
      Na, hätte ich nie erwartet, dass Sie mal freiwillig den Main nach Norden überschreiten und dann auch noch durch das be-schränkt regierte NRW fahren, um nach Holland zu kommen.
      Freut möglicherweise alle Niederländer in diesem Blog, dass Sie unserem Land die Ehre geben.
      Wo werden Sie wohnen? Huis ten Bosch oder bei Freddie Heineken in Wassenaar?

      Bitte gerne Photos mit Farben und Licht der Polder, oder auch der See. Wenn es irgendwie geht.

    • Ich bin in Valenburg im Dreiländereck, ausserdem wohl in Aachen und Maastricht.

    • @TDV
      „Wie bei so vielem liegt Proust auch hier falsch.
      Noch extremer als bei Literatur ist dieses Gefühl bei Musik, aber verursacht wird es durch das wesentlich intensivere Gefühlsleben, das man in jenem Alter hatte.“
      Genau das hatte ich auch gemeint. Wir verbinden die Erinnerungen mit unserem Selbst in diesen Momenten, und da waren wir eben unbeschwerte im Augenblick lebende Menschen, deren Leben eine Ewigkeit zu dauern versprach.
      Im Übrigen, es gibt viele gute Bücher, aber an den Meister kommt bisher keiner ran. Er hätte vielleicht den Mut aufbringen können über Albert zu schreiben statt über Albertine. Aber andererseits war es auch so schon nervtötend genug. Ich bin nämlich mal fast aus den Latschen gekippt, als ich in einer progressiven Buchhandlung nach Proust fragte und ihn dann unter der Rubrik „Schwule Literatur“ zu entdecken gezwungen war. Gerade so, als würde man Stefan Zweig bei den Bordellführern einsortieren.

    • Wenn Sie in Holland sind ...
      schauen sie sich mal die Städte am Ijsselmeer an:
      Medemblik, Enkhuizen und Horn.
      An der Küste ist Egmond an See sehr schön.

  15. "...stopften uns Kinder auf die Rückbank..." - hm, da gibt's also noch mehr von
    Ihrer Sorte – vielleicht sogar einen Eineiigenzwilling? Der eine bedient die Stützen, der andere reibt sich an Deus. & ein mögliches Schwesterleinichen mimt Despina & al.?

    • Ich habe eine kleine Schwester, die inzwischen aber eine grsse Dame ist. Allerdings legt sie keinen Wert, hier in Erscheinung zu treten, und ich will nicht verklagt werden.

    • Ach, tat das Not? DA ist eine Kunstfigur, dem Privates sehr gegönnt sei. Herzliche Grüße
      Text eingeben

  16. Titel eingeben
    Nehmen was man kriegen kann

    ist vielleicht missverständlich. Mit klein bärigen Verstand höre ich Balous englischen Text, nicht den deutschen und verstehe bare necessities,
    verstehe Sie nehmen, was Ihnen zusteht, zufällt und Sie bescheiden sich damit.
    Habgier, Völlerei passen nicht zu meinem Bild der Kunstfigur.

    • Ich bin schon manchmal habgierig, aber nicht konstant und dann auch wieder das blanke Gegenteil. Nicht einfach jedenfalls.

  17. fahren, bis das wetter passt
    tja, der trend geht ja heute in die andere richtung: „fahren, bis es regnet“ lautet die devise im pool der fachkräfte und zuchtverbesserer in spe, die sich von unserem südlichen nachbarkontinent auf den weg nach norden machen. unklar bleibt vorerst, wie sie sich in die warteschlange der bereits vorhandenen privilegienanwärter einreihen, die auch gern einen job, eine günstige wohnung etc. – und sex haben möchten.

    aber danke für den luziden beitrag.
    radeln, wenn em oder wm ist, ist ein frei verfügbares und großartiges privileg.
    für den schlusssatz („Neues Deutschland“) extra-kompliment.

    • Regen ist so gar nicht die Motivation, es gibt da genuig klagen über das deutsche Wetter.

      Gern geschenen, es war nur so hingeschmiert,

  18. Eine Frage von Management
    @Umberto Eco – Es ist nicht eine Frage von Reichtum, sondern von Delegieren. Manche Leute brauchen keine ständige whatsup Selbstbestätigung und sind ganz entspannt, wenn sie andere machen lassen.

  19. »Zur Schönen unserer Lieben Frau« (Buildl 9),
    aber nein nicht schon wieder DIE. Da ist als Westen bei Ihnen Don, dort wo das vermeintliche Gerstenfeld daniederliegt, es aber doch Weizen mit Grannen ist. Wegen die Wildsäu. Man sagt es würde ihre empfindlichen Steckdosen reizen.
    .
    Ach ja, fahren bis die Sonne scheint. Ins Elsaß sollte es gehen, mit dem Zelt. Die erste Nacht aber im, mmmh, „Hotel“ (haha) Brauereiwirtschaft Riegel, Zimmereinrichtungen vom Sperrmüll, aber Essen und Frühstück gut. Nein, zum Meer sagten die Kinder, nicht an die Ill und auch nicht auf den Gazon du Faing, zum Wandern. Abends dann wieder Hotel, so richtige Urlaubsumgebung, Thionville, vonne Aabaid ganz grau un wo die Sonne verstaubt, aber die Grobrichtung stimmte. Luxemburg, einige Stunden in Brüssel, abends in Holland am Meer, Monster. Herrliches Wetter, Fremdenzimmer bei netten Leuten, die Kinder waren glücklich..
    .
    Mehrere solcher Spontanreisen gemacht. Über die richtig geplanten und vorgebuchten redet niemand mehr. Mit dem selbst ausgebauten Mini-Wohnmobil von der Firma in der der (vermutlich) der Pförtner die Weisungen zur Manipulation gibt. In den hohen Norden, wo der Elch morgens seine Lippen an das Heckfenster drückte und man unbemerkt Privatgelände auf stand. Kein Problem, mit dem zollfreien Rum-Literflaschen von der Kieler Förde im Bunker.
    .
    Don, der Strand, Marina di Grosseto? Sieht aber auch ein wenig aus, wie der Strand an dem Familie Löffler aus Ampermoching den Italienern Deutsch beibrachte. Aber Wiki sagt, das sei in Terracina gewesen. Der Herr Löffler nennt das, was Sie Gschleaf nennen Geschwirrl. Außerdem kaffd er sich eine Halbe-und bestellt sie nicht.

    • Nostalgie....
      Man verzeiht einer Firma vieles, wenn sie so etwas wie den VW Camper in die Welt gebracht hat, da haben sie Recht.

      Früher konnte man damit bis in die Sonne von Goa. Heute kaum noch vorstellbar, mitten durch Kabul, oder die Wüste von Belutschistan, mit dem Luft gekühlten Boxermotor…

      Im Elsass haben wir aber die Winzer-Wirtschaften den Brauerei Wirtschaften vorgezogen. Unbegrenzter Weinkonsum aus den grossen Fässern mit Weissem und Roten, beim Schlemmen, auf Holzbänken, am nächsten Tag, mit Kater im Kopf, Freundschaftsspiele gegen die örtlichen Fussballmannschaften…

  20. Ideologie-Business
    Lieber Don Alphonso,

    so aus der Distanz gelesen ist Ihre romantische Sonnenscheinbetrachtung wirklich anrührend und meine bürgerliche Seele ist fast tief bewegt, könnte wieder, leicht durch Ihre Gedanken auf`s all zu menschliche Dasein zurückgeführt, weitermachen, wie ich den Tag geplant hatte.
    Doch Ihr Satz: „Das System hat ihn körperlich auf Linie gebracht.“ blieb am Ende Ihrer Geschichte in Erinnerung und ich fragte mich schon, ob mit der heutigen Geschichte dieses Don Alphonsos, jener nicht ebenso vom System auf Linie gebracht wurde?

    Nach fast sieben Tagen ohne das für diesen Blog stehende, charakterisierende Ideologie-Business ist diese Frage ja nicht so abwegig.

    Es fällt wirklich nicht schwer Ihre Kindheitserinnerung zu teilen: „Fahren bis die Sonne scheint“. Dieser Satz, der bei den Meisten Sehnsüchte und Hoffnung weckt, ist doch letztlich jetzt nicht realisierbar, denn da sind die Arbeitsstelle und der geplante Urlaub, die Sommerferien der Kinder sind erst in einigen Wochen und der Campingplatz am Lido di Jesolo im August gebucht. Dieses „Fahren bis die Sonne scheint“ ist das Privileg von Don Alphonso und wenigen Anderen.

    So bleibt die romantisierende, hoffnungsschwelgende Auszeit für die Zeit, die es braucht, um ihre Zeilen zu lesen und bleibt eben Untertan unter scheelsüchtigen Islamis.

    Provozierend, wie aus Ihrer schönen Geschichte reißend, mag es sein, wenn ich Sie frage: „Bespitzeln Sie jetzt auch schon ?“
    „Wir brauchen aber auch in der Bevölkerung eine erhöhte Achtsamkeit, wenn sich Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde radikalisieren. (…) Das muss Teil unserer Sicherheitsarchitektur sein. Solche Hinweise an die Behörden sind unverzichtbar für die Vereitelung von Terroranschlägen. (…)Die Radikalisierung erfolgt nicht nur im Internet, sondern beginnt regelmäßig auch im persönlichen Umfeld der Menschen.“
    Bei der von Herrn Maizière geforderten Achtsamkeit bleibt ja eigentlich keine Zeit mehr für romantische Betrachtungen Ihrer Art.

    Sie sollten das ja eigentlich wissen, so als Blogwart. Ich weiß, und Sie wären ja der Letzte dem ich etwas Negatives anhängen wollte, doch Ihre Geschichte in Zusammenhang gesehen mit einer Anweisung aus einem „Organisationsbuch“ einer, zu unser aller Glück nicht mehr existierenden deutschen Partei, würde, wenn sie noch existierte, nachdenklich machen:
    „In auftauchenden Klagen und Meckereien über event. erkennbare Mißstände irgendwelcher Art hat er ( der Blockwart-damals Blockleiter genannt ) bei seinen Besuchen nicht etwa mit einzustimmen, um damit seine Solidarität zu zeigen, sondern er muß in jedem Fall bestrebt sein, positiv und lebensbejahend zu denken und durch seine zuversichtliche Haltung auf die betreuenden Menschen entsprechend einzuwirken.“

    Nach dieser offiziellen regierungsseitigen Bespitzelungsaufforderung habe ich wieder einmal bemerkt wie sehr ich doch benachteiligt bin, so als junger Mensch. Mein Opa, der die Zeit des Blockwarts bzw. Blockleiters noch miterlebt hat, ist leider schon gestorben als ich noch sehr klein war und so stehe ich jetzt da, so ganz ohne Spitzelerfahrung, aber so wird es ja vielen gehen und der Herr Maizière muß halt erst einmal auf die bisher „schlafende Reserve“ der Ossis zurückgreifen.

    Es bleibt ja auch noch der Mittelweg. Ich hatte vor kurzem Gelegenheit den Herrn Qualtinger in seiner Rolle als „der Herr Karl“ zu sehen.

    Wäre das öffentlich rechtliche Fernsehen nicht das was es ist, sondern eben „Das öffentlich rechtliche Fernsehen“, dann, ja dann, würden sie heute vermutlich in Dauerschleife Helmut Qualtingers ,“der Herr Karl“ wieder senden, so als Mahnung und Mütter würden ihren Sprösslingen drohen: „Wenn du nicht sofort brav bist, holt dich der Herr Karl!“

    Irgendwie scheint Ihr: „Es gibt genug andere Optionen, im reichen, Neuen Deutschland. Da muss man nicht von Glück reden.“ doch Fragen aufzuwerfen.

    Vom Silvesterköln redet heute ja keiner mehr und von dem, was so tagtäglich in dieser Richtung totgeschwiegen wird, will auch niemand etwas wissen, dabei war Köln ja symbolhaft, wenn man an die Geschichte der in Köln verehrten Sankt Ursula denkt und ihre Jungfrauen. Elftausend sollen es ja angeblich gewesen sein.
    Die, die damals, der Legende nach, in Köln so schrecklich wüteten, waren die Hunnen, also kein großer Unterschied zur Gegenwart und Ursula selbst fiel durch die Hand des Fürsten der Hunnen, der sie zunächst von ihrer Schönheit gerührt verschonen und zu seiner Frau machen wollte. Sie verschmähte ihn jedoch, und er tötete sie durch einen Pfeilschuss: „[A]lso ward ihr das Martyrium zuteil“
    (https://www.heiligenlexikon.de/BiographienU/Ursula_von_Koeln.htm)

    Bei Ihrer schönen Geschichte, Don Alphonso, mag ich es ja eigentlich gar nicht so direkt sagen, doch „genug andere Optionen, im reichen, Neuen Deutschland“ haben, wie mir scheint, nur jene, die jetzt und heute sagen können „Wir fahren bis die Sonne scheint.“

    So leben ja die Untertanen gegenwärtig (an dieser Stelle eine kleine Empfehlung: http://www.nzz.ch/feuilleton/staaten-20-sind-sie-ein-untertan-ld.90438) in einer Art schlechtem Traum, was auch in einem Traumata (https://objectbe.blogspot.ro/?zx=b8ffbc7e3e7910a) enden könnte.

    Doch wo man nur darauf hofft in einer besseren Welt zu leben und in der Romantik schwelgt, nimmt man nicht Teil am politischen Prozeß.

    Ich weiß ja nicht, ob der Linguist und Medienwissenschaftler Erich Straßner das Große Dreigestirn, die K., Maas und Maizière beschrieben hat, doch:

    „Es geht in der Politik um den Erfolg, der offensichtlich nicht erzielt werden kann durch streng sachbezogene, wahre, einsichtige, nachvollziehbare Aussagen, Begründungen, Erklärungen, Beweise, Argumente. Es geht nicht um die Wahrheit, sondern Lügen, Betrügen, Täuschen, Ablenken, Heucheln, aufs Kreuz legen, das aber als eigene Wahrheit ausgegeben wird“.

    Seien Sie herzlich gegrüßt
    ObjectBe (objectbe.blog

    • Natürlich bespitzle ich keinen.

      Aber manchmal brauche ich halt länger und es ist wirklich so, dass ich einen Beitrag nicht gemacht habe, um Rad zu fahren. Und dann habe ich den huer geschrieben. Auf Linie – eher nicht. Glaube ich.

    • Update...
      Um ihrem Zitat ein der heutigen Zeit angemessenes Update zukommen zu lassen, gibts da was ganz Frisches, von gestern!

      Auszug aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts
      vom 21. Juni 2016

      “Mit der in Art. 23 Abs. 1 Satz 2 GG enthaltenen Ermächtigung, Hoheitsrechte auf die Europäische Union zu übertragen, billigt das Grundgesetz auch die Einräumung eines Anwendungsvorrangs zugunsten des Unionsrechts. Der Integrationsgesetzgeber kann nicht nur Organe, Einrichtungen und sonstige Stellen der Europäischen Union, soweit sie in Deutschland öffentliche Gewalt ausüben, von einer umfassenden Bindung an die Gewährleistungen des Grundgesetzes freistellen, sondern auch deutsche Stellen, die Recht der Europäischen Union durchführen.“

      Nicht nur kanns der Blockwart nicht mehr richten, die Meinung des Volkes ist jetzt auch ganz offiziell nicht unbedingt mehr von Bedeutung, wenn es den Juncker & Co nicht gefällt.

    • Ermächtigung zum Status quo
      @ TDV
      Dank für den Hinweis bzgl. Art. 23 Abs. 1 Satz 2 GG Ermächtigung.
      Schön, dass das nun amtlich ist. Bekanntlich ist die EU ja nicht demokratisch, und was diese Entscheidung am Endeffekt bedeutet, kann sich jeder davon ableiten.
      Aber never mind: Das wird sicher, wie auch bisher, selektiv angewendet, nach dem Prinzip: Was passt am besten?

      Noch eine interessante Nachricht: Nachdem Gabriel & Co. so getan haben (und jeder, der alle Tassen im Schrank hat, erkennt das als ob Getue der SPD), dass sie sich kümmern, nachdem die Gesetzesvorlage ein Jahr lang vor sich hinschmorte, wird Fracking jetzt auf die Schnelle durch den Bundestag durchgedrückt, im Schutz vor allzu viel Aufmerksamkeit, dank Fußball EU und Brexit, und natürlich auch noch am Freitag.

    • @Tamarisque
      Ja, da haben sie uns den verschwiegenen Zusatz korrekt wiedergegeben: „Das wird sicher, wie auch bisher, selektiv angewendet, nach dem Prinzip: Was passt am besten?“

      Noch ein wenig Material zu Hilary vs. Trump?

      „While the Press celebrates the Democratic Party victory of the first female billionaire in history, a somber legal battle is going on in the shadows.

      The State Department report on Hillary Clinton’s emails, and the different legal proceedings which followed, establish that she is guilty of :
      – Obstruction of Justice by Mrs. Clinton and her advisors (Section 1410) ;
      – Obstruction of Criminal Enquiries (Section 1511) ;
      – Obstruction of the application of local and Federal laws (Section 1411) ;
      – Federal crime of negligence with classified information and documents (Section 1924) ;
      – Detention in her computer, at home and on a non-secure server, of 1,200 secret documents (Section 1924)
      – Felony – Mrs. Clinton declared under oath to a Federal judge that she had given all her emails to the State Department. However, the Inspector General of the State Department declared this week that this was a lie (Section 798) ;
      – Moreover, she declared under oath that the State Department had authorised her to use her personal computer to work at home. The Inspector General of the State Department declared this week that this was a lie (Section 798) ;
      – Mrs. Clinton did not alert the authorities, nor even her own Department, that her personal computer had been hacked several times. Yet she had asked her system administrator to try to protect her computer.
      – Misappropriation and Concealment. The Clinton Foundation and Mrs. Clinton were corrupted so that the State Department would close their eyes to various practices (Rico Law and Section 1503).

      In principle, and since the facts and their gravity have been established by the FBI, the State Departement, and a Federal judge, Hillary Clinton should have been arrested this week.

      Bernie Sanders, the other candidate for the Democratic nomination, was counting on Mrs. Clinton’s arrest before their party’s convention. He therefore decided to stay in the running, although he does not have enough delegates. But he was summoned to the White House, and informed that President Barack Obama would prevent his administration from applying the law. Obama then followed through by publicly announcing his support for the candidacy of Mrs. Clinton.“

  21. Bedenke ich, dass schon bald auch das Heute ein zusammengeträumtes Früher sein wird,
    und das heutige Früher nur noch die ganz Alten heimlich miteinander bereden und die alten Papierfotos rumreichen werden (denn sonst werden sie endgültig für verrückt erklärt), dann werden wieder die Jungen fragen, wie es die Jungen zu allen Zeiten taten:Wer ist eigentlich für den Fortschritt, also die heutigen Verhältnisse verantwortlich? Aber auch sie werden, so wie schon seinerzeit die Alten, niemanden finden. Und weiter fortschreiten. Aber ob der Sonne entgegen darf doch sehr bezweifelt werden?

    • Ich bin wirklich froh, nicht jetzt jung zu sein – das fängt schon beim G8 an. Man kann auch ohne digital rima leben.

    • Don...
      Für die heutgen Twens die ich kenne, ist das alles aber ganz normal, da sie es nicht anders kennen gelernt haben. Man improvisiert halt so vor sich hin, denn nur eine Minderheit hat noch einen „sicheren“ Job.
      In Ihren Augen bewohnbare Wohnungen sind vöölig unerreichbar, die Welt wird wieder mehr zu der, die für alte weisse Männer gemacht ist.

      Das wird sich rächen. Nicht heute, heute merken es die Jüngeren noch nicht, aber es wird!

  22. wunderbar geschrieben
    mal wieder was fürs Herzl. :-) (und nur im zweiten Atemzug die Befindlichkeiten im Lande streifend) Ich lege mir gleich mal Drupi oder Domenico Modugno in den CD-Spieler.

  23. Urlaub,
    ein unbekanntes Konzept für die Eltern. Der erste Urlaub dann mit Freunden nach der hier genannten Methode im klapprigen Citroën bis an die Côte d’Azur. Nach der Ankunft total erschöpft am Strand geschlafen und morgens von zwei Dobermännern geweckt. Die wollten aber nur spielen.

    • Urlaub gehörte damals bei den besseren Kreisen einfach dazu – und meine Eltrn haben es daheim nicht ausgehalten. Freitag nach der Schule ging es los, so lange wie möglich.

    • Ha !
      Freitags war Stau!
      Samstags abend, oder Sonntag morgen!

  24. Titel eingeben
    nebenbei: alles richtig, nur: „Der Tag war hässlich und regnerisch genug, der Sommer in Deutschland ist nach all den sonnigen Wochen in Italien eine echte Zumutung – da muss man nehmen, was man kriegen kann.“ Bayern ist nicht Deutschland, dann schon eher Preußen, welches es nicht mehr gibt. Und – im Norden scheint die Sonne ohne Unterlass seit Wochen und es gibt im Flachland statt bergigen Anstiegen und Abfahrten „Bergaufwind“ und „Bergabwind“. Insofern ist auch sportlichen Dramatik Genüge getan.
    Ansonsten Grüße von einem durch-den-Wind-Radler, habe keine andere Meinung zum Thema.

  25. Zwei Jahre vor Schengen
    konnte man doch noch gar nicht frei herumreisen.
    Und ohne den EURO nicht bezahlen.
    Ohne den Binnenmarkt nichts einkaufen.
    .
    1982 war Europa noch in Nationalstaaten zerrissen, von denen Manche wie Österreich nicht mal der NATO angehörten.
    .
    Da hätte ja jederzeit Krieg ausbrechen können zwischen denen und uns.
    .
    Und nach dieser Schreckenszeit sehen sich manche zurück? Wie zynisch.

  26. Schön ...
    mal wieder an das Wesentliche erinnert zu werden.

  27. Gerade als ich dachte, jetzt geht's los "Check mal Deine Privilegien",
    war es mit der Sonne, die nie für alle scheint, auch schon wieder vorbei. Etwas melancholisch der Beitrag, da ist wohl Nachsicht gefragt.

    Nur, es hat sich ja nicht wirklich etwas zum Positiven geändert, im Gegenteil. Von sozialer Gerechtigkeit sind wir weiter denn je entfernt in dieser Republik. Die Reichen fahren nach wie vor die teuersten Autos, die Mittelschicht, zumindest im unteren Drittel, mittlerweile nur noch Tata, der Rest ÖPNV oder Fahrrad, wobei das Fahrrad zwar in allen Schichten der Gesellschaft vorkommt, die Preis- und Qualitätsunterschiede aber denen der Autos gleichkommen. Sicherlich ist die Art der Fortbewegung kein Maßstab sozialer Gerechtigkeit, solange man sich Mobilität überhaupt noch leisten kann, aber zumindest ein Abbild der Schere zwischen Arm und Reich.

    Ja, „man muss sich Wissen und Kompetenzen erarbeiten“, und ich füge hinzu, dazu bedarf es schon auch sozialer Gerechtigkeit. Da ist so manches Kind durch die Lebensumstände der Eltern doch schon arg bestraft und wird durch die Gesellschaft gleichsam in Sippenhaft genommen. Das Entstehen von Milieus hat durchaus seine Gründe.

    Und ja, die Zeit. Während mens sana in corpore sano für die, die sich ausgedehnte Freizeitaktivitäten leisten können, durchaus erreichbar ist, im individuellen Rahmen, scheitert es für den Durchschnittsbürger oft schon an der fehlenden Freizeit. Denn all die Pendler haben nach der Arbeit und den alltäglichen Erledigungen oft nur noch einen Wunsch, das Bett. Und selbst da sollen sportliche Betätigungen im Laufe der Zeit ja drastisch abnehmen.

    Ja, die Sonne scheint für immer mehr Menschen immer seltener und sie können sich auch nicht auf den Weg in dieselbe machen. Sie stehen im Dauerregen und haben auch keine echten Optionen. Sie sind arm im reichen neuen neoliberalen Deutschland. Glück hat eben nicht jeder. Pech gehabt.

    • Nun, für den Abstieg und die Bedrohung wollte ja SPON ein Blog machen und haben es einer gegeben, die sich lieber rassistisch und saxistisch äussert – es ist nicht wirklich mein Thema. Aber auch dafür kan ich nch etwas nachtrageb – warum nämlich Damenräder geklat werden-

    • Der böse Neoliberalismus
      Hat es in Deutschland in Form der sozialen Marktwirtschaft erst möglich gemacht, der Sonne hinterher zu fahren. Lesen Sie das mal nach.
      Je mehr man dann herumgepfuscht hat, desto schneller pervertierte das System. Heute ist Neoliberal ein Kampfbegriff, aber mit der ursprünglichen Bedeutung hat das alles nichts mehr zu tun.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus#Deutschland:_Soziale_Marktwirtschaft

    • Samsara...
      So ganz deutlich ist ihr Kommentar nicht…

      Aber sie vergessen auf jeden fall zu erwähnen, dass in den sechziger und siebziger Jahren eben für ALLE klar war, dass es ihnen im nächsten Jahr besser gehen würde, als in diesem. Ob diejenigen ,die man immer Leistungsträger nennt, selbst in Zeiten wie heute, in denen sie keinerlei Leistung mehr bringen, damals weitaus mehr verdienten als man selber, das konnte man hinnehmen.
      Die 68er begannen dann damals langsam mit den nackten Fingern auf die Auswüchse zu deuten. und wer es zu deutlich tat, dem konnte dank Springer schon passieren, was einem Rudi Dutschke passierte. Das spitzte sich zu, bis dank FDP die Spiesser endlich wieder ihresgleichen ins Kanzleramt gebracht hatten.
      Bei genauerer und EHRLICHERER Betrachtung begann damals der Niedergang auf dessen Abhang wir uns heute und künftig stetig weiter nach unten begeben.

      Neo-Liberalismus ist, wenn man so will etwas, in dem man mit Finanz-Transaktionen, die AUSSCHLIESSLICH aus dem Pressen von Computer Tasten besteht, mehr verdienen kann, als mit dem Erbringen von „Leistungen“ oder dem Herstellen von nicht-virtuellen Produkten.
      Mein Zynismus verbietet es mir in diesem Zusammenhang das WOrt „Arbeit“ auch nur zu erwähnen.

      Das wird sich rächen.
      Die Flüchtlinge, die ja trotz der ebenso lautstarken wie verlogenen Proteste, nicht nur, aber im Wesentlichen von dieser Politik verursacht werden, sind nur die erste eingehende Rate der enormen Rechnung an Euch alle.

    • Neoliberalismus, Samsara,
      wie ihn sich Erhard und andere, Stichwort Volkskapitalismus, erträumt haben, hat es nie gegeben und wird es auch nie geben. Das „Wirtschaftswunder“, die fälschlich so bezeichnete Zeit des Wiederaufbaus, mag darüber hinwegtäuschen, daß der Kapitalismus keine sozialen Interessen hat, aber spätestens seit der Deregulierung der Finanzmärkte dürfte dieser Traum wohl ausgeträumt sein. Auch der Traum von einer „Sozialen Marktwirtschaft“, ein Widerspruch in sich, ist lange ausgeträumt.

      Die Visionen solcher Träumer zerbröselten an runden Tischen und mündeten immer in der Feststellung, daß die Wirtschaft nur durch gesetzliche Vorgaben dazu motiviert werden kann, sich im Rahmen eines Sozialstaates, dem Sinn und Zweck einer Gesellschaft, zu verhalten. Daß dieses schon lange nicht mehr geschieht, daß der Lobbyismus über unqualifizierte Politiker und ihre Apparate gesiegt hat, liegt spätestens seit Schröder für alle unübersehbar auf der Hand.

      Selbst EU und Euro dienen fast ausschließlich wirtschaftlichen Interessen, vom vereinfachten Waren- und Zahlungsverkehr über endlose Subventionen bis hin zu billigen Arbeitskräften. Aber auch CETA, TTIP, TISA usw. dienen einzig der Wirtschaft, dem Kapitalismus, dem Kapital. Sie vergrößern die Macht des Kapitals und zerstören die Demokratie, indem sie die Parlamente weitestgehend entmachten.

      Neoliberalismus ist zu einem Kampfbegriff geworden, zu recht, da die Politik nicht in der Lage war und ist, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn wer damit argumentiert, daß es allen Bürgern umso besser ginge, je besser es der Wirtschaft ginge, wer die Wirtschaft aber nicht in diese Pflicht nimmt, der kann einfach nicht mehr ernstgenommen werden. Und das bezieht sich nicht nur auf Politiker, sondern insbesondere auch auf die Gewerkschaften, die ihre Funktion in der Gesellschaft längst nicht mehr erfüllen, die sich sogar gegenseitig und mit politischer Hilfe bekämpfen, statt im Sinne ihrer Mitglieder zu agieren.

      Und last but not least die Medien. Auch von deren Seite kam keine ernsthafte Kritik an politischen und gesellschaftlichen Veränderungen, sieht man von einigen Nischenprodukten einmal ab. Gerade die Leitmedien, allen voran der ÖR, haben sich keinen Gefallen mit ihrer Hofberichterstattung getan. Ihre mehr oder weniger freiwillige Gleichschaltung hat dann zu dem Begriff der „Lügenpresse“ geführt. Internet und Whistleblower haben ihnen den Rang abgelaufen. Daten-CDs und anderes haben die unheilige Allianz zwischen Politik und Kapital sichtbar werden lassen. Das wäre Aufgabe der Medien gewesen.

      Die vierte Säule der Demokratie ist nicht mehr. Diese Funktion haben heute Organisationen wie campact, avaaz, greenpeace, change.org, openpetition.de usw. übernommen. Und auch wenn man nicht alle Kampagnen teilen muß, wenn nicht alle Kampagnen erfolgreich sind, so haben sie den Menschen doch eine Stimme verliehen, die es sonst nicht mehr gäbe.
      http://www.sueddeutsche.de/digital/digitaler-tatendrang-wie-avaaz-und-changeorg-den-online-aktivismus-praegen-1.2429045
      https://www.change.org/p/landesverrat-stoppt-das-verfahren-gegen-netzpolitik-org-heikomaas
      https://www.change.org/p/staatsanwaltschaft-m%C3%BCnchen-stopp-der-ermittlungen-gegen-j%C3%BCrgen-gr%C3%A4sslin-und-mitstreiter

      Der Neoliberalismus, so wie er geträumt wurde, sollte dies doch alles unnötig machen, oder habe ich da etwas falsch verstanden? So aber ist der Neoliberalismus zumindest ein Flop, wenn nicht gar eine Erfindung der Wirtschaft, Mittel zum Zweck der Ausbeutung und Unterdrückung unter dem Deckmäntelchen gemeinsamer Ziele – mit Hilfe der Politik.

    • @Otto Meier
      Das kommt mir vor wie ein „früher war alles besser und mehr Moral“.
      Ich denke schon, daß die Zuversicht – und es war eine begründete Zuversicht – à la „jedes Jahr ging es ein bißchen besser“ (O-Ton meine Mutter) eine bessere war.
      Aber diese Welt, in der Arbeiter sich was leisten konnten und Kleinunternehmer zu Wohlstand kommen konnten, haben wir nun seit mindestens 30 Jahren nicht mehr.
      Dafür „den Neoliberalismus“, „den Sozialismus“ oder sonstwas verantwortlich zu machen, geht mE an den Entwicklungen vorbei.
      Ich hätte doch gern alles etwas genauer nachgezeichnet.
      In der Lebensmittelbranche z.B. haben wir eine Konzentration, die früher so nicht da war; die Banken sind fast nur noch mit Untereinander-Geschäften befaßt, kaum noch mit Kreditvergabe an Unternehmer (und schon gar nicht Klein~). Die ganze Mittelklasse besteht nur noch aus Angestellten, die jederzeit mit der Kündigung rechnen müssen, wenn sie überhaupt je einen Festvertrag ergattern.
      Kurz vor 2000 hatten wir den Dotcom-Wahn, als es tatsächlich mal zu einer wirtschaftlichen Bewegung kam, das ging nach einem Kater dann mit der allgemeinen Industrie- und Landwirtschaftsrationalisierung weiter, die vorher auch schon da war, jetzt nur mit weitaus noch weniger Personen.
      Was in den 1950ern der Volksschulabschluß, ist heute das abgeschlossene Studium: erwartete Mindestvoraussetzung für einen Bürojob. Teilzeit, nebenher muß man halt kellnern.
      Politisch wird auch nur Spiegelfechterei betrieben; die Antifa versucht die Schlachten der 1920er virtuell nachzustellen, obwohl sie keinen Gegenpart hat; was zu einem Mandat gekommen ist, duckt sich und hält den Mund; die bestellte Claque waltet ihres Amtes, ansonsten grausts alle nur davor, daß sie morgen bereits ihr Weniges verlieren könnten.
      Dies nur mal als ein paar wenige impressionistische Pinselstriche.

    • Aber colorcraze.....
      Warum so kompliziert?

      Manches war früher besser, vieles nicht.

      Nehmen sie Adenauer, (den richtigen Mann zur richtigen Zeit!), nehmen sie Brandt und Helmut Schmidt… und damit vergleichen sie Figuren wie Kohl, Schröder und Merkel…. ergo: natürlich war früher manches besser.

      Den Neo-Liberalismus hat Kohl vorbereitet, Schröder hat mit der Agenda die Basis gelegt, und Merkel hat durch Nicht-Regieren den Konzernen und Banken ermöglicht ihre neo-liberalen Interessen gegen die der Bürger konsequent durchzusetzen.
      Da hat OM völlig Recht, die damaligen Kanzler hätte sowas nicht zugelassen, nur…. Damals gab es halt noch neue Produkte und wo man hinsah gabs Wachstum. Das Problem des Neo-Liberalismus ist ja dass er unfähig ist die wahre Diagnose zu akzeptieren. Die Zeiten des permanenten Wachstums sind vorbei, und Wachstum ist die sine qua non des Ne-Liberalismus.

      Profite werden mit Finztransaktionen „erwirtschaftet“ und nicht mehr mit der Produktion und Verteilung von Waren.
      Der Betrug liegt in der Berechnung der Profite, man benutzt nicht wie es wahr wäre RoA, also Return on Assets, denn da fällt und fällt ALLES.

      Das Thema liegt auf der Warteliste und wird kommen, ob Merkel und „ihre“ Wirtschaft das wollen spielt dann keine Rolle mehr.

      Entweder es gelingt den Bürgen eine Regierung zu beauftragen, die den Banken und Konzernen nicht länger in den Allerwertesten kriecht und sich den Realitäten des Ende der wachstums-Ökonomie stellt-.
      Wenn nicht, wird das alles böse, bzw teuer, enden.


    • @TDA: Was Ihre Analyse der Politik angeht, finde ich sie meist nicht abwegig, aber Ihr Stimmbürgerbashing ödet mich ehrlich gesagt an, denn „der Bürger“ oder „das Volk“ oder „die Mehrheit“ hat nunmal keine Macht und wird nur zur Akklamation herangezogen, das hat Emma Goldmann schon begriffen.

    • Früher war sicher nicht alles besser, colorcraze.
      Wobei es immer darauf ankommt, wann früher war. Daher will ich es mal so formulieren: Solange es immer besser wird, gibt es wenig Grund zu Kritik, vom Zeitfaktor einmal abgesehen. Das Problem aber ist ja, daß es schon lange nicht mehr besser wird, daß es sich auch nicht um Stagnation handelt, sondern daß es permanent schlechter wird, wobei ich den Zeitpunkt des Umschwungs auf die 1970er Jahre festlegen würde. Allein der Blick auf die Lohn-, Preis- und Kostenentwicklung jener Zeit spricht Bände.

      Erste Anzeichen waren wohl die Ölkrisen. Die Abhängigkeit von Rohstoffen hatte Auswirkungen, die es bis dato nicht gegeben hatte. Es folgte die immer noch anhaltende Abwanderung ganzer Industriezweige, beispielsweise der Textilindustrie. Die Wirtschaft wollte näher an den Rohstoffen sein, später dann näher an billigen Arbeitskräften und noch später wollte sie sich von Umweltauflagen etc. befreien. Gleichzeitig nahm die Bedeutung der Kapitalmärkte permanent zu, die Casinos wurden eröffnet. Supermärkte entstanden, Tante-Emma-Läden verschwanden. Handel und Handwerk erfuhren eine drastische Konzentration. Das Internet begann sich vom reinen Kommunikations- und Datenmedium zum größten Marktplatz der Welt zu entwickeln. Stationärer Handel, aber auch das Handwerk erhielten eine tödliche Konkurrenz. Der Euro halbierte die Löhne und verdoppelte die Preise. Das Soziale Netz wurde mehr und mehr zerrissen, aber die Zahl „sozialer Wohltaten“, Lohnersatzleistungen, nahm ständig zu. Profitiert haben davon aber nur die Besserverdienenden. Den Arbeitslosen wurde die Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit zugewiesen. Arm trotz und durch Arbeit nimmt ständig zu. Die Politik erfand „die Mitte“, um ihre Politik gegenüber zunehmend frustrierten Bürgern zu rechtfertigen. Das Belügen der Bürger wurde als politische Normalität durch Müntefering bezeichnet und gipfelte in Nahles unsäglichen Pipi Langstrumpf Auftritt im Bundestag. Ja, die Politik macht sich die Welt, wie es ihr gefällt, abseits der Interessen der Bürger. Die Medien blieben stumm, was zur Lügenpresse führte. NGOs begannen die Interessen der Bürger vertreten, die Volksvertreter haben das ja nicht mehr nötig. Von Atomenergie über Euro bis TTIP reicht die Dissonanz zwischen Volk und Volksvertretern. Millionen Bürger klagen gegen Hartz-IV-Sanktionen und den Rundfunkbeitrag mit mehr oder weniger Erfolg. Die Wehrpflicht endet, die Bundeswehr wird in Kampfeinsätze geschickt, erste Heldenbegräbnisse nach dem Krieg sind die Folge. Der Lobbyismus bestimmt zunehmend die Politik, der es an fähigem Personal mangelt. Die Wirtschaft macht ihre Gesetze zunehmend selbst. Das Kapital befreit sich von nationalen Fesseln, Heuschrecken zerstören die Realwirtschaft, Folgen der Deregulierung der Finanzwirtschaft. Staaten sozialisieren private Verluste. Ganze Volkswirtschaften geraten ins Wanken. Wachstum wird zunehmend zum Schuldenwachstum, die Privatinsolvenz wird gesetzlich neu geregelt. Neue Parteien entstehen, bleiben aber zunächst mehr oder weniger wirkungslos, folgen dann dem politischen Mainstream, unterscheiden sich kaum noch von denen, gegen die sie einmal antraten, auch sie verraten ihre Wähler. Streik- und Arbeitsrecht werden eingeschränkt, als Trostpflaster gibt es den Mindestlohn, der ein Leben in Armut garantiert. Die Parität der GKV wird aufgehoben, die Pflege aus der Krankenversicherung genommen, um das Wahlversprechen stabiler Beiträge nicht zu offensichtlich zu brechen. Daten und Datenschutz, ein einziger Witz. Und ganz allgemein häufen sich in letzter Zeit neue Gesetze, denen man nicht einmal mehr einen Placeboeffekt zurechnen kann. Lug und Trug soweit das Auge blickt.

      Nun, ich könnte endlos so weitermachen, Negativbeispiele gibt es mehr als genug, Positivbeispiele fallen mir einfach nicht ein.

    • Wachstum, TDV, gibt es genug.
      Allerdings an der falschen Stelle. Solange das Wachstum des Kapitals von globalen Umständen abhängt, wird sich nichts mehr ändern. Erst wenn die Finanzwirtschaft wieder in den Dienst und in die Abhängigkeit der Realwirtschaft gestellt wird, könnte sich die Verortung des Wachstums wieder ändern. Zwar hat auch die Realwirtschaft von den Blasen der Finanzwirtschaft profitiert, aber dieser Profit ist nicht nachhaltig, da er nicht aus der Realwirtschaft selbst resultiert.

      Die Realwirtschaft erzeugt, bis auf Wachstumsschübe, die auf bahnbrechenden Innovationen beruhen, immer nur ein eher geringes Wachstum. Das ist ganz normal und „gesund“. Was wir aber in den letzten Jahren erleben, möchte ich am Beispiel des Sports verdeutlichen. Im Leistungssport sind Leistungssprünge fast ausschließlich nur noch durch technische Verbesserungen (Innovationen) möglich. Und wenn das auch nichts mehr bringt, dann wird halt gedopt. Doping aber verfälscht die Leistungsrealität und hat mitunter gravierende Nebenwirkungen. Genauso ist es mit der Realwirtschaft, die durch die Finanzwirtschaft gedopt wurde und wird. Und wie im Sport profitieren davon am Ende nur die, die die Dopingmittel zur Verfügung stellen, die Gedopten fallen nach einem potentiellen Hoch jedoch in der Regel in ein tiefes Loch.

      Aber, wer nicht dopt, hat keine Chance. Unter dieseem Aspekt kann ich Schröder sogar verstehen, denn was wäre ohne die Deregulierung der Finanzwirtschaft geschehen? Wo wäre die deutsche Wirtschaft im globalen Wettstreit gelandet? Vielleicht macht es im Ergebnis ja keinen Unterschied, ob nun dereguliert wurde oder nicht.

      Allerdings sollten sich die Nebenwirkungen des Dopings nun wirklich mal global herumgesprochen haben, Doping sollte global bekämpft und abgeschafft werden, nicht nur im Sport.

    • Selbstoptimierung
      Es ist nicht uninteressant, daß Kritik an Selbstoptimierung vor einigen Jahrzehnten noch aus dem linken Lager kam, zunehmend aber mittlerweile aus dem konservativen. Es gibt da ein eigenartiges linksalternatives Neo-Spießertum, worin sich ein bis zur Selbstentfremdung gesteigertes Lebens-, Identitäts- und Zeitmanagement schon gar nicht mehr die Frage eines echten Ausbrechens stellen kann. Nur daß alles mit einer neurotischen Schicht von Ökologie und Nachhaltigkeit verbrämt wird, man liefert sich erbitterte Schlachten mit der Schulleitung, um veganes Kantinenessen auf die Kantinenkarte zu bekommen – wohl, um sich dadurch zu beweisen, daß man tatsächlich so etwas wie eine Seele hat. (Während das Kind selbst so engagiert durch das Lesen dutzender Ratgeber „optimal gefördert“ wird, damit es ja der gleiche emsige Roboter wird wie das immer nach der eigenen Work-Life-Balance suchende Elternpaar.)

    • Titel eingeben
      @colorcraze
      Was schätzen sie denn wie viele unter den hier anwesenden, sicher überdurchschnittlich Gebildeten wissen wer Emma Goldmann war?
      Mein penetrantes Wiederholen einer gewissen Feststellung liegt in der penetranten Angewohnheit nahezu aller, diese „conditio sine qua non“ zu ignorieren. Denn nahezu ALLE Probleme die wir haben werden dadurch erst ermöglicht!

      @Otto Meier
      Das Problem liegt (nicht nur) meiner Meinung nach darin, dass die in Finanztransaktionen möglichen Profite wesentlich höher sind, als sind die in der Real-Wirtschaft, in der Güter hergestellt und verteilt werden müssen.
      Es findet also weltweit eine unfassbare Umverteilung von den Produktiven zu unproduktiven Computer Tasten Drückern statt. DAS und nichts anderes ist die Ursache der Weltwirtschaftskrise, kein reales Wachstum ist mehr möglich, es existiert nur mehr bei den Profiten der Finanzwirtschaft.
      Ideen des Creative Commons sind das einzige was man bisher als Alternative „gefunden“ hat, aber natürlich geht es erst mal noch sehr viel schneller den Bach runter als der Normale sich das ausmalen kann.
      Wir haben noch KEIN Bild von unserer Welt in 20 Jahren….

      Die Idee man könne Doping im Sport abschaffen ist kindisch. Sie sehen es doch gerade, die Russen werden überprüft, weil sie die Russen sind. Es ist reine Politik und man tut es weil man es mit den Blöden machen, die glauben alles. Die Idee, Carl Lewis hätte das erreicht was er erreicht hat ohne gedopt zu sein ist lächerlich.
      Ich liebe (leider) den Sport und so werde ich mir auch bei dieser Olympiade wieder das Turnen anschauen. Denn da sehe ich für mich kaum fassbare, tatsächliche Leistungen.

    • Selbstoptimierung?
      Der Begriff ist in meinen Augen falsch, da es sich um Fremdbestimmung handelt. Leider wird dieses so nicht wahrgenommen, was nicht nur in diesem Fall auch auf die Verwendung falscher Begriffe zurückzuführen ist. Eine subtile Form der Manipulation.

    • Dann will ich nur hoffen, TDV,
      daß die Forderungen nach Deregulierung der Finanzmärkte oder der Sozialpflichtigkeit des Eigentums usw. nicht ebenso kindisch sind. Allein ich fürchte, Sie haben recht, Doping läßt sich nicht ausrotten.

    • Bei der Ursache, TDV,
      der Entkoppelung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft, sind wir uns ja absolut einig.

  28. ...und Italiens blaues Meer im Sonnenschein...
    Meine erste Reise gen Süden ging nach Meran. Meine Freundin hatte das Privileg einer Tante dort mit hübschem Häuschen.Sonne, Blumen, wunderschöne Märkte und pasta asciutta! Das Olivenöl lernte ich damals auch kennen.Abends gingen wir tanzen, im Dirndl, darauf bestand meine Freundin.Und wirklich konnten wir uns vor lauter „Aufforderungen“ nicht retten.Schön und harmlos war’s.Die Sonne schien unentwegt für uns.

    Jahre später kam ein Telegramm aus San Dona di Piave: Otto gestorben, sitze hier im Hotel mit gepacktem Auto im Schatten.Tante Elly hatte keinen Führerschein.Das war dann mein 2.Trip – mit einem Taxi und Venedig von Weitem.Tante Elly blieb eine Woche hier bei uns, weil Onkel Otto, den es in der 4. Urlaubswoche erwischt hatte,mit dem Zinksarg über die Schweiz nach Norddeutschland musste. Österreich, das sich angeboten hätte, ließ
    damals sowas nicht zu.

    Wenn das Wetter schön ist, ist es überall schön. An einem 31. Okt. sind mein Mann und ich vom Norderneyer Leuchtturm am Strand entlang bei allerschönstem Sonnenschein in Hemd und Bluse bis zu Hafen gelaufen, immerhin einige km.(Hin mit Taxi)
    Ihr habt es jetzt schöner, als die Urlauber im Sommer, meinte meine Mutter.Wir hatten das Privileg.

    • Tatsächlich muss man heute ausserhalb der Saison reisen, weshalb ich mich nun nach Deutschland und an den Tegernsee zurück ziehe. Das ist auch schön.

  29. Schaut hier eigentlich keiner Fußball?
    Zur Zeit ist doch Deutschland einig Vaterland und wir schreiben hier rum?

    • Ich gehe gleich radfahren, musste nur noch Kommentare beantworten.


    • Nein, hier ist Gott sei Dank fußballfreie Zone.
      Es darf sich auch mal so aufteilen, daß ein Teil den Bällen hinterherschaut und ein anderer Teil die wunderbare Ruhe auf Straßen und in Parks derweil genießt.
      @DA: Das Mohnblumenbild gefällt mir auch gut. Es gibt also doch ein paar Feldraine in Bayern!

    • Je weiter man rauskommt, desto mehr. Ich habe da heute noch ein anderes gutes Bild gemacht-

  30. Fahren - Autositz und Brook-Sattel im Wechsel
    Die zu erwartende Hitzewelle von 30 bis 35 Grad ist kaum auszuhalten. Also fahren bis München erreicht ist. Daheim kann man auf Regen hoffen, dann lebt man leichter in einer Plastikschüssel.
    http://n0by.blogspot.de/2016/06/von-skagerrag-und-kattegat-nach-schland.html
    Gruss – noch 568 Kilometer

    • Ich wechsle bald wieder an den Tegernsee.

    • Don
      Kein Wunder dass die Geburtenrate so sinkt, wenn man so mit den Privilegien der Kinderlosigkeit protzt!

      Pfui…

      Aber es ist schon wahr. Es ist schön beim Abendessen bei einem gutem Glass Wein in den Nachrichten den Staus auf den Autobahn beim Kriechen zuzusehen.

    • Ich bin damit bei uns eine aussterbende Art, ich stehe unter Naturschutz.

    • Aussterbend?
      Dass Kinderlose aussterben ist ja wohl Teil der Definition. ;-)

      Ich kann nur sagen, Hunde sind angenehmer.
      Hunde sind wie kleine Kinder und haben nicht die unangenehme Eigenart erwachsener zu werden.
      Und es ist unfassbar einfach einen Hund glücklich zu machen…

      Wer sich nicht im Klaren darüber ist, wer einen mehr liebt, ein Hund oder eine Frau, da helfe ich gerne.

      Wenn sie am Wochenende ihr Auto nicht brauchen, nehmen sie am Freitag Nachmittag ihren Hund und sperren ihn in den Kofferraum. Wenn sie ihn am Montag Morgen wieder öffnen, wird ihnen der Hund um den Hals fallen und vor lauter Freude das Gesicht abschlecken.

      Am nächsten Wochenende machen sie denselben Versuch mit ihrer Frau.

    • TDV, danke für den Lacher
      aber Sie haben so recht. Es gibt übrigens Hunde, die nur auf Männer stehen und Frauen völlig ignorieren. Man darf sich fragen, liegt es am Hund oder an den Frauen.

      Wir hatten so ein Exemplar, einen Brackenbastard, 1981 an der Flitzer Scharte während eines Urlaubs im Vilnösstal bei einem Bauern für meinen Vater gekauft, der sehr skeptisch bezüglich „Männerhund“ war.

      Sella war einer, der nach dem Tod meines Vaters meine Mutter nicht mit dem Achtersteven anguckte, sich nicht freute, wenn die Dame des Hauses vom Einkaufen kam. Ach du liebe Zeit, Sie können sich nicht vorstellen, was für einen Psychokrieg meine Mutter deswegen am Telefon mit uns anfing. Wir sollten den blöden Köter abholen, der von ihr nichts wissen wolle…
      Was mich sehr gefreut hat war, dass mein Vater zwei Jahre lang seinen Spaß mit seinem Hund gehabt hat, den wir dann 1984 völlig unerzogen, aber sehr umgänglich mit unseren und allen draußen lebenden Katzen übernommen haben. Mich mochte er übrigens, ich betrachtete das als Auszeichnung.

      Übrigens erzählte die Hundetrimmerin, dass Sella auch sie nicht von hinten anguckte, Leckerchen von ihr nahm, um sie draußen vor der Tür wieder auszuspucken. Ein Hund mit Charakter.

    • Sitz! Platz! Braaav....na klar
      @TDV das beobachte ich öfter. Je gedemütigter der Hund, desto „größer“ das Männchen.Ekelhaft.

      Uns war eine Katze zugelaufen, weil es ihr am alten Platz nicht gefiel.Leider musste ich sie letzten Sept. einschläfern lassen nach 20 Jahren.Sie war unser erstes Haustier und ich habe erlebt, wie selbstbestimmt Katzen sind.
      Ein Hund dagegen, wenn er in falsche Hände gerät, würde nie weglaufen.Im Grunde sind das arme Schweine, wie mancher Hundehalter auch.

    • Titel eingeben
      Philomena…

      Leider haben sie da Recht. Das Problem ist halt wie immer, dass dies die einzige Welt ist, die wir haben und da sind diese Dinge leider „normal“.
      Ich lebe erfreulicherweise in einem Land in dem sogenannte Kampfhunde nicht existieren, dafür sind (früher äusserst seltene) Haustiere mittlerweile zu Konsumprodukten verkommen. Es gibt nahezu keine Tierheime ( ich bin für unseren Hund 700 km hin und 700 km wieder zurück gefahren = Euro 600 an Autobahngebühren), dafür werden Hunde und Katzen für die Preise eines besseren Gebrauchtwagens in Kaufhäusern gehandelt.
      Eine ganz banal Hauskatze Euro 1000.

      Nach sieben Monaten kann ich mir Unserem ohne Leine in Wäldern oder am Strand spazieren gehen. Die Leute haben so was noch nie gesehen…. Sobald ich mit ihm auftauche, tragen sie sie sofort, oder fahren sie zum Teil in Kinderwägen spazieren!

    • @Renate
      Da hab ich noch einen Ähnlichen…

      Es gibt ja den Streit was denn schmerzhafter sein, die Geburt eines Kindes für Frauen oder der tritt in die Genitalien eines Mannes….

      Auflösung: Frauen meine zwar eine Geburt sei schlimmer, aber ein Jahr später melden sie bereits das alles nochmal durchzumachen.
      Ein Mann würde sowas niemals sagen!

  31. Die Moral kommt in neuen Gesetzen
    Das, wofür früher die Kirche zuständig war, kommt heute per Gesetz und damit staatlich sanktioniert auf uns zu.

    Jetzt hat das Sündigen wirklich harte Konsequenzen (Geld- oder Freiheitsstrafe) und das nicht erst im Jenseits! Schöne neue Welt. Wir werden uns alle noch nach den alten Zeiten zurücksehnen, wenn der netzfeministische-ökologische Besseresser-Faceboogle-Komplex die totale Macht über uns übernommen hat. Das Fegefeuer ist dagegen ein brennendes Streichholz. (So viel zum ARD-Eierlikörfabrikanten.)

  32. Sehr schön
    Herrliche Geschichte von Ihrem Herrn Vater und Frau Mutter. Und Sie schreiben, das bliebe einem. Ja. Mir ist von meinen Eltern der Enthuiasmus für Pässe geblieben. Was ganz Apartes ist das Stilfser Joch im Nebel. Dort war ich schon mit den Eltern. Im Nebel. Die hatten die Reisen zwar geplant, nicht aber die Umwege.
    Habe den Bericht genossen.

    • Schön.

      Ich habe ja die benteuerlust, oder wie man in Bayern das „das Rennerde“, von meinem Vater geerbt. Wenn ich zwei Tage nicht raus kan, werde ich gemütskrank.

  33. So vergeht der Ruhm der Zeit
    Sic transit gloria mundi.

  34. Puh
    Danke Mann! Die Ablehnung war eigentlich Bewunderung. Die Mohnblüten entzücken die Sprache noch mehr, mehr davon.

  35. Yay
    Hui, danke. Da kommen längst vergessene Kindheitserinnerungen auf.
    Immer am letzten Schultag von beiden Eltern im gepackten Auto abgeholt werden und rauf auf die Autobahn.

    Erster Stop direkt nach der Grenze am Brenner diese kleine Bar mit Kiosk, in der es für Herrn Papa den ersten „richtigen“ italienischen Espresso und Panini gab und wir uns über die erste Aranciata freuten.
    Unheimlich wichtig auch der Zwischenstopp an einem der riesigen Autogrill, in dem meine Mutter tütenweise Vogue Italia, gioello, Gracia und alle anderen Modemagazine eingekauft hat, um sich auf der Fahrt das nötige Fachwissen für den obligatorischen Shopping Abstecher anzueignen.

    Der Kiosk am Brenner ist der offenen Grenze zum Opfer gefallen – dafür gibt’s jetzt auf der rechten Seite ein zweifelhaftes „Fashion Outlet“ und das kleine Mädchen in mir weint heimlich jedesmal wenn ich dran vorbeifahre.

    • Dafür gibt es die 70er-Jahre Autogrills noch. Bei uns war erster Halt immer in Sterzing und dann zu Häusler oder Prenn wegen des Apfelstrudels. Das mache ich heute noch so.

    • Schön war's doch
      Wie oft über’n Brenner getrampt, oben bei den Italos für wenige Lire eine Jahreskarte für alle Staatl. Museen gekauft – die kannten die ital. Museumswärter nicht, aber haben sie nach heftigem Zureden akzeptiert – und damit Florenz und Rom „erobert“, dort inne Jugendherberge im 8- oder 10-Mann-Raum mehr oder minder geschlafen – ja, das war Freiheit. Und wenn man endlich da war, wusste man, welche Strecke man zurückgelegt hatte – nicht wie heute mit’m Flieger von Airport zu Airport. Zurück dann meist ohne einen Pfennig/eine Lira, da MUSSTE man dann trampen, auch wenn im oberitalienischen Dauerregen kein Mensch anhalten wollte…

  36. Titel eingeben
    Habe gerade meine kleine Tour nach Warnemünde in den Sonnenuntergang beendet.
    „Extra Bavariam non est vita, et sic est, non est ita.“ So ein Schmarren, malen sich die Bayern an die Häuser. Müssen sie wohl.
    Nichts für ungut.

    • Da gibt es noch viel schönere Sachen. speziell in Weingebieten.

    • Lateinkünste
      So ist das in der Tat ein Schmarren. Seltsam, denn Don hat diesen Vers schon einmal richtig zitiert, nämlich: „Extra Bavariam non est vita, et si est vita, non est ita.“ „Außerhalb Bayerns gibt es kein Leben; und wenn mam es ein Leben nennen will, so ist es jedenfalls kein Leben wie in Bayern!“ Hier noch ein hübscher kleiner Aufsatz, den ich im Internet gefunden habe: http://www.thomasraff-muenchen.de/ExtraBavariam.pdf

    • Gegenhalten. Beispiele bringen
      Sie brauchen ja nur gegenzuhalten. Ich kenne ganz Deutschland (selten), und es ist wahr, es gibt viel. Man darf es nur nicht als Bayern vs. Deutschland deklarieren, sondern muss Bundesländer und Gebiete beschreiben.
      Berlin: Flickenteppich. Wannsee: Kann mit dem Tegernsee mithalten.
      Hamburg: Schöne im Norden. Vororte: Küsten und Inseln.
      Rhein: UNESCO-Weltkuturerbe.
      Dresden: Was davon übrig ist, prächtig.
      Schwarzwald/Baden: Immer eine Reise wert, auch für Bayern.
      Mecklenburgische Seenplatte: Sehr schön. Kann ergänzt werden durch Masuren/Polen
      usw

  37. Nachtrag an TDV
    Sollte Ihnen daran gelegen sein, Ihre Meinung über die Bourbonen zu differenzieren, empfehle ich Ihnen das dreibändige Werk von Klaus Malettke:
    Die Bourbonen, Kohlhammer-Verlag.
    Ich habe nur kurz nachgelesen: Über Ludwig XVII steht nur eine kurze Passage über seine drei Jahre im Temple drin, von Folterungen wird an dieser Stelle nichts erwähnt, sondern von Vernachlässigung.
    Sein Vater erinnert mich in der Beschreibung (freundlich, dem Volk zugewandt, aber unfähig zu Lösungsansätzen) erstaunlich an Francois Hollande.
    Es gingen ihm, so der Autor, die Fähigkeiten durchsetzungsfähiger Gestalten und eine Kenntnis von Macchiavelli ab, solcher Gestalten wie Ludwig XIV oder Henri IV. Die beschriebenen Fähigkeiten erinnern mehr an jemanden wie Sarkozy.
    Das Werk würde Ihnen helfen, den glücklosen König und seine Familie etwas gütiger zu betrachten.
    Die Überreste des Königs wurden inzwischen in St.Denis bestattet (nach der Hinrichtung blutrünstig ausufernd anonym verscharrt) zusammen mit dem Herzen seines Sohnes, das ein Arzt bei der Autopsie gestohlen und aufbewahrt hatte.
    Die République Francaise hat ihnen ihre Würde zurückgegeben, nachdem Historiker dem König lediglich Zaudern und Inkompetenz zuschreiben können, nicht aber Kaltherzigkeit. In solchem Zaudern fällt mir sogar der amerikanische Präsident bezüglich Syrien ein. Es sind oft die freundlichsten Menschen gewesen, unter denen Verhältnisse aus denen Ereignisse aus der Bahn liefen.
    In seinem Abschiedsbrief schrieb Ludwig XVI an seinen Sohn:
    „Sollte Sie das Unglück haben, König zu werden….“
    Das sagt alles.
    Kein Grund, so etwas zu rechtfertigen, wie sich die Franzosen heute selbst sagen.

    • Ludwig
      Spannend, wie sich so etwas festsetzen kann. Man will es irgendwann wirklich wissen. Auf die Schnelle im 19. Jahrhundert nachgeschaut, steht bei Thiers, dass der Knabe dem Schuster Simon und seiner Frau gehässigerweise zur sansculottischen Erziehung anvertraut wurde; Weber schreibt wie Sybel, der Mann habe das Kind dann gequält, geschlagen und mit Branntwein traktiert, damit es die Inzestanklage bestätige. Bis heute gibt es dann wohl die wüstesten Theorien: Man habe ihm Huren zugeführt, dass es sich mit der Syphilis infiziere, zur Onanie gezwungen, Simon habe es nur gefoppt und eigentlich gemocht, es sei längst oder erst später ausgetauscht worden usw. Herrlich, dieses unnütze Wissen :) Mehr davon.

      Zur Sonnenfahrt – ein erwärmender Text, nur leider will mir heute dazu nur Schräges einfallen. Die Zeitläufte, sie machen den Kopf ganz quer.

      … die Sonne auf dem FDJ-Hemd etwa und allerlei politisches, nur vereinzelt ungarstiges Liedgut. Brüder zur Sonne. Heller strahlt die Sonne, heller. Und die Sonne schön wie nie über Deutschland.
      Oder natürlich der mörderische Unstern, der den HJ-Jungs versprochen wurde. Und zu dem sie ohne Ängste, Sorgen, Zweifel singend marschieren sollten, weil es wieder einmal eine bessere Welt werden würde: Es leuchtet vor uns die Sonne, sie leuchtet so klar und so hell, und keiner ist da, der feige verzagt, der müde nach dem Weg uns fragt…

      Tut mir leid. Doch gern gelesen. Ich wünsche dem Autor ein: Пусть всегда будет солнце!

    • Nun, der italienische Strand ist zum Glück nicht politisch. In Arendsee war ich kurz nach der Wende zwei wochen in einem FDJ-Ferienlager – das fand ich beängstigend.

    • Ich habe nun mal keinerlei Verständnis für jegliche Art des Absolutismus...
      Lesen sie einfach ein wenig mehr Zola, Hugo oder Dickens und wir sind quit….

      Oder ein Buch über den Bau von Versailles und all seine Konsequenzen.
      Ich kann bei Herrn Capet und Herrn Ceaucescu nicht viel Unterschied im Weltverständnis erkennen, beides ist für mich indiskutabel.
      Während die dumme Welt einen Dante für einen grossen Schriftsteller hält, erfreue ich mich an jeder Ermordung eines Potentaten, Tyrannen oder Diktators.

      Jeder König der über ein gewisses Mass hinaus im Luxus lebt, während das elendiglich im Dreck krepieren muss darf mit meinem Beifall ermordet werden! Und das betrifft nicht nur Könige…

    • Korrektur
      Sorry. Muss etwas müde gewesen sein. Korr.:
      Es sind oft die freundlichsten Menschen gewesen, unter denen Ereignisse aus der Bahn liefen.
      In seinem Abschiedsbrief schrieb Ludwig XVI an seinen Sohn:
      „Sollten Sie das Unglück haben, König zu werden….“

    • Nasty post on democratic blog
      Nun, damit

      „Jeder König der über ein gewisses Mass hinaus im Luxus lebt, während das elendiglich im Dreck krepieren muss darf mit meinem Beifall ermordet werden! Und das betrifft nicht nur Könige…“

      haben Sie sich hier bei Don doch irgendwie als nasty, very nasty geoutet. Vielleicht antworten Sie besser nicht auf posts meinerseits. Ich habe durchaus Verständnis für Limitationen, auch bei oberen Chargen, je nachdem, woher sie resultieren. Diese resultierten ja, wie Sie selbst feststellen, vom alten „Roi Soleil“. Der war nicht mal der Großvater. Fakt ist: Ich will auch nicht dafür bezahlen, dass nicht einmal meine Großeltern, sondern andere im Land in verantwortlicher Position den Holocaust verbrochen haben. Aber vielleicht meinten Sie mich ja nicht. Sie reden ja von Herrschenden. Oder von Besitzenden. Jedenfalls auch vom Don, indirekt. Der ist demokratischer, als man meint.

    • @D.A.
      Aber die Angst ist ja ganz unnötig, das ist lange vorbei, garantiert. Außerdem wären Sie ein ganz prima Wandzeitungsredakteur oder Kulturfunktionär geworden; Mitglied der GOL auf jeden Fall!! Ich weiß auch, womit man Sie bekommen hätte, spätestens mit der 2. Strophe: https://www.youtube.com/watch?v=Pj7js0bmtkk

      Das ist so dermaßen verkehrte Welt … ich war nie auch nur im Ansatz so vorbildlich, obwohl ich genau das Lied mal im Pionierpalast singen durfte, aber bloß die dritte Strophe.

    • Keine ahnung, was ich woanders geworden wäre. Für einen wie mich braucht es eine ganz besondere Mischung aus richtigem Viertel, richtigem Standesbewusstsein und verlottertem Leben.

    • @D.A.
      „Für einen wie mich braucht es eine ganz besondere Mischung aus richtigem Viertel, richtigem Standesbewusstsein und verlottertem Leben.“

      Ich weiß das. Sonst wäre ich nicht ausgerechnet hier hängen geblieben. Für mich auch (nehmen Sie es einfach hin, das war keine Beleidigung).

    • Werter Ludwig....
      … während für ihre Behauptungen keinerlei Nachweise existieren (können!) und diese Quellen ja auch keineswegs ohne Eigeninteresse verfasst worden sind…. kann ich ihnen gerne ein paar Fotos aus Abu Graib zukommen lassen.

      All dies war immer so und wird immer so sein!

      Der Sinn von Macht ist, sie zu missbrauchen. Das war NIE anders und eine Revolution die vor hat erfolgreich zu sein, wäre sehr idiotisch wenn ausgerechnet sie damit anfangen würde. Die Reaktionäre in der Vende waren keinen Furz „menschlicher“ und die Unterstellung, dass Könige ohne Macht auch nur ein Hauch mehr an Rechten zusteht wie „Normal-Sterblichen“, die werden sie uns hoffentlich nicht zumuten?

    • OBerländer
      „Jeder König der über ein gewisses Mass hinaus im Luxus lebt, während das elendiglich im Dreck krepieren muss darf mit meinem Beifall ermordet werden! Und das betrifft nicht nur Könige…“

      War mir nicht klar dass das missverstanden werden kann, ich meinte und andere diktatorische Herrscher, selbstverständlich nicht reiche Leute, was sie allerdings wohl als Einziger da hinein interpretiert haben.

      Ein gutes Beispiel sind die Scheichs in Saudi Arabien und den Emiraten, wobei durchaus damit argumentieren kann, dass die legitimeren Staatsoberhäupter die mit sowas unbekümmert Geschäfte machen keinen Deut bessere Leute sind….

      Ich hoffe das Missverständnis damit aufgeklärt zu haben.
      Wissen sie, ich schreibe immer als ein Bewohner eines Planeten, auf dem alle ein einhalb sekunden ein Kind im Alter von unter vier Jahren krepieren muss, weil Pfennige für sauberes Trinkwasser oder Basisimpfungen fehlen.

    • Schwamm drüber
      Schwamm drüber, TDV, aber meine Einwände gegen die Bestrafung des Einzelnen für Vorgängerfehler bleiben bestehen, vor allem, wenn dieser Einzelne nicht daran schuld ist und man eine Meute auf ihn hetzt (und auf seine Familie).

      Die Meute überhaupt finde ich abstoßend an der Menschheit. Sie erinnert an Hyänen. Wir können aber souverän sein wie der Wolf, verspielt wie der Bär, klug wie der Panther (Dschungelbuch). Oder schlau wie der Fuchs. Eindrucksvoll fand ich die Proteste der Mönche in Burma oder die Proteste in Kairo und das Verhalten der Armee. Wenn in Berlin Autos angezündet werden, hat das was von Meute.

      Was sauberes Trinkwasser betrifft, ist man auf dem Weg, aber durch ungebremstes Bevölkerungswachstum, dank der liebenswerten monotheistischen Religionen, zum Scheitern verurteilt (letzteres siehe Heinsohn, ersteres im folgenden Link):
      http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/millenniumsziel-erreicht-neun-von-zehn-menschen-trinken-sauberes-wasser-a-819678.html
      Die Mär vom Trinkwasser hält sich hartnäckig. Ich gab mal einer Grundschullehrerin leihweise „Apocalypse No!“ (Lomborg), doch sie diskutierte das nicht mal, weil es zu ihrere vorgefertigten Ideologie nicht passte (Halt alle dumm oder Bewahre die „Wir Sünder“-Diktion).

      Nur die Chinesen, frei von den Verneblungstaktiken derer, die’s angeblich so gut mit den Leuten meinen, haben das eine oder andere begriffen und sind auch mathematisch weiter. Konfuzius hat ihnen gut getan, auch wenn sie’s nicht wissen.

      Zu Dickens und Hugo: Diese Städte im 19. Jh waren ein eigenes Kapitel und sind sie heute noch.

    • @Oberländer
      Falls es nicht zu sehr nervt, zwei Details noch…

      Das Zitat des XVI Louis an den Dauphin hat dieser ja erst geschrieben, NACHDEM er von den Konsequenzen seines Lebens eingeholt worden war.
      Revolutionen können nur dann verhindert werden wenn Leute wie er VORHER begreifen was sie da machen. Revoltierenden wegen der Konsequenzen ihrer Tat Schuld zuzusprechen ist einfach nur falsch!

      Und sie wissen selber was passiert, wenn man Angehörige einer Dynastie überleben lässt, oder?
      Revolutionen macht man nicht leichtfertig, sonder ausnahmslos nur dann, wenn die Zustände nicht mehr haltbar sind.

  38. Wenn das spiel beginnt
    Nehme ich das Rad oder die Laufschuhe und verlassene Hauptstrassen geben mir das trügerische Gefühl von Ewigkeit. Die Schreie und der Jubel geben Auskunft über die Torschützen und deren Nationalität. Am Horizont der Himmel gibt letzte Farbspiele, die Lichter der Grosstadt empfangen den Beglückten. Nicht verpasst und soviel gewonnen.

    • Heute war es grandiosl nVöllig allein. Niemand unterwegs.

    • Herzensbruder
      Mich treibts genauso. Die Nischen finden in der Zeit und im Raum.
      Staunen im Auge des Taifun. Plutarch lesen und Prokopios.
      Mondscheinnächte ganz leise und verstohlen in Pompej verbringen.
      Und das alles und viel mehr in einem Schafferleben mit monatlich
      € 1250, wenns hochkommt.

  39. Ein Abgesang
    Nicht weniger als das Totenkied zum Verenden der individuellen Freiheit wurde hier vom Don angestimmt. Die einen haben sie nie kennengelernt, die anderen gegen Bequemlichkeit im Denken und Handeln eingetauscht. Es lebe die Bienenkönigin!

  40. Letztes Wochenende in München …
    … besuchten die beste aller Frauen und ich meinen Sohn,
    der wegen des sogenannten Fachkräftemangels bei uns in NRW
    dann doch letztes Jahr nach München zog, wegen der Arbeit.
    Und des Lohnes wegen.
    Ziel war ein lange geplantes Event,
    rund um die Gegend am Tegernsee,
    politisch völlig inkorrekt,
    auf 220 km 50 Liter Super zu verbrennen.
    Wir starteten mit Sonne am Morgen in München am Samstag
    und hatten bei 50% Regenwahrscheinlichkeit überall in der Gegend
    das Glück, bis auf eine Strecke von ca. 20 km,
    das Verdeck nicht aufziehen zu müssen.
    Einen kleinen Wermutstropfen gab es.
    Ich hatte gleich zu Beginn leichte Ohrenschmerzen.
    Die sich über den Tag bis zum Abend
    trotz Ibuprofen und Ohrstöpsel nicht mehr verdrängen ließen.
    So endete dieses schöne Event in der Notfallambulanz in München.
    Anmeldung nach dem Warten in einer kleinen Schlange.
    Dann wieder warten.
    Ich döste vor mich hin, träumte von schmerzlindernden Drogen
    und östereichischen Bäckereifachverkäuferinnen im Balkonettdirndl.
    Und wurde harsch von vier südländisch aussehenden jungen Männern
    in Begleitung eines deutschen Schäferhundes (sic)!
    aus diesen meinen Träumen gerissen.
    Diese Leute waren laut, dreist und unverschämt.
    Der Hund auch.
    Draußen regnete es.
    Und er hinterließ überall Pfützen und Fellregen.
    Normalerweise wäre ich jetzt aufgestanden.
    Normalerweise.
    Aber ich war nicht in der Verfassung für Streit.
    Die anderen Patienten auch nicht.
    Obwohl die nicht alle akut krank zu sein schienen.
    Leider aber auch keiner vom Personal.
    Also träumte ich weiter.
    Vom Silver Surfer, der die vier ins Nirwana
    und Ihren 72 Jungfrauen befördert.
    Und wurde etwas später von einer jungen Assistenzärztin
    sehr schmerzhaft versorgt.
    Ich hätte mir einen Keim gefangen, sagte sie,
    und es würde dauern, den zu eliminieren.
    .
    To be continued.
    .
    P.S. Werter Don,
    sehr schöner Text, der mich inspirierte.
    Zu wie vielen Teilen, weiß ich noch nicht.
    ;-)

  41. Mit Rad und Mohnblumen durch die Exite?
    Mohnblumen
    erfreuen das Auge und fliegen das Gemüt poetisch an. Was bleibt, was wird wichtig von dem, was – inflationär – kommt? Sie haben recht und mich mit Ihren Beiträgen endgültig überzeugt: ein Fahrrad gehörte dazu und ist so gut wie unvergänglich. Es darf auch ein Gutes sein.
    Kleine Fluchten bleiben damit möglich. Und Mohn blüht auch im Norden.
    Hals- und Beinbruch für Ihr Radfahren als „kleine Philosophie der Passionen“ (Klonovsky).

    • Ich glaube, wenn man über die grössten Erfinfungen der Menschheit reden müsste – käme das Rad ganz vorn.

  42. Luxus, wie ich ihn mag
    Nach diversen Urlauben im Laufe meines Lebens, die meist immer mehr Stress als Erholung für mich waren, war für mich Ende der 90er bis in die 2000er Jahre purer Luxus und beste Erholung, in einem sehr feinen Hotel zu logieren. So habe ich den Montreux-Palast eine ganze Woche (da noch in alter Pracht und Herrlichkeit, zugegeben zu einem absoluten Sonderpreis, weil eine Bekannte dorthin Beziehungen hatte), Les Trois Rois in Basel, Schweizerhof in Bern oder auch das Elysee in Hamburg mehrfach sehr genossen und wäre ich jünger, mehr als nur meine Rente hätte, würde ich diesem Laster, mir ein oder zwei Nächte irgendwo zu gönnen, weiter frönen. Angenehme Atmosphäre, luxuriöse Bäder, sehr bequeme Betten, Frühstücksbuffets, die mich Frühstücksmuffel immer wieder zur Schlemmerei von Rührei mit Speck und Würstchen, aufgeschlagenem, sahnigen Joghurt mit frischen Früchten und vielerlei mehr verführten und für den Tag sättigten, lassen mich für diese Hotels schwärmen.

    Da mir das nicht mehr gegeben ist, ist heute das Lesen im Sonnenschein inmitten meiner Pflanzen in meiner Loggia der pure Luxus.
    Was habe ich mich auf diesen Sommer gefreut, der sich nun ums Verrecken nicht zeigen will. Grad schüttet’s wieder und für Donnerstag sagt der Kachelmann neue Wetterunbilden voraus, aber deshalb nun so weit zu fahren, bis ich die Sonne sehe, Griechenland hatte heute 37-42°, schööön, ich liebe die Hitze…

    Die Zeiten ändern sich, vielleicht auch mal das Wetter. Dann lese ich Fortunat von Flake im Gedenken an meine längst verstorbene Schwiegermutter weiter, sind um die 1500 Seiten, aber ich habe erst 227 bei dem bisschen Sommer in diesem Monat geschafft.

  43. Am nächsten Morgen in München …
    … wachten wir für unsere Verhältnisse sehr spät auf.
    In dem netten Hotel
    nur fünf Minuten Fußweg
    von der Wohnung meines Sohnes entfernt.
    In der Nacht hatten wir beschlossen,
    das verlängerte Wochenende zu verkürzen und nach Hause zu fahren,
    um mich weiter am Heimatort medizinisch versorgen zu lassen
    und mit der Familie zum Abschied noch im Hotel zu frühstücken.
    Dieses Hotel hat einen kleinen Frühstücksraum,
    der längst nicht für alle Hotelgäste ausreicht,
    aber normalerweise ist das Verhältnis von Frühaufstehern
    zu Spätweiterschlafenden so, dass der Raum immer ausreichte,
    wenn wir uns da eingemietet hatten.
    Wir gehörten normalerweise zu den Frühen.
    Normalerweise.
    Diesmal aber nicht.
    Weil die beste aller Frauen auch noch vorher packen wollte.
    Im Frühstücksraum bot sich uns ein merkwürdiges Bild.
    Alle Hotelgäste hatten anscheinend beschlossen,
    die letzten 45 Minuten der Frühstückszeit gleichzeitig zu nutzen.
    Das Erscheinungsbild der „Gäste“ war auch etwas gewöhnungsbedürftig.
    Sehr viel Metall in sichtbarer Haut, vermutlich auch in nicht sichtbarer,
    sehr viel schwarze Kleidung und sehr viele Tätowierungen.
    Auch sichtbar und vermutlich nicht sichtbar.
    Und sehr laut, dreist und unverschämt.
    Und auch sonst keine Manieren.
    Jedenfalls keine normalen Hotelgäste.
    Das Hotelpersonal bat uns an der Theke Platz zu nehmen
    und bei einem Kaffee zu warten,
    man würde uns den nächsten frei werdenden Tisch eindecken
    und selbstverständlich könnten wir so lange frühstücken, wie uns beliebt,
    man würde unter diesen Umständen nicht auf die Frühstückszeiten bestehen.
    Ein Tisch wurde frei.
    Da schoss eine kahlrasierte, vollfette Kampflesbe mit Springerstiefeln,
    Walle-Walle-Kleid, tätowierten Unterarmen
    und Brille, Marke Puck, die Stubenfliege,
    an uns vorbei, griff sich im Vorbeigehen vom Büfett
    eine Brezel und eine Kaffeekanne
    und plazierte sich an den noch nicht gesäuberten Tisch.
    Das Personal zuckte mit den Schultern und bot uns an
    in der Lobby zu servieren, was wir dankend annahmen.
    .
    Danach fuhren wir heim.
    Und diskutierten.
    Ich schlug vor,
    dass wir soeben Mitglieder
    eines Kongresses
    für transzendente Genitalrasur kennengelernt hatten.
    Aber die beste aller Frauen glaubte mir nicht.
    In den Hörfunknachrichten Bayern 3 dann die Aufklärung,
    nicht weniger befremdlich.
    Menschenkette gegen Rassismus.
    Auf dem Karlsplatz Young Chinese Dogs, der Syrische Friedenschor und Zoo Escape.
    Und die unvermeidliche Claudia Roth mit einem Statement:
    „Schwule und Lesben haben das Recht auf Liebe und sie sollten Liebe zeigen können.“
    Ähnliches auch in anderen Städten.
    Meine Frau meinte dann, der Kongress für Digitalrasur wäre ihr dann doch lieber gewesen.
    .
    To be continued.
    .
    http://www.muenchen.de/aktuell/2016-06/menschenkette-gegen-rassismus.html

  44. Ich hatte am Montag Glück; mir schien die Sonne schlafen
    Ich bin ein Spätentwickler, der zu Nacht denkt und am müden Tag, zum Amt folgte,

    Ich machte mir Luft und erklärte mein Vormund, wie die Welt ist, wie es der Welt gefällt so zu sein.
    Ich zitterte nicht und war nicht mal auf Dummheit sauer, die mich umgab; nur selbstbeherrsch über selbstzynismus Leiden. Mein Vormund ist mein Fallbearbeiter der ARGE, das allein bezeugt nur wer ich sei nicht wer ich bin!

    Verwaltungsunfähig, Unflexibel, Bedrohlich, Naiv möchte nicht die angestammte Welt verlassen um auf wackligen Beine zu stehen; hatte ich alles schon bitter hinter mir.

    Vormund verstand nicht, dass sich Leben nicht überall Einrichten kann. Grundgenug über mich zu sorgen; erklärte ihn wie verfehlt sein Arbeitgeber ist, der Staat der ich auch noch sei; mir fehlt die Weitsicht was behördliche Demut ist; nun gut, das an diesen Tag die Sonne schien und der 10/0 Pinsel mich ruhig führen ließ.

    Denke nicht, das mein Vormund mich würdigt, das ich in mein Fall, von bessern Wissen bin, und wir die vorgeschriebene Zeit bei Weiten schon verplauderten, daher er mir unwichtig erscheint.

    Der Vormund wisse bedenklich, daselbst Geld bezieht, was ich ihn nicht anzähle; ich lasse jeden seine Sonne aber auch den Schatten den sein Amt entlässt, um versteckte Spektralfarben vor mir zu verschleiern.

    Sonne ist alltäglich und ich habe mich in deren Grenzen gewöhnt; ich sagte ihn die Welt ist schlecht, doch wer macht das Licht aus? Mit der Armutskrankeit Hartz erniedrigst du dich, stell dich deiner… Herr…

    Hier wäre Amtsanmaßung von Sachverstand eine Periode in der Zukunft noch Menschlichkeit; ich fragte nach! was machen wir mit den Menschen ohne prekäre Arbeit? ohne soliden Recht, auf nur zum muss?

    Die nicht willig nach Drohung sind? … tö…? …erklärte ihn wie die Abstimmung in der Schweiz verlaufen sei. Und wie Silicon Valley nachdenkt und wie es zu ein unwirklichen Wahlerfolgt gerissener Partei kommen wird… nichts ist bleiben oder ständig… außer die Sonne…

    Ich war mir sicher, dass ich in einer Doku Soap saß. Und unser Gespräch als nächstes weiterführen werde… und vielleicht ist dann das Rätsel gelöst das ich gestellt habe; wer kömmt und fragt auch nach, §!

    Heute gehe ich zum Strand und werde in der Mitte der Sonne stehen, das nach auf und vor Untergang; ruhig verhalten und niemand die Zeit stehlen; was mein Vormund bemängelt, ich wies ihn daraufhin, dass ich das nicht kann, ihn was stehlen, die Zeit er auch besaß kenne ich…

    und das ich arbeite, denn mit nichts tun kann ich nichts anfangen.

    Es gab Verständigung.

    …der tägliche Sonnerschein, ist meine Frau. Gut das ich den Abspann liebe… welch Sonnenschein ich mir eingestehe.

    Danke,
    auch für ihren Text, den ich zum Ansporn nahm, es ist egal wo die Sonne schein, nur sollte sie zu Seite sein.

    • Bitte, gern geschehen.

    • Die Sonne im kafkaesken Amtswahn
      Vielen Dank für Ihren Post, der mich sehr berührt hat.
      Ich wünsche Ihnen die mentale Kraft, viele schöne Sonnentage, um die Behördenwillkür zu ertragen und freue mich für Sie, dass Sie eine Frau an Ihrer Seite haben, die Ihnen mit ihrer Lebensfreude und Liebe begleitet: Ihre Sonne.

      Tja, da fällt mir neben Lolita noch mehr Literatur ein, die heute keinen Verlag mehr finden würde, jedenfalls in Deutschland nicht: Franz Kafka. Wobei es eines kafkaesken Talents bedürfte, um den von Ihnen und Millionen anderen Deutschen erlebten Behördenwahnsinn zu beschreiben.

  45. Am nächsten Morgen zu Hause …
    … dann zum HNO-Facharzt zur Nachsorge.
    Ohne Termin.
    Direkt vor der Eingangstür ein freier Parkplatz.
    Und ein arabisch aussehender Mann mit Rucksack.
    Was macht der da.
    Der steht da so rum.
    Kontrolliere nochmal, ob abgeschlossen.
    „Sie müssen warten“ sagt die hübsche Arzthelferin.
    Das Wartezimmer ist voll.
    Ich habe Schmerzen.
    Da liegt die Bunte und Gala. Lese den Stern. Kleinstes Übel.
    Über Sicherheit in den Stadien.
    Da kommt der Mann mit Rucksack rein und setzt sich.
    Die Patienten werden über eine sehr schlechte Sprechanlage aufgerufen.
    Der Rucksackmann geht wieder raus.
    Und kommt etwas später wieder rein.
    Der ist nervös, denke ich.
    Moment mal, der hört draußen doch nicht, wenn er aufgerufen wird.
    Wieso hat der beim Arzt einen Rucksack dabei.
    Und welchen Grund könnte der haben,
    ein Wartezimmer in die Luft zu sprengen?
    Ach Quatsch, du siehst Gespenster.
    Das haben manche im Flughafen in Brüssel vielleicht auch gedacht.
    Und klebten hinterher in Einzelteilen an der Wand.
    Der kommt wieder rein.
    Der schaut irgendwie komisch.
    Du solltest jetzt gehen.
    Es gibt diese verpassten Momente.
    Aber dann hast du weiter Schmerzen und wirst nicht behandelt.
    Auch nicht gut.
    Aber besser als an der Wand zu kleben.
    Vielleicht ist der ja schlecht behandelt worden.
    Hängt da am Rucksack nicht was raus.
    Jetzt geht der wieder.
    Der verhält sich unlogisch.
    Jetzt kommt der wieder rein.
    „Herassadamram“ schnarrt die Anlage.
    Der steht auf.
    Und geht ins Sprechzimmer.
    Hach, noch mal Glück gehabt.
    Also doch Gespenster.
    Sehe ich jetzt öfter.
    Seit diesem Selfie im September.
    Danke, Angela.

    • Herassadamram
      Wirklich gut. Aus dem Leben. gratuliere.

    • nur so
      O ihr schönen triumphierenden Araber*
      Anmut und Verderbtheit atmen aus jeder eurer
      Bewegungen, das Rascheln in den Falten eurer
      Kleider erregt uns bis ins Innerste,
      und es entströmt jeder Pore eures Leibes
      etwas, das uns tötet und uns entzückt.
      (Gustave Flaubert)

      *Späßle: hab Araber statt Frauen geschrieben.

  46. Titel eingeben
    “In den 50er Jahren konnte der kugelrunde Heinz Erhardt noch glaubwürdig einen Eierlikörfabrikanten verkörpern, und nirgendwo im Film taucht die Frage nach der Herkunft der Eier auf.”

    In den 50er Jahren gab es noch keine konsequente Neo-Liberalisierung der Hühner Käfige und männliche Küken wurden auch noch nicht zu Millionen gechreddert und an ihre Mütter verfüttert.

    Aber zu Wichtigerem:

    Wo ist das Bild vom Rainer mit dem Eimer?

  47. War mir bisher nicht bekannt,
    Duisburg gilt neuestens als gelungenes Integrationsbeispiel. So die gemischtsexuelle Darstellung von Reiner Burger und Marlene Grunert, von 21.06.2016 aus Ffm.
    .
    Und dabei hätte ich mir so gewünscht, daß es in unserer Stadt nicht schon wieder zum Verkehrschaos durch offene Dreierbeemmwees (hey alde, guggsd du pireite Reife) kommt. Auf die Tschechen ist eben kein Verlaß.

  48. Geld drucken bis der Arzt kommt,
    dort wo man der Mittagssonne entgegenfährt. Aber gemäß Stern-Forsa-FAZ würden 79% der Deutschen gegen einen EU-Austritt votieren.
    .
    Uff, dann hat also die Haftungsgemeinschaft und schwindende Altersvorsorge nichts mit der EU zu tun. Wie sagt TDV immer so schön….?

    • Das spielt keine Rolle. Entweder es gibt ungarische Zustände mit Politikern, die sich einen Dreck um Brüssel kümmern, oder Austreitte, wenn es sich anbietet. Stichwort italien, Katalanien.

  49. Was für ein Satz
    „Aber die Erde dreht sich weiter um die Sonne und die Kugeln in den Lagern eines 34 Jahre alten Rades sind nicht anders rund als jene in den Rädern, deren Pedale im Geschäft mehr als mein Somec aus dem Speicher kosten. Am Ende wird gestorben.“
    Und treten muß man auch schon noch, sag ich immer.
    Geehrter Don, der schöne Text erinner mich an 1982 und die Fahrt mit dem Mopped nach Firenze zum größten Moppedtreffen europaweit. Von Hamburg bis München nur Regen aus Kübeln. Nächsten Tag übern Brenner, der Sonne entgegen. Und alle Qual und Trübsal war wie weggewischt.

    • Das ging auch. Ich war gestern mit einem fast 50 Jahre alten Rad unterwegs und war keine minute langsamer, es war nur schön.

      https://rebellmarkt.blogger.de/stories/2591859/

    • Mohnblumen vom Rebellmarkt
      @ Don Alphonso
      Dank für den Link. Ein guter Text, dazu Zustimmung, fantastische Bilder: die Wolken in Abenddämmerung, die Kirschen. Und die Mohnblumen am Feldrand, traumhaft schön.

    • Das war gestern, bei einem vergessenen Ort namens assenfdels in einem früheren Donautal.

    • Titel eingeben
      Nassenfels heisst es. in der Blogsuche eines der Blogs werden Sie auch unter Speckberg fündig, @Tamarisque. DA hat schon darüber geschrieben.

  50. Dann ist das nicht mein Land!
    Wie oft habe ich das seit September gedacht.
    .
    Und fahren bis die Sonne scheint.
    Natürlich ist das auch heute noch,
    auch als abhängig Beschäftigter, möglich.
    Mein Sohn hat es mit einem Freund, dessen Auto,
    einem Zweimannzelt und Sonne im Herzen
    vor drei Jahren für drei Wochen verwirklicht und war glücklich.
    Die Mittelmeerküste von Frankreich und Italien
    und die Schweiz haben sie bereist.
    Der Weg war das Ziel.
    Das Benzingeld haben sie geteilt.
    Und sich sehr selten auch mal ein Hotel gegönnt.
    .
    Da Tyler ja die alten Kommentatoren vermisst:
    Gruß an KarolaKettenhemd, Colorcraze und den Tiger.

    • Menschen kann man leicht ersetzen....
      …beim Niveau ist er schon schwerer.

      Die Idee, dass ein Land, in diesem Falle DE, mein Land sein könne, hatte ich schon seit ich selber zu denken begann nicht mehr.

      Wenn ich von München nach Bombay, Tokyo oder Brisbane fliege und zum Fenster raus auf die Erde runterschaue, dann fällt mir immer wieder auf, dass auf der real existierenden Welt da unten nirgendwo Grenzen zu sehen sind. Sowas macht nachdenklich…


    • Lieber mediensegler, danke für Ihre lieben Grüße und Ihre Lebenszeichen. Ich hoffe, es geht Ihnen bald wieder besser. Daß Ihr Sohn auch schon mal „auf Fahrt“ gehen konnte, freut mich sehr, denn für die Jungen ist das Leben nicht einfacher als es für uns Ältere in unserer Jugend war.

    • Vielflieger
      Diese Ansicht, werter TDV teilen Sie mit der Vielfliegerin
      Angela Merkel.

      „Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos sein.
      Alle Ängste und Sorgen bleiben darunter verborgen…“
      (Reinhard Mey)
      …zumindest scheint es der BK so zu ergehen.
      Dumm gelaufen für die, die auf dem nassen Asphalt zurückbleiben
      und nur noch den Regenbogen in den Benzinpfützen sehen.

  51. Wunderbar!!
    Vielen Dank,

    Don Alphonso, für die wunderbaren Bildchen, und genauso für den wunderbaren Text!

    (Es ist immer gut zu erleben, dass man am Ende doch nicht der Einzige – und logischerweise damit der Durchgeknallte – unter einer so überwältigenden Mehrheit von Leuten ist, die ‚anders drauf‘ sind.
    Damit meine ich die Mitkommentatoren und danke für die Einsichten!)

  52. Voller Einsatz für die Selfies!
    Haha… Zu gerne würde ich einmal live beobachten, wie der Don seine Selfies mit Rad im Gegenlicht produziert: Er löst die Zeitverzögerung der Kamera aus, sprintet zum Rad zurück, zieht den Bauch ein und läßt den Blick bedeutungsschwanger in die Ferne schweifen…

  53. erster Halt immer in Sterzing
    Genau, Sterzing ist ideal für einen Zwischenstopp in Richtung Süden. Übernachten kann man gut im Hotel Stafler.

  54. Nostalgie
    Wir hatten einen Schüleraustausch mit Südfrankreich und die Kinder und Eltern besuchten sich regelmäßig.
    Damals brauchten wir immer mehrere Währungen;denn es musste in der Schweiz oder gar in Spanien getankt werden, nicht nur in Frankreich.Es machte auch nichts, wenn man zuviel umgetauscht hatte, irgendeiner konnte es zum späteren Zeitpunkt garantiert brauchen.

    Ein sehr eindruckvolles Erlebnis hatten wir mit dem Großvater der Kinder, einem Weinbauern. Er war 2x in deutscher Gefangenschaft und konnte in Braunschweig flüchten.Er hatte Tränen in den Augen, als er sagte:Es darf nie wieder so kommen, dass Alain und Franz aufeinander schießen müssen.Oft muss ich an ihn denken,auch an Montagnac und die ganze Region, gerade jetzt wieder.
    l

    Hier kann man per Mausklick urlauben. Habe es eben rausgesucht und finde die Seite schön.(Falls erlaubt, Don)

    http://www.mein-languedoc.de/das%20languedoc.htm

    • Ah, wir waren mit dem Schultheater in der Partnerstadt Grasse, das war auch toll, das muss ich mal beschreiben.

  55. NEUES DEUTSCHLAND
    TDV sagt: bei Mit Buttersäure und Vergewaltigern gegen Europas Inzest am 13. Juni 2016 um 04:19 Uhr

    Wenn sie ernst genommen wollen…
    Dann müssen sie tatasächliche Fakten bringen. Meinungen dazu
    interssieren kaum jemanden. Sie schrieben zwar: „Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen um 1472 Prozent.“, lassen dies aber einfach so stehen. Haben sie Fakten dazu …

    TDV,

    Hier ein Link (deren gibt es vieler mit den gleichen Zahlen):

    http://www.statusquo-news.de/kriminalitaet-in-schweden-anstieg-vergewaltigungen-um-1472-prozent/

    Desweiteren wissen wir doch auch, dass es eine Dunkelziffe gibt.
    Die Zahlen sind alle schon ein paar Jahre alt. Glauben Sie etwa die sind rückläufig? Neue Erhebungen gibt es nicht. Schon gar nicht in Deutschland.

    Trauriger neuer Weltrekordhalter bei Vergewaltigungen (angezeigt aber nicht statistisch erfasst – es darf ja nicht mal eine Statikik erstellt werden – NAZIALARM) ist wohl die Stadt Sigmaringen (16.000 Einwohner). Glaubt man sehr gut informierten und sehr glaubwürdigen Quellen lag die Quote bei sage und schreibe (Achtung NAZIALARM):

    900 Vergewaltigungen auf 100.000 Einwohner.

    Übertrifft also Lesotho im südlichen Afrika in etwa um den Faktor 10.
    Darüber wird nichts geschrieben. Sowas findet nicht in Deutschland statt. Und Köln ist nur eine Luftspiegelung. (Achtung NAZIALARM).

    Wie sagte doch „Die Unaussprechliche“:

    „Wer eine NEUE WELTORDNUNG WILL … muss auch mal lokale Rechte abgeben …“. (Achtung NAZIALARM)

    Einigkeit und Recht und Freiheit gilt nicht mehr. Eigentlich sollte man die Textzeile nicht mehr singen dürfen (Achtung NAZIALARM).
    Überhaupt sollte jeder Wahlberechtigte mal auf youtube, die diversen Äußerungen dieser gewissen Frau anschauen. Denn da geb ich dem kanadischen Reporter Recht.

    https://www.youtube.com/watch?v=ybPADcZDA5M

    Diese Frau hat ein richtig großes Problem – mit Deutschland und den Deutschen. (Oh, schon wieder. Diese Aussage stellt mich ja in die rechte Ecke – also (Achtung NAZIALARM)).

    NEUES DEUTSCHLAND … WIR KOMMEN … NEUES DEUTSCHLAND … WIR KOMMEN … NEUES DEUTSCHLAND … WIR KOMMEN …

    (Achtung NAZIALARM)

    • Ja, da kommt noch was auf uns zu. und haufenweise Beihilfsschweigerinnen der Linken, denen das egal ist, wenn es kein weisser Mann gemacht hat.

      (In Berlin wird weniger angezeigt.)

    • mein GOTT, SIGMARINGEN, lauter SCHWARZE
      mein weltbild, eh schon schwankend genug, kommt völlig ins rutschen:

      SIGMARINGEN, ehemals einer der schwärzesten orte der republik, selbst Oeti hätte dort damals noch 88 % für die schwarzen geholt……..selbst wenn der dort jeden tag eine wahlrede gehalten hätte, ja selbst dann noch !

      und nun dieser statistische tiefschlag ! die frage ist nur noch: 900 auf 100.000 pro monat, jahr oder seit beginn der statistischen erfassung ?

      was sagt das urbild des weissen, alten, potenten, heterosexuellen, grünen mannes dazu der dort in der nähe wohnt und seine frau wohl unbegleitet (da er ja immer auf dienstreise ist) zum singen in den kirchenchor schickt ? was hat dieser sackgassen-evolutionist den schülern im chemieunterreicht beigebracht ?

      ich erwarte dringend eine stellungnahme der landesregierung BaWü, hat ersatzweise die nebenmedienstelle der landesregierung, genannt SWR1, schon vor ort mit aufnahmearbeiten begonnen ?

      und dann noch der kommentar von DON, völlig in die falsche richtung, vielleicht gibt es in SIGMARINGEN immer noch keine weissen, weiterhin nur schwarze (eingeborene und „zugezogene“ muss mal die wahlergebnisse analysieren und vor ort mal durchreisen.

      und wenn schon SIGMARINGEN, wie ist denn die situation im vergleichbaren ELLWANGEN, dem ehemaligen standort der leibstandarte A.H. ?

    • @Dr. Seltsam
      „Glaubt man sehr gut informierten und sehr glaubwürdigen Quellen lag die Quote bei sage und schreibe (Achtung NAZIALARM):

      900 Vergewaltigungen auf 100.000 Einwohner.“

      Solange man dafür aber keine überprüfbaren Belege hat, ist es aber schwierig, mit solchen Aussagen was anzufangen…ich glaube ja auch, dass es ein Problem gibt, aber diese Zahlen erscheinen mir auch kaum glaubhaft (da müsste es ja Dutzende von Vergewaltigungen durch refugees in Sigmaringen geben). Ich fürchte, diese Behauptungen wirken eher kontraproduktiv, weil man als Migrationskritiker dann wieder als verschwörungstheoretischer Spinner und Hetzer abgestempelt wird.

    • tommy....
      Wir leben nun mal in digitalen Zeiten, in denen der Unterschied zwischen Nachricht und Meinung nicht nur in der Lügenpresse verschwunden ist, sondern auch die Menschen die in solchen Kategorien überhaupt noch denken, immer weniger werden.

      Mir hat das alles schon recht früh zu denken gegeben als irgendwann mal rausfand, dass die sogenannten Evangelien erst im vierten Jahrhundert verfasst worden sind, also über ungefähr 10 Generation mündlichen Übertrragungen verfälscht worden sein müssen.

      Das hat mein Vertrauen in Quellen von Grund auf erst mal etwas gedämpft….
      Ich bin mir sicher, dass diese Migranten eine prozentual höhere Kriminalitätrate haben, das ist nicht schwer einzuschätzen, aber damit könnte man leben. Das Problem sind mehr die Konsequenzen für unser Bewusstsein die deren Anwesenheit im Landé hat.
      Don hat da ja mal einen eindrucksvoll ehrlichen Beitrag dazu hier gebracht, als er nachts Geld abheben wollte….

    • @TDV
      „Mir hat das alles schon recht früh zu denken gegeben als irgendwann mal rausfand, dass die sogenannten Evangelien erst im vierten Jahrhundert verfasst worden sind“

      4. Jahrhundert ist m.W. zu spät angesetzt (ich vermute aus der Zeit in etwa stammen die ältesten erhaltenen Handschriften, aber ich gehe stark davon aus, dass Zitate aus den Evangelien auch schon bei Autoren wie Origenes und Tertullian, die nachweislich ins frühe 3. Jahrhundert gehören, zu finden sind), aber Sie haben natürlich Recht, auf jeden Fall wurden die Evangelien Jahrzehnte nach Jesu Tod verfasst, es ist sehr schwer rauszufiltern, was da Fakt und was Fiktion ist. Stimmt auch, dass das allgemein ein Problem bei vormodernen Gesellschaften, in der mündliche Überlieferung eine große Rolle spielte.
      Heute sollte man eigentlich meinen, dass mit den Möglichkeiten moderner Medien es leichter wäre, ein objektives Bild zu gewinnen…aber auch das ist nicht der Fall. Ich bin immer wieder negativ überrascht, wie schwer es ist, bzgl. vieler Vorgänge in der Welt an zuverlässige Informationen zu kommen…manches (wie z.B. der gegenwärtige Krieg im Jemen, bei dem ich Ihrer Kritik an der Außenpolitik der USA und auch Deutschlands sogar einmal zustimmen würde) wird ja auch vom Großteil der Medien weitgehend ausgeblendet (ob aus bloßer Ignoranz oder ganz bewusst, mag ich nicht zu beurteilen).

  56. Der Tag, an dem die Sonne im Norden nicht untergeht
    Lieber Don Alphonso, ich möchte mich den vielen Lesern anschließen, die sich für die schönen Fotos bedanken. Außer den Mohnblumen gefallen wir die wunderschönen Bilder vom Sonnenuntergang und den Wolken auch sehr gut. And it goes without saying: der schriftliche Teil, wie immer, fabelhaft geschrieben, herzlichen Dank.

    Als Nordpolbewohner kann man schon auf die Süddeutschen dafür neidisch sein, welch eine große Auswahl an traumhaften Ausflugszielen sie haben, mit weitaus besseren Wetterbedingungen, längeren warmen Monaten und mehr Sonne. Den Unterschied mehr Sonne merkt man schon in Süddeutschland: Der Sonnenschein ist heller und intensiver.
    Aus Norddeutschland erreicht man direkt nur die Ostsee und die Nordsee. Ich mag die Ostsee, aber z.B. der Insel Sylt kann ich nicht viel abgewinnen, mag ich nicht besonders.

    Apropos Sonne. Am kommenden Sonnabend, den 25. Juni, feiern alle Skandinavier das Mittsommerfest. Mittsommernacht, schwedisch Midsommarnatt, heißt im Finnischen juhannus, nach dem Geburtstag von Johannes der Täufer, der Johannistag, an welchem das Fest früher in manchen Kirchengemeinden gefeiert wurde.

    Im hohen Norden, in Lappland, geht die Sonne um diese Zeit die ganze Nacht nicht unter. Aber auch in südlicheren Gefilden ist es nachts so hell, dass ich z.B. als junges Mädchen ein paar Mal durch die ganze Nacht ein Buch gelesen habe, ohne eine Leselampe anknipsen zu müssen. Das geht, aber nur mit jungen Augen.

    Juhannus wird am See oder am Meer gefeiert, mit einem großen Feuer am Ufer oder auf dem Wasser. Da eine Großzahl Finnen ein Ferienhäuschen mit Sauna besitzen, immer direkt am Wasser, zumeist auf einer Insel, so gehört der Saunagang mit einer Erfrischung im See als Anfangsritual fest dazu.

    Nach dem Abendessen strömen die Menschen zu den Tanzpavillons, die überall in Finnland mitten in der Natur im Wald oder am Wasser gelegen sind. Dort wird mit Vorliebe zu live „Tango“-Musik getanzt. Tango in Anführungszeichen, weil die Musik mit dem argentinischen Tango nicht viel zu tun hat, sondern eine eher leidenschaftslose, lahme Version ist, Musik, die ich nie mochte. Gehört zu dem Teil der finnischen Kultur, mit welcher ich mich nie identifizieren konnte. Trotzdem, hier eine Kostprobe: Das Video ist ein Ausschnitt aus dem Film “Das Mädchen aus der Streichholzfabrik” von Aki Kaurismäki (1990). Wer seine Filme kennt weiß, dass die Meisten tragikomische Abbildungen vom Leben der finnischen Underdogs und der Loser darstellen, melancholisch und seltsam berührend.
    https://www.youtube.com/watch?v=4iJzBmszxII

    • Titel eingeben
      Meine Gattin ist dieser tage bei ihren Eltern in St. Petersburg und auch dort: WEISSE NÄCHTE. Das ging letzte Nacht so weit, dass Julia mitten in der Nacht von einer lauten Fliege geweckt wurde, die am Fenster wütend summend rauswollte, ins Helle!

    • Rakkaus - kein schöner europäisch Wort für: Liebe
      Ja, Polkatanzen in der finnischen Mittsommernacht! In den Achtzigern des letzten Jahrhunderts bin ich im Sommer immer einmal von Moskau über Leningrad nach Helsinki gefahren, dann weiter mit dem Finjet nach Travemünde, das unersetzliche Auto in Deutschland warten zu lassen – und so dann wieder zurück. Auf dem Weg jeweils eine oder zwei Übernachtungen in Finnland. Im Restaurant großes Abendessen mit Tanzkapelle. Starke autochthone Frauen, die tadellos und fabelhaft bis zum Schluß durchgehalten haben, auch wenn ihren dann schon im Unterhemd dasitzenden Männern der aufgestützte Ellbogen immer wieder von der Tischplatte abrutschte.

  57. Frühling wo ist Dein Duft
    Mir macht Radfahren keinen Spass
    .
    wenn ich diese Tätigkeit nicht mit der von Berliner Ttrötenschranzen vergleichen kann, die jetzt grade unter hässlichen Neonleuchten irgendwas versifftes in ein überteuertes Display tippen.

  58. Eine Fahrt unter der Sonne
    Eine schöne Erinnerung: eine Autofahrt mit meinem Mann durch Ostjava, von Surabaya nach Madura, durch herrliche, saftig grüne Tropenlandschaften, durch Dörfer, die damals schön sauber und aufgeräumt waren, mit gackernden Hühnern mitten auf der Straße, mit Lasten vollgeladenen Wasserbüffeln, ver-rückt gewordenen Busfahrern. Asiatische Busfahrer fahren überall gleich: ob in Hongkong, Bangkok oder Indonesien: todesmutig blind. Wie kopflose Hähne. Wer dort als Europäer Auto fährt, muss bei Ausweichmanövern schnellste Re-flexe haben. (Einmal bin ich in Jakarta mit einem Taxi gefahren, chauffiert von einem jungen Mann mit offenbar großer Neigung zum Risiko bzw. Todessehn-sucht. Schon einiges gewohnt, war diese Fahrt jedoch one of a kind: wie eine wilde Verfolgungsjagd aus einem B-Film. Eigentlich hätte ich Angst haben und den Fahrer zur Vorsicht mahnen müssen, sprach ich doch fließend Indone-sisch, stattdessen fügte ich mich meinem Schicksal und sagte mir: Okay, nimm es, wie es ist, cinema live. So erlebte ich den Wahnsinn wie ein Zuschauer mit-ten im Film und hatte Riesenspaß, nachher glücklich heil angekommen zu sein.)

    Ja, eine Fahrt durch Java ist eine Fahrt unter der Sonne. Aus Surabaya in Madura angekommen. Die Bewohner, völlig anders als die sanften, fröhlichen, höflichen und zurückhaltenden Javanesen. Sie umringen das Auto, bedrängen uns, kneifen mich immer wieder unangenehmen am Arm.

    Ein Strand, menschenleer, der Sand glühend vor Hitze. Kein einziger Baum, kein Fischerboot in Sicht. Das Ufer zu flach zum Schwimmen, nur schön zum Anschauen. Ohne Sonnenschutz ist es nicht zu ertragen.

    Aus Internet kann ich entnehmen, dass sich auf Madura nichts verändert hat. Die urwüchsigen, rauen Menschen lassen keinen Zuzug von Fremden zu.

    In meiner Jugend endete eine Studentenfete oft damit, dass ich mit einer Freundin in Duo sang, zumeist Lieder von Kurt Weill. Als Musikfan, hier, passend zum Ausflugs-Ausgangsort, mein Lieblingssong von damals:
    https://www.youtube.com/watch?v=yQmmTvASWJA

  59. Johannisbeersaftflecken
    Was mag den Arzttermin befreiten, wahlberechtigten Rentnern der Nachkriegsgenerationen durch den Kopf gehen, wenn sie auf der Bank in der BRDFuZo mit geschlossenen Dali-Augen (mit leichtem Fingerdruck auf den Lidern Farben zaubern) nur noch vereinzelt ein heimisches Wort heraushören?

    Ein Damals in den Weiten der KPdSU-Fremde? Das nahe Heute labiler Kunststofffenster? fieser Enkeltricks? künstlich verknappter deutschsprachiger Politiker? in Milch ersoffener Schweine? gefakter Dating-Profile? getürkter Headlines? dubioser Nachlaßformalitäten? von Nutella, d e r ungepamperten Konstante?

    Sinnieren sie über das vom Lindenblütenduft sabotierte Sprachexperiment ‚Wer’s glaubt wirkt ausgeruht, das obskure Objekt der Reiselust‘, oder erfreuen sich ähnlich kurioser Gedächtnisfragmente wie im Selbstgespräch vor einer extravaganten Rotdornhecke: »Heine?, ich kenn keinen Heine, nur Heinemann, früher war’s doch schöner, ja Heino, bist du es?, Blaue Berge, der 60/70’er, da war man noch Kundenkönig, heute irgendein kunstgebissiger Konsument, kein Gewicht in der Stimme,
    /- nicht mal wie Richard Huelsenbeck, der ja dann doch noch Schiffsarzt wurde-/,
    jemand der von Reiseveranstaltern in militärischem Eiltempo durch sehenswerte Orte geschleift werden soll, obwohl er das Buch von Enzensberger ‚Einzelheiten‘ 1965 gelesen hat und Nelli dabei hat,
    …wir bauen ihnen ein Gewohnheitsgebäude…helfen ihnen, sich mit ungebührlichen Denkverkürzungen zu arrangieren,
    wie, was, wer ist eine Mediennutte?, ach, der da und die da…,
    Obstler, ja wo war das denn, mit dem Flieger auf dem Schloßplatz
    …wie alt?
    wie alt bin ich eigentlich…knapp über hundert, … nee, du bist doch 34,
    – kann nicht sein bei Jahrgang 60, hey Alter…58?, ach ist auch nicht so wichtig, eh zu kleines Zeitfenster – war das nicht 42? 23…72, 14, so so, der Mussolini damals…,
    das war nur TV-Doku, Ezra Pound im Käfig aber auch,
    – schau dir nachher die Sitzordnung an, wer hat sich wo positioniert, wer hat welches Gehabe, welche Musik hört wer?,
    Uwe Dierksen «Birdcrunch»(1999)?,
    korreliert sie mit der Sprachqualität?, mit dem was er wie will?, kann er’s überhaupt?, ist das denn relevant?, Reparaturen ohne TÜV, …Stammtisch ist ja zunächst erstmal was Gutes, nur die Konversation mit ihrer Schnittstelle am Reifen, Twin Leaks
    – U-E-Radiosender, krassnervöse Aversion, manche finden das aber gemütlich, eine kleine häusliche Einlullakustik, Nonstopschlagergedudel mit geschnetzelten Nachrichtenmantras, komische Gewohnheiten, die da bedient werden, – Nelli du bist so schlaunett, wie du die Gesprächslöcher stopfst, faszinierend, ganz ohne Spoilings,
    – diese blinde, absehbare, intrinsisch, aus der Windel gekrabbelte Reisebereitschaft, interessanter Kontrast ferner Orte,
    nur die Sonne war Zeuge,
    wie wahr war’s, trotz blitzgescheiter Überwachungstechnik, wie stellt sich dann die Schuldfrage? mediale Salamitechnik für verdichtete Zeit, …ich auch, wer noch? bitte? ich würde sie auch gern verklagen, mir schweben da sehr hohe Beträge … vergiß nicht die Reinemachfrau, wenn, immer Donnerstags, welch schönes Wetter!, sagte der Trennungsschmerz und zog das Fenster zu, und der Heimatschutzverein war so freundlich,
    free the Bees, …
    – Sprachduktus, Eliteschule prägt den Rythmus, Harmonie für die Bratpfanne
    …naja der Jünger, und, wieso nicht, ist doch jetzt nur synonymisch, der Duft von Nightflight, … Ausstellung in Marbach? ach nö, reizt mich nicht so, diese Vermischung, Privat- Öffentlich-Künstlerpersönlichkeit, wie cool ist das denn, digitalblablabla, danke, für das Angebot, …halli hallo, ich bin ja heut so froh, daß es morgen nach …«
    brrr, brrr, brr,
    »…ja, hallo?, ach, gut das Sie anrufen, wir sehen uns dann gleich beim Frühstück.«

    Quanto Mai Sarai Piu Bello : La Costanza Nell Amore (Air)
    Philippe Jaroussky Les Arts Florissants
    Album : Duetti / Duos Vocaux Italiens (2011)
    https://www.youtube.com/watch?v=B0qDEYDxAKo

    http://www.planetlyrik.de/ezra-pound-pisaner-cantos-lxxiv-lxxxiv/2012/02/

    http://www.heise.de/ct/artikel/Interne-Mails-bekraeftigen-Abzock-Verdacht-gegen-Dating-Plattform-Lovoo-2825450.html

    • Einfach danke!
      Das ist das Dichteste, Verdichtetste und Dichterischste, was ich seit
      ewig langem in deutsch gelesen und genossen habe.
      Ich kopier es mir (mit Ihrer Erlaubnis) und stecks in ein Almanach.

  60. früher war nicht alles schlecht
    Lieber Don, entgegen der weitläufigen Meinung ist es ja auch so, daß früher zum Teil weit besseres Material verwandt wurde als heute. Das schöne Somec hat ein Freund von mir im Wohnzimmer in Metallic, mit einer Campa-Jubiläumsausstattung: Ritzel hinten aus Titan/Alu mit Tretlagerachse aus Titan etcetc. Zieht mich immer auf mit meinem Pinarello und Shimano. Heute wird in Rädern von der Stange teils Schrott eingebaut, den man so nicht sieht. Soll nur schick aussehen. Gerade letzte Woche 18.06./Wirtschaft las ich, daß in Offenbach der größte Batterie-Recycler Energizer o. ä. ansässig ist und von Österreichern geschluckt wurde wegen der segensreichen Zukunft: eAutos, eRäder etc. Die Offenbächer meinen, die Radakkus sind nach drei Jahren hin! Ein Kampf ums Lithium steht bevor, denn China hat 2015 ca. 20 Mio E-Räder verhauft! D ca. 1Mio. Kleiner und geheimer Aktientip hier am Rande………

    • Geld ist mir eher egal – und diese Batterien werden mit ihren Standards mittelfristig ein Graus. Die Antriebe sind es schon jetzt. Ich fahre weiter mit eigener Kraft.

    • Da von Kugeln die Rede war.
      In meiner Jugend, ist eine Ecke her, überholte ich mit einem alten Dürrkopp Damenrad bergab (im Schuss) immer meinem großen Bruder auf seinem nagelneuen Rennrad.
      Leider hat mein Vater das Rad ohne mein Wissen letztes Jahr entsorgt (des allde Glomb will doch koiner meh). Top Zustand – in einem schönen Kobaltflaschengrün. Aus den 40igern oder 50igern. Die Lager waren sicher noch von ganz anderer Qualität.


    • Ja, die Batterien, fürchterlich. Jeder Senf braucht eine Batterie. Selbst in Feuerzeuge, Feueranzünder und Pfeffermühlen sind schon welche eingebaut, ganz furchtbar.
      Neulich mußte ich mir eine neue Uhr kaufen, weil Batteriewechsel nichts mehr half, war wohl Wasser eingedrungen. Bin ja mal gespannt, wie das mit Sonnenkollektor und Akku sich macht, ob die auch 20 Jahre hält, wie die vorige, wenn sie auch jährlich Batteriewechsel brauchte (täglich aufziehen ist mir denn doch zu lästig. Bei dem Sonnenkollektor habe ich einstweilen Bedenken, daß die Uhr irgendwann zuwenig Strom haben wird, denn ich trage die Ärmel lang und gehe selten in die Sonne. In 2, 3 Jahren werde ich berichten.)

    • @Otto Meier
      „Mehr Unabhängigkeit von den USA wollen doch weder Politik noch Wirtschaft wirklich.”

      Natürlich, aber das ist doch auch nicht das Problem. Dass die Bürger das nicht wollen und entsprechend wählen, das ist das Problem.

      Und was Putin angeht so sehe ich da nicht mal mittelfristig ein Problem für West Europa. Er hat genug am Hut seinen Bürgern ein einigermassen lebenswertes Land zu errichten, aber das passiert natürlich „unseren“ US Freunden und der NATO Mafia nicht. Jetzt wäre die richtige Zeit sich von USA, NATO und der EU zu lösen und sie durch sinnvollere Zusammenschlüsse zu ersetzen. Eine eigene europäische Verteidigungsgemeinschaft, deren defensive Aufstellung für Putin deutlich wäre, würde einer weiteren Generation ein Leben in Frieden ermöglichen.
      Manöver in der Nähe der russischen Grenze veranstalten nur Wahnsinnige und Verbrecher. Ein Volk, das es zulässt, dass seine selbstgewählte Regierung so handelt, das spielt mit den Möglichkeiten eines Atomkrieges.
      Verzeihung colorcraze, aber noch mal: Wer so blöde ist, der ist an den Konsequenzen dann halt wirklich selber schuld!

    • Nicht die Wähler sind das Problem, TDV,
      die Unberechenbarkeit der politischen Mitspieler ist das Problem. Und daran ändert sich durch das Wählen, welcher Partei auch immer, nichts. Putin, Erdogan, Trump oder Clinton, all diese Mitspieler sind unberechenbar. Und wenn ich mir unsere Politiker so ansehe, dann gilt da doch dasselbe. Niemand kann wirklich vorhersagen, was unsere „Eliten“ in Zukunft noch so alles anstellen werden.

      Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß das früher anders war. Zumindest war nicht alles, überall und immer derart unberechenbar.

  61. Selten so gelacht: http://www.faz.net/-gqe-8iij7
    Das Gejammer der Wirtschaft und das Verständnis der Autorin rühren mich zu Tränen.

    • Grundsätzlich hat Sarkozy ja Recht, TDV.
      Aber was ist dann mit TTIP etc., was mit den politischen Entschädigungen durch EEG etc.?

      Die scheinbare politische Dominanz wird doch mit Zugeständnissen erkauft, die am Ende nur der Wirtschaft helfen. Daß dabei mal ein paar „Bauernopfer“ gebracht werden müssen, sei unbestritten, stört die Wirtschaft insgesamt aber nicht.

      Mehr Unabhängigkeit von den USA wollen doch weder Politik noch Wirtschaft wirklich. Denken Sie nur mal an die Nato. Und die Abhängigkeit von den USA ist auch das Problem beim Umgang mit Rußland. Merkel kann das überhaupt nicht ändern, selbst wenn sie es wollte. Das könnte nur Europa, das sich aber gerade in Auflösung und auf dem Weg zurück in die nationale Kleinstaaterei befindet. Und wie die Rolle Frankreichs diesbezüglich aussehen wird, bleibt erst einmal abzuwarten. Was die Türkei betrifft, sollten weder eine Mitgliedschaft in der EU, noch die Visafreiheit ein Thema sein. Der Zug ist abgefahren. Da bleibt nur das Warten auf die Zeit nach Erdogan. Dasselbe gilt auch für Rußland und Putin, abwarten.

      Anzunehmen, die Politik dominiere die Wirtschaft, käme mir jedenfalls nicht einmal im volltrunkenen Zustand in den Sinn.

      Wenn sich Europa, die EU, von den USA abkoppeln würde, dann hätte das politische und wirtschaftliche Folgen, die, ähnlich wie beim Brexit, nicht abzuschätzen wären. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sollte aber jedenfalls angestrebt werden und möglich sein. CETA (Kanada) und TTIP wären ein guter Anfang.

      Ein einseitiges Ende des Boykottes gegen Rußland wäre dagegen jedenfalls kontraproduktiv und gefährlich, auch für die Wirtschaft. Denn das wäre eine Bestätigung für Putin, seine Politik fortführen zu können, ohne Folgen befürchten zu müssen. Denn die Drohung, den Gashahn zuzudrehen, könnte dann nicht die einzige bleiben.

      Auch wenn ich Sarkozy grundsätzlich zustimme, so ist mit Putin oder Erdogan keine verläßliche Zusammenarbeit möglich. Und wie das in Zukunft unter Trump oder Clinton mit den USA aussieht, ich habe da so meine Befürchtungen. Schwierige Zeiten, die nicht wirklich berechenbar sind.

  62. Don Infernos Pausenbrot
    Köstlich: Ein Text, in dem niemand eine fade Moin, ein Grindkopf, Gschleaf, Heisalschleicha, Letschtnbene, Trietscherl oder Netzfeministin geheissen wird.

    Zwei Monate Sommer, zehn Monate Hölle?

  63. Das Sonnenlicht am Südende des Gotthardtunnels
    Danke für dies neoromantische Kleinkunstwerk. Dabei fällt mir der Doktor Faust ein:

    „Aus dem hohlen finstern Tor
    Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
    Jeder sonnt sich heute so gern.
    Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
    Denn sie sind selber auferstanden:
    Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
    Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
    Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
    Aus der Straßen quetschender Enge,
    Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
    Sind sie alle ans Licht gebracht.
    Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
    Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
    Wie der Fluß in Breit und Länge
    So manchen lustigen Nachen bewegt,
    Und, bis zum Sinken überladen,
    Entfernt sich dieser letzte Kahn.
    Selbst von des Berges fernen Pfaden
    Blinken uns farbige Kleider an.
    Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
    Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
    Zufrieden jauchzet groß und klein:
    Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!“

    Das Konzept nach Süden fahren, bis die Sonne scheint, kommt mir recht bekannt vor. Bis Anfang der Achziger Jahre war das Wetter in Deutschland im Vergleich zu heute deutlich kühler und unfreundlicher. Man raunte damals von der nahenden Eiszeit. Da war die Flucht ans Mittelmeer naheliegend.
    Am schönsten waren diese Reisen, wenn sie über Tage gingen und man miterlebte, wie sich langsam Vegetation und der Baustil der Häuser in den Dörfern änderten. Wenn man dann einen Pass hinabkam und im Tal waren die Dächer Mönch und Nonne geziegelt, war man fast angekommen. Dann begegneten einem auch die ersten Stehtoiletten, die Landschaft wurde karger und die sattgrünen Laubmischwälder wichen Kiefern und Dornengebüsch wo es nach Baumharz und Tymian roch und in der Mittagshitze der sägende Gesang der Zikaden zu hören war.
    Über die Alpen oder Voralpen ans Mittelmeer. Das waren meine liebsten Reisen: Besonders gern auch Anfang des Jahres, um dem Frühling entgegenzufahren. Mal mit dem Auto, mal mit dem Rad oder auch Motorrad, allein oder mit unterschiedlicher Begleitung und beim Aufbruch bisweilen das Udo Lindenberg Zitat auf den Lippen: „Steig auf lass uns nach Las Vegas reiten, die Sonne putzen.“

    Es gab auf diesen Unternehmungen so manche Anstrengung und Überraschungen, die nicht nur gute waren. Aber so ein Urlaub hat glaube ich irgendwie stärkere Geschmacksnoten, einen kräftigeren Körper und einen längeren Abgang als betreutes urlauben im Clubhotel oder auf dem Kreuzfahrtschiff.

  64. Vergleiche taugen wenig
    Früher, als ich noch ungütiger war, diskutierte ich häufig mit einem Freund, einem Italienkenner und Italienfanatiker.
    „Jaja“, kam gewöhnlich von meiner Seite, „Italien ist ein viel schöneres Land.“ Und dann passierte etwas Erstaunliches: Er, der ca. 20 Jahre Ältere, wies darauf hin, dass Deutschland genau so schön sei. Es ging hierbei nie um Politik, sondern um Landschaften und Kulturen. Ich zählte alles auf, was an Italien gut ist, vom Meer und den Sonnenuntergängen an der Rivieraseite über romanische Kirchen allüberall, von Giotto und Cimabue zu den kleinen Straßen und Dörfern, auf die man überall trifft, sobald man die Autostrada verlässt, alles von Venedig bis Pienza und von Rom bis Amalfi.
    „Sicher“, sagte der Freund, der gleich hinter der Grenze gewohnheitsmäßig von der Autobahn abfuhr, um einen Schuppen zu finden, indem er Bigoli all’Anatra (Pastaart mit Enten-Sugo) essen konnte. Und dann zählte er zunächst alles in Bayern auf und dann im Rest von Deutschland.
    „Trotzdem ist Italien bedeutend schöner“, beharrte ich trotzig.
    Ehrlich gesagt, damals war ich latent antideutsch. Deutschland war vor allem Dholocaust oder Deunozid. In der Schule ritzten sie es uns ein wie die Pockenimpfung und es musste eine Pustel verursachen. Wir waren klein, ja. Heute sind sie in dem Alter schon etwas abgebrühter; wir waren Kinder.
    Heute sehe ich das separat: Da ist das Eine, und da ist das Andere. Man muss nicht stolz sein auf Landschaften oder Kulturen, aber man darf sie lieben. Politisches Versagen sehe ich heute separat. Vielleicht hat der widerliche Neue Antisemitismus dazu beigetragen, der gegen Lebendige, mich von den Krokodilstränen für Tote zu befreien. Der Boden und die Geschichte können nichts für diese Verirrung, die Auen sind unschuldig, die Geschichte der Kunst auch, nicht die Geschichte insgesamt.
    So wird man etwas gütiger. Es gibt keine schöneren und schönsten Länder mehr für mich und keine schäbigen, sondern nur ausgesprochen schäbige Politik. Ich habe die Juden oft betrauert, aber dem Land innerlich verziehen.
    Das kann nicht jeder. Manche freuen sich, wenn wir „Menschen geschenkt“ kriegen, die ein ganz neues Land daraus machen könnten. Nun ja, kann ich dazu nur sagen, wenn sie alles abrasieren, wird es sicher ein tolles Land. Und antisemitisch wird es garantiert erneut.

    Trotzdem finde ich, dass Italien ein ganz klein wenig schöner ist, aber das liegt an dem Übermaß an Kirchen und Felsbuchten und an der Tatsache, dass es nicht zerbpmbt wurde. Und an der Pasta und den Farrari und Alfa und an der Sprache, nun ja. Jedenfalls vergisst man sofort manchen Stau auf dem Brenner. Gleich nach der ersten Pasta.

    In Kalabrien war ich noch nie. Ein Versäumnis.

  65. @ tdjangohatnemonatskarteel sagte am Juni 2016 um 18:25 Uhr
    „… mein GOTT, SIGMARINGEN, lauter SCHWARZE
    mein weltbild, eh schon schwankend genug, kommt völlig ins rutschen.“ „….seit beginn der statistischen erfassung ?“

    Ich vermute, dass in diese Statistik noch Vergewaltigungsfälle ab dem 22. April 1945 einfließen, als die Première Armée Française unter General Jean de Lattre de Tassigny Sigmaringen „und Stuttgart einnahm (zwinker).Immerhin standen 4. nordafrikanische und eine Kolonialdivision unter seinem Kommando. Die noch lebenden Bewohner der südlich von uns liegenden Gemeinden (an Enz und Neckar, wie Laufen, Besigheim….), in dem französische Truppen entgegen die Vereinbarungen mit den Amerikanern „wilderten“, können ein Lied davon singen. Da sind die entrüsteten Erzählungen meiner verstorbenen Schwiegermutter, dass sich der amerikanische Militärpfarrer, der sich damals im April in ihrem Haus einquartierte und der sich mit dem Schuhen auf´s Bett gelegt haben soll aber eine Petitesse (das Adolfportrait und sein Buch waren im Hühnerstall in Sicherheit, die Orden vom 1. WK (LWRgt 121) und das Mutterkreuz habe ich später beim Bau unseres Hauses im ehem. Garten ausgegraben)
    .
    Weiter geht’s…“ was sagt das urbild des weissen, alten, potenten, heterosexuellen, grünen mannes dazu der dort in der nähe wohnt und seine frau wohl unbegleitet (da er ja immer auf dienstreise ist) zum singen in den kirchenchor schickt ?“
    .
    Ich gehe davon aus, dass er die Gerlinde auch gefahrlos „unbekleidet“ zur Chorprobe schicken kann, also Kleider am langen Arm. Mehr sag i aber jezed ned.
    .
    Den Zusammenhang mit ehemals L.A.H. und den Schutzsuchenden müssen Sie erklären. Es könnte sonst der Verdacht aufkommen, dieser StO sei der Schutzsuchenden nicht würdig (oder umgekehrt ?).

  66. bedankt sich
    @mediensegler – Vielen Dank dass sie sich meiner erinnern. Leider bin ich dieser Tage sehr beschäftigt und komme nicht mehr dazu, hier zu kommentieren. Aber lesen tue ich Dons Blog immer noch mit Vergnügen.

  67. Neulich einen Video Vergleichstest gesehen "mit dem PowerPack 500 gegen das PowerPack 400 1000 hm
    in den Schwarzwald hoch“. Fazit: Mit dem 500er reicht es bis ca. 300 Meters vors Ziel. Mit dem 400derter muß man frühzeitig viel mittreten.

    Genaugenommen könnte man das ganze bisherige Fahrrad rund um die neuen Akkus drumzu gleich ganz weglassen und stattdessen ein „akkugerechtes Einspurfahrzeug fürs rollende Freizeitwandern in halb unbefestigter Natur als Akkuhülle- u. Sinngebung“ neu konstruieren.

    Evtl. mit Stilelementen aus dem IPhone-IPad-Design vorherrschend. In der Mitte eine herausnahmbar einrastende, designflächige Latte-Macchiato Maschine auch gleich mit drin. Und eine Docking-Station und Vier-Lautsprecher-Sound integriert.

    Und selbstausfahrende Ständer, sobald die Räder sich nicht mehr drehen. Und automatische Selbstanlehnung an Wirtshauswände, das anlehnen an jede Wirtshauswand muß allerdings vom Benutzer erstmalig dem Rad angelernt werden. Erst danach kann es alles automatisch.

    Und „connected drive total“ selbstverständlich – alle relevanten Fahr-, Video- und Puls- u. Menschendaten – Pheromonanalyse an alle zusammenhängenden Weibchen – gehen automatisch an Facebook und Verteiler.

    Und in der Einfahrt die automatische Bikewaschanlage wärmt bei selbsttätig erkannter Radannährung unter weniger als 10 KM mit Solarstrom das Waschwasser vor und beheizt sich selbst die Düsen, wärmt den chemiefreien Schaum vor. Dazu hat sie dann ja noch ca. 22 Minuten Zeit. Ist aber selbstlernend und frei programmierbar. Kommt das Rad öfter zu früh, setzt die Selbstlernung den Aufheizbeginn auf 12 KM rauf.

    Zum Glück muß man bei Fahrrädern aber immer noch kein Kerosin nachtanken wie bei Kampfjets. Aber eigene Designer-Shelter für standesgemäße Außerhausunterbringung in schönen Bereichen des häuslichen Privatparks wären schon vorstellbar. Schließlich möchte die ebenfalls eigene, geleaste High-End Solarstromtankstelle auch komfortabel und standesgemäß untergebracht sein, gestaltgebende Anleihen bei Hollywood Filmarchitekturen wären denkbar, aber rein zufällig.

    Und im nächsten Schritt wird das Fahrzeug noch mehr Hybrid, noch mehr crossover, und man kann mit ihm vom Berg auch gleich noch anschließend durch die Lüfte zu Tal gleiten und segeln. Von der eigenen Kameradrohne als digitalem Putzerfisch persönlich begleitet. Denn die steckt natürlich auch noch in der flächigen Rahmenform patentgefaltet-allzeitbereit, digital-selbstentfaltend mit drin. Was Solarstrom alles kann.

    Und in der Version „KuKa-extra“ kann es in seiner Freizeit in der dummen-kleinen Stadt an der Donau ggfls. auch noch mithelfen Autos zusammenzubauen. Da will man(n) auch nicht viel für. Man ist ja nicht so. Und an Tisch decken und Kaffee kochen wird noch gearbeitet.

    Soviel vom Fortschritt – und davon wie man Feministinnen vorläufig noch in Arbeit hält und nützlich.

  68. Der Sonne entgegen, damals wie heute,
    Text eingeben

  69. Der aufgehenden Sonne entgegen, damals wie heute,
    am 23.06.1941 kämpften die Deutsche Wehrmacht (Originalton der Dame mit den wasserhellen Augen: Nazitruppen) um die Festung Brest-Litowsk (heute Bjelo-Rußland). Am 22. September 1939 hatten dort Nazitruppen zusammen mit Stalinistischen Truppen bei einer Parade den gemeinsamen Sieg über Polen gefeiert.
    .
    Der Nappi, der genau 128 Jahre zuvor mit damals noch nicht Nazi-, aber doch auch deutschen Soldaten auch der selben Sonne entgegen marschieren ließ, war einen Tag später noch nicht so weit gekommen, dafür kam er bis nach Moskau hinein, die „Nazis“ nur bis Tula. Die Füße sind aber beiden Armeen abgefroren.
    .
    Und seit zwei Wochen fliegen über unser Haus die US-Transporter von Ramstein aus wieder in die gleiche Richtung. Ich hoffe aber, daß nicht eintritt, was gewisse Presse mit Inbrunst herbeischreibt und die Politik nicht müde wird herbeizureden. Und jezed gang i mei Wiesle mähe. Der Gartennachbar ist Russ(landdeutscher) und gibt mir gelegentlich ein russisches Bier aus. Nasdrowje.

  70. Analog oder Die mündliche Übertragung.
    TDV sagt:
    23. Juni 2016 um 04:24 Uhr
    tommy….
    Wir leben nun mal in digitalen Zeiten..

    Mir hat das alles schon recht früh zu denken gegeben als irgendwann mal rausfand, dass die sogenannten Evangelien erst im vierten Jahrhundert verfasst worden sind, also über ungefähr 10 Generation mündlichen Übertrragungen verfälscht worden sein müssen. Das hat mein Vertrauen in Quellen von Grund auf erst mal etwas gedämpft….

    Das seh ich irgendwie anders.
    Die Erde umkreist die Sonne nach wie vor – analog.
    Das Rad – nicht nur vom Don – dreht sich analog.

    Die mündlichen Übertragungen, von Wahl zu Wahl im großen Ozean, finden seit über 100.000 Generationen statt.
    Oder haben sie schon mal einen der großen Säuger, beim schwimmen beobachtet der gerade seinem PC ein Backup verpasste.
    Leider wurde diese seit 100.000 Generationen bewährte Übermittlung von Alt (Sender) zu Jung (Empfänger) unterbrochen.

    Durch den Menschen.
    Indem die großen alten Wale zu hunderttausenden abgeschlachtet wurden, verschwand zu großen Teilen auch ihre Geschichte/Identität.
    Völkermord ist ein schwacher Ausruck dafür. Systematische Ausrottung einer der ältesten und intelligentesten Lebewesen der Erde (des Universum) trifft es schon eher.

    Und heute.
    Der Aussage „Informationen aus erster Hand“ wird weniger geglaubt als einer binären Formatierung aus einer beliebigen Computertastatur oder einer bildgebenden Einrichtung die Lichtimpulse sendet.

    Wer ist der Herr. Maschine oder Mensch. Dieser Frage wird keine Beachtung mehr geschenkt. > Deus ex Machina <

    Ich bin und bleibe analog.
    Zum Teufel mit den Maschinen und dem binären System.
    Sie versklaven uns nur.

    ….

    • Natürlich: Zustimmung!
      Keine Frage, auch ich besitze bewusst nicht mal ein Handy!

      Aber sie vergessen die Entwicklung die das alles in Zukunft nehmen wird!
      Und die wird auf uns keine Rücksicht nehmen, es wird eine Ziet kommen, wo an ohne Handy vieles nicht mehr, bzw nur mit sehr viel grösserem Aufwand erledigen kann. Freunde erzählen mir von Versuchen ein Ticket für die Bundesbahn direkt zu kaufen….

      „Wer ist der Herr. Maschine oder Mensch. Dieser Frage wird keine Beachtung mehr geschenkt. > Deus ex Machina <"

      Ich befürchte, man wird uns beide nicht um unsere Meinung bitten und wie sie ja tagtäglich in der Lügenpresse sehen können, sorgen Meinungsmache und Manipulation dafür, dass es so weiter gehen wird.

      Ich gehe mal davon aus, dass wir derselben Generation angehören und wir die entmenschlichenden Konsequenzen nicht mehr am eigenen Leib erleben werden. ABer sonst?

  71. FRANZOSEN IN DEUTSCHLAND
    @DEJA DE L…………….

    werter freund, es gibt dazu viele sagenumwobene erinnerungen, in dem von ihnen aus noch weiter südlich gelegenen stuttgart sollen die französichen eroberer und besatzer sogar die ruderboote der Stuttgarter Rudergesellschaft gewassert und dann mit mp-salven davonschwimmend durchlöchert haben………….ich war nicht dabei, da spätgeboren, doch diese sage hielt sich hartnäckig………….vielleicht sollten wir eine historikerkommission einrichten, ruderkamerad Wolfgang Weber hat ja jetzt mehr zeit, ausser er will bei jedem formel 1 rennen dabeisein.

    längst kompensiert durch sehr erfreuliche ruderaufenthalte im bei paris gelegenen Pontoise, damals noch eine idyllische kleinstadt mit malerhintergrund von Camille Pissarro……………

    • Bitte berichtigen zu dürfen,
      …in Pontoise, im Vexin.
      .
      Oh ja, Historikerkommission, aber nicht wegen der paar perforierten Bötle z´Schduagerd. Auch als gnadenlos Frankophiler bitte ich darum. Nein, nicht wegen Freudenstadt sondern wegen der zahllosen Einfälle der französischen Könige im Südwesten Deutschlands. Wird gerne vergessen in den Erzählungen und Geschichtsbüchern (nein, das neuerlich dafür verwendete Wort benutze ich nicht). Der „Erbfeind“ ist älter als Sedan und Verdun. Man schaue sich das bluttriefende Lied an. Und nirgendwo in der Pfalz steht ein ähnlicher Gedenkstein für Freischützen wie ich ihn in Frankreich ständig sehe: „Ici ont tué les hordes Nazi….“

  72. Die neue Paranoia
    Gestern auf SPON die Überschrift:
    „Neue Fluchtbewegung: Darum kommen so viele Tschetschenen nach Deutschland“.

    Laut dem Artikel seien im Mai 1.260 Flüchtlinge aus Tschetschenien nach Deutschland gekommen. Es wird gemutmaßt, dass dies Putins Geheimplan sei, um Deutschland zu destabilisieren.

    Die Überschrift konnotiert aber schon, dass dies ein Fakt sei. Ganz im Stil der BLÖD-Zeitung.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-darum-kommen-viele-tschetschenen-nach-deutschland-a-1099180.html

    Das wird allmählich paranoid.
    Die logische Ableitung von dieser Verdächtigung wäre die Frage: Wer will Deutschland durch offene Grenzen und unkontrollierten Zuzug von Millionen Flüchtlingen destabilisieren? Putin kann’s ja in dem Fall nicht sein.

  73. @ TDV
    Zu dem Thema hatte ich in Deus ex machina Blog geantwortet, leider trug ich den Titel als Namen ein: The Manhattan Cowboy“. War ein Lapsus.

    In den neuesten Posts von mir können Sie lesen, dass ich mich aus der Diskussion ausklinke und nenne den Grund, dass nämlich beide indiskutabel sind.

    Mich würde aber Ihre Quelle interessieren. In den Angaben sind nämlich einige Items, welche laut den TV Pundits und einigen seriösen Medien glatte Lügen sind.

    • Gut so....
      Wir haben da wohl aneinander vorbei geschrieben, denn selbstverständlich ist es so, dass beide inakzeptabel sind.
      Bei mir gibt es da halt noch den Zusatz, dass für Europa wohl Trump das keinere Übel wäre.

      Die Zusammenstellung stammt vom Thierry Meyssan von Voltaire, wobei es ja wohl nicht gerade entscheidend sein dürfte wieviel von dem vor Gericht hieb- und stichfest sein dürfte, oder finden sie wenns nur drei oder vier der Punkte wären so sei das für einen US Präsident noch ausreichend? (Ooooops, da könnten sie in der Realitäöt sogar recht mit haben…)
      Seriöse Medien gibt es wohl kaum mehr und Pundits gibts auf beiden Seiten.

  74. wir sind auch immer solange gefahren bis die Sonne
    da war, nur nicht strack nach Süden , sondern nach Südwesten , immer nach Frankreich.
    Ihr schöner Aufsatz , Herr Don A. erinnert mich an meine Kindheit/ Jugend in den Sechzigern/ Siebzigern
    Ende der Sechziger sind meine Eltern mit uns Kindern vom schönen grünen Siegerland , vom Dorf, in die Stadt, vom eigenen Haus in die gemietete Dienstwohnung ins mittlere Ruhrgebiet gezogen.
    Nebenan gab es die Kokerei und Zechen, die Schlote , das Graubraun der Häuser und den schwarzen Staubregen. Wir Geschwister konnten im Sommer nicht mehr barfuß laufen, das einzige Grün in der Nähe war der Stadtpark.
    Urlaub, Auto kannten wir Kinder nicht.
    Gedrängt von unserer Mutter , sie schimpfte oft, der Vater könne froh sein, dass sie katholisch ist, hätte ihn verlassen und nicht das eigene haus, mit vier Kindern nie weg aus der Heimat, wo , Luft , Wasser und auch Fenster einfach sauber waren und blieben , Frau nicht nur waschen und putzen müsste, und obendrein auch noch Wasserstoff blond gefärbt , um dazu zu gehören , und alle Kinder der Reihe nach erst mal Keuchhusten, Windpocken und Mumps bekamen ,machte der Vater den Führerschein .
    Das erste Auto 1968 ein grüner WV Variant mit langgezogenen Dach, hinten passten wir 4 gerade rein.
    Bevor la France entdeckt wurde, ging es ins benachbarte Käseland , nach Schevenigen. Damals noch nicht zur Strandkirmes verkommen, jetzt auch wieder ordentlicher, in eine holländische Pension, recht plüschig, Teppiche auf den Tischen , etwas Häkelei vor den Fenstern , schmale Betten und unfallträchtige Innentreppen.
    Für uns Kinder wunderbar über die Straße der Strand der Nordsee und das Meer , eiskalt, aber toll.
    Pommes Frites Honigkuchen Schokostreuesel jeden Tag .
    “ Fritten „kannten wir aus Siegen auch von den belgischen Soldaten dort.
    Für meine Eltern war der Urlaub ein Graus, teuer, Zimmer ach Du liebe Güte und das Essen , Vollpension, ungenießbar, Schnitzel unerkennbar fritiert, Frikandel , was ist das ?
    Man achte auf die hauchdünnen Gurkenscheiben und Gaudascheiben , und beim Kopje Koffee bitte immer nur jeder einen Keks aus der Dose !
    Mein Vater verzweifelt, 3 Wochen Mist und ob der Preise müssen wir jetzt Konkurs anmelden, sagte er meiner Mutter, es gäbe keinen nächsten Urlaub.
    Meine Mutter auch verzweifelt aber nicht rat-und tatlos.
    Im Herbst zog sie los, mit dem Bus in den Ruhrpark , zu Karstadt und dort aus der Ausstellung , draußen auf der Wiese , ein Camping-Hauszelt und sonstiges Zubehör gekauft , anliefern lassen . Das Zelt war eigentlich orange, das konnte man aber nur von innen sehen, außen war es grau, braun geworden, eben ruhrgebietsfarben.
    Mein Vater durfte sich noch aussuchen , welches südliche Land er sich für eine Campingreise wünscht, seine Wahl fiel auf Frankreich, der Hort der besseren Verpflegung und der weniger knauserigen Lebensart.
    Im nächsten Sommer sind wir dann , Mutter bewaffnet mit dem ADAC Campingführer Südeuropa und Vater als Lenker unseres 1. Volvos 144, – dank sei der Großmutter, Richtung Südwesten über die Schweiz zunächst in die Berge nach Chamonix.
    Jeder hatte seine Aufgabe , Vater der Fahrer , Mutter die Lenkerin , wir älteren Kinder mussten das Zelt aufbauen, die Kleinen die Luftmatratzen aufpumpen.
    Wir zehren heute noch von diesen Sommerurlauben.
    Auf den Campingplätzen waren viele Engländer , auch „vornehme „mit Wohnwagen. Für Engländer war mein Vater zuständig, irgendwie schleppte er die immer an, er konnte sehr gut Englisch, in den Fünfzigern hatte er in Heidelberg für American Express gearbeitet. Einfach weil wir dabei waren, haben wir viel gelernt.
    Wenn es regnete , brachen wir ab und fuhren solange bis die Sonne wieder schien.
    Unsere Eltern waren uns Kindern immer zu umtriebig.
    Meine Mutter wollte kulturell etwas sehen. Mal gab es die Tour de France “ die Schlösser der Loire “ , mal die Tour der gotischen Kathedralen, mal die Hinkelsteine , Gräber , Menhire der Bretagne, die Fluchtrouten vom spanischen Bürgerkrieg in den Pyrenäen, die Päpste in Avignon etc. und Brigitte Bardot, Grace Kelly an der Cote d‘ Azur.
    In Chamonix habe ich meine erste ausgewaschene Jeans mit Schlagbeinen und Blümchenstickerei und flache geschnürte Ledersandalen bekommen, später zu hause modisch der Hit .
    Jeden Herbst hatte ich etwas aus Frankreich, was es bei uns noch nicht gab, und sei es den bretonischen Klassiker , den blau /naturweiß geringelten Seemannspulli .
    Im Sommer nachdem ich in der Schule Französisch hatte, schleppte Vater auch Franzosen an , er meinte, die hätten campingmäßig die bessere Ausstattung , sprich Tische und Stühle , zum Essen. Die Engländer waren da oft nur mit einer Decke auf dem Boden ausgestattet, jedenfalls die Campingplatz „Unterklasse“ der Zelter .

    Hier beim Schreiben wird mir wieder bewußt , wie toll diese Zeit war , auch wenn wir Kinder bloß unsere Ruhe am Strand oder Pool haben wollten und uns weder für Rosettenfenster in Kathedralen noch Menhire oder irgendein Schloß in Blois interessierten und unser Vater zur Beschwichtigung immer sagte, Ruhe Kinder , Eure Mutter kann eben keinen alten Stein links liegen lassen, guckt mal hin oder hört mal zu , es wurde aus dem Guide Michelin vorgelesen
    Stimmte auch , in der Schule , in Geschichte oder Literatur zehrte man davon.
    Für Vater war Essen und Trinken wichtig.
    Unterwegs hielt man am an einfachen Restos Routiers, wo französische Lastkraftwagen mittags standen, sonst wurde selbst eingekauft und auf Gas gekocht , bei Zeltnachbarn , bevorzugt waren Franzosen, vieles abgeguckt . Einladungen zum Apero waren die Dammbrecher.

    Auch heute kann ich sagen, auch wenn ich nicht völlig frei von Erwerbsarbeit leben kann, keine Säcke voll Geld im Keller stehen habe, keinen Dukatenscheißer in der Ecke oder dass freitags nicht die Decke aufgeht und es Fünfziger regnet, alles so Sprüche meines Papas, bin ich trotzdem frei und kann für mich fahre

  75. Wo die Sonne nicht scheint
    „Fahren, bis die Sonne scheint“ heißt ja dann wohl, wo herkommen, wo sie’s nicht tut.
    Nun mögen die Wenigsten wirklich gern da hingucken, geschweige denn hinfahren, wo die Sonne nicht (oder selten) scheint – leidenschaftliche Proktologen und erotisch passend Fixierte mal ausgenommen.

    So betrachtet, hat Deutschland zweifellos die A*-Karte gezogen, mithin und im verständlichen Bemühen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, ein einleuchtendes Motiv auch für die exzessive Förderung der Solarenergie. Dabei betrug die durchschnittliche Sonnenscheindauer in Deutschland 2015 1’723 Stunden. Ergibt, geteilt durch 12 Stunden, 143 Sonnentage. In Italien dürften es (gefühlt) im Schnitt um die 300 gewesen sein. Kein Wunder, lässt sich das Land kaum regieren! Den Italienern fehlen einfach die muffige Bange um ihr Fortkommen bei mieseren Wetterbedingungen und der Glaube, gegen vorübergehende klimatologische Inkonvenienzen mit technischem und regulatorischem Furor angehen zu müssen. Lieber lebt man sorglos unter der großzügigen Sonne, der echten am azurblauen Himmel und der anderen, milduntätigen in Brüssel.

    In Deutschland dagegen, wo emsig die braven Wintersparmäuse wirken, um dann ihre hart erarbeiteten Vorräte in und an alle Welt verteilt zu sehen, plant man sehnsüchtig die nächste Reise nach Süden, egal mit welchen Vehikeln, einfach bloß weg, der Sonne zu. Verwundert reibt man sich die Augen, wie aus dem Süden immer mehr Gäste in Regenland auftauchen, um ausgerechnet da ihr Glück zu suchen, wo man laut höchstrichterlichem Urteil unter den Bedingungen neuer Ermächtigungsgesetze lebt. Weil Demokratie und Freiheit der Politik verständlicherweise suspekt und notorisch lästig sind. Wie das Licht in die Dunkelkammern des Rechts gerät, ist ungewiss. Vermutlich wird es in Säcken hineingetragen.

    Radeln mag unter den gegebenen Umständen als eine der letzten Freiheiten unter freien Himmeln gelten. Ein Privileg, an dem selbst Minderprivilegierte teilhaben können, wenn sie’s denn möchten. Die Meisten verzichten, nicht etwa notgedrungen, sondern weil sie die nur ausnahmsweise von der Sonne beschienene Körperregion einfach nicht hochkriegen.

    Ihnen immer zwei Fingerbreit komprimierte Luft unter den Felgen!

  76. Bis unterhalb des Sporns ...
    … das ist Apulien und ich kann Ihnen werter Don nur empfehlen, dort einmal wieder hin zu fahren.
    .
    Unterhalb von Bari wird es richtig schön, obwohl man bei der Fahrt durch die sehr triste Ebene von Foggia nicht wirklich daran glauben mag.
    .
    Das sind dann die Orte in denen der „zugereiste Norditaliener“ im August alljährlich seinen Heimaturlaub verbringt.
    .
    Immer der Sonne entgegen!

  77. Bye bye Britannia ....
    … Ihr fahrt jetzt hin, wo die vermeintliche europäische Sonne nicht mehr scheint.
    .
    Burning down the Bürokraten – House … das wird die nächsten Jahre bestimmt sehr lustig.
    .
    „A farewell to Brussels and the ECB“ stünde Euch in DE aber auch ganz gut zu Gesicht!

    • Ich önnte für den Rest meines Lebens auf das Gesicht von Juncker und Öttinger verzichten.

  78. bitte, gerne!
    @ meergans 23. Juni 2016 um 12:13 Uhr
    Einfach danke!
    :Der Dank wird weitergereicht an Don Alphonso, seiner adäquaten Typo und die rege Runde hier

  79. Sie sangen
    Oh yesterday came suddenly….

    Lennon, John/ Mc Cartney, Paul

  80. Mußestunde
    Danke für den Text. Meine Frau und ich entdecken das Vorlesen wieder. Abseits des Zeitgeschehens. Wunderbar.

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