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Die Wiederkehr der Anstandsdame als intolerante Feministin

28.03.2013, 13:25 Uhr  ·  Wenn aus Toleranz Diskriminierung und aus Freizügigkeit Unterdrückung wird: Feministinnen zeigen Betschwestern und Moralaposteln, wie man die sexuelle Befreiung des Menschen wirksam, areligiös und dennoch moralinsauer bekämpft.

Von

Ja… ja… ich zerfliesse… ich sterbe
Mirabeau, Meine Bekehrung

Sexualmoral war schon immer eine anstrengende und zumeist wenig freudige Veranstaltung; wer etwa in der bildenden Kunst Nacktheit betrachten wollte, musste dazu früher scheussliche Aspekte in Kauf nehmen: Bei Eva die Ursünde, bei Magdalena die Reue, bei Lucretia den Dolch in der Brust, bei der Maria Lactans den Mutterkult und bei Cleopatra den Schlangenbiss. Fragwürdige Gestalten wie Potiphars Weib und Lot und seine Töchter waren schon das Ende der Freuden, nur Kupferstiche durften derber sein. Erst die Renaissance erlaubte auch Nacktheit aus Freude an der Sache; allerdings sollte man nicht vergessen, dass sich selbst ein Boticelli sich später von jeder Frivolität abwandte, und die Lockerheit in der Kunst ein flackerndes Licht bis in die Zeit der Aufklärung geblieben ist. Auf jeden Guilio Romano, Caravaggio und Annibale Caracci kommen Legionen von grausliger Kreuzabnahmepinsler, und so stetig und öde blieb auch die Sexualmoral. Dann kam die Aufklärung.

Im Film „Musketier mit Hieb und Stich“ mit Jean Paul Belmondo gibt es eine amüsante Szene in den Wirren der französischen Revolution, als ein Monarchist die Chance nutzt und die Frau, die er besitzen will, mal eben schnell von deren Mann vor einem bürgerlichen Standesbeamten scheiden lässt. So einfach war das plötzlich, und der Konterrevolutionär sagt dann auch: Wenn wir mit der Revolution fertig sind, sollten wir diese Einrichtung unbedingt beibehalten“. Denn natürlich war so eine schnelle bürgerliche Scheidung etwas ganz anderes als das lange Elend der kirchlichen Variante. Und so haben es die konservativeren Teile der Gesellschaft immer gehalten: Man liess erst mal die jungen Avantgardisten moralisch fragwürdige Dinge tun, empörte sich darüber, bis man die Vorteile verstand, passte die Moral an und übernahm, was man gut brauchen konnte. Das verarnte Adelstöchterlein will einen Bürgerlichen heiraten? Na gut, er ist reich und wenigstens nicht Heinrich Heine. Eine Frau verlässt ihre Mann und nimmt dessen Kollegen? Ein Skandal! Bis der deutsche Heldenkomponist Wagner seinem Lieblingsdirigenten die Frau nimmt und das deutschnationale Publikum trotzdem weiter in die Opern reingoldet.

Und so hat sich halt vieles geändert. Niemand sagt mehr etwas, wenn man interkonfessionell heiratet – in den 20er Jahren wurde meine Grossmutter noch am oberbayerischen Bahnhof scharf gefragt, was sie denn bei den Protestanten in Franken wollte. Das züchtige Kopftuch war noch in den 50er Jahren auf dem Dorf Vorschrift, wollte man nicht als so eine gelten. Bürgerliche Liebesheiraten sind auch erst seit dem 20. Jahrhundert die Regel, bei Scheidungen und unehelichen Kindern konnte man vor den 70er Jahren nicht auf Tolranz hoffen, und damals schaffte man auch so etwas wie den Kuppelparagraphen ab, der jenen drohte, der Unverheiratete zusammen in ein Zimmer liessen. Und wenn die Tochter dann einen Langhaarigen heimschleppte und es wenigstens kein Kommunarde war, war es auch in Ordnung. Man lernt dazu, oft genug in der eigenen Familie, wo man nicht so einfach diskriminieren kann: Je grösser der Clan, desto schneller arrangiert man sich mit Homosexualität, und bislang warten wir vergeblich darauf, dass der Teufel sich endlich bequemt und amoralische Schandmäuler wie mich holt. Statt dessen haben wir in Bayern einen Gottkön Ministerpräsidenten, dem man seine eigene Familienpolitik nicht zum Vorwurf macht. Weit ist es mit uns gekommen, und es hat Spass gemacht. Auf die jungen, lebenslustigen, alternativ agierenden Leute war Verlass, sie machten den Weg frei, beseitigten Widerstände und brachten die anderen zum Umdenken und Umbeischlafen.

Eigentlich müsste man sich jetzt nur noch auf ein paar Punkte in Sachen Gleichstellung einigen, und dabei ein paar teure Privilegien für die mehr geschiedene denn heilige Institution Ehe abschaffen, dann hätten wir einen Status erreicht, mit dem vermutlich die allermeisten gut leben könnten, sofern sie sich an sinnvolle Gesetze halten und, wenn sie nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, den anderen keinen Strick daraus drehen, wenn die es doch tun. Es gibt genug andere Sachen, über die man sich aufregen kann: Hass in der EU und Umweltzerstörung, das Bankrottieren ganzer Länder und Staaten, die jede Toleranz vernichten wollen: Man schaue sich nur um, wie in Ungarn mit Randgruppen umgegangen wird.

Dabei steht Ungarn da nicht allein; vor ein paar Jahren kam schon der Bürgermeister von Verona zu überregionaler Bekanntheit, weil er die an sich durchaus saubere Stadt mit seiner Lega Nord nochmal säuberte. Was an sozialen Gruppierungen nicht ins Strassenbild passte, wurde entfernt. Mein Internetcafe in Verona etwa hatte eine immer gut gelaunte Besitzerin aus Afrika und nach der Machtübernahme ein Parteibüro der Lega neben sich: Ganz schnell war es verschwunden. Man fühlte sich, gelinde gesagt, an rechtsradikale Regimes erinnert, aber nicht alle duckten sich weg. Auf der Strasse zwischen dem Gardasee und der Stadt war so eine Art üppiges Freiluftbordell, das der Bürgermeister abschaffen wollte. Wer bei einer Dame anhielt und erwischt wurde, musste eine nicht geringe Strafe zahlen. Woraufhin die Damen ein Zeichen entwickelten, um zu zeigen, sie würden gegen die Vorlage so eines Strafbescheids die Kosten durch Dienstleistung erstatten. Damals waren sie Heldinnen, die sich gewitzt gegen die Säuberung eines Rechtspopulisten zur Wehr setzten. Daraufhin wurden sie Bussgelder so deftig erhöht, dass das Risiko zu gross wurde, und seitdem ist das alles verschwunden. Heute wollen Dänemark und Frankreich auch so eine Regelung einführen. Demnächst sicher auch in Deutschland. Egal, ob die Betroffenen nun von der feministischen Heilslehre gerettet werden wollen, oder unverschämterweise doch nicht. Das ist aber kein Rechtspopulismus. Es ist ein von Linken, Grünen und Feministinnen hoch geschätzes, schwedisches Modell.

Es kommt ziemlich viel aus Schweden. Dass ich hier so offen Brüste zeige und Köpfe teilweise abschneide, könnte man mir schwedisch als Sexismus auslegen. Dass ich bei manchen Portraits nicht explizit dazu sage, dass sie eigentlich der Zwangsverheiratung der Frauen dienten, könnte man mir anhängen, man könnte mir einen Strick aus meiner Nachsicht für Dienstleistungskunden drehen und aus dem Umstand, dass ich es überhaupt wage, hier von einer Dienstleistung zu sprechen, und nicht von einer Form der Vergewaltigung und männlicher Dominanz. Ausserdem verwende ich natürlich kein generisches Femininum, ausser um mich über PseudoschwedInnen lustig zu machen, die Wortungetüme wie PiratenzeigenGesichtInnen ernsthaft ins Internet klatschen. In meiner Wohnung ist genug nackter Haut auf Leinwand aus der Zeit vor 1800, um einen ganzen Ausschuss des EU-Parlaments zur Überzeugung zu bringen, dass man sie schliessen sollte, wenn ich hier eine Webcam aufstelle. Und als Sammler pornografischer Literatur des 18. Jahrhunderts in Erstausgaben dürfte es mich auch nicht retten, wenn ich die Erstausgaben der Jesuiten schwenkte, aus deren Moraltheologie ich solche prüden Ansichten auch schon kenne. Wer das für eine leere Drohung hält: Die psychisch labile Schlitzerin, die sich heute diskriminiert fühlt, wenn sich Mann und Frau in heteronormativer Absicht küssen, wird nach dem Genderstudium die nächste Gleichstellungsbeauftragte, mit der man es zu tun hat, alles zugunsten von Gerechtigkeit und Antidiskriminierung natürlich.

Ich bin kein Brüderle und kein Blaubart, ich habe nur ein Faible für die Epoche der Aufklärung, aber ich sehe, was da alles unter dem Stichwort Feminismus alles in die Medien kommt: Reine Provokation wie die Gruppe Femen und ihre deutschen Nachahmer, die Kaperung eines Hackerkongresses, die Echokammer der Aufschrei-Aufschreierinnen, und wenn sie nicht gerade wieder einen Hangover haben, weil keine von ihnen seit zwei Wochen bei Lanz war, drücken sie der Piratenpartei schnell die nächste Sexismusdebatte auf. Es gibt immer etwas zu beklagen und immer eine Bekannte in den Medien, die das aufschreibt. Und je radikaler man die Strukturen in Frage stellt – Stichwort Rape Culture – desto mehr Aufmerksamkeit gibt es. Natürlich können wir nichts dafür, dass dort, wo früher die moralische Eisbrecher waren, jetzt die neuen BigottInnen, VerbieterInnen und ForderInnen genderneutraler Spielsachen auflaufen, für die man nicht früh genug damit anfangen kann, aus dem Kind gleich einen ordentlichen Feministen zu machen. Aber leider müssen wir selbst uns den Vorwurf machen, dass wir uns nie wirklich um das Thema gekümmert haben. Wir wurden ja mitgezogen. Man war froh, wenn wir uns da angepasst haben. Man hat für uns geackert, wir haben die Früchte geerntet. Das war opportunistisch. Aber wir bekamen, was uns gefiel.

Und jetzt geht es in diesem Diskurs plötzlich darum, was man uns davon wieder wegnehmen kann, weil die neue politische Theorie Freiheit vollkommen anders definiert. Und alles verboten werden soll, was frauenfeindlich und diskriminierend nach den Vorstellungen derer ist, die das zu ihrer Profession gemacht haben. Das wird keine erfreuliche Debatte, nachdem man dort meint, als Opfer nicht erklären zu müssen, was denn nun die böse Tat war (etliche sind da oben im Beitrag). Und dass FeministInnenfeindlichkeit die schlimmste Form von Frauenfeindlichkeit ist, wird sich auch noch als Faktum durchsetzen; das geht dann in Richtung Hostienschändung2.0. Die alten Pfaffen wie Busenbaum stehen bei mir im Giftschrank, aber die Pfaffeministinnen, die in meiner Heteronormativität etwas Unmoralisches und ein Zeichen der Unterdrückung sehen, sind in den Talkshows. Die guten Zeiten, da man der Entwicklung nachzockeln konnte, sind jedenfalls vorbei. Und wenn man die neuen Freuden behalten will, muss man für Freizügigkeiten eintreten, die einen vor 100 Jahren aus exakt jenen Kreisen ausgeschlossen hätte, deren modernes Dasein es jetzt zu verteidigen gilt.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (68)
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46 Simon Lange 28.03.2013, 14:04 Uhr

Dem ist nichts hinzuzufügen! Wo ist der Flattr Button?

kwT

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

21 Karin Schnellinger 28.03.2013, 14:42 Uhr

Alle Lebensbereiche sollen gegendert werden.

Die Sprache soll gesäubert werden.

"1984"?
"Farm der Tiere"?

Nein, Deutschland 2013.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

17 Wilfried Dr. Nelles 28.03.2013, 14:43 Uhr

Die Wiederkehr der Anstandsdame als intolerante Faministin

Wenn es nur die Feministinnen wären: Leider betreiben ja auch scharenweise Männer (MännerInnen?) dieses Geschäft. Aber gut, dass der eine oder andere endlich aufsteht.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

abstruser Zusammenhang

Die eigentliche Botschaft der Debatten ist (absichtlich?) nicht verstanden. Es geht um den Umgang von Menschen untereinander, völlig unabhängig vom Geschlecht. Respekt und gegenseitige Achtung ist das Ziel!

Antworten (4) auf diese Lesermeinung

20 Klaus Luecke 28.03.2013, 14:50 Uhr

Also die im Beitrag so geschmähten "Rechtspopulisten" ...

... muss ich doch mal in Schutz nehmen! Das sind nämlich diejenigen, die sich wirklich noch - anders als der Mainstream - ziemlich allein auf weiter Flur gegen die Feminisierung der Gesellschaft gewehrt haben. Anders als der Mainstream, der - ich zitiere - sich "selbst ... den Vorwurf machen (muss), dass wir uns nie wirklich um das Thema gekümmert haben". Nicht umsonst heißen die "Rechtspopulisten" etwa "Die Freiheitlichen" und sie lesen die "Junge Freiheit", eine Wochenzeitung, die sich als echte Antipode des Feminismus versteht. Die "Rechtspopulisten" jedenfalls sind nicht an den im Beitrag beklagten "feministischen Verhältnissen" schuld und wollen keinesfalls "aus dem Kind gleich einen ordentlichen Feministen zu machen". Viemehr ist es die Feigheit der "Mitte" (oder vielleicht ihr unterschwellig schlechtes Gewissen, oder gar ihre verfehlte Schickeria-Attitüde, oder bestimmt sogar ihre feministische Unterwanderung), die die Etabliererung dieser freiheitsfeindlichen Gouvernantenordnung erst möglich gemacht hat.

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0 Mark Möschl 28.03.2013, 15:07 Uhr

Würde !

Ja ja ! Wo komen wir denn da hin, wo ist denn noch Würde in einem sexuell erregten Menschen ! Die Würde eines Menschen ist unantastbar, die sexuelle Erregung jedoch NICHT, äh... Sie wissen schon worauf das hinausläuft !

Dem ist nichts hinzuzufügen! Ausser noch dem...

Dem ist nichts hinzuzufügen! Ausser noch dem klitzekleinen Hinweis, dass die Genderfreaks auch bei den Blogs der FAZ Einzug gehalten haben. So weit bis nach Piratien oder noch weiter, nach Schweden, hätte man – oh, Entschuldigung! frau, eins, mensch?! – also ähm der Herr Autor gar nicht virtuell reisen müssen. Aber den eigenen Kolleg_innen (ist das nicht furchtbar?) vom drögen ostzonalen Belehrungs- und Befindlichkeitsblog spuckt eins (haha) ja nicht gern Essen. Ich versteh's ja.

Und als Hausaufgabe für's nächste Mal: Darüber nachdenken, wo der Unterschied zwischen den Begriffen "Gleichstellung" und "Gleichberechtigung" liegen könnte. Kleiner Tipp: Letzterer Begriff ist ein grundgesetzlich manifestierter Verfassungsauftrag.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

gut

Sehr guter Artikel. Wehret den Anfängen. Zumal vieles von dem, was da von nur scheinbar feministischer Seite aus geäußert wird grundgesetzfeindlich ist. Die ZEIT hat vor Kurzem ein Interview mit einer jungen Kämpferin gebracht, die wirklich unkommentiert sagen durfte: Die Zeit des heterosexuellen weißen Mannes sei vorbei. Das ist Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe und sexueller Orientierung in Reinkultur. Man muss sich so eine Äußerung mal mit anderen Hautfarben oder Orientierungen vorstellen.. Das so etwas auch noch teilweise im Deckmantel der Wissenschaft daherkommt ist eine Bildungskatastrophe. Auf zur nächsten Hexenjagd. Jetzt sind alle dran, die statt dem Stern auf der Jacke unfreiwillig einen Penis haben.

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4 René Artois 28.03.2013, 15:38 Uhr

Chapeau!

... rien à ajouter ...

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4 hildennet 28.03.2013, 15:39 Uhr

Naja.der freizügige Alfons

Alles ist erlaubt, was gefällt? Gut, t, Feministinnen nehme ich auch nicht ernst. Aber die schwierig auszumachende Demarkationslinie verläuft dort, wo es Opfer der Wahllosigkeit gibt.
Zum Beispiel Kinder. Alfons ist ja hiervon in bekennder Weise nicht betroffen. Aber es scheint mir leichtfertig, verkommende Moral zur fortschrittlichen Erungenschaft zu verklären

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6 Christophe THOMAS 28.03.2013, 15:42 Uhr

gut gemischter Cocktail

Feminiusmus - Rape Culture - Sexisumus - Prostitution - Renaissance - Nazis.. gut gemischt serviert. Fehlt nur der VW Kaefer und die Weltgeschichte in 40 Zeilen ist fertig!

naja..

Netter Artikel, bloß schade, dass Sie sich anscheinend aufs Schubladendenken beschränken.
Schublade auf - Feminstin/Grüne/Aufschreifrau rein - dass reicht leider nur für die Stammtische. Sie halten es also nicht für möglich, dass es Frauen gibt, die
A: Pornos schauen
B: nackte Männerbilder(Gemälde) sammeln (gibt's leider viel zu wenig, von den Gemälden)
C: auch mal nicht "danke" sagen, wenn sie von einem Kollegen begrapscht werden
D: und das auch noch offen zugeben u. trotzdem Feminismus unterstützen

Feminismus ist übrigens keine homogene Masse, ist es nie gewesen, wie bei vielen anderen Bewegungen.
Als damals die Suffragetten für das Wahlrecht gekämpft haben, wurden Sie von allen Männern
(wie war das mit homogen?) für verrückt und gestört erklärt. Weiber halt.
Aber wenn jetzt so eine vergleichsweise harmlose Debatte wie momentan gegen Sexismus im Alltag aufkommt, ziehen viele wieder genau die selben Argumente aus dem Hut.
Aber was soll's, man, (frau) sollte es mit Humor nehmen.

Muss jetzt eh gleich zu meiner Runde in die Alte Pina, mir den schlafenden Faun ansehen,
http://www.heise.de/tp/artikel/21/21237/21237_1.jpg

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18 Alvar Rubin 28.03.2013, 16:36 Uhr

Like!

Hugh! Amen! oder was man sonst noch zustimmendes sagen kann. Wie kommt's eigentlich, dass hier (und nicht nur hier) die Aufklärung so ad absurdum geführt wird und kaum einer merkt's? Warum beherrschen plötzlich die sexuell abgeklemmten den Diskurs?
Und weil so schön ist, hier noch die Gegenthese: Der Feminismus ist nicht die Befreiung der Frau, sondern der Ultimative Sieg des Patriarchats! Hier wird den Frauen nicht nur die Selbstbestimmung, sondern gleich das Frau sein an sich genommen. Indem frau die Frau zum Mann macht, zielt der moderne Feminismus nicht nur auf Gleichberechtigung (die wir brauchen) sondern auf Gleichmacherei (die wir nicht brauchen). Hier wird die Weiblichkeit als Solches bekämpft und das ausgerechnet von Frauen.

6 E.R.Langen 28.03.2013, 17:07 Uhr

Die armen Legaten

"Mein Internetcafe in Verona etwa hatte eine immer gut gelaunte Besitzerin aus Afrika und nach der Machtübernahme ein Parteibüro der Lega neben sich: Ganz schnell war es verschwunden." Ja, so machen das die Afrikanerinnen. Da hat ein Parteibüro keine Chance.

6 whatcrisis 28.03.2013, 17:46 Uhr

Bravo, Don Alphonso! Gebt Freudenfeinden...

Bravo, Don Alphonso! Gebt Freudenfeinden keine Chance. Im übrigen erhöhen Bigotterie und Matronen nur die Preise, auch wenn das den Puristanern ein Ärgernis und ein Dorn im asexuellen Fleische ist...
Bei den suspekten sinistren Weibsbildern fehlte mir noch die Phädra. Mit der hätte mann auch nicht allein in einem Raum weilen dürfen:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Alexandre_Cabanel_-_Ph%C3%A8dre.jpg

44 D. Sebastian 28.03.2013, 17:47 Uhr

Anfang der 70er Jahre ging es den Menschen in Westeuropa sehr gut

Das mißfiel der Elite, da von glücklichen Völkern Gefahr für ihre Macht ausgeht. Dieses Glück mußte zerstört werden. FeministInnen wurden als Vollstrecker ausgewählt. Ob sie ahnen, daß sie nur Instrumente sind, die nach getaner Arbeit entsorgt werden? Immerhin scheinen sie bemerkt zu haben, daß eine Macht all ihre Aktivitäten deckt, Gegenwehr wird sofort erstickt.

Die Zerstörung der Familie ist ein Primärziel. FeministInnen leisten enorme Arbeit, indem sie einen Keil zwischen Mann und Frau treiben. Die dramatisch gesunkenen Geburtenraten bestätigen bereits den Erfolg dieser Kampagne.

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16 Der Tiger 28.03.2013, 17:57 Uhr

Nur so eine kleine Bemerkung

Ich bin ja nur eine alte Dame und kann da nicht mehr so mitreden, aber die Aufregung um des Brüderles Bemerkung zu nächtlicher Stunde an einer Bar habe ich nicht verstanden. Statt mich aufzuregen, hätte ich irgend etwas zurückgesagt.
.
Machen diese sich aufregenden Damen nie selbst sexische Bemerkungen zu jungen oder alten Männer? In meiner relativen Jugend in Kanada organisierten die Sekretärinnen einen Wettbewerb, um den schönsten Hintern der jungen männlichen Ingenieure auszuzeichnen. Mir war das etwas peinlich, insbesondere weil ich auf die Hintern von Männern wenig achte und auch selbst nicht nach meinem Hintern beurteilt werden wollte. Deswegen gab ich zur Enttäuschung der Sekretärinnen keine Stimme ab. Zu meinem Erstaunen griff keiner der (allesamt männlichen Manager) ein, weil diese Tätigkeit dem Missionstatement der Firma widersprach. Zu meinem noch größeren Erstaunen war der Gewinner des Wettbewerbs (einer meiner Teambuddies) ausgesprochen stolz auf die Auszeichnung des schönsten männlichen Hintern der Firma (unter über hundert weniger ausgezeichneten Männerhintern).

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Pfaffeministin :-) ....

... köstlich ...

Schreibt man dieses neue Wort mit zwei oder drei "f" ?

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Das Problem ist der First-World-Feminismus...

Das Problem ist der First-World-Feminismus den diese Aufschrei-Feminstinnen betreiben. Diese haben hier scheinbar genug Zeit und zu wenige Sorgen, so dass sie aus einem Herrenwitz eine Sexismus-Debatte ziehen können!

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Der Artikel behandelt die Vorlieben des...

Der Artikel behandelt die Vorlieben des Autors, aber was für Feministinnen meint er eigentlich? Ich fühle mich da nicht angesprochen und ich bin Feministin.

"Und alles nun verboten werden soll, was frauenfeindlich und diskriminierend ist" - ist doch lächerlich! Könnte man gar nicht, selbst wenn man wollte.

Und was für eine Freiheit wird hier eigentlich verteidigt?

Ich hab in der FAZ schon besseres, interessanteres gelesen. Gähnnn ...

hans

Jetzt weiss ich auch, warum mich der Straßenstrich in Verona bislang noch nicht interessiert hat.

Pfaffenbaum ist gut. Weininger könnte man...

Pfaffenbaum ist gut. Weininger könnte man auch wieder lesen....

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1 Tom Clark 29.03.2013, 20:30 Uhr

Aber bitte nicht Marx mit der MLPD verwechseln

Das Anstrengende an dieser Daueronlinetwittermediensaugesellschaft ist, dass sachliche, nüchterne Pragmatiker von randständigen, aber lautstarken und medienaffinen Soundbyte- Extremisten übertönt werden. Es gilt daher also, die berechtigten Anliegen von Frauen und Männern was Genderproblematiken betrifft (Frauen werden nun mal immer noch in vielerlei Hinsicht diskriminiert und Männer auf bestimmte Rollen festgelegt, die ihrer Lebenserwartung nicht zuträglich sind) abzugrenzen von keineswegs repräsentativen Hardcorefeministinnen bestimmter Couleur (im Übrigen kommt vermutlich auf jede moralinsaure Tugendwächterin eine sexpositive pornkonsumierende 3rd Wave Feminstin). Was Schweden betrifft - mei, es sind halt nicht nur liberale Sozialstaatsadvokaten, sondern auch verkniffene Protestanten.

4 Bruckbacher 30.03.2013, 04:05 Uhr

Brechdurchfall und Kopfgrippe

draussen -3 Grad und starker Schneefall
schweissgebadet und schlaflos nachts um 3 vor dem PC
aus solchen Zutaten entsteht die wahre Poesie
Alice,Schatzimausi,das folgende Kleinod
die folgende Klein-Ode hab ich nur für dich gebastelt:
.
Was macht einen Mann so richtig bange?
ist es Löwe oder Schlange
ist es Keiler oder wilde Sau ?
.
Nein! - schon Menander brachte zu Papiere
das schlimmste aller Tiere
das ist - die Frau !!

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8 Neighbour of the Beast 30.03.2013, 17:50 Uhr

Vielen Dank, Don!

Besser kann man es kaum zusammenfassen, was diese Feministinnen derzeit an unserer Gesellschaft und Sprache verbrechen! Ich frage mich aber auch, warum die Redaktionen rund um die #Aufschrei-Hysterie so wenig zum Hintergrund von Anne Wizorek, Nicole von Horst und den anderen feministischen Heulbojen recherchiert haben. Dann wären sie vielleicht mal auf die Idee gekommen, dass ein Großteil der Stories sprachlich absolut gleich klingt, as IMHO dafür spricht, dass diese 140 Zeichen-Versatzstücke zu einem großen Teil vorproduziert und dann per Copy & Paste und Fake-Accounts eingefügt wurden. Vor allem die Stories rund um Lehrer, Fahrlehrer und Nachbarn klingen als hätten Wizorek, von Horst und die Mädchenmannschaft sie sich gegenseitig ins Poesie-Album gekritzelt.

Da fällt es gar nicht mehr auf, dass belustigenderweise die #Aufschrei-Hysterikerinnen auch die Gegenstimmen und kritischen Kommentare als "Erfolg" für ihre verlogen vday-Kampagne mitzählen. Realistisch müßte man von Betrug sprechen, faktisch ist es aber in jedem Fall Astroturfing. Die andere Frage ist, wie es kommt, dass Twitter so schnell Accounts von kritischen Stimmen sperrte, auch wenn nicht gegen Nutzungsbedingungen usw. verstoßen wurde. Es mehren sich die Stimmen, dass Twitter der Unsinn ganz gelegen kam um nicht zwischen Facebook und Google+ weiter zerrieben zu werden und deshalb willfährig mitgemacht oder gar das Ganze noch angeheizt haben könnte. In diese Richtung sollte auch mal recherchiert werden. Inzwischen werden die feministischen Mimimis ja auf der Webesite von Nicole von Horst veröffentlicht und wer da im großen Stil von Sexismus sprechen will, der wirft sich am besten eine Burka über, steckt sich eine Schrotflinte in den Mund und drückt ab...

und welch wohltuende normalität dagegen doch...

und welch wohltuende normalität dagegen doch unter den erwachsenen menschen. fr. dr. merkel z.b. jetzt im südlichen urlaub. wie z.b. auf stern de zu sehen.

ich will ja

nach mehreren Versuchen nebenan gebe ich auf, was mache ich falsch ? mfG.T.

2 Robert dCZ 01.04.2013, 07:14 Uhr

Oder einfach auswandern

Als ich aus der ehemaligen rechsfreien Hauptstadt ins Ausland abwanderte gab es all diese neuen Idiotien noch nicht. Damals mussten Bewohner noch selbst arbeiten und hatten wenig Zeit dafuer anderen ungefragt Vorschriften zu machen.
Wenn ich nunmehr aus der Freiheit ab und an einen Blick in die Republik werfe, werde ich immer religioes. Ich danke dann Gott dreimal taeglich nicht unter diesen Wesen leben zu muessen.
Gruss aus den Tropen, und immer weiter so, werter Don.

4 Carolina Schmidt 02.04.2013, 02:10 Uhr

Lieber DON ALPHONSO

Ich bin vollumpfänglich Frau, habe von meinem Freund gerade unanständige lustvolle Angebote bekommen und werde denen gleich nachkommen zu völlig moralinunsauren nach-Mitternachtsstund. Was sie da schreiben entbehrt jedem Lesewissen und jeder Beschäftigung mit der Materie.

ihre lustvolle Feministin,
Carolina

Femistinnen wollen nicht die sexuelle Revolution, sondern unterdrückenden Sexismus abschaffen!

Sehr überzogener Artikel. Der Autor hat nicht so ganz verstanden, was Feministinnen wollen. Natürlich hat keine Feministin etwas gegen einen Kuss zwischen Frau und Mann in heteronormativer Absicht. Die meisten modernen Feministinnen vertreten heutzutage einen Sex-positiven Feminismus, der Pornographie und Prostitution nicht verteufelt, sondern als gleichwertige Erwerbsarbeit akzeptiert, jedoch Zwangsprostitution u.ä. verurteilt.
Der Autor zeigt meiner Meinung nach nicht auf, welche Freiheit die Feministinnen der heutigen Gesellschaft wegnehmen wollen. Die Freiheit Frauen in Medien ausschließlich als "schönes Objekt der Begierde" darzustellen? Das ist für mich keine Freheit, sondern systematische Unterdrückung der Gleichstellung.
Er tut so, als gebe es keinen Sexismus, bzw. hält ihn scheinbar für wünschenswert und einen Teil unserer sexuellen Befreiung. Sollen die 20 000 #Aufschrei-Posts ausgedacht sein?

2 Franz Höhne 07.04.2013, 18:44 Uhr

Femen

Reine Provokation bei den Femen?

Das seh ich anders.

Es ist nunmal so, dass es Männer gibt, die Frauen auf ihren Körper reudzieren. Es gibt da einen ganzen Wirtschaftszweig der dieser Triebabfuhr dient.

Die Frauen sind dann das Eigentum, das genutzt wird, um Gewinne zu machen.

Dabei bleibt durchaus, die Frau als Mensch auf der Strecke.

Und es ist auch so, dass die meisten Männer Pornos schauen oder zumindest bei nackten Brüsten ihre Auferksamkeit hinlenken. Also weg von Fußball oder Formel1.

Darum also die "Provokation" der Femen.

Schade

Genau solche texte tragen dazu bei, dass der Alltagssexismus weiter salonfähig bleibt... Sie beklagen die verallgemeinerung des mannes in der täterrolle, verallgemeinern aber gleichzeitig auch "die feministinnen"... natürlich kann man sich leicht aus der affäre ziehe, indem man die meinung des gegenübers als total übertrieben einstuft, aber auch solche kleinen banalen dinge wie politisch korrekte sprache können einen großen einfluss haben! http://kleinerdrei.org/2013/02/political-correctness/

Antworten (3) auf diese Lesermeinung

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.