Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Aussterben passiert, aber reich sollte man dabei sein

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Inschrift in Gmund

Drei Dinge voraus: Ich bin alles andere als ein Kinderfreund.

Malte Welding habe ich zwar persönlich nie getroffen, aber wir haben gut zusammengearbeitet, schätzen einander und verstehen uns trotz aller kulturellen Unterschiede, von denen noch die Rede sein wird. Zumindest war das bisher so.

Und ich hatte gestern vier Stunden Zeit, sein Buch „Seid fruchtbar und beschwert Euch“ auszulesen. Zwischen der kleinen, dummen Stadt an der Donau und München war eine Familie im Zug, die stundenlang nicht in der Lage war, ihren Schreibratzen den Mund zu verbieten, und der Zug fuhr wegen einer Selbstmorddrohung langsam. In Dachau mussten alle in die S-Bahn umsteigen, und auch dort war wieder eine Schreifamilie. Zwischen München und Holzkirchen waren dann alkoholisierte Emojugendliche neben mir, die in der Kinderzone Bier verschütteten, und zwischen Holzkirchen und Schaftlach war eine Jungtrachtengruppe aus der Jachenau.

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Und obwohl ich überhaupt kein Trachtenseppl bin – ich komme aus einer Stadt, und da trug man zu keiner Zeit Lederhosen – war die Trachtengruppe mit ihren Gamsbarten bei den Buben und den hochgesteckten Haaren bei den Daendln doch so erholsam, dass ich mich nun halbwegs ausgeruht und mit geheilten Nervenschäden daran machen kann, mich mit Malte Weldings Aufruf an die Eltern zu beschäftigen, der Politik den Marsch zu blasen. Und mehr Geld und mehr Unterstützung zu fordern, wenn die schreiende, bierverschüttende und wohl nur noch in der Jachenau sauber erzogene Zukunft des Landes demselben geschenkt wird. Dazu wird ein Begriff für eine kinderfeindliche Ideologie eingeführt, die sich nicht darum kümmert, dass Raum und Möglichkeiten für Nachwuchs da sind: Antinatalismus. Das trifft die gesamte politische Kaste von links bis rechts, aber auch Leute wie mich, die der Meinung sind, dass Kinderkriegen ein Privatvergnügen ist, und angesichts einer langen Familiengeschichte finden, dass sich die Leute nicht so aufführen sollen, früher ging das doch auch.

Ja mei. Ich finde auch, dass diejenigen, die die Gleichberechtigung wollten, sich jetzt nicht beschweren brauchen, wenn sie in einer wie immer rücksichtslosen Arbeitswelt gelandet sind, nur mit dem Unterschied zu früher, dass da halt keine Grossfamilie mehr ist, die als Puffer agiert. Das weiss man eigentlich schon vorher. Auch beim breit dargestellten Thema Alleinerziehung hält sich mein Mitgefühl mitunter in Grenzen: Bei der Paarung galt lange Zeit ein gewisses Sexkonsumverhalten als ultima ratio, statt auf das Vermögen und die Dauerhaftigkeit von Beziehungen zu achten. Die eigene Grossmutter verstand früher mehr davon als das Enkelind, das nach der Party das Kondom für nicht so wichtig hält. Malte Welding weiss und beschreibt das auch, aber eben aus der Sicht eines Autors, für den das klassische Grossfamilienmodell eine Vergangenheit ist, die nicht wieder kommt. Was er fordert, und mit vielen Quellen zu belegen sucht, ist, dass sich die Politik den neuen Realitäten zu stellen hat. So wie er sie aus Berlin kennt. Und da sieht er auch das Potenzial an Eltern, sich gegen die alte, graue Politik zu wehren.

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Mit hineingemischt sind auch Vorwürfe gegen überzeugte Singles wie mich, die sich dann von den jungen Familien abwenden und dem Nachwuchs entfremden würden. Unser gemeinsamer Berliner Freund H. sagt es von der anderen Seite aus: Man verliert seine Freunde an deren Kinder. Und ich wiederum sehe das nochmal alles ganz anders, weil ich nicht in Berlin lebe, sondern halt in Bayern, und das auch ganz anders kenne. Es ist nämlich überhaupt nicht so, dass sich eine kinderfeindliche Umgebung abwendet und nur von Ferne zuschaut, wie junge Familien vor die Hunde gehen. Das ist ein typisches Phänomen der grossen Städte, wo man jederzeit unter den Neuzuwanderern neue Freunde und potenzielle Geschlechtspartner findet, die keine Kinder haben, und die Beziehungen generell labil und oberflächlich sind. Ich kenne die Klageweiber, die Malte Welding in der Sache zitiert, aus eigener Ansicht: „Aus den Augen, aus dem Sinn“ ist die oberste Maxime nicht erst beim Kind. Das geht viel schneller, schon beim Wegzug nach West-Berlin, bei der ehrlich vertretenen Auffassung, dass ausländische Drogenmafiosi im Görlitzer Medellinpark ins nächste Flugzeug und ihre Grosskunden und die Bezirks-Noriegas vor Gericht gehören, oder dass man auch nur etwas von einem retweetet, der derartige Ansichten verbreitet. Natürlich sind solche Facebook- und Twitterfreunde dann nicht mehr diejenigen, die Würste mitschicken, wenn man im Winterurlaub bei ihnen Handschuhe der Kimder vergessen hat.

In halbwegs fest gefügten Gesellschaften mit geringer Fluktuation kann man sich so ein Verhalten gar nicht leisten: Nachbarn, Freunde, Familie und Umgebung hat man oft ein Leben lang. Da sind Kinder halt auch nur eine Phase, die gewisse Veränderungen mit sich bringt, aber keinen Abbruch der Beziehung. Es gibt nur einen Wochenmarkt, einen See, eine Altstadt und einen Konzertverein: Da sind dann alle. Malte Welding beschreibt völlig zutreffend eine bindungsflexible Metropolengesellschaft, die entlang der Familiengründung zerbricht und Singles zurücklässt, in deren Welt keine Kinder vorkommen. Da hat er recht. Und dann den Rest des Landes, der vergreist und überaltert, und in dem Kinder gar nicht mehr vorkommen: Da täuscht er sich nach meiner Meinung.

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Denn ich wohne am Tegernsee in genau so einer überalternden, scheinbar antinatalistischen Gemeinde. Im Gegensatz zu Berlin kann man hier das Defizit an jungen, gut ausgebildeten Leuten nicht beheben, indem man die Eingeborenen in dreckigen Schulen mit Radaunicks zusammensperrt und darauf wartet, dass es die Zuzügler aus Bayern und Baden mit dem Geld ihrer Eltern und dem dortigen Abitur im Durchschnitt schon richten. Je kleiner die Kommune, desto drängender ist das Problem einer überalternden Gesellschaft, und desto mehr hängt sich die ergraute Politik in diesem Bereich auch rein – oft Hand in Hand mit den Unternehmen, die in Weldings Buch auch denkbar schlecht wegkommen. Unsere Firmen investieren Geld in feste und gut ausgebildete Arbeitskräfte, die sie nicht verlieren wollen, und unsere Kommunalpolitiker wissen genau, wie verhängnisvoll der Ruf als Altenghetto ist, das der Jugend nur die Flucht lässt: Dafür legen sie sich sogar, wenn es sein muss, mit der EU an, um höchst vorteilhafte Einheimischenprogramme aufzulegen, die speziell Familien mit Kindern fördern und deren Eigenheime subventionieren. Eigenheime. Keine Sozialbauten, die nur den Fortbestand der Probleme versprechen. Natürlich sind bei uns die Kitas nicht kostenlos wie in Berlin, aber Betreuung ist bei uns kein leeres Versprechen wie in der Drogenhauptstadt, wo man die Kita als ersten Schuss für lau bekommt und danach eine verstrahlte Schulpolitik – und ich habe wenig Zweifel, dass in dem Punkt auch mal ein wütendes Beschwerdebuch aus Berlin kommen wird. Völlig zurecht.

Aber so sehr man hier bei uns den grundsätzlichen Gedanken des Buches einer Fehlentwicklung seit dem Pillenknick zustimmen wird, wird der Aufschrei der Eltern dieser Republik ausbleiben: Weil das Land über weite Strecken nicht Berlin ist, nur wenige in prekären Verhältnissen Berliner Art leben, aber fast jeder noch helfende Familienmitglieder und Freundeskreise hat, und eventuellen Klagen der Mund oft genug mit Geld und Förderung und Schenkungen gestopft wird. Dass eine Stadt zur Finanzierung von links unterwanderten Flüchtlingsaktivisten eine Haushaltssperre ausrufen und Jugendeinrichtungen schliessen muss, und damit durchkommt, gibt es halt in Kreuzberg, wo dann auch taz-Autorinnen dreiste Forderungen erheben. Im Rest der Landes wird man dagegen Probleme haben, die wirklich beklagenswerten Berliner Realitäten zu erkennen. Darüber mag man speziell bei der taz die Nase rümpfen – aber das Problem ist so vielschichtig, dass es nicht reichen kann, moralisch gute Eltern gegen einen bösartigen, kinderfeindlichen Staat in Stellung zu bringen. Und so bitter es für die einen auch sein mag, wenn Milliarden ins Ehegattensplitting fliessen: Ähnlich wie beim ideologisch bekämpften Betreuungsgeld gibt es halt auch viele, die genau damit sehr glücklich werden und ihren Kindern ein phantastisches Leben bieten. Zusammen bleiben. Sich arrangieren und das Beste daraus machen. So wie früher halt auch. Das ist keine ferne Vergangenheit, das ist immer noch das Konzept der meisten Familien. Und deshalb glaube ich nicht, dass es zu einer bundesweiten Empörung der Eltern kommen wird. Wer einen Zweifel daran hat, kann gerne einmal den Kulturschock riskieren, nach Gmund kommen und sich den Spielplatz am See anschauen. Und die Kindergärten und unsere mit heimischen Materialien frisch erweiterte Grundschule. Am besten am Tag der Einschulung, da kommen die Mädchen im Dirndl und die Buben in der Lederhose. Mit einem gewissen Stolz auf die Heimat und die Tradition, deren Träger sie sind.

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Ansonsten bin ich Historiker und halte die Behauptung, dass Kinder später mal irgendwas irgendwie besser machen, zumal in ihrer grossen Masse, für komplett absurd und aberwitzig – jede Erfahrung spricht klar dagegen. Manche Kinder werden toll und manche eine Enttäuschung, manchmal ist es wegen der Eltern und manchmal trotz derselben, dann ziehen sie los und ruinieren den Planeten als egomane Zyniker oder kommen mit bescheuerten Ideologien zur Rettung der Menschheit an, deren einziger Vorzug es ist, dass sie nicht in die Realität umgesetzt werden. In Gmund schaue ich auf Berge, die hier schon standen, als unten im Tal Mönche familienpolitischen Unsinn mühselig auf Pergament malten, und schlafe im Bewusstsein ein, dass sie noch stehen, wenn man später einmal den Homo Sapiens nur noch als Fossil vorfindet. Aussterben gehört nun mal dazu, das ist das Gesetz der Natur, und wenn es die nächste Generation auch vergeigt, dann ist es eben so. Malte Welding hat sehr treffend beschrieben, was sich da früher alles falsch entwickelte, und wer Gründe haben will, der Berliner Republik den Marsch zu blasen, sollte das Buch kaufen.

Oder halt zu uns ziehen, eine gute Ehe führen, nehmen was man kriegen kann, freundlich sein und auf Einheimischenprogramme für junge Familien achten. Das ist spiessig, aber lukrativ, und deshalb für den Einzelnen besser als das Warten auf die Politik.

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74 Lesermeinungen

  1. Was nun, alter Hagestolz?
    Lieber Don, ich lese gerne und regelmäßig mit – aber diesmal verstehe ich die Aussage (noch?) nicht.
    Ich würde mir schon wünschen, dass es mal einen „Aufstand der Elternschaften“ gäbe, um einige Dinge in diesem Land in eine famiienfreundlichere und vielleicht auch nachhaltigere Richtung zu drehen – da würden dann z.B. Renten auch abhängig von der Kinderzahl berechnet, also etliche Yuppie-Singles in ein etwas freudloseres Altersdasein blicken, als derzeit … aber eine solche Änderung bringen die braven Deutschen erst zustande, wenn der Rest EURO(pas) gerettet ist. Also eher nie.
    Alternative als betroffene Mittelschicht-Eltern? Auswandern? Arbeit einstellen und auf das Berliner Modell leistungslosen Einkommens setzen? Zu beidem konnten wir uns nicht durchringen …
    Gruß aus Nordbayern,
    Al Caraffo

    • Ja. das wäre dann nochmal ein ganz anderes Thema – ich habe mich wie das Buch vor allem auf die Frage der Beziehungskonstruktion und die dazu nicht passende Politik gestürzt. Rentendebatten machen in meinen augen so viel Sinn wie eine Debatte über den Yeti, zumal in der Zukunft. Eine Antwort habe ich da natürlich auch nicht.

    • Rente nach Kinderzahl?
      So ein Schmarrn!
      Der von Ihnen geschmähte Yuppi-Single zahlt weit mehr in die Renten-/Sozialkassen ein als zB eine alleinerziehende Mutter. Dadurch zahlt der Yuppi-Single schon heute die KiTa, Schule, Bibliotheken, Lehrer, Schwimmbäder etc. für die Kinder der nichteinzahlenden Mutter. Und dann soll der Yuppi-Single auch noch weniger Rente bekommen?
      Aber das wahrscheinlich deswegen, weil die nichteinzahlende Mutter ihr(e) Kind(er) zu Hartz4 Bezieher erzogen hat, die dann von dem Rentenanteil, der dem Yuppi-Single unterschlagen wird, ihre Stütze erhalten, während die nichteinzahlende Mutter eine fürstliche Rente bezieht, nachdem sie sich ja ihr Leben lang abgeplagt hat, um ihr(e) Kind(er zu erziehen.
      *kotz*

    • Titel eingeben
      Wieso sollten Yuppie Singles in ein freudloseres Altersdasein blicken? Gerade Yuppies, young urban professionals, zahlen doch von frueh auf brav in die Renten- und Krankenkassen ein (von urban professional Gehaeltern), und belasten die Kassen nicht mit Kindergeld, Ehegattensplitting und benutztung von KiTas.

      Vielleicht meinen Sie, dass Eltern fuer „erfolgreiche“ Nachkommen (also solche, welche verdienen und in die Renten- und Krankenkassen einzahlen) belohnt werden sollten, aber Eltern pauschal fuer die Reproduktion mit hoehreren Renten belohnen verstehe ich nicht.

    • Was die Nachkommen später einmal für die Eltern tun werden, ist natürlich nochmal eine ganz andere Geschichte -der Einsamkeit-

    • endlich mal ein aufsatmen
      ich habe nun 30 jahre lang – obwohl libertärer – immer WDR hier in siegen gehört, weil ich das hören nebenbei praktischer als das lesen fand. und hatte dann durch den WDR aus multikluti-köln ein falsches Weltbild, weil ich mich mit der zeit weltweit von linken umzingelt fand, zumal ich auch an der uni siegen arbeite. nun – mit der Pensionierung – lese ich wieder Zeitungen, und da ist gerade, heute, am karfreitag, der auch ein tag der hoffnung ist, dieser Artikel von caraffo für mich eine erleuchtung. ich hätte gar nicht gedacht, dass das noch möglich ist, das Ja zur Familie, auch wenn der Autor zuweilen schwer nachvollziehbar in kurven argumentiert. auch wenn ich bei klarem blick das schon früher hier im ganz normalen siegen hätte feststellen können, und die uni hier in der Stadt sehr isoliert ist. aber leben sie mal nur unter diesen lebensfremden Wissenschaftlern, das macht einen mit der zeit aggressiv. also: meidet die unis und die Radios, geht zu Aldi, ins konkrete leben, oder in Blogs, die noch nicht so gefiltert werden wie andere medien.
      prof Bellers, glücklich

  2. kostenlose Kitas
    Wo in Berlin finde ich denn diese kostenlosen Kitas?

  3. "Erlaubt ist was sich ziemt" (Goethe, Tasso)
    Wie schon Adalbert Stifter feststellen konnte, verlieren untergehende Kulturen stets zuerst das Maß. Unsere heutige Gesellschaft besitzt nicht mehr das instinktive
    und absolut sichere Gefühl, wo sich die Grenzen befinden. Das ist keineswegs böse Absicht. Sie wissen einfach nicht mehr was sich ziemt.

    • Nun, wir jammern natürlich alle auf dem höchsten nur denkbaren Niveau. aber auch das ist nicht neu. Abgesehen davon stimmt es natürlich, die alte BRD geht unter.

  4. Hm, wenn man den Homo Sapiens nur noch als Fossil finden wird, also
    als Gesteinsbestandteil, sind die Berge, auf die Sie sich jetzt beziehen und die überwiegend aus Kalk bestehen, längst weg.

    • Die Grenze für menschliche Fossilien setzt ma gemeinhin mit dem Paläolithikum an, also alles, was älter als 10.000 Jahre ist.

  5. Eigenregie
    Nicht dass es uns immer gelingt unsere Bratzen vorzugsweise in Flugzeugen still zu bekommen. Aber wir lieben das Ehegattensplitting, unsere Bratzen und wollen gar nicht maulen. Eigenregie ist angesagt und wegen der fehlenden Großfamilie kann man das mit der Gleichberechtigung auch mal aufstecken. Lieber als ehemalige Staatsanwältin die brutpflege betrieben als jammernd und unzufrieden mit den Nerven am Rande. Und um geistig nicht zu verrotten, Don Alphonso lesen, amüsanter als jede Akte. Dann kann man auch wieder gleichberechtigt mit dem gleichgesinnt spießigen Ehemann darüber diskutieren.

  6. aussterben
    Apropos Aussterben: Dieser Kopilot sieht für mich irgendwie aus wie Tom Kruse in so einem Katastrophenfilm („Krieg der WElten“?).
    .
    Hach, egal.

  7. Für einen wirklichen Historiker ist eh alles zeitgebundene egal,
    der weiss, wieviele Kulturen und Völker erblüht, geglänzt und wieder untergegangen sind – oder wieviele ausser ein paar Tonscherben nichts hinterlassen haben, was auf ihre ehemalige Existenz schliessen lässt :-).

    Trotzdem ist in der Philippika natürlich eine richtige Beobachtung, die ich allerdings für eine Menschheitskonstante halte: Der Egoismus des „Ich, jetzt, hier“ gegenüber den Zumutungen einer kleinen (Familie) oder grossen (Nation) Gemeinschaft. Das ist nichts wirklich Neues, neu ist nur, dass viele Leute heute wirklich glauben, sich mit keinen Zumutungen mehr abfinden zu müssen, weil es für alles eine steuerfinanzierte Lösung gibt.

    Das wird sich bei zukünftigen Historikern als amüsierte Fussnote über die Mythen des 21. Jahrhunderts in dem kleinen Erdteilzipfel namens „Europa“ wiederfinden.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Ja, sicher, man wird nicht nur empfindlich, es gibt auch so einen wettlauf, wer am lautesten jammert und das meiste für sich herausholt. Eltern sind da in direkter Konkurrenz zur atomlobby und schweinezüchtern, und offensichtlich auch gar nicht so schlecht, zusammen mit ihren Pressuregroups in Kirchen und Verbänden. am schönsten klagt es sich nun mal im 4-Liter-SUV.

  8. Eine Lanze fuer die Plagen
    Zuvoerderst, ich mag keine Kinder, hab welche – wollt auch nie Masern oder Scharlach.

    Woher sollen die Plagen den wissen und lernen wie ‚man sich benimmt‘? Aus der virtuellen Welt? Aus der Glotze, wo immer das groesste Dingsbumsloch gewinnt? Von Politikern? eh falscher Ansatz. von den sich selbstverwirklichenden Eltern? Vom ausgeburnten Lehrer?

    Wenn man ueber die Zossen, nicht zu unrecht, schimpft und den Untergang des Abendlandes herbeibetet, -sehnt, -fuerchtet, so muss dagegen arbeiten.

    Es ist die Aufgabe der ‚aktiven‘ Generation den Plagen ein Vorbild zu geben wie man fair played, Ruecksicht nimmt und das ausuebt, was so gerne ‚Zivilisation‘ genannt wird.

    • Nun ja, mir geht es hier ja nicht um die Abkehnung der kinder, sondern um en Umstand, dass die ganz grosse Mehrheit nicht nur will, sondern sich augenscheinlich auch gut einfindet – solange es keine zustände wie in Berlin sind. Dass es nicht immer einfach ist, wissen vermutlich die meisten schon vorher.

    • Titel eingeben
      A propos Vorbild: Mein Vater, ein einfacher Mann, hat mir Fünfjährigem 1950 das Lesen beigebracht (Kästner, Lofting, Märchen) und mich als Zehnjährigen in einer öffentlichen Leihbücherei angemeldet. Das hat mich bis heute geprägt: Lesen & Lernen hat mich meiner „Klasse“ (und der Heimat B.-Kreuzberg) erfolgreich entfliehen lassen.
      Mit meinem Sohn versuch‘ ich nun ähnliches; bis jetzt erfolgreich, außer bei seinem schrecklichen :-) Musikgeschmack: heftig Metall, anstatt Bach, Mozart, Mahler & Ellington, Parker und Coltrane.

    • Manchmal kommt es ganz von selbst – als Kind mochte ich weder lesen noch schreiben und habe mich da im ersten Jahr enorm daneben benommen. Bücher. Bäh. Das änderte sich schlagartig, als ich dann acht Jahre alt wurde und heute besitze ich keinen Fernseher, aber eine riesige Bibliothek und fege Verwandte an, wenn sie unter Niveau Medien konsumieren, zumal, wenn sie nicht auf Papier sind.

      Das hätte früher keiner geglaubt. Alle Mühe, es mir einzutrichtern, war vergebens, gekommen ist es von alleine.

  9. Mehr Mühe, Leser
    11 Freunde haben bis dato eine Lesermeinung verfaßt und nur 4 ein LikeSternchen angekreuzt. Warum so nachlässig? Weilder Don eh schon König von Frankfurt ist?

    • Jetzt warten sie halt noch etwas ab.

    • LikeSternchen sind wichtig?
      Das verstehe ich alles nicht mehr: man ist so schön im Thema drin und dann kommt jemand, dem es wichtig ist, dass man ein LikeSternchen
      ankreuzt…..nur mal so zwischendrin und jetzt wieder weiter bitte….

  10. TV
    Also von den Griechen sind immerhin noch Ilias und Odysee übriggeblieben und der ganze Idealismus und so und alles so was Herz und Auge der Höhlenmenschen erfreut.
    .
    Nix gegen Egomanie wenn halt auch mal eine gescheite Tragödie rausspringt, die man noch 1000 Jahre später immer wieder gerne anguckt.

  11. gegen berlin
    was aus der sog. hauptstadt, – die ja ein ganz grosser teil der deutschen nun wirklich nicht wollte – kommt sind meist sehr wirre geistige produkte und es drängt sich die frage auf, die ja auch hier bei DON unterschwellig immer mitspielt, ob wir das alles nicht gegen die krim eintauschen sollten. der rest der republik würde dann nicht mehr mit diesem sehr merkwürdigen stadtstaatkosmos und seinen kulturblüten konfrontiert, der die lebensverhältnisse in süddeutschland mit denen in bautzen vor der wende angleichen will.
    oder der süden sollte als neuer kanton der schweiz beitreten, die liste der wegfallenden probleme ist ellenlang…………….an erster stelle sicher die zukunftsunfähigkeit der kinderlosen kanzlerin…….dagegen war ja helmut kohl eher ein „langfristiger strategischer denker“ und der war pfälzer, denen man das ja sonst nicht so unbedingt nachsagt.

    • Das Problem ist – und im buch wird es enorm deutlich – dass dort genau die Vorstellung von der welt und vom Land geprägt wird. Indien würde kotzen. wenn man den Slums von Kalkutte die Aussendarstellung überliesse, aber Welding bringt seitenweise Einlassungen, die in Berlin zur Lage der Kindernation geschrieben wurden. Das ist natürlich korrekt, aber es verstellt den Blick auf das Grosse und Canze, wie auch auf die Alternativen.

  12. Der Vorschlag ...
    … („… eine gute Ehe führen, nehmen was man kriegen kann, freundlich sein …“) des „überzeugten Singles“ ist aber jetzt bloß bei der Bausparkassen-Werbung abgeschrieben! („Das ist spiessig, aber lukrativ …“). Auch als Glosse wenig überzeugend.

    • Gibt es bessere Vorschläge? Als muffliger Berliner blöd schauen, die Ehe versemmeln und dann doch lieber Kunst machen vielleicht?

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      Nun, je mehr staatliche Unterstützungsleistungen für Kinder es gibt, desto geringer ist für manchen und vor allem manche der Druck, ein „gute Ehe“ führen … zu müssen. Da werden schon Gestaltungsspielräume eröffnet, oder komfortabler gemacht, die es vor 30, 40 Jahren so nicht gab. Auch die einst unvermeidliche gesellschaftliche Ächtung ist längst abgelöst durch ein „the new normal“, bei dem in einer Münchener Grundschulklasse im Jahr 2015, 4. Schuljahr, mit 28 Schülern, lediglich 7 Schüler ein „that used to be the normal“ Elternhaus haben und sich schon fast genieren das „zuzugeben“. So meine höchstpersönliche Beobachtung

      Lange glaubte ich, dass abnehmende Kinderzahlen und die übersteigerte Konzentration auf das Einzelkind vor allem wirtschaftlich bedint seien, es also letztlich ein Zeichen verdeckter Verarmung sei, wenn die Leute weniger Kinder bekommen. Weil man es sich eben nicht mehr leisten kann. Gestützt wurde das durch die Beobachtung, dass sehr wohl noch die drei, vier-Kind Familien existieren, nur halt entweder ganz „unten“ oder „oben“, womit weniger Klassenzugehörigkeit als vielmehr verfügbares Einkommen gemeint war. Nur die Mitte trocknet aus. Der Investmentbanker oder der Partner der int. Großkanzlei mit drei, vier Kindern ist völlig normal, RTL macht uns glauben alle HartzIV-Empfänger hätten mindestens sieben davon, nur beim herumkrebsenden Angestellten ist es die totale Ausnahme geworden.

      Mittlerweile glaube ich aber, dass es über das Geld hinaus weitere Ursachen gibt, und die haben eben viel mit dem Abnehmen der Verbindlichkeit von „Ehe“ und ähnlichen Modellen des dauerhaften Zusammenlebens zu tun.

  13. Diese Außenschau...
    Werter Autor Don, ich lese gern hier mit, da sich ja seit den seligen Seitenscheitel-im Gesicht-Zeiten sonst kaum einer traut, offen zum Polo-Shirt oder eben zum Barockgemälde zu stehen.
    Befremdlich ist nur immer dieses aufsteigerisch-bajuwarische, das sich mit Gedankengängen an unserer Hauptstadt des Vaterlandes abarbeitet, deren Triebe die ich als Katholik sämtlich als Todsünden klassifizieren würde. Woher nur dieser kleinliche Groll? Nun bin ich maximal weit weg, nämlich in Hamburg, sozialisiert, und dort ist so ein Verhalten ..nun ja..unüblich. Wie spricht der Hamburger Pfeffersack zu den lästernden Bremern? „Komisch, in Hamburg s-pricht man niemals über Bremen..“.

    • Es ist halt in diesem Fall nun mal so, dass die sicht auf die Welt lokal geprägt wird. Mir ist das voll bewusst, während man in Berlin die Stadt meint mit dem Land verwechseln oder glichsetzen zu müssen. Dabei ist Berlin nach meiner Meinung absolut nicht repräsentativ und das wollte ich hier zeigen. Auch. weil es so einen argumentativen Überdruck gibt. Wenn sich eine Berlinerin aufregt, ist es ein Thema. Wenn die Audi drei verschiedene Optionen für Kindergärten anbietet, ist es kein Thema. Man müsste den deutschen Jourmalismus deutlich entberlinern.

  14. Eine Frage der Hysterie
    Vor einiger Zeit sagte mir ein mäßig frisch gebackener Vater, ohne SUV könne man ja gar kein Kind, geschweige Kinder haben können. Dieser Satz ist für mich sinnfällig für das heutzutage ins blöde Riesenhafte aufgeblähte Denken, wenn es um Kinder geht. Meine Eltern haben uns drei Sprößlinge im VW-Käfer durch die Gegend kutschiert und das auch nur, wenn es eben gerade nicht um einen Schulweg ging. Wenn Eltern heute nicht so einen verbreitet-übertriebenen Bohei um ihre Kleinen machen würden, hätten sie auch mehr Zeit für sich, könnten auf einige staatliche Leistungen verzichten und hätten eine gesamthaft glücklichere Familie. Aber wenn sich die Alten nur noch auf ihren (Einzel)-Nachwuchs konzentrieren, ihn vom Chinesisch zum Yoga-Kurs fahren, Lehrern bei schlechten Noten mit Juristen drohen, eine kleine Klopperei zwischen ihrem Bengel und den Nachbarjungs als Untergang des Abendlandes empfinden, im Hochsommer noch für Strickmütze und Schal plädieren und sich mit Händen und Füßen und Globuli gegen Impfungen wehren – dann müssen sie sich auch nicht wundern, dass sie Hilfe vom Staat benötigen. Und der Rest der ungläubig zuschauenden Gesellschaft muss sich nicht wundern, dass diese hysterischen Stimmen mehr und mehr als ‚gesellschaftlicher Diskurs‘ auch in einer Unzahl von irgendwelchen Familien-Büchern und Streitschriften und Tageszeitungskommentaren durchdringen.

    • SUV als Familienkutsche
      Das erinnert mich an einen früheren Kollegen, der einen Audi TT als Firmenwagen hatte, dann geheiratet hat und direkt einen Q7 in Auftrag gab mit der Begründung, er wolle jetzt eine Familie gründen. Es ist dann mit dem Nachwuchs aber zum Glück nichts geworden. So geschehen allerdings in Frankfurt, nicht in Berlin. Man muss schon den Kopf schütteln über mancher Leute Anspruchsdenken, ob sie nun von der Firma alimentiert werden oder vom Staat, bleibt sich letztlich gleich.

    • Das SUV ist halt der Roadster der Neufamilie. Und wird es wohl auch noch lange bleiben. Ich weiss schon, warum ich lieber keine Familie möchte.

    • Sehr treffend bemerkt
      Kinder werden in den Himmel gejauchzt, die eigenen Eltern in das Wohnstift abgeschoben.

  15. Noch Familienfreundlicher?!
    Zunaechst einmal ein grosses Lob zu diesem Artikel. Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Was den Aufstand der Familien angeht, nein danke. Deutschland ist sowas von Familienfreundlich, da fuehlt man sich als Single, bzw. Paar ohne Kinder schon als Fall fuer eine „Alcie Schwarzer“, die fuer die Gleichberechtigung der Singles gegenueber Familien kaempft. Wenn man sich die Unterstuetzung (nicht nur finanzell) ansieht, die Familien heute, aus auch nur einem Kind herausholen koennen, da bleibt so manchen die Spucke weg. Noch vor 20 Jahren war das anders, da gabs ein paar Mark und das wars. Anspruch auf einen Kidnergartenplatz (KITA) gabs damals nicht. Pustekuchen. Heute wird von Familien nur noch gefordert: Wir wollen, wir brauchen. Stop! Ihr wolltet, ihr muesst! Niemand zwingt jemanden dazu Kinder zu bekommen. Das ist eine private Entscheidung. Und wer jetzt die ewige Maer der Renten und „Kidner sind unsere Zukunft“, einbringt dem sei gesagt, dass schon vor Norbert Bluem klar war, dass die Renten eben nicht durch die naechsten Generationen gesichert werden koennten. Es gibt keine politischen Gruende um Kinder zu bekommen und selbst wenn, waere das wohl der fatalster aller Gruende. Wer Kinder will, hat natuerlich ein Anrecht seitens des Staates auf Unterstuetzung. Wohlgemerkt, Unterstuetzung, aber eben nicht die vollstaendige Finanzierung, bzw. Abnahme aller Pflichten. Wer Kinder will, muss Zeit, Geld und persoenliche Lebensumstaende, dementsprechend einplanenn und anpassen. Mit Kindern verhaellt es sich naemlich noch bedeutsamer als mit der Anschaffung eines Hudnes, Autos, oder des Eigenheims. Und bei all diesen wuerde niemand auf die Idee kommen, das einfach mal so zu machen und sich dann auf die komplette Unterstuetzung des Staates zu verlassen. Also liebe Eltern und solche die es werden wollen: Drum pruefe wer sich ewig bindet. Der Staat (und wir) hilft, aber er ist nicht der Babysitter der Nation. Wenn euch die Karriere, der Golfplatz, der Abenteururlaub in Nepal wichtiger sind, dann gibts eben keine Kids. Wer etwas will muss auch Verantwortung dafuer uebernehmen, ansonsten, bleiben lassen! Vater Staat ist nicht dazu da, euren Nachwuchs aufzuziehen und zu finanzieren.

    • Von meiner Seele gesprochen
      Gut gebrüllt, Paladin! Und übrigens: Die Mär von Kindern, die unsere Rente einst finanzieren, ist natürlich auf einem großen neoliberalen Misthaufen gewachsen. Wenn unsere Renten und auch sämtliche steuerliche Aufkommen verstärkt aus Kapitaleinkünften (und nicht mehr so sehr aus Arbeitseinkünften) finanziert würden, hätten wir durch die extrem gestiegene Produktivität des letzten halben Jahrhunderts bis in alle Ewigkeiten keine Probleme. Eine stärkere Belastung von Kapitalien aber, das wissen wir Kapitalismusmitmacher, ist gegen ‚die‘ Reichen nicht wirklich durchsetzbar. Und so machen uns jene, die nur aus ihren Kapital-Einkünften und nicht von ihrer Hände Arbeit leben, weiß, dass wir alle uns fleißig vermehren müssen, damit es uns in Zukunft auch gut gehen kann. Das lenkt vom wahren Problem ab und lässt uns – indem wir von Kindergeld und Herdprämie schwadronieren – eine völlig falsche gesellschaftspolitische Diskussion führen.

    • Titel eingeben
      @ephemeridentime: …alles schön und gut, aber ich hab mich bei diesen Kapitaldeckungsmodellen immer schon gefragt, wer denn die tollen Kapitaleinkünfte erwirtschaften soll, wenn nicht zukünftige Arbeitnehmer der Unternehmen, in die eben jenes Kapital investiert ist? Kurzfristig, und damit meine ich im gesamtgeselschaftlichen Kontext schon Zeiträume zwischen 30, 40 Jahren, da mag sowas funktionieren. Aber auf Dauer wird es immer jemanden geben müssen, der den Gewinn erwirtschaftet.

      Auch bei diesem Modell gibt es kein perpetuum mobile, und wer etwas anderes behauptet, hat das System entweder nicht verstanden, kann nicht rechnen, oder ist ein Scharlatan.

      Daher: ohne Nachwuchs geht es nicht.

      Ob man mit dem Nachwuchs so umgehen muss, wie es andernorts in den Kommentaren hier beschrieben wird, ist freilich eine andere Frage.

    • @greenbowlerhat: Danke, jetzt brauche ich das nicht mehr selbst zu kommentieren.
      Kapitalverzinsung ist am Ende des Tages auch nichts anderes als erhöhte bzw. hoch bleibende Nachfrage und deren entscheidender Faktor ist die Anzahl von Menschen.

      Aber das lernen wir (aus Erfahrung dann) in den nächsten Jahrzehnten, in denen die Kapitalrendite in Europa voraussichtlich sehr, sehr niedrig bleiben wird.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  16. Lungenembolie
    Da wird Wolodja blass vor Neid: So eine schöne Bäcklist mit unverdächtigen Todesursachen hätte er auch gerne. Ganz ohne Plutonium.

  17. Wie die DDR
    Die SED-Führung hielt unbeirrt an ihrem Kurs fest. Die Züge konnten stillstehen, die Fassaden bröckeln und die Straßen verrotten. Aber die strahlende Zukunft wartete hinter der Straßenecke. So ist es mit dem System der CDUSPDGrüneFDP: auch sie halten an ihrer Politik ohne Selbstkritik fest, auch wenn die Gesellschaft vergreist. Und was nach dem Greisenalter kommt, weiß doch jeder. Aber weil die Politik richtig ist, muß man die Gesellschaft austauschen, wenn die Deutschen kein Vertrauen zur Zukunft haben. Ich befürchte, es gibt keine andere Möglichkeit, als sich der CDUSPDGrünen zu entledigen.

    • wenn man böse wäre. könnte man anhand von Kinderförderung und Feminismus mal den Vergleich mit der DDR aufmachen.

  18. Dear Don Alphonso
    Du hast die guten Text geschrieben

  19. Danke, Ephemeridenzeit.
    Dieser Zusammenhang ist leider nur den Allerwenigsten klar.

  20. Kapitaleinkünfte besteuern,
    der Witz war gut. Ansonsten erinnere ich an Eva Herman und den Preis, den sie für ihre Ehrlichkeit bezahlen musste.

    • Ich halte das auch für einen frommen wunsch – wenngleich er richtig wäre.

    • Welchen Preis musste denn Frau Herman dafür zahlen,
      der Frau als einzige Funktion die einer Gebärenden und Mutter zuzuschreiben? Nur das, sonst war Frau als Mensch wertlos?

      Auflage, bundesweite Publizität, Fangruppe. Mann. Was sich heute so alles „Preis“ nennt.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  21. B-bashing
    Don,

    es faellt schwer nicht auf das derzeitige berlin nicht einzuschlagen.

    ich hatte das Privileg dort einige Jahre zu verbringen. Zu einer Zeit als man dem Iwan noch jeden Tag ins Rote des Auges schaute und die Hauptstadt in irgendeiner Ansiedelung am Rhein war.

    Nun regiert eine Mafia aus Niedersachsen mit Maedels aus der Eifel oder dem flachen Umland und wird als ‚Berlin‘ gefuehlt. Mangelhafte Einreisekontrolle mA. Viele die in ihren Heimatdoerfern nix taugen, werden in die grosse Stadt abgeschoben – nicht nur sog. Politiker, ‚kreative‘ und anderes gschmois.

    Muenchen?
    Architektonisch und landschaftlich schoen, aber die Einwohner. Die eingesessenen haben Eigenheiten aber sind zu ertragen – aber die ‚zugroisten‘. Wie ging doch der Text ‚..jeder ist ein Superstar und sauft ’nen Schampus an der Bar‘.

    Zugegeben, ‚Baby Schimmerlos‘ geht nur in Muenchen und das bayerische Landgericht nur am Tegernsee?

    • Man hat halt die Wahl zwischen diversen, nicht perfekten Welten. Ich schreibe ja auch oft genug böse über Bayern, aber wenigstens ist es nicht Berlin.

  22. Zu diesem Rest der ungläubig zuschauenden Gesellschaft
    @Ephemeridenzeit
    @Paladin
    .

    gehöre ich auch.
    Als ich Kind war, gab es zwar einen Käfer in der Familie,
    aber in dem hatten wir Kinder nichts zu suchen.
    Der erste Familienurlaub fand statt, als ich zwölf war.
    Und mein Kind, jetzt 28, habe ich so gut wie voll finanziert.
    Keine Kita, Kindergarten bezahlt, kein BaFög.
    Soweit ich das erinnere, ein recht schmales Kindergeld.
    .
    Und das Betreuungsgeld ist völlig kontraproduktiv.
    Es unterstützt die Falschen.
    .
    Kapitalismusmitmacher (Das merke ich mir) ;-)

  23. Titel eingeben
    Ärztliche Schweigepflicht abschaffen, Sturmgewehre anschaffen, dass nenn ich zielgenau.

  24. @Maier2
    In Masematte ist Zossen = Pferd und die Blagen sind Kothen.

  25. Normalerweise kommentiere ich ja nachts ...
    diesmal nicht.
    Diesmal deutlich vor Meier2.
    Eine Antwort auf Paladin und Ephemeridenzeit.
    Die letze Antwort vom Don:
    20:30
    Ich warte.
    Auf Freischaltung.
    Am Trinkbüdchen wartet man auch.
    Auf die früheren Kommentatoren.
    Der T.I.M bringt es da auf den Punkt.
    https://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2015/03/29/aussterben-gehort-dazu-aber-reich-sollte-man-dabei-sein/comment-page-1/#comment-44359
    .
    Hier ist vielleicht
    Warten auf Godot
    angesagt.

  26. Tradition hatte auch ihre Vorteile
    Wenn ich die Diskussion hier verfolge, erinnere ich mich an etwas, was ich schon im „Fahrradkeller“ gepostet hatte.
    Bei einer Zugfahrt neulich hatte ich das Vergnügen, einer ca. 17-jährigen Schulklasse lauschen zu dürfen – und so wie alles nur narzistisches Statement, nicht Gespräch war, -süss-geil-zum Kotzen- kam mir der Verdacht, eventuell ist der an so vielen Stellen beklagte Niedergang des Abendlands eine ganz simple Folge einer permanenten Überforderung beim Aufwachsen.

    Wenn schon so viele lebenserfahrene, belesene Bürger zugeben müssen, mit der heutigen Politik einer Art Amoklauf auf Raten zuzusehen, ohne eine wirkliche nachhaltig tragfähige Perspektive zu ahnen – im Systemantagonismus war das noch anders – wie soll da ein junger Mensch, zerrissen zwischen peer group pressure, einem allmächtigen Internet, einer nörgelnden Elternschaft, die selbst von Migration und Lebensabschnittspartnerhypotheken belastet ist, zu einem selbstbewussten, empathie- und ironiefähigen Subjekt heranwachsen?

    Wenn dann noch die Forderungen eines aggressiven voll p0nro Sexuallebens dazu kommen – wen wunderts, dass man eine Menge Angstbeisser bekommt, die jedem Rattenfänger die Füsse küssen?

    Das bayerische leben- und lebenlassen, so wie es Helmut Dietl schön -und teilweise auch bitter- portraitierte, liess noch viel mehr Freiräume, um sich selbst zu finden, und dann in einer gewachsenen Ehe auch an gemeinsame Kinder zu denken.

    Heute, im wittgensteintanzenden, digitalen SUV Mandarin-Kindergarten, sind Kinder doch oft die letzte Option, ein völlig vergeigtes eigenes Leben mit einem Avatar aus Fleisch und Blut noch einmal zu versuchen.

    • Ja, ich bin ja eigentlich auch der Meinung, dass das Ideal jetzt eher spiessig ist und zu mir passt es nicht – aber wenn, dann nach Möglichkeit so, dass es für alle gut wird und jeder nach Möglichkeit zufrieden wird. Das Problem ist halt, dass viele das eine wollen und dann noch die totale Selbstverwirklichung. Und das geht dann schief. Auch, weil oft die Toleranz fehlt.

  27. Tradition hatte auch ihre Vorteile
    Ich hoffe, dass kommt jetzt nicht als Doppelposting!

    Wenn ich die Diskussion hier verfolge, erinnere ich mich an etwas, was ich schon im „Fahrradkeller“ gepostet hatte.
    Bei einer Zugfahrt neulich hatte ich das Vergnügen, einer ca. 17-jährigen Schulklasse lauschen zu dürfen – und so wie alles nur narzistisches Statement, nicht Gespräch war, -süss-geil-zum Kotzen- kam mir der Verdacht, eventuell ist der an so vielen Stellen beklagte Niedergang des Abendlands eine ganz simple Folge einer permanenten Überforderung beim Aufwachsen.

    Wenn schon so viele lebenserfahrene, belesene Bürger zugeben müssen, mit der heutigen Politik einer Art Amoklauf auf Raten zuzusehen, ohne eine wirkliche nachhaltig tragfähige Perspektive zu ahnen – im Systemantagonismus war das noch anders – wie soll da ein junger Mensch, zerrissen zwischen peer group pressure, einem allmächtigen Internet, einer nörgelnden Elternschaft, die selbst von Migration und Lebensabschnittspartnerhypotheken belastet ist, zu einem selbstbewussten, empathie- und ironiefähigen Subjekt heranwachsen?

    Wenn dann noch die Forderungen eines aggressiven voll p0nro Sexuallebens dazu kommen – wen wunderts, dass man eine Menge Angstbeisser bekommt, die jedem Rattenfänger die Füsse küssen?

    Das bayerische leben- und lebenlassen, so wie es Helmut Dietl schön -und teilweise auch bitter- portraitierte, liess noch viel mehr Freiräume, um sich selbst zu finden, und dann in einer gewachsenen Ehe auch an gemeinsame Kinder zu denken.

    Heute, im wittgensteintanzenden, digitalen SUV Mandarin-Kindergarten, sind Kinder doch oft die letzte Option, ein völlig vergeigtes eigenes Leben mit einem Avatar aus Fleisch und Blut noch einmal zu versuchen.

    • Es tut mir sehr leid, irgendwie ging dieser kommentar unter, und ich habe ihn erst jetzt gefunden.

  28. Wessen Blagen ?
    Ich glaube nicht, dass es uns dereinst an Nachwuchs mangeln wird. Die vielen qualifizierten Zuwandererfamilien in Neukölln & Co. werden schon dafür Abhilfe schaffen.
    Und uns kann dann doch später egal sein, wer uns das Ärschlein im Altenghetto, Pardon Heim, windelt.

  29. Auch Fortpflanzung passiert, aber
    egal

  30. "Und" - leider viel zu häufig schliche sich ggfls. immer wieder ein ausschließendes "oder" ein
    „Malte Welding hat sehr treffend beschrieben, was sich da früher alles falsch entwickelte, und wer Gründe haben will, der Berliner Republik den Marsch zu blasen, sollte das Buch kaufen.

    Und halt zu uns ziehen, eine gute Ehe führen, nehmen was man kriegen kann, freundlich sein und auf Einheimischenprogramme für junge Familien achten. Das ist spießig, aber lukrativ, und deshalb für den Einzelnen besser als das Warten auf die Politik.“

    warum das eine tun – und das andere lassen? zumal mit kindern in noch unreifem alter von unter 40 oder 50?

    wobei, wer das, wie die meisten, ja fast alle, schon immer täte klarer Fall von selbsterziehung durch eigenerfahrung – achtete auch an allen anderen wohn- und „aufzuchtorten“ auf die einheimischenprogramme“ – das wäre ja nirgendwo falsch – und überall richtig.

    und außerdem wartete es sich vermögender komfortabler auf die ergebnisse von politikeinflußnahme u. -wechseln.

    und herr rainer hank vermutlich wüsste, „nur Sozialdemokraten früher setzen auf die stets konstante Verteilung des immer selben Kuchens. Wir Wirtschaftsliberalen aber wissen, dass der verteilbare „Kuchen“ durch die Anstrengung aller und des Einzelnen stets größer würde. Und das muss daher das Ziel sein und bleiben. The sky is the limit.“

    und mit oben genanntem „und“ wärte es genau dasselbe: erst forderungen an berlin und harte eigenanstrengungen machten den eigenen „kuchen“ größer, zu aller vorteil.

    viel erfolg also auch weiterhin für herrn welding.

  31. Weniger ist mehr
    Das ganze Gerede von der „Vergreisung“ (was für ein furchtbar beleidigendes Wort!) der Gesellschaft, die angeblich so ein Problem sei, basiert doch schon auf völlig falschen Annahmen. Ein vorübergehender Altersüberhang ist eine unvermeidliche Zwischenstufe, wenn eine Bevölkerung aufhört zu wachsen und sich auf kleinerem Niveau stabilisiert. Und dazu gibt es keine Alternative. Eine „Tannenbäumchen“-Bevölkerungsstruktur lässt sich nur unter zwei Bedingungen aufrechterhalten: entweder, so wie früher, hohe Kinder- und Jugendsterblichkeit und insgesamt niedrigere Lebenserwartung – oder, bei langer Lebenserwartung (was ja wohl jeder für sich eher als etwas positives begreift, unbeschränktes Bevölkerungswachstum – denn die Kinder von heute werden aj auch wieder alt, dann müssten noch mehr Kinder geboren werden, um das Verhältnis aufrechtzuerhalten usw. Aus offensichtlichen Gründen ist das unmöglich. Die Probleme, die eine vorübergehende Alterung mit sich bringt, sind, das wurde wiederholt in zahlreichen untersuchungen zB zu medizinischen und Sozialkosten festgestellt, mitnichten so gravierend wie dargestellt (nicht zuletzt entstehen ja auch durch weniger Geburten erhebliche Einsparungen bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen (die eben mitnichten die Alten versorgen, sondern selbst versorgt werden müssen)), und da mit Förderung der Vermehrung gegensteuern zu wollen, ist extrem kurzsichtig. Je stärker eine Bevölkerung anschwillt, bevor es zu der unumgänglichen Stabilisierung kommt, desto größer die Probleme. Und, wie gesagt, der Zustand ist VORÜBERGEHEND – mit dem Versterben der Babyboomer-Generation wird es wieder zu einer deutlichen Verjüngung der Gesellschaft.
    Und, nur zur Info: den Begriff „Antinatalismus“ gibt es tatsächlich – den hat aber nicht Malte Welding erfunden (bezeichnet grob gesagt die Ablehnung von Geburten aus ethischen Gründen). Und Deutschland als antinatalistisch zu bezeichnen, ist ja wohl ein Witz: nicht nur Familienförderung vorne und hinten (wie sinnvoll und hilfreich die tatsächlich ist, steht ja wieder auf einem anderen Blatt), sondern auch das ständige Unkengeschrei, es würden „zu wenig“ Kinder geboren (ANTI-natalistisch?!), sondern die immer wieder aufflammenden Medienkampagnen gegen „egoistische“, „verantwortungslose“ Kinderlose; Mütterrente; Forderungen nach weniger Rente/höhren Beiträgen für Kinderlose (seltsamerweise fordert niemand das gleiche für Eltern, deren Kinder keine Rentenbeitragszahler geworden sind). All das soll ANTI-natalistisch sein? Mann oh Mann, was tun die in Berlin eigentlich ins Trinkwasser…

    • Gut argumentiert!
      Liebe Juristin, Kompliment für ihr Plädoyer, bevor der Zuchtzwang zur Bürgerpflicht erklärt wird.
      Wenn sich die Bevölkerung wieder stabilisiert hat, werden wahrscheinlich sowieso Indien und China auf dem Euro-Asiatischen Kontinent Hegemonien sein, und sich immer wieder mit der US-Lobbykratie um die Rohstoffe in Afrika balgen… Und Europa wird ein niedliches touristisches Disneyland für ausgepowerte Mittelschicht-Ratten der Führungsmächte…

      Mit Schuhplattler statt balinesischem Kling-Klong Tanz…

  32. Sehr schön,
    liebe Juristin, lieber TGA! Ich kann da nur voll zustimmen. Jede Zeit wird ihre Probleme lösen. Kommt Zeit, kommt Rat.

    Grüße vom Ortasee

  33. Konsterniert
    Sehr geehrter Don,

    gleich die Einleitung Ihres Artikels warf bei mir eine drängende Frage auf, die mir fast die Konzentration auf dessen Rest geraubt hätte. Ich bin höchst verwundert, dass diese Frage in den Kommentaren noch nicht gestellt wurde.

    Fuhren Sie, der Inbegriff des Wohlstandes und der Verteidiger des Luxus, in dem Zug, der von der Donau nach Dachau fuhr, etwa in der – horribile dictu – ZWEITEN WAGENKLASSE?

    Oder fuhr etwa die Familie mit den Schreibratzen in der ERSTEN Wagenklasse? (Das wäre in der Tat ein frappierender Unterschied zu Berlin.)

    Oder fuhr jeder dort, wo er hingehört, und die Schreibratzen machten einen so infernalischen Lärm, der die Wagenklassengrenzen durchdrang?

    Ich kann die Auflösung des Rätsels kaum erwarten.

  34. Obwohl ....
    Frauke
    hört sich fast so schlimm an,
    wie Torben oder Malte.
    Ich sage nur Norwegerpullover.
    .
    „Torben, nimmt das Messer aus dem Auge von Frauke,
    wir tanzen jetzt eine Entschuldigung“
    .
    Drüben ist Wildnis.

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