Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Eigenfussfetischismus in der Migrationskrise

| 151 Lesermeinungen

Fälle nicht den Baum, der Dir Schatten spendet.
Arabisches Sprichwort

Heute kam, gross, schwer und schwarz umrandet, eine Belle-Epoque-Schönheit. Um meine Sammlung nicht unermesslich wuchern zu lassen und den Fokus auf Portraits des Rokoko zu halten, habe sich eiserne Gesetze gegen den Kauf solcher Gemälde, und die waren in diesem Fall so hart wie geschmolzener Stahl. Ausserdem habe ich auch das eiserne Gesetz, gedankenschwere, schwarzböse und grosse Anklagen in Form von Mails und Kommentaren nicht zu beachten. Aber wenn man schon mal das eine Gesetz bricht, kann man auch das andere ignorieren. Zumal da gerade ein wichtiger Punkt genannt wird, auch wenn es eigentlich um diesen und jenen migrationsideologiekritischen Beitrag ging.

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Der Autor der Anklage gegen mich also schrieb, ich fasse es zusammen.

Du greislicha Hodalump, was bildest Du Dir eigentlich ein, eine Meinung zu verbreiten über andere, die nicht wie Du in vorteilhafte Bedingungen geboren wurden und nun gramgebeugt ihren Anteil an der Waffenexportnation Deutschland – dieses miese Stück Dreck – einfordern. Du solltest mehr Empathie zeigen angesichts derer, die sich durch den Balkan schleppen, gerade Du, der Du doch selbst nicht auf eigenen Füssen stehen kannst.

Dreistes Gschwer Das mit den eigenen Füssen stand da wirklich so drin. Ich könnte nun antworten, dass ich auf dem Balkan war und weiss, dass dort die zu Fuss zurückgelegten Strecken der Flüchtlinge nicht sonderlich weit sind, und vor allem auf Bus und Bahn zurückgegriffen wird, seitdem alle Nationen die Menschen durchschleusen. Offen gesagt halte ich diese Bilder, die wir von in Decken gehüllten Wanderern in eiskalter Landschaft vorgeführt bekommen, nicht für vollkommen repräsentativ, um es höflich zu formulieren – nur ist mir natürlich auch bewusst, dass solche Anklagen gegen mich nie derartig wütend wären, würden Zeit, Prantlhausener Zeitung und Spiegel Buskonvois in landschaftlich reizvoller Atmosphäre zeigen. Aber ich muss natürlich zugeben, dass die Aussage mit den eigenen Füssen nicht völlig von der Hand zu weisen ist. Offen gesagt ist es noch viel schlimmer: Ich habe es erst gar nicht versucht.

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Warum auch? Bessere Kreise sind bessere Kreise, weil das Leben dort erheblich besser ist, und das wiederum hat viel mit der gegenseitigen Unterstützung der Familienmitglieder, Freunde und Verpflichteten zu tun. Um es an einem kleinen Beispiel zu illustrieren: Letzthin kam das Gespräch auf Immobilien in Leipzig und Goldkäufe. Solche Angebote kommen bei uns öfters mal rein; wenn Sie am Tegernsee wohnen, wissen Sie, dass die Papiertonnen voll mit solchen imposanten Druckerzeugnissen sind. Da sieht man dann im Konzertverein den P., den Vater der E., und lässt das vorliegende Angebot ganz dezent in das Gespräch einfliessen. Der P. ist als pensionierter Bankchef zufällig Experte in solchen Dingen, und so hat man eine ehrliche, von Geschäftsinteressen unberührte Einschätzung. Das geht so bei rechtlichen Fragen, bei der Beschaffung eines klassischen Automobils bei der Hochzeit, beim Brennholz, bei der Katzenpflege im Urlaub, bei der Vermittlung von Mietwohnungen unter der Hand – ich kenne das nicht anders. Ich weiss gar nicht, was ein Branchenbuch ist. Man kennt sich, die Eltern kannten sich schliesslich auch schon, und Grössväter gingen zusammen jagen.

Ich empfinde deshalb uneingeschränkte Hochachtung vor der R., die vor fünf Jahren den drastisch schlechten Berufsaussichten in einem abgelegenen Dorf der nördlichen Toskana davongelaufen ist, und sich nach der Zwischenstation als Kellnerin in einem Restaurant prächtig macht – zuerst mit Pastaficio und jetzt mit einem eigenen Lokal. Dafür arbeitet sie immer, wenn sie nicht schläft. Ich erschaudere in Ehrfurcht vor einer sehr geschätzten Bekannten, die nach zwei gescheiterten Beziehungen ohne jede Hilfe zwei prächtige Kinder erzieht und dafür Konventionen mit Füssen tritt. Es freut mich, wenn Bekannte eigene Wohnungen ersparen und Vermögen bilden. Aber es hat mich halt keiner gefragt, ob ich irgendetwas davon selbst tun wollen würde. Niemand in meinem Umfeld wurde aufgefordert, Folgen kaputter Beziehungen allein zu schultern. Die Bekannten, die nach Italien gingen, konnten sich darauf verlassen, dass die Eltern schon die richtigen Vorsorgen trafen.

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Und würde man etwas in der Art versuchen, würden einem erst alle für den Unternehmergeist und den Wagemut gratulieren, einen hochleben lassen und dann überlegen, welche Gründe man anführen könnte, damit der Gelobte das besser doch nicht macht. Man wird schliesslich im Heilsplan der Klasse an der Stelle, an der man ist, benötigt. Würde ich etwa zum Strelizienzüchten nach Madeira auswandern, wäre das System nicht im Mindesten beglückt, keinen Ansprechpartner für Medienfragen mehr zu haben. Ein überregional schreibender Autor ist eine feine Ergänzung für eine regionale Cosa Nostra Gesellschaft, die froh ist, wenn ihre Sorgen und Nöte von der viel zu hohen Steuer bis zum baldigen Weiterwandern der Migration in die Regionen des ungebrochenen Willkommens wie Berlin-Kreuzberg und Hamburg-Speicherstadt gehört werden. Auf eigenen Füssen stehen ist fraglos eine Tugend und verdient Respekt. Aber das System hier will auch seinen Respekt und erkauft ihn mit der Annehmlichkeit, nicht an der vordersten Front durch die Stacheldrahtverhaue des Existenzkampfs robben zu müssen.

Und an dieser Stelle kommt auch unsere westliche Kultur und Kunstgeschichte ins Spiel. Wir sehen heute, dass Menschen selbst nach grösster Gefahr, auf Lesbos angekommen, das Mobiltelephon zücken und Selfies machen. Das ist heute technisch möglich, aber das Bürgertum bevorzugte lange Zeit immer noch das Portrait in Öl auf Leinwand. Bilder wie jenes, dessen Details wir hier betrachten, entstehen aus dem Willen, Schönheit zu konservieren, aber auch aus dem Wunsch nach sozialer Distinktion. So liessen sich die Gonzaga von Mantegna in die Camera degli Sposi malen, so lachen die Mitglieder der Familie Pisani aus der Hand von Tiepolo von der Decke ihrer Villa, so hat man es bis weit ins letzte Jahrhundert gehalten. Das ist teuer. Das kann sich niemand leisten, den die Eltern mit 20 vor die Tür setzen und sagen, er solle auf eigenen Füssen stehen, die Miete selbst zahlen und eigenes Vermögen erwirtschaften. Jedes Gemälde junger Schönheit ist auch die Geschichte von Eltern, die dafür ein kleines Vermögen investierten. Wann immer den Kunstsinnigen bei seinen von den Eltern finanzierten Grand Tours durch Europa also ein junger Mensch aus dem Bilderrahmen anlächelt, entsteht eine Verbindung der sozialen Prägung über Jahrhunderte hinweg. Das ist unser Platz in der Kulturgeschichte, von der alle zehren. Das ist wahrhaft sozial. Das können nur wir, und wir tun es mit Hingabe. Wer dagegen auf eigenen Füssen stehen musste, hatte früher andere Sorgen und heute wenigstens ein Selfiehandy.

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Und er hat – bislang noch – soziale und von der Allgemeinheit finanzierte Absicherung, die das „auf eigenen Füssen stehen“ im Vergleich zu früheren Epochen mit Verhungern und Pockentod deutlich relativiert – nicht ganz zufällig werden wir gerade Zeugen einer Migration mit mindestens 60 Prozent reinem Invasionswunsch in dieses System. Es könnte also durchaus sein, dass der Anspruch, sich wirklich alles selbst zu erarbeiten, ohne jede Hilfe und getrieben vom stahlharten Willen, den man gern den Reichen abverlangen würde, weiter unten gar nicht so eng gesehen wird. Vielleicht hat man sich dort auch nur so an den Staat und seine Freundlichkeiten gewöhnt, wie unsereins an die klassenspezifischen Privilegien. Es ist nicht so, dass ich das verurteilen würde. Es ist lediglich so, dass ich ohne falsches Schamgefühl gekaufte Bilder aufhänge und Maler bewundere, weil ich das nicht könnte. So wie ich jene bewundere, die wirklich und wahrhaftig auf eigenen Füssen stehen, was ich ebenso nicht könnte.

Aber trotzdem fände ich es nett, wenn man sich auch mal in meine Lage versetzen könnte – unsereins muss schon in den Konzertverein, in Museen und bald wieder nach Italien. Da ist zum Stehen auf eigenen Füssen einfach keine Zeit.

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151 Lesermeinungen

  1. ..........KANN DAS SPIEL BEGINNEN, DAS UNS VOM DRAMA EINER KULTUR BERICHTET:::
    DENN……………die welt liegt uns zu füssen, denn wir stehen drauf…!..nicht von mir, sondern von den jungs aus stuttgart-wangen.

    es ist also eher nicht der punkt, ob wir auf eigenen füssen stehen………..ich sitze lieber, egal ob V8, V2 oder R10.

  2. Spaziergang nach Syrakus?
    Lieber Don,
    eigene Füße und Italien schliessen sich doch nicht aus. Nehmen Sie sich den guten alten Seume zum Vorbild!

  3. Titel eingeben
    Als ich das Gemälde sah, vermisste ich sofort den Schnurrbart. Irgendwie würde der passen…
    .
    (sorry, ist nicht bös gemeint)

    • Schnurrbart fehlt...
      @kdm, seltsam, genau das hat soeben mine Fru auch gesagt…

    • @kdm
      Richtig, das dachte ich auch.
      Ich glaube, es liegt am Bartschatten, und vermutlich an den dunklen, kräftigen Augenbrauen, der kräftigen Nase, dem schmallippigen Mund, dass man sich des Geschlechts gar nicht so sicher ist.

    • Da bin ich ja beruhigt...
      …daß andere Foristen auch diesen Eindruck haben! Ich war schon am Überlegen, wie ich diesen etwas heiklen Punkt auf politisch korrekte Weise anspreche. Nicht, daß ich ein großer Fan von political correctness wäre (dann würde ich ja nicht Don Alphonso lesen), aber die Menschen, die im „falschen“ Körper geboren sind, haben es sicher schon schwer genug. Als (meist) netter Mensch will man da nicht den Eindruck vermitteln, man mache sich über deren Problem lustig.

      Na, gut, daß ich erstmal in die Kommentare geschaut habe. Wenn man nicht der Erste ist, der einen Eindruck zum Besten gibt, erübrigt sich die Befürchtung, man könnte völlig daneben liegen. Also, das Portrait wirkt auch auf mich durchaus, sagen wir mal, androgyn. Die Nase erinnert mich zwar an meine Oma, aber diese wirkte durchaus femininer als die abgebildete, herb-rustikale junge Dame. Nunja, Schönheit liegt im Auge des Betrachters und wenn Don Alphonso Spaß an diesem Gemälde hat, ist es ja gut. Es könnte allerdings auch darauf hindeuten, daß mal wieder ein Besuch beim Optiker (da gibt es doch sicher einen im weiten Bekanntennetzwerk!) fällig ist.
      8)

  4. Unabhängige Journalisten sind nicht nutzlos ...
    … sondern für die Gesellschaft von einem größeren Nutzen, als Abgeordnete, „die sich nur an die Fraktionsdisziplin halten“ und bezahlte Journalisten, die finanziell von einem Herren abhängig sind.

  5. Statt einer jungen Dame, ein Stillleben
    Sehr verehrter Don!
    Meinerseits brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Ich bin sehr froh, dass Sie Zeit haben, an meiner Stelle zur Mille Miglia zu fahren und hoffentlich wieder ausführlich darüber berichten. Von mir will die hiesige Gesellschaft auch ständig etwas, aber nach Italien reisen gehört leider nicht dazu.
    Ich habe mir letztens ein Stillleben aus dem 18. Jahrhundert gekauft.
    Mit freundlichen Grüssen
    L.H.

    • Titel
      ähm, das mit der Schiffffahrt wird oft übertrieben. Korrigiernsies, Dame Heuse, denn ich lese Sie gerne und möchte Sie nicht wegen eines Kampforthographen vermissen müssen.

  6. .
    Wann immer …….. aus dem Bilderrahmen anlächelt, entsteht eine Verbindung der sozialen Prägung über Jahrhunderte hinweg.

    Sehr schön gesagt!!

    • Das sind erhebende Momente. Ich lächle dann auch immer zurück. eine Dame bei mir daheim zwinkere ich sogar jeden Morgen an.

  7. Don, ich stehe angesichts Ihres schieren Textes
    auch noch nicht auf eigenen Füssen. Warte mal ab, an was man sich da accrochieren kann.
    Wie wahr, die Wanderer vom Terminus in Makedonien bis zum müllgesäumten Arrêt d’autobus in Serbien. Genau hier dazwischen sagt die fotografierende Regie, dass jetzt der Sack für den Gelben Punkt (Achtung, Eigenname) dem Kinde überzustülpen ist, die Schuhe auszuziehen sind, das Baby in die richtige Stellung zu bringen ist….WIDERWÄRTISCH was ich mir dazu anmaase, ich weiß.
    .
    Und das Dekolleté der neu erworbenen Dame in Öl, offensichtlich migräneanfällig, sollte mal vom Fliegendreck befreit werden. Warum kommen Sie mit Ihren Erwerbungen nie zu „Kunst & Krempel“?

  8. Schön
    dass Sie nicht einer dieser Snob’s sind, die jeden damit langweilen
    wie sie es aus ärmlichsten Verhältnissen an die Einkommenspitze geschafft
    haben.

    • Das geht doch gar nicht… dazu haben wir ja die Klassengesellschaft.

    • @E.R.Binvonhier
      Und überhaupt – wer von ärmlichsten Verhältnisse sich an die Einkommensspitze vorkämpft, wird dort sehr, sehr unglücklich sein.

      Man braucht Charakter, um Reichtum zu ertragen. Die meisten wissen das nicht, können es nicht wissen.

  9. en vogue
    Lieber Don Alphonso,

    ach, wie beneide ich Sie um dieses schöne Bild und ich glaube mir gut vorstellen zu können wie es Ihnen gegangen sein mag als man Ihnen das Bild zustellte. Wahrscheinlich in einem Transportbehälter, in Folie eingeschlagen, vielleicht mit Decken umhüllt und dann der große Augenblick, all diese verborgenen Teile Schicht um Schicht zu entfernen, um schlußendlich das Schöne sehen zu können.

    Wir haben hier ja beide eine große Gemeinsamkeit beim Entfernen von störenden Hüllen, um an das Reine, das Schöne, zur Wahrheit zu gelangen.

    So ganz im Gegensatz zu dem da draußen, in welchem in zunehmender Eile versucht wird Dinge zu verbergen und das offizielle Deutschland holt ja tagtäglich die Verhüllungsexperten von der Grenze ab, so als Berater in Sachen Verhüllungen, Schleier, Vorhänge & co.

    Das haben andere jetzt auch schon übernommen, so ist es en vouge.

    Bei der Presse ist das jetzt sehr offensichtlich und, weil sich im Verbergen übend, unterstellt man stets dem anderen etwas verbergen zu wollen.

    Unter dem Titel „Die Lügenpresse“ zerlegt Bundesrichter Thomas Fischer die tragende Säule der FAZ, Berthold Kohler
    und Peter Sloterdijk sagt „Der Lügenäther ist so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr.“ und man darf auf die Antworten gespannt sein.

    Der Kampf der Titanen, die öffentlichen Intellektuellen ( Peter Sloterdijk, Thomas Fischer ) gegen die Medienintellektuellen.
    Was macht nun der Leser, der Betrachter bis der Verlierer der Fede, von den Worten des Siegers gemeuchelt, ermittelt ist? Tagebuch schreiben wie Herr Fischer meinte oder auf die Intelligenz des Marktes hoffen, im Glauben, daß das Ergebnis die Wahrheit sei ?

    Gefühltermaßen sympathisiere ich eher mit dem öffentlichen Intellektuellen in Erinnerung an den Schriftsteller Emile Zola und seinen Brief „J’accuse“, welchen er zur Dreyfusaffäre, 1898 veröffentlichte und Frankreich erschütterte. Wie allgemein bekannt ist, war die Presse damals von Zola wenig begeistert.

    Ebenso zeichnen sich die Medien nicht durch einen unabhängigen moralischen Impetus aus, wenn es doch um eine objektive Berichterstattung gehen soll.

    Christos Verhüllung des Reichstages 1995 war wohl eine Vorahnung der beiden Künstler und ist heute aus einem vollkommen anderen Blickwinkel zu sehen.

    Alle wollen Sie jetzt verbergen, verschleiern.

    Paradoxerweise sind ausgerechnet jene Verschleierungsexperten, die diese Person eingeladen hat auch jene, die an Silvester in Köln, wie andern Orts, damit begonnen haben Verborgenes zu enthüllen, Verpackungen herunterzureißen, in tierischer Gier zu öffnen, Blusen, Unterwäsche……, wodurch sich andere wiederum veranlaßt sahen, wieder zu verbergen.

    Ja, lieber Don Alphonso, da machen Sie, wie auch ich eine Ausnahme, indem wir das Schöne und Gute von den verbergenden Hüllen befreien, um des reinen Genusses willen.

    Seien Sie herzlich gegrüßt
    ObjectBe (objectbe.blogspot.ch)

    • Es kam aus Österreich und war, wie dort üblich, verpackt, als wären es 20 Kilo alte Fahrradketten Das machen sie auf dem Balkan immer so.

    • C.G. Jung
      Liebe ObjectBe,

      dass sie gerade Dreyfus erwähnen.
      Schon als ich die ersten Zeilen von Don A. gelesen hatte schoss mir die Geschichte in den Kopf.

      Ging es nicht um Feigheit und Tapferkeit.
      Um Rück­grat und Kameradschaft.
      Um Gehorsam bis in den Tod.
      Daß keine gute Tat ungestraft bleibt.

      Mfg
      Dr. Seltsam

    • @ Dr.Seltsam
      Sehr geehrter Dr.Seltsam,

      vielen Dank für Ihre Gedanken. Ja die Dreyfusaffäre, wobei ich bei meinen Gedanken mehr die Gedanken bei Zola sah und seinem „J’accuse“, wie den Folgen des Briefes.

      Wissen Sie, ich mag Émile Zola und seinen Roman “ Nana“ sehr, aber das ist vielleicht nicht so das Thema hier, obwohl es ja auch von Édouard Manet ein schönes Gemälde von Nana gibt, was vielleicht schon an Don Alphonsos Wand hängt?
      Sie kennen den Roman vielleicht? Es geht auch um den Zerfall der Gesellschaft, wobei ich persönlich, in diesem Falle, dies nicht so sehe.

      Mit freundlichem Gruß

      ObjectBe (objectbe.blogspot.ch)

  10. Hamburg-Speicherstadt?
    „in die Regionen des ungebrochenen Willkommens wie Berlin-Kreuzberg und Hamburg-Speicherstadt“
    Ist schon klar, wen der Autor da meint, auch wenn am Kreuzberg-Klischee schon etwas länger die Farbe abblättert, nun gut. Aber Hamburg-Speicherstadt? Ein Ort des Handels (und des Wandels) – aber sicher kein Ort des Wohnens und damit auch schwerlich Heimstatt derer, denen eine überkandidelte oder sonstwie zu bewertende Pflege der sogenannten Willkommenskultur nachgesagt wird. Oder sind die persischen Teppich-Import-Export-Unternehmen gemeint, die dort seit über 100 Jahren angesiedelt sind? Oder die Werbeagenturen dort oder gar die altehrwürdige HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG)? Man weiß es nicht und bleibt ratlos zurück. Für Letztere ist jedes Schiff willkommen, sofern es ordentlich Container gestapelt hat, aber meint der Autor tatsächlich das? Oder ist der Tegernsee einfach zu weit entfernt?

  11. Beim Lesen, ganz zu Beginn
    dachte ich mir, mit DIESEM Satz ist das Resümee des Elends, was wir z.Zt. erleben schon so deutlich ausgesprochen- quasi en passant-, dass alles gesagt ist: „Aber wenn man schon mal das eine Gesetz bricht, kann man auch das andere ignorieren.“

    Wenigstens wurden Sie als Bayer, der darauf hält, von einem Bayern auf Bayrisch beschimpft. Der Inhalt tritt dann ja fast zurück.

    Zum Eigenfußfetisch, also einerseits der Illusion, dass wir eine Leistungsgesellschaft seien, in der die Menschen nach ihrer Leistung oder gar nach ihrem Nutzen für die Gesellschaft bezahlt würden (es also so etwas wie eine Verdiensthierarchie gäbe, in der Verdienst mit Verdienst identisch sei) möchte ich noch Folgendes anmerken:
    Kürzlich gab ein UN Ranking der Staaten nach Lebensqualität, in das auch Bildung, soziale Sicherheit etc. einflossen. Dabei fiel der Fall Schweden paradigmatisch ins Auge: 2010 stand das Land auf dem 15.Platz, heute steht es auf dem 25. und für 2030 prognostiziert man einen Rückfall auf den 54.Platz der Rangliste (auf diesem Platz steht heute Argentinien). Die Erklärung dafür sah man in der zunehmenden Abhängigkeit von staatlichen Sozialzuwendungen.
    Kurz: die Eigenfußbehauptung hat durchaus HandundFuß. Und eben weil das so ist, wird Merkel-Land den selben Weg wie Schweden nehmen.

    • Das hat kein Bayer geschrieben, ich habe seine Aussagen nur ins Bayerische übersetzt. die Wirklichkeit war unfreundlicher.

    • Schweden
      Schweden wurde durch die gleiche neoliberale Politik wie Deutschland sehr verändert, die Sozialleistungen wurden stark reduziert, viele Züge des Hartz-IV-Systems übernommen. Die Jugendarbeitslosigkeit ist extrem hoch.

      Seit vielen Jahren hat Schweden einen Anteil an Immigranten in der Bevölkerung, der pro Kopf noch wesentlich höher ist als heute in Deutschland.

      In Skandinavien gehören die Rechtspopulisten inzwischen zu den zweit- und drittgrößten Parteien. Die Angst der etablierten Parteien vor deren weiterer Stärkung hat die Länder veranlasst, ihre bisher liberale Flüchtlingspolitik völlig neu zu organisieren. Ein Grund, warum Frau Merkel für ihre offenen Grenzen nirgends mehr Unterstützung bekommt, selbst aus Schweden nicht, wo die nationalistischen Sverigedemokraterna inzwischen die zweitgrößte Partei ist.

    • Zusatz Schweden
      Unser bester Freund, ein Schwede, verbringt im Sommer viel Zeit in seinem Landhaus in Schwedens Einöde. Letztes Jahr, lange vor der Flüchtlingskrise, berichtete er per Mail über unangenehme Vorkommnisse an den dortigen Badestränden bzw. darüber, dass gewisse Bevölkerungsgruppen dort die Kontrolle übernommen hätten. Auch störte ihn die Art und Weise, wie die Polizei diese Gruppen gewähren ließ, wie diese mit ihren SUV’s alles respektlos zuparkten, aggressiven Fahrstil hätten, während er für die kleinsten Regelverstöße von der Polizei streng gerügt würde. Ich habe immer schweigend zugehört, bin auf seine Mail nicht eingegangen, weil ich ihn nicht für voll nahm. Ich war traurig, weil ich dachte, dass unser Freund allmählich in Richtung rechtsaußen abdriftet. Tja, needless to say: Heute denke ich anders und kann ihn ziemlich gut verstehen, was ich wiederum sehr traurig finde…

    • Neue Entwicklungen verlangen nach neuen Erkenntnissen. Das ist immer so.

    • @Patrick Feldmann
      „Die Erklärung dafür sah man in der zunehmenden Abhängigkeit von staatlichen Sozialzuwendungen.“

      Diese Erklärung stammt bestimmt nicht von einem (unabhängigen) Volkswirt, höchstens von einem, der sein Fell lohn- und weisungsabhängig irgendwo verhökern muss.

      Die Erklärung für den sensationellen Niedergang Schwedens liegt in einer sensationellen Staatsquote und Bevormundung, die Eigeninitiative bestraft und diese somit stark dezimiert. Dies trifft besonders für schwedische Männer zu, die ihre Aktivitäten infolge auf andere Bereiche konzentrieren (Fischen, Angeln, Saufen, Segeln, Faulenzen …).

    • Fischen, Angeln, Saufen, Segeln, Faulenzen …
      Was ist falsch daran?
      Vög..n ist viel zu gefährlich.
      Für die Männer.
      Siehe Assange.

    • Aber Don...
      Da steht: „Aber wenn man schon mal das eine Gesetz bricht, kann man auch das andere ignorieren.““

      Don Alphonso sagt: 4. Februar 2016 um 17:15 Uhr
      „Neue Entwicklungen verlangen nach neuen Erkenntnissen. Das ist immer so.“

      Vor 200 Jahren sagte Goethe: „Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten.“

      Wie man heute überall sieht, wankt die deutsche Kultur noch nicht…

    • @TDV
      Danke für dieses Zitat. Bin immer wieder erstaunt über den alten Goethe, lese gerade Eckermanns Gespräche. Er hat auch gesagt:

      „Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.“ (JWvG)

      Das könnten sich so manche hinter die Ohren schreiben, gell?

  12. Vielen Dank and Sie!
    Lieber Don,

    hervorragend geschrieben, auch das eine Kunst und schliesslich ein Produkt, das andere erfreut, and das man kaum aus smartphone apps erstellen könnte!
    Anders als zu vorangegangenen Zeiten, ist die Kunst der smarten Reflexion und ebensolcher Kommunikation nun schon fast ausgestorben, sicherlich in der politischen Elite. Man vergleiche nur einmal die Politiker anno 1966 (als Stichprobe) mit der jetzigen Generation, und nicht nur in Deutschland. Und das nicht nur in technischer (Wissen) Hinsicht, sondern auch charakterlicher.

    Cheers,
    Der Onkel

  13. der Beitrag zu Schweden u. Eigenfußbehauptung, bzw. zu Bayer beschimpft Bayer auf
    Bayrisch
    war von mir. Ich habe vergessen den Namen einzugeben.

  14. Wohltuend
    … ist die Leichtigkeit und Unterhaltsamkeit, mit der diese Betrachtungen angestellt werden. – Etwas, was derzeit vielerorts völlig verloren gegangen ist. Ich kann dem Autor auch in diesen seinen Überlegungen wieder nur zustimmen. Anmerken möchte ich noch, dass ich persönlich in meinem Freundes- und Familienkreise die Beobachtung mache, dass oftmals jene, die aufgrund gewisser nicht selbst verdienter Privilegien ein sorgenfreies Leben führen, sich leidenschaftlich zu den Fürsprechern der Migranten machen. Gibt es hier vielleicht so etwas wie ein schlechtes Gewissen? Möchte man ein guter Samariter sein? Was sie allerdings nicht daran hindert, ebenso leidenschaftlich gegen Beeinträchtigungen ihres persönlichen Lebensumfelds vorzugehen. Ein hässliches Gebäude direkt vor ihrer Aussicht? No way! Da wird geklagt! Der Sohn schafft es nicht aufs Gymnasium? Dann doch lieber ins Internat, statt auf die Hauptschule. – Wenn sich die gleichen Leute dann zu Anwälten der unkontrollierten Migration machen und Kritikern vorwerfen, keine Empathie zu zeigen, dann kann ich das nicht wirklich ernst nehmen.

    • "die Leichtigkeit und Unterhaltsamkeit, mit der diese Betrachtungen angestellt werden"
      sehe ich genauso!

  15. "Empathie" für Dumme
    Schön, dass in der Mail mal wieder „Empathie“ gefordert wird. Ich glaube ja, dass die ideologischen „Refugees-Welcome“-Schreihälse am wenigsten Empathie von allen haben.

    Es ist ihnen egal, dass es in einer Demokratie aus gutem Grund gewisse Spielregeln gibt und dass man seinen Mitbürgern daher nicht einfach epochale gesellschaftliche Veränderungen aufzwingen darf, ohne sie vorher um Zustimmung gefragt zu haben. Es ist ihnen egal, wie es Menschen ergeht, die vor dieser Zuwanderung aus gutem Grund Angst haben und die z.B. gerade zusehen müssen, wie die Zukunft, die sie sich für ihre Kinder vorgestellt hatten, den Bach runtergeht. Es ist ihnen andererseits aber auch egal, dass die meisten Zuwanderer ganz andere Vorstellungen haben als sie selbst und dass große Teile dieser Menschen keineswegs dem Zerrbild von ausgehungerten, armen Menschen entsprechen, die nur irgendwo in Sicherheit sein wollen. Die Migranten sind bloße Projektionsflächen, sie werden als handelnde Subjekte mit eigenen Werten und Zielen nicht ernst genommen. Deshalb wird u.a. ignoriert, dass unter diesen Migranten etliche Menschen mit hohe Erwartungen und gleichermaßen archaischen wie rassistischen Vorstellungen sind, die sich auch nicht einfach so verflüchtigen oder austauschen lassen. Dabei hätten die radikal Linken zumindest aus dem Iran gewisse Lehren ziehen können. Der Islam ist eben nicht euer Verbündeter, sondern er frisst euch mit Haut und Haar.

    Wo von solchen Leuten mehr „Empathie“ angemahnt wird, wird in Wahrheit mit diktatorischem Impetus gefordert, die eigenen Phantasien zu teilen. Wer nicht in derselben Weise phantasiert, ist ein Unmensch, Rassist, Nazi.

    Echte Empathie ist natürlich etwas ganz anderes. Aber dann käme man auch nicht so leicht auf die Idee, jemandem als solche die eigene Herkunft vorzuwerfen, egal ob begütert oder nicht.

    • Dies ist
      mit Abstand das beste und Überzeugenste was ich je zu unseren „Empathieträgern“ gelesen oder gehört habe. Ob diese sich hier tummeln? Schön wärs!

    • Ja, manche werfen mir schon vor, ich hätte einen Hipster erdolcht. Sehe ich aus, als würde ich es bei einem belassen?

  16. Schreibverbote aufgrund des Status sind albern
    Das Aufwachsen im unsäglich ketzerischen Hessenland verhindert eine so schöne Dialekt-Antwort, wie Sie das oben in der Zusammenfassung der Kritiker gemacht haben – ich könnte es auch nicht sprechen und bei ausreichender Redegeschwindigkeit wahrscheinlich auch nicht mehr verstehen.

    Ihren wunderschönen Text habe ich in dem Titel zusammengefasst, er greift mir aber dann doch noch etwas zu kurz. Die interessante Frage ist doch, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, dass es sehr unterschiedliche Voraussetzungen gibt, mit denen wir (Deutsche, Mitbürger, Menschen) aufwachsen.

    Ich möchte nicht einmal mit dem Recht argumentieren, ob wer und wieviele Menschen in Deutschland zusätzlich aufgenommen und zumindest kurzzeitig von der Allgemeinheit finanziert werden müssen. Irgendwo habe ich vor kurzem erklärt bekommen, Recht sei eine Herrschaftsform, was mir in den Ausführungen so falsch nicht vorkam.

    Ich finde auch die Argumentation mit der historischen Verantwortung schwierig, das kann man als Staatsaufgabe sehen oder vielleicht auch als individuelle Aufgabe Einzelner – als moralischer Impetus für die Allgemeinheit taugt es nicht.

    Nein, die Antwort muss irgendwie der Lebenswirklichkeit des einzelnen Menschen gerecht werden. So wie Sie von sich schreiben, von den Zwängen und Privilegien, so schreibe ich eben von mir.

    Zumindest bisher nehme ich in der Praxis – anders als bayerische Landräte und ähnliche bedauernswerte Amtsträger – kaum etwas von der „Flut“ und dem „Ansturm“ wahr. In Wien sind bis auf eine Ausnahme sogar die Sportstätten noch geöffnet, die Theater und Konzerthäuser sowieso, es finden sich nach wie vor auch kurzfristig Veranstaltungsräume.

    Die bisher aufgebrachten Kosten sind überschaubar, und selbst wenn wir jetzt das Äquivalent einer Hypo abstottern müssten, was sind denn ernsthafte Alternativen?

    Was wollen wir erreichen? Da besteht doch erstaunliche Einigkeit (bis auf einige wenige linke und rechte Träumer): geordnete Verhältnisse, weniger Antragsteller und geordnete Antragsbearbeitung. Das wollen sogar die Antragsteller selbst.

    Wie erreichen wir das? Angeblich wollen einige notfalls schiessen (lassen). Andere vertrauen auf St. Florian. Die Grenzen zu schliessen, bringt vielleicht etwas, verlagert das Problem vielleicht aus der Bundesrepublik in andere Staaten. Oder es finanziert Schleuserbanden. Ich weiss es nicht.

    Zumindest eine Maßnahme scheint bei den meistens Amtsträgern (bis auf Berliner Innensenatoren) konsensfähig: wir müssen uns darum kümmern, dass Registrierung, Antragsannahme und -bearbeitung flächendeckend und reibungslos funktioniert. Ob dafür Teile der bisherigen rechtstaatlichen Prinzipien zumindest für unterpriviligierte Fremde aufgegeben werden sollen, darüber wird noch diskutiert.

    Über alle anderen Ideen weiss man nur, dass sie viel Geld kosten. Jedenfalls bekommt man den Eindruck, dass die Bundesrepublik jetzt das zweifelhafte Vergnügen hat, am anderen Ende der Schaukel zu sitzen, auf der man vorher die Aussenstaaten wie Italien und Griechenland hat hocken lassen.

    Apropos Griechenland: jetzt wurde ja endlich wie jahreland gefordert bei den Beamten eingespart. Und dann schimpft die EU wieder, dass zu wenig Personal verfügbar ist, um die paar Flüchtlinge zu registrieren, die die lange Überfahrt von der Türkei nach Griechenland auf sich nehmen. Die Türkei, die natürlich „alles in ihrer Macht stehende“ unternimmt, damit diese gefährlichen Überfahrten nicht stattfinden, natürlich vorwiegend zum Schutz der Menschen, die jetzt auch seit Sommer nicht mehr im Mittelmeer ertrinken. Irgendwas ist da doch komisch.

    • @Patrick Feldmann
      „Zumindest bisher nehme ich in der Praxis – anders als bayerische Landräte und ähnliche bedauernswerte Amtsträger – kaum etwas von der „Flut“ und dem „Ansturm“ wahr. „

      Dann leben Sie in einer anderen Welt als jene, mit denen ich täglich verkehre.

      „Die bisher aufgebrachten Kosten sind überschaubar, und selbst wenn wir jetzt das Äquivalent einer Hypo abstottern müssten, was sind denn ernsthafte Alternativen?“

      Für 2015/2016 mindestens 50 Milliarden. Noch gravierender werden die langfristigen Kosten werden, wenn allgemein bekannt wird, dass jene ohne Asylanspruch nicht abschiebbar sein werden. Dann sind das jedes Jahr soviel, wenn nur dies Jahr die ähnliche Anzahl dazukommt.

      „Ob dafür Teile der bisherigen rechtstaatlichen Prinzipien zumindest für unterpriviligierte Fremde aufgegeben werden sollen, darüber wird noch diskutiert.“

      Kein Kommentar.

      „Über alle anderen Ideen weiss man nur, dass sie viel Geld kosten.“

      Welche anderen Ideen?

    • @foxrommel: Sie meinen HEINI!
      nicht mich!

    • @Patrick Feldmann
      Sorry.

    • Die Welt der Bürosessel
      @Foxrommel

      „Dann leben Sie in einer anderen Welt als jene, mit denen ich täglich verkehre.“

      Dann leben Sie leider / zum Glück (?) wirklich in einer anderen Welt als der ursprüngliche Kommentator. Und ich übrigens auch. In meinem Umfeld nehme ich in der Praxis auch fast nichts davon wahr. Und es ist auch fast nie ein Thema, und wenn, dann im Zusammenhang „arme syrische Flüchtlinge“, „böse USA“, und vielleicht noch „Unwohlsein“ bis „Beunruhigung“. Aber ernstzunehmen scheint das Problem fast niemand.

      Nach meinem Eindruck hat die Asylkrise noch nicht Einzug gehalten an die deutschen Büroarbeitsplätze. Die Apothekerin von nebenan hatte halt schonmal Kontakt mit Bereicherern, ist daher stark besorgt. Ihr büro-arbeitender Mann kennt nur die Kulleraugen aus dem Fernsehen und nimmt das Problem gar nicht wahr.

      Die Millionen von Büro-Angestellten kommen doch mit der Realität gar nicht in Berührung, solange sie kein Flüchtlingsheim vor der Haustür haben. Und die Akademiker halten sich häufig eh für was besseres (nur die dummen, ungebildeten Hauptschüler sind „rechts“).

      Das ist zumindest die Begründung, die ich mir zurechtgelegt habe. Und daher sind auch Merkels 45% Zustimmung in den Umfragen für mich völlig plausibel. Dieselben Leute glauben ja auch, Überwachung, Eurokrise etc. würden sie selber nicht betreffen.

    • @Realist "Die Welt der Bürosessel"
      haben diese Leute keinen Arbeitsweg?

      Egal ob mit dem Auto, der U-Bahn oder der DB: ich habe schon im Sommer so reichlich gesehen, dass es mir gereicht hat. Mit dem Auto ist mir auf der Autobahn am Giessener Ring ein Trupp jener Sonnenumhegten auf der Notspur entgegengekommen- spazierengehend… .
      In der DB hatte ich schon vorletztes Jahr im Ruhrgebiet übelste Szenen im Fahrradabteil. Letzten Sommer das Selbe im Rhein-Main-Gebiet.
      Und hier bei uns (Bonn) müssen Sie nur zu Fuß über die Straße gehen, bzw. fahre ich mit dem Rad in die Stadt hinein direkt an einer Aufnahmestelle vorbei und habe da auch schon hässliche Erlebnisse (tlws. mit kleineren muslim.präpotenten Zöglingen) gehabt.

      Beamen sich Ihre Bekannten direkt aus dem Wohnzimmer an den Arbeitsplatz? Habe ich irgendeine technologische Entwicklung verschlafen oder schlafen die alle?

  17. Recht so
    … denn sie nehmen all denen, die gezwungenermaß meritorisch unterwegs sein müssen, keine Chancen weg, sie sind keine Konkurrenz im Aufstiegskampf. Das ist eigentlich eine sehr edle Handlungsweise. Außerdem konsumieren sie, bringen also Geld unter die Leute. Sie müssen nicht sparen, weil sie von der Rendite leben können.

    • Naja, ich habe schon mal dafür gesorgt, dass gewisse Leute hier keinen Aufstieg mehr schaffen, und die waren schon scharf darauf, sich hier zu produzieren. Dafür habe ich auf der anderen Seite auch die ein oder andere Tür geöffnet.

  18. "No, so gewwe Se se her!"
    @Heini – Ich kann ihnen mit hessisch ein bisschen nachhelfen. Kennen Sie die Schweineblas? Da gibt’s einen bösen Metzgersohn, der heißt politisch ganz unkorrekt, Mohrsche, und der hat dem Lehrer sein Stock beschmiert so, dass der sich beim Strafen die Hände dreckig macht. Wie der Lehrer Diehl das merkt, beschließt er, das Bubche zu verhaue. Aber Mohrsche sorgt vor und steckt sich eine blutgefüllte Schweineblas in die Hos. Der Lehrer Diehl haut nach alter Sitte (das gab’s auch noch zu meiner Schulzeit)… bis dann Blut aus den Hosenbeinen quillt. Den Rest im Original auf echt frankforterisch (Friedrich Stolze):

    Lehrer Diehl gewahrt’s mit Schrecke,
    ihm entfiel der Farrenschwanz.
    Sterwend dat der Mohr sich strecke.
    „Mörder!“ krisch die Klass’ die ganz.
    Gar net war des Blut zu stille
    in de baade Hosebaa.
    „Liewer Mohr! Um Gotteswille“,
    rief der Diehl, „ach sterb net! Naa!

    Da! da hast de aach drei Batze, –
    kaaf derr driwwe bei dem Kitz
    Äppelranze odder Mazze,
    odder bei dem Steitz Lakritz!
    Nemm se Mohrche!
    Guck mei Trene!
    Haag dich aach gewiß net mehr!“
    Da begann der Mohr zu stene:
    „No, so gewwe Se se her!“

  19. Narzisstische Störung
    „Du solltest mehr Empathie zeigen angesichts derer, die sich durch den Balkan schleppen“

    Die narzisstische Verletzung in vielen deutschen Biografien: die spätestens im Jugendalter unvermeidliche Erkenntnis, dass die Großväter/Großmütter evtl. Massenmörder waren, diese unterstützt oder ihnen tatenlos zugeschaut haben.
    Die aus der schmerzhaften Kränkung zurückbleibende Narbe wird durch schier rücksichtsloses Gut- oder Bessersein-Wollen, moralische Überheblichkeit, reflexhafte Abwehr all dessen, was politisch als rechts und der eigenen, unfehlbaren Position als unterlegen verstanden wird, überschminkt oder schamhaft verborgen. Tatsächlich orientiert sich die daraus resultierende (zumindest gern als solche verkaufte) „Haltung“ schlicht an allen Kategorien der Denkfaulheit und schlichtester Weltbilder nach dem Muster Adolf war rechts, ergo muss alles Gute links sein. Ihr gilt in vergleichsweise bequem und billig zu erwerbender Negativüberzeugung („Deutschland – dieses miese Stück Dreck“) alles als erstrebenswert, was die beharrlich juckende Narbe irgendwie vergessen – oder die Betroffenen gar als eingebildete Widerstandskämpfer vollends genesen lässt. Eine illusorische Heilung, deren placeboartige Wirkung nur um den Preis der fortwährenden Diffamierung anderer in Gang gehalten wird.

  20. Das ist wieder
    ein sehr schöner Text und ein sehr schönes Bild, wie auch Don Alphonso immer die originellsten Verknüpfungen hat. Und mehr schreibe ich nicht, weil ich jetzt weiterarbeiten muss.

  21. Jetzt geht es halt rund!
    Dass das Thema „Flüchtlinge“ so alles Denken usurpiert, dass eine wahre Flut an neuen Kommentatoren die Gelegenheit nutzt, sein flatterndes Entrüstet-sein auf diesem (letzten?) Kanal zu äussern, es wird ein wenig fad, weil schon so oft gehört. Dennoch bleibt es hochaktuell: Natürlich hat auch ein nicht kluger nigerianischer Analphabet menschenwürdigen Anspruch auf Wohnung, gesundes Essen, Krankenversicherung und politische Rechte. Nur bezahlen kann das keiner.

    Früher ohne Smartphone hat man es einfach nicht mitgekriegt, wenn „woanders“ halt dumm und krank verreckt wurde, und da die Leute heute mitkriegen, dass „woanders“ über ein bedingungsloses Grundeinkommen von drei rumänischen Arztgehältern debattiert wird: Kein Wunder, dass jeder leidlich hirnpotente Schwanz nach Deutschland will, wo traditionell das Gewissen am schlechtesten oder der Rassismus am lebhaftesten ist.

    Meine Frau machte mich gestern auf ein kostenloses Buch über „Weltprobleme“ der Zentrale für politische Bildung von 1995 aufmerksam; was für eine Überraschung muss es da im September für unsere politische Klasse gewesen sein, wenn schon vor zwanzig Jahren die Elendsemigration aus einer Bevölkerungsexplosion heraus als hochaktuelles Drama geschildert wurde, der man nur mit wirtschaftlicher Entwicklung ein bisschen etwas gegenüber setzen könnte.

    Ich glaube nicht, dass Korruption, Konzernokratie und Turbokapitalismus damit gemeint waren.

    Auch ich ärgere mich mehr, wenn Oldtimer, die ich gerne hätte, mir preislich aus der Reichweite geraten, und wundere mich nur, wie ein Edelkäfer-356er Porsche bald soviel kostet wie eine kleine Zweizimmerwohnung in einer netten Gegend in München, oder eine Villa in MeckPomm.

    Dass da wieder ein paar Kinder im Mittelmeer ersoffen sind, halt dumm gelaufen.

    Die Welt IST aus den Fugen geraten, spätestens mit dem „Ende der Geschichte“ 1989, wahrscheinlich viel eher, als man mit Mossadegh und Lumumba einem demokratisch gewählten Sozialismus die Pistole an die Schläfe setzte.

    „Realer Sozialismus“ war kein ernstzunehmender Konkurrent zur sozialen Marktwirtschaft – aber als Disziplierungsmassnahme des Radikalkapitalismus vielleicht indirekt wertvoll – sonst wäre man möglichweise irgendwann nach „drüben“ gegangen, wenn die Sozialleistungen dort attraktiver gewesen wären.

    Veganes Essen und 500PS Kombis und überteuerte Oldtimer wären wohl immer Randerscheinungen der gesellschaftlich massgeblichen Realität gewesen. Vernünftige Bildung und Berufsperspektiven für die Generation Praktikum eher.

    Insofern ist die unappetitliche AfD so ehrlich wie hässlich, wenn alter schimmeliger Zwieback nach Nordafrika soll, aber die knusprige Bratwurst bitte hier bleiben soll.

    Wir können es nicht mehr ändern – DER Konflikt ist da, und alle Schönfärbereien, bis es wirklich gewalttätig wird.

    Religion ist dabei eine perfekte Tarnung des persönlichen Egoismus.

    Interessant, dass man von Despina seit der „Flüchtlingskrise“ nichts mehr gehört hat, aber wer ekelt sich nicht vor männlicher Sexualität spätestens seit Köln?

    Fressen ist unvermeidlich, andere Triebe kann man verbieten und verdrängen.

    Aber sie sind irgendwann die Zusatztanks und die Kompressoraufladung, die die Aggressionen richtig gruselig machen.

    Wenn ich daran denke, dass die syrische Mondlandschaft wahrscheinlich einmal ein besser funktionierender Staat war als Bulgarien, graust es mit ein wenig vor der Zukunft, wenn ich daran denke, wie wenig es gebraucht hätte, um ein russisch-chinesisch-amerikanisches Übereinkommen zu finden, dass diese ganze Schrei§§e verhindert hätte.

    Stellvertreterkriege sind wunderbare Katalysatoren um totalitäre Staatsstrukturen zu implementieren, natürlich nur aus Sicherheitsüberlegungen, erst recht, wenn eventuell die Weltverschuldungsfinanzkrise doch nicht ausgestanden wäre.

    • Es geht eigentlich um die Anwürfe, die man sich aktuell so anhören muss, weil die Gelegenheit gerade passt. Und warum ich das icht gelten lasse,

    • "Religion ist dabei eine perfekte Tarnung des persönlichen Egoismus"
      Ja, geschätzter großer Artist.
      Besser kann man das nicht beschreiben.
      Der in meiner Familie ironisch gemeinte Satz
      bei der Eröffnung des Buffets:
      „Ein jeder frisst soviel er kann, alle Mann ran“
      wird langsam Wirklichkeit.
      .
      Zu dem Oldtimer.
      Machen Sie es wie der Don.
      Rokoko-Gemälde sind auch schön.
      Man bringt sie später auch einfacher wieder los.
      Für den Schinken beim Bauer.

    • Sie vermissen Despina?
      Wir haben hier doch andere Objekte der Begierde.
      Wer A sagt,
      muss auch B sagen.
      ;-)

    • @TGA
      Zunächst, den Zeitpunkt „Mossadegh und Lumumba“ haben sie perfekt getroffen, aber verraten sie uns auch noch wie viel % der Deutschen ihnen auf Anfrage sagen könnten, wer die beiden waren?

      Ich bin zwar gegen die Änderungen die der Flüchtlingsstrom mit sich bringen wird, und man sollte sichauch keine Illusionen mehr machen, der Zug mit dem man das aufhlten könnte, der ist abgefahren. Selbst wenn man in diesem Jahr tatsächlich irgendwann damit anfangen wird ernsthaft abzuschieben, so hat Don mit seinem nächtlichen Bank Besuch ja gezeigt, dass die Änderung im Denken bereits da ist, und sowas rückgängig zu machen wird mindestens eine Generation dauert. Solche Ängste sind etwas tief und fest Sitzendes…

      Das eigentliche Problem scheint mir doch, dass wegen der lautstarken Flüchtlingsdiskussion die wichtigeren Themen wie Welt-Wirtschafts- und Finanz-krise und die Total-Überwachung praktisch verschwinden.

      TTIP und Safe Harbour werden das Land still und leise wesentlich mehr verändern als die Flüchtlinge. Und, die permanenten Versuche von USA/Türkei einen militärischen Konflikt zwischen dem „Westen“ und Russland herbeizureden werden, so fürchte ich, früher oder später, schon allein wegen der Wirtschaftskrise, Erfolg haben….

  22. endlose lange Buskonvois...
    Zitat Don Alphonso: „ dass solche Anklagen gegen mich nie derartig wütend wären, würden Zeit, Prantlhausener Zeitung und Spiegel Buskonvois in landschaftlich reizvoller Atmosphäre zeigen.“

    In der Tat sieht man auf CNN kilometerlange Buskonvois an der mazedonischen Grenze. Ja, sie erscheinen endlos lang zu sein. Und alle wollen nach Germany.

    Wer bestellt die Busse? Wer zahlt sie? Es heißt, dass diese von diversen NGO’s unterstützt werden. Bald fange ich an, an die VT’s zu glauben, von wegen Soros & Co.

    Hier eine Theorie von mir, warum es hauptsächlich junge, ungebildete Männer sind, die nach Deutschland reisen. Vergebens versuchte ich, diese Theorie auf SPON zu platzieren, und es wäre eine große Freude für mich (und eine Genugtuung vis-à-vis SPON), wenn ich diese hier darstellen kann:

    Wer den preisgekrönten amerikanischen Film Food Inc. kennt, hat gesehen, dass die US Fleisch und Geflügel verarbeitenden Anlagen aus gigantischen Fabriken bestehen. Der immens große US Fleisch- und Geflügelmarkt wird von einem Handvoll Stakeholdern kontrolliert, die Konzentration der Marktmacht ist für EU Verhältnisse schier unglaublich. In den besagten Fabriken arbeitet kein einziger Amerikaner, nicht einmal Schwarze, sondern wie man es aus den Bildern sieht, so sind es Einwanderer aus Mittel- und Südamerika, vor allem Mexikaner. Wohl gemerkt halten sich diese Arbeiter illegal in den USA auf. Die illegale Beschäftigung wird geduldet, weil sie der Gesellschaft (nicht nur in jener Branche) mehr Vorteile bietet als Nachteile, denn die Entlohnung ist nicht am Mindestlohn oder an Sozialstandards gebunden.

    Nun wird es in Bälde zum Abschluss der TTIP-Verhandlungen kommen (trotz der millionenfach unterschriebener Petitionen). In diesem Zusammenhang ist von der Harmonisierung der unterschiedlichen Bestimmungen bzw. der Marktbedingungen zwischen den USA und EU die Rede. Was ist also dann, wenn die mächtigen US „Meat-Players“ den europäischen Markt erobern wollen? Wenn sie also hier investieren? Bei einem Mindestlohn von € 8,50/Std.? Das geht gar nicht!, würde die Kanzlerin sagen. Was würde der Markteinführung von Mega-Fleisch- und Hühnerfabriken und ähnlicher Industrie am meisten nützen? Tja, natürlich das Vorhandensein von vielen Tausenden minderqualifizierten Arbeitskräften als Arbeiter-Reserveheer, denen der Mindestlohn abgesprochen werden kann, wovon bei Flüchtlingen, die kein Deutsch sprechen, jetzt schon die Rede war. Als 1-Euro-Jobber. Wäre doch fabelhaft und US konform sprich „harmonisch“.

    Und was glaubt man, woher die „freiwilligen Flüchtlingshelfer“ rekrutiert werden? Natürlich aus den Millionen Langzeitarbeitslosen, bei welchen der Mindestlohn auch nicht greift. Als Helfer im sozialen Bereich auf €1-Basis gelten die doch als „freiwillig“, oder. Anders ist die Menge doch gar nicht zu bewältigen. So läuft es.

    • Ja.....
      Nun, da haben sie wohl Recht, so wird es wohl kommen.

      Und weil es sich nicht verhindern lässt, machen sie es wie ich: Geniessen sie das sich verbreitende Zittern im Lande der United Stupids of America, angesichts von Bernie Sanders.
      Natürlich hat der Mann keine Chance erstens die Wahl zu gewinnen, und zweitens es danach noch lebend ins White House zu schaffen.
      Aber bemerkenswert, dass so jemand in den USA solche Erfolge haben kann, oder auch Corbyn im UK, während das deutsche Volk durch die Macht der Medien zu verblödet ist, um zB das was Wagenknecht so von sich gibt, wenigstens mal durchzudenken

    • Bernie
      @TDV

      … und drittens ist Bernie Sanders, respektive Sozialismus nicht die Lösung.

      Als Outsider sicher besser als Hillary das absolute Grauen Clinton. Und falls er wenigstens die korruptesten Eliten in den Kast schaffen würde, hätte er meine Stimme. Aber er kann nicht gewinnen. Wenn Wahlen irgendetwas verändern würden, wären sie schon längst verboten worden.

      PS: Das mit der Wagenknecht haben mittlerweile wohl alle mitgekriegt. Deren Analysen mögen toll sein, ihre Schlußfolgerungen und deren zwangsläufige Folgen (noch mehr Sozialismus, noch mehr Umverteilung von den fleißigen zu den faulen, noch mehr Planwirtschaft, noch mehr Staatskontrolle, noch mehr Parteipfründe) führen die Gesellschaft immer weiter und weiter und weiter in den Abgrund.

    • Das mit den Schweinen und den Metzgern,
      tamarisque, funktioniert auch hier bei uns doch schon lange so ähnlich, auch wenn der Dschungel von Upton Sinclair bei uns nicht zum Kanon gehört.
      .
      Traditionell arbeiten in deutschen Schachthöfen sogenante Kopfschlächter, das sind Einzelunternehmer oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts. Für die ist der Mindestlohn eine gute und schöne Sache, aber, es sind Unternehmer, kein Thema. Für sie ist die Preisfindung eine Sache von Angebot und Nachfrage. Heute kommen diese Unternehmer gern aus Rumänien, also EU-Inland, Stichwort Freizügigkeit, weil man dort in Rumänien noch Leute findet, die auch mit geringem Eiinkommen zufrieden sind. So hat der Rumäne sein Auskommen, der Zerlegebetrieb auch, und, wichtig, der Verbraucher sein billiges Schweinefleisch.
      .
      Dass diese Unternehmer dann in den Gegenden, wo sie hierzulande wohnen, wiederum andere Probleme verursachen – z. B. wird der Niedergang gewisser Innenstädte in NRW auf diese Kundschaft zurückgeführt – wird von den Trägern der Leitkultur gern in Kauf genommen. Denn, dafür gibt es dann Schweinehack, Schweinebauch, Schweinekotelett und Schweinesteak günstig im Angebot. Die kleinen Leute sind hier schon unzufrieden genug, oder andersrum, die ertragen manches, haben sie nur billiges Bier und billigen Schweinespeck dazu.
      .
      So hängt auch hier alles an alllem, ganz ohne bösem Ami und TTP.
      .
      Ach so, TTP. da regen sich im Augenblick die Gewerkschaften so dermassen auf. Die werden nächstens ein Problem haben, wenn die Amis ihrerseits die Keule aus dem Panzerschrank holen, und mal kurz und knackig festlegen, wie viel Abgas so ein deutscher Diesel-Pkw in den US of A emittierrn darf. Mein Tipp: Sehr, sehr wenig, Und da brauchen die keinen deutschen MdB, MdL, MdE oder Gewerkschafter zu fragen, so weine Gemeinheit. Dies ist der Handelskrieg in der Praxis. Sagte der alte Piech doch schon vor Jahrzehnten, er lebt im Krieg. Ja eben, wenn er es doch weiss, da hätte er sich eben mal etwas mehr vorgesehen, mit der Software.
      .
      Und die Russen könnens noch besser, da klappt der Handelskrieg auch ohne Handel. Die Merkel braucht den Seehofer bloss scheel anzuschauen und schon ist Berlin fest in russicher Hand, ohne dass dem Putin auch nur das geringste nachzuweisen ist. Der Herr Gaulei, äh, Gauland, natürlich, weiss schon, zu wem er halten muss, Auch der Gerhard Schröder hat damals, als er noch im Amt war, viel gelernt. .

    • Zur Economy und zu TTIP
      @Realist
      Das was Bernie mit Sozialismus meint würde zumindest mal die Perversion begrenzen. Sehr lehrreich zur derzeitigen Realität:

      http://giphy.com/gifs/cookies-economy-cJckpEqAC8r60?utm_source=iframe&utm_medium=embed&utm_campaign=tag_click

      Ich glaube das mit Abgrund, das können einige andere viel besser, Details?

      http://www.heise.de/tp/artikel/47/47309/1.html

      Besonders lustig zur Zeit, das Thema TTIP:

      http://www.linksfraktion.de/im-wortlaut/gegenteil-transparenz/

  23. Titel eingeben
    Lieber Don Alphonso,
    Sie malen gerne ein Bild der heilen Welt der besseren Gesellschaftsschichten auf, vielleicht, weil es als Kontrastprogramm zum eigentlichen Inhalt die richtige Dosis stilistischer Würze und manchmal auch etwas Provokation einbringt. Ich weiß Ihren Schreibstil (auch als Nichtmuttersprachlerin) inzwischen sehr zu schätzen, dies möchte ich betonen. Ich weiß aber auch, dass die Fassade bröckelt, vielleicht nicht so sehr in Bayern. Daher möchte ich das Bild aus eigener Beobachtung etwas komplettieren, wenn Sie es mir erlauben.

    Mein Mann verbrachte seine Sommerferien als Kind und Jugendlicher zumeist in dem elterlichen Reetdachhaus am See mitten schöner Natur. Dort ging sein Vater auf die Jagd, er begleitete seinen Vater von Kind an. So kennt er dort Gott und die Welt, u.a. Erben einer Auto-Dynastie, deren Auto-Häuser die Branche seit Kriegsende in jenem Bundesland beherrschen. Ein eingeheirateter Händler von Luxuskarossen und feinen Oldtimern sollte eigentlich ganz gut wissen, wie es in den besseren Kreisen derzeit finanziell bestellt ist, und das soll nicht allzu rosig sein. Er selbst kämpft sich durch, war mehrmals pleite, die Familie seiner Frau hat ihm immer wieder auf die Beine geholfen. Sicher hat er Klientel, Menschen, die unvorstellbar reich sind. Manche Einzelpersonen, die ich selbst kenne, Erben von international agierenden Unternehmen oder ganzen Häuserblocks in der City, halte ich für etwas degeneriert, sorry for that. Ihre Lebenseinstellung ist dadurch geprägt, dass sie normalen Menschen grundsätzlich nicht trauen. Romantische Beziehungen halten nicht, wenn dahinter der Verdacht steckt, nur des Geldes wegen geliebt zu werden. Ist auch leider häufig der Fall, und deshalb wird unter sich geheiratet, oft mit traurigen Folgen.

    Gerade vor kurzem ist ein überaus prestigeträchtiges, alteingeführtes großes Unternehmen in Insolvenz geraten, etwas, was man bei diesem internationalen „Group of companies“ bis-her für unmöglich hielt, das geschieht doch immer wieder. Wie weich die Gesellschafter persönlich fallen, kann man nur vermuten. Von ihrem wunderschönen Familiensitz in exklusivster Lage musste sich diese Familie trennen. Richtig ist, dass diese Menschen nicht jammern, sie geben nicht auf, in Krisenzeiten kämpfen sie sich durch. Und wenn das nicht klappt, nun ja, das wird schnell vergessen, auch, wenn es noch so traurig ist… Reiche Leute meiden den Kontakt mit „Pleitegeiern“, so ähnlich, als ob das Scheitern ansteckend sei.

    Was den Familienzusammenhalt betrifft, so waren die Erben [in spe] der reichsten Familie, die ich kenne, schon als junge Menschen unglaublich neidisch aufeinander. Freilich gibt es selbst dort viel Familiensinn und Familienzusammenhalt, aber meine langjährige Beobachtung aus nächster Nähe als Freundin der Familie ließ in mir den Verdacht aufkommen, dass das Wohlverhalten früh gelernt ist, weil das so viele Privilegien einbringt. Natürlich kommt es in solchen Familien häufig zu erbitterten Streitereien um das Erbe, dann bricht der Kontakt untereinander manchmal für immer ab. Das erleben wir gerade bei Freunden, trotz Testaments, nachdem die Mutter 25 Jahre später als ihr Gatte inzwischen verstorben ist.

    Lieber Don Alphonso, last, but not least, bzgl. Erstehen schöner Kunstwerke bin ich ganz bei Ihnen, das macht immer großen Sinn und erfreut die Sinne jeden Tag aufs Neue.

  24. @ObjectBe
    Der Text von Bundesrichter Fischer wirkt ist auf den ersten Blick ziemlich erfrischend, jedenfalls stilistisch. Im weiteren Verlauf wird es allerdings ein Fall von „Wer im Glashaus sitzt…“. Fischers Weltsicht zum Wirtschaftsgeschehen wirkt mehr als abenteuerlich. Und im Gegensatz zum Don pflegt Fischer nur zu seinen Lesern ironische Distanz.

  25. Moderne Puritaner oder nur neidische Moralapostel
    Lieber Don,

    Vielen Dank für diese anspruchsvollen Zeilen, habe schon darauf gewartet!

    Ja früher war es einfach! Da konnten die Kirchen aller Glaubensrichtungen mit der Hölle drohen, um den Menschen die Lebensfreude, das Erkennen und Genießen von Schönem und das eigene Denken zu verbieten! Heute wird wieder versucht, jedem denkenden Bürger ein schlechtes Gewissen einzuimpfen! An was wir alles Schuld sind! Die Aufzählung ist mittlerweile enorm! Und meistens genießen die größten Moralapostel (ohne eigen Lebensleistung) den Sozialstaat, den andere mit ihren Leistungen erwirtschaften! Der Rest ist Neid!

    Lg an Alle, die gerne ihren Gehirnkasten benutzen

    • Nun, wenn ich schuld sein sollte, dann bin ich es halt. Als Angehörhiger meiner Schicht bin ich es gewohnt, andere zu unterdrücken.

  26. Ist der eine Satz von Ihnen vollständig? - Aber: "Du schreibst zu schnell..."
    Sehr geehrter Don,

    hatte eben gefragt, ob dieser Satz nicht unvollständig sei: „Um meine Sammlung nicht unermesslich wuchern zu lassen und den Fokus auf Portraits des Rokoko zu halten, habe sich eiserne Gesetze gegen den Kauf solcher Gemälde, und die waren in diesem Fall so hart wie geschmolzener Stahl. “ Auch in Zusammenhang mit dem folgenden Satz.

    Nun kommt die Antwort, ich sei zu schnell gewesen. Bin mir nicht sicher, ob es dann auch ankommt, aber es war wohl so. Schreibe es nur sicherheitshalber noch einmal.

    Angefügt hatte ich die Hinweise auf: http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/2016/01/fluechtlinge-in-illegalen-ferienwohnungen.html
    „Doch werden viele der derzeit so genutzten Wohnungen nicht per Monatsmiete, sondern nach Tagessätzen bis zu 50 Euro pro Person und Nacht abgerechnet. Je mehr Flüchtlinge in einer Wohnung, desto höher also der Profit…
    Dass der Verdrängungsdruck in der Stadt immer größer wird, zeigt auch der Fall des Gästehauses Moabit. Hier wurde dem Betreiber eines Heims für obdachlose Alkoholkranke gekündigt, um in den Räumlichkeiten Flüchtlinge unterzubringen. Von dieser Absicht berichtete die rbb Abendschau bereits Anfang Januar.“

    http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/2016/02/medienberichte-senat-verhandlungen-anmietung-hotelplaetze.html

    Und die Anmerkung, dass dies ja fast wie in Gründerzeiten wäre und Vermögen ja oft in Krisenzeiten entstanden (und sicher auch etliche vergingen), und ob Sie vielleicht einmal dazu schreiben wollten.

    Wenn die vorige Lesermeinung durchkam, kann dies sicher hier weggelassen werden.

    Viele freundliche Grüße! – azur

    azur

  27. Die besseren Kreise und das freie Mittagessen
    Nach meiner Erfahrung gibt es auch in den gehobenen Klassen nichts umsonst. Die familiäre Solidarität und die Steigbügeltreppen wollen letztlich doch mit entsprechender Sozialaufsicht und Verhaltensrechtfertigung kompensiert werden.

    Wer stets bis zur Nasenspitze in Melasse badet, hat immer etwas Süßes zum Naschen.

    Insofern kann das Stehen auf eigen Füßen den Weg in persönliche Freiheit ermöglichen. Dass man sich auf diesem Weg mit den üblichen Zombies trifft, ist der dabei zu entrichtende Preis.

    • Freiheit ist überschätzt und bezahlt keine Rechnung.

    • Ja, so hätten sie es gern....
      Nein, Freiheit wird keineswegs überschätzt. Haben sie ihren Blog über den nächtlichen Spaziergang zur Bank schon vergessen?

      Und, die Politik ist dabei den Mittelstand auf das Minimum hin auszunehmen. Wenn da nichts mehr zu holen ist, wer ist dann noch übrig?

  28. Entscheidend ist ja, wie man damit umgeht
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    ich finde es nicht wichtig, ob man nun „auf eigenen Füßen“ steht, oder nicht. Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass man mit seinem Leben zufrieden ist. Wenn es jemandem gut geht, strahlt er das ja auch aus, und kann dementsprechend auch einen guten Beitrag zum gesellschaftlichen Leben leisten. Und für unser gesellschaftliches Leben sind gute Journalisten wie Sie Gold wert.
    Ich lese immer gerne, was Sie schreiben, weil Sie so ehrlich sind, vor allem auch ehrlich mit sich selbst; und weil Sie es schaffen, schwierigen Themen eine Leichtigkeit zu geben, die man sonst in einer Zeitung nicht findet.

    Freundliche Grüße von der Kleinen Waldhexe

  29. Schweden und der DON
    auf die obige diskussion zu schweden sollte noch eingegangen werden:

    DON hätte dort KEIN leichtes leben, die steuern und die soziale ächtung seiner person und seines SLK würden es im total vermiesen. er wäre schon längst aus seinem ihm zugewiesenen käfighaltungswohnblock ausgewandert, solche denk- und schreibergebnisse wie seine sind dort eher unerwünscht.

    schweden erlebt einen schrittweisen niedergang, trotz eigentlich hoher innovationskraft. die verpufft aber irgenwo im OFF !

    die exportquote und die wirtschaftsproduktivität sind seit jahren strukturell rückläufig, die PISA-ergebnisse verschlechtern sich rapide.

    aufgrund des bisher ungehemmten zustroms von unqualifizierten einwanderern stagniert die arbeitslosenquote – vor allem die für jüngere – auf sehr hohem niveau. ursachen sind unter anderem die mangelnden schwedischen sprachkenntnisse der arbeitssuchenden und die staatlich vorgegebene inflexibilität bei den einstiegslöhnen.

    was können wir nur daraus lernen ?

    • Beeindruckend, ihre Einsichten....
      Sicher können sie uns auch verraten warum in europäischen Umfragen immer Länder wie Dänemark, Norwegen und Schweden ganz vorne liegen, wenn es um Zufriedenheit und Lebensqualität geht…. also genau jene Länder mit den höchsten Steuern und Sozial Ausgaben?

    • Noch mal Schweden
      Ich kenne mich etwas mit dem Lebensstil der schwedischen Oberschicht aus. Eine meiner besten Freundinnen ever, eine gebürtige Finnin, hat in zweiter Ehe in den Kreis reingeheiratet, welcher mit dem König gemeinsam zur Schule ging. Ihr Mann stammt aus dem schwedischen Adel, die Eltern leben etwas verarmt aber auf stilvollem Niveau in ihrem Herrenhaus außerhalb Stockholms. Meine Freundin und ihr Mann, ein Mediziner, verkehren in Stockholm in einer Clique, die man die Schönen und Reichen nennen würde, heute schon etwas älter. Noch nie hat sie etwas Derartiges geäußert.

      Sie sollten bedenken: Schweden ist flächenmäßig größer als Deutschland, doch relativ dünn besiedelt. In Schweden gibt es genug Möglichkeiten, dem gemeinen Volk weitgehend aus dem Weg zu gehen. Die gehobenen Stadtteile, z.B. in Stockholm, werden vom Volk nicht frequentiert. Im Sommer verschwinden solche Menschen in ihren Segelyachten im Schärengarten. Dort treffen sie sich in einem von ihnen bevorzugten Küstenort, ihre schönen Ferienhäuser und Landhäuser sind in der Nähe gelegen.

      In der Amtszeit der neoliberalen Regierung Reinfeld wurden die Erbschaftssteuern abgeschafft. Die Unternehmenssteuer liegt bei 22%, Steuern auf Aktiengewinne etc. bei 30%. Nur Lohn- und Gehaltsempfänger werden relativ hoch besteuert, der oberste Steuersatz liegt bei 56%.

      Ich habe selbst nie beobachtet, dass die Skandinavier zu Neid neigen. Und gegen teure Luxuskarossen haben die Menschen dort ganz bestimmt nichts. Da haben Sie ziemliche Vorurteile, das ist mein Eindruck.

    • Der Janus
      Lieber djangohatnemonatskarte,

      Das wir Gefangene unserer eigenen Gedanken sind –
      aber die Anderen machen sich keine Gedanken.

      mfg
      Dr. Seltsam

  30. @ Tamarisque, 4. Februar 2016 um 15:16 Uhr
    Oh Du schüttere, wenig Schatten spendende Tamarisque sage an. Wenn es in Sverige Du gamla, Du fria die Schutzsuchenden schon zu SUV´s gebracht haben um den Schutzspendenden die Strände zu versperren, könnte man da nicht von einer gewissen Integration ausgehen? Die Frage ist rein rhetorisch, da bei uns im Städle sich auch Langzeitmigranten in dritter Generation mit enormen Motorisierungsgraden sowie dergleichen Sprachdefiziten auf Trottoirs der Hauptachse vorm Türkenfriseur stellen ohne dass da jemals eine der sonst in den kleinsten Nebengassen omnipräsenten Ordnungshüter_Innen des Weges käme. Man kann daraus selbst Nutzen ziehen wenn man unverfroren ist.
    .
    Die Schweden sollen übrigens schon vor der Grenzschließung ein wirksames Mittel gegen allzu vieles ortsveränderungswilliges Volk gefunden haben, indem man sie ganz oben bei Kiruna an der Erzbahn einquartierte. Also ziemlich Strandfern. Wie man hörte, sei schnell der Ruf ertönt nach Merkelland verbracht zu werden.

    • Titel eingeben
      Sie äußern sich gerne in Metaphern. Nun, bei diesem Baum ging es mir weniger um schattenspendende Eigenschaften als um den Namen, den ich hübsch finde.

      Die kleine Story über meinen Freund war eine Beschreibung seiner verärgerten Mail, also subjektiver Art und sollte nicht zu gesamtgesellschaftlichen Schlussfolgerungen führen. Ob es bei jener Gelegenheit um ein oder mehrere SUV ging, finde ich in diesem Zusammenhang nicht so wichtig.

      Und ja, die aktuelle schwedische Regierung agierte rein prophylaktisch gegen einen wachsenden Flüchtlingsstrom. Vermutlich aus Angst vor der zweitgrößten Partei, der rechtspopulistischen Schwedendemokraten. Die Mainstream-Parteien versuchen bisher, die Partei politisch zu isolieren. Aus gutem Grund: In den benachbarten Ländern beteiligen sich entsprechende Parteien schon an der Regierung, in Finnland z.B. durch vier wichtige Ministerposten.

    • Ich denke, wenn es so weiter gegangen würe, wäre eine demokratische Rechtspartei noch das kleinste Übel.

    • @Don Alphonso
      „Ich denke, wenn es so weiter gegangen würe, wäre eine demokratische Rechtspartei noch das kleinste Übel.“

      Die Schwedendemokraten haben aber teils Wurzeln in der Neonazi-Szene (!), von ihrem Ursprung her ist diese Partei um einiges härter als die auch von Ihnen so geschmähte AfD. Dass die Schwedendemokraten trotz dieses Ballasts solche Erfolg haben, aufgrund der völlig irren Einwanderungspolitik, sollte eigentlich zu denken geben. Aber in Deutschland will man ja grundsätzlich nichts lernen, und wiederholt alle Fehler, deren Folgen man in anderen Ländern bereits beobachten kann, enthusiastisch selbst noch einmal.

    • "...wäre eine demokratische Rechtspartei,,,"
      Tja, blöd gelaufen….

      Don: „Ich denke, wenn es so weiter gegangen würe, wäre eine demokratische Rechtspartei noch das kleinste Übel.”

      http://norberthaering.de/de/27-german/news/543-afd-pretzell-lachmann#weiterlesen

  31. ich kaufe ein P wie Portugal und
    möchte lösen: Ist das die Senhora Maria Pia? Könnte doch sein!

    Dann hätte ich gerne …

  32. vita brevis
    Was sagt Mlle Despina dazu und zu Marie-Louise O’Murphy?
    .
    Ist die Kundschaft heute zu knausrig oder fehlt es an Künstlern?

  33. Traumberuf
    Mein Traumberuf war und ist Privatier. Mein Traum wird sich leider nicht erfüllen. Stattdessen muss ich solchene Artikel lesen. Was ich gerne tue. Sehr gerne sogar. Was habe ich gelacht. Danke!

    • Man muss sich nur trauen ...
      … jetzt schon Privatier zu sein.
      .
      Von der Rente bleibt eh nix übrig. Aufs Kapital sind von den Turbo-Euro-Überschuldern Minuszinsen verordnet … also besser das was noch da ist alles jetzt mit/für Genuss ausgeben.
      .
      Bleibt die Hoffnung, dass die Testosteron-Jungs mit den schicken Rundhaarschnitten aus Mordafrika uns irgendwann zu HartzIV – Sätzen den liebenswerten Altenpfleger geben.

  34. Entschuldigung
    Lieber Don,
    Lese gerade Ihre Antwort! Habe mich auf Grund der Gewohnheit nicht klar genug ausgedrückt. Nicht Sie waren angesprochen, sondern die Autoren, die Sie zitiert haben! Ihre Texte sind eine Wohltat! Bitte weiter!
    Christine

  35. Eigene Füße
    Auf eigenen Füßen stehen impliziert m.E. nicht nur, sich selbst ernähren zu können, sondern auch Standfestigkeit, Fundament, Basis. Im weiteren Sinne auch Familie, Clan, Heimat. Mmhh… seht ein H-4-Bezieher in diesem Sinne auf eigenen Füßen?

    Schöne, wertvolle Gemälde können so eine Standfestigkeit begünstigen; letztendlich hängen die meisten Gemälde an der Wand – und stehen nicht auf eigenen Füßen ;-)

  36. Dummheit ist coole Charakterstärke
    Wie war das in „1984“? Newspeak? Weit entfernte Kriege?

    Das Buch lag deshalb so genial latent in der Luft, weil man damals die Informationstechnologie real noch nicht im entferntesten ahnen konnte, die eine solche Gesellschaft möglich und gleichzeitig unausweichlich machen würde.

    Ich werde mich in Zukunft vor allem um meinen Vorgarten bemühen und nur noch Senf absondern, wenn ich sonst platze..

    • 1984
      Nicht nur Neusprech – wichtiger ist Doppeldenk.

      Doppeldenk ist die Technik, welche trainierte und zugegebenermaßen auch manipulierte Politiker derzeit massiv anwenden.

      Doppeldenk nahm die kognitive Dissonanz vorweg.

  37. Eigenfußfaschismus oder was?
    Füssen tut mir jedesmal leid, wenn es auf undeutsches Gebiet und damit in anrüchige Gesellschaft gerät. ‚Er will Sex in Füssen mit meinen Füßen‘ wär ne Eselsbrücke.

    Dem rechtsstehenden ‚ß‘ kommt man mit der linken ’ss‘ nicht bei. Das dt. Kainsmal bleibt. Schließlich leben halb Europa, die Levante und Nordafrika davon.

  38. Titel eingeben
    Naja… also diese Dame als Schönheit zu bezeichnen ist ja schon ein wenig weit hergeholt… Aber ist schon verständlich in den besseren Kreisen ist die Auswahl nicht ganz so gross und Schönheit kommt ja erst weit hinter finanziellem Standing, der Herkunft, wer den Reichtum über mehrere Generationen gerettet hat, der hat gute Gene und man läuft auch nicht Gefahr, dass irgendein linker Lumpenbold noch recherchieren kann, wie der Reichtum denn damals zusammen gekommen ist.
    Und so ein Gesicht an der Wand hat den Vorteil, dass weibliche Besucher vorteilhaft wirken und sich geschmeichelt fühlen. Also: Gut eingekauft. Da zwinkert es sich leichter, als bei Frauen aus Fleisch und Blut… keine von denen steigt je herab von der Wand.

    Weniger sinnvoll scheint mir eine andere Anmerkung zu sein. Sie wissen ja, ich gönne jedem sein Erbe, gerade WEIL ich neidisch bin und weiss, dass auch ich es ohne mit der Wimper zu zucken angenommen hätte. Oder wie anderer Forist es sagt: Privatier ist der einzige erstrebenswerte Beruf!
    Aber ich empfinde es hat ein wenig ein Geschmäckle wenn jemand wie sie so etwas lobt: „Dafür arbeitet sie immer, wenn sie nicht schläft.”
    ??? Ich hab wie gesagt nichts gegen Reichtum, aber so tief sollte man selbst dann nicht sinken… oder?
    Oder so einen Satz: „Auf eigenen Füssen stehen ist fraglos eine Tugend und verdient Respekt.” Hat sie in ihrem ganzen Leben niemals jemand darauf hingewiesen, dass das was sie tun, nicht so wirklich unter diesen Begriff fällt?

    Ich meine, Sie haben schon mitbekommen, dass man die Abschaffung des Bargeldes ins Gespräch bringt, weil es den „Fachleuten“=Vertretern der Finanzwelt, als das letzte Mittel erscheint, das einen Domino Effekt beim Banken Kollabieren wegen Überschuldung verhindern kann?

    „Das ist unser Platz in der Kulturgeschichte, von der alle zehren. Das ist wahrhaft sozial.”

    „Alle“? „Sozial“?

    Und noch eine Unwahrheit: „Es könnte also durchaus sein, dass der Anspruch, sich wirklich alles selbst zu erarbeiten, ohne jede Hilfe und getrieben vom stahlharten Willen, den man gern den Reichen abverlangen würde, weiter unten gar nicht so eng gesehen wird.”

    Normale Menschen meinen mit so dem „etwas nicht so eng sehen“ allerdings auch: angemessene Steuersätze beim Einkommen und einen wohl überlegten Erbschaftssteuersatz, und weniger Verschwendung der erarbeiteten Steuern für Banken, bzw, der Rettung der Einlagen der Don Alphonsos der Welt dort, und weniger Ausgaben für Militär um die massenmörderischen USA zu stützen…

    Sie sollten nicht Kommentare der dümmsten Kategorie als Argumente verwenden, das war bisher nicht ihr Stil.
    Anedereseits ist es ganz gut wenn mal jemand zeigt welches Gesockse in diesem Lande rumläuft und solche Regierungen wählt.

    • Hochseilakt
      Der Don balanciert hier erneut auf dem Hochseil zwischen „arrogantem Schnösel“ und einer bissig-ironischen „Edelfeder“ – in seiner Vieldeutigkeit liegt die Würze.
      Diese findet sich nicht immer in der FAZ, Thomas Fischer weiß es in seinem aktuellen Zeit-Beitrag zu würdigen ;-)

  39. Interessantes auf arte....
    In Dons Sinne von: “ Kein Schaden bei dem nicht auch ein Nutzen wäre.“

    Auf arte nächste Woche und bereits im Netz zu sehen:

    http://www.arte.tv/guide/de/064803-000-A/die-fluechtlingsindustrie

    Das deutsche Wesen bei der Arbeit im Spätkapitalismus…

  40. Mediathek
    In der Mediathek steht eine Sendung zu beiden Themen…

    Ein paar Aspekte zur Ursache der Flüchtlings-Flut… zum Asylanten Daseins… ein paar Zahlen zu den auf eigenen Füssen Stehenden… und ein paar zu den soziale Hängemattenbenutzern

    http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/videomonitorvom144.html

    • Mediathek
      Mediatheken der Öff-Unrechtlichen sind nur zu boykottieren.

    • Aber Fox....
      Sie ermöglichen es sich dem Zwand des Sendezeitpunktes zu entziehen.

      Es geht auch nicht um die (unterirdische) Qualität der ÖR… sondern um vereinzelte Sendungen, bzw Teile davon, die sind durchaus brauchbar zur Erweiterung des Horizontes.

      Wie die Medien den Horizont einschränken ist auch sehr lehrreich, der Trick ist gut:

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=30932#more-30932

  41. Ehre, wem Ehre gebührt!
    Amüsant. Famos. Politische Korrektheit ist die kosmetische Chirurgie der Seele. Die Belle-Epoque-Schönheit hat keinen Bedarf.

  42. Fremde Füße
    In den besseren Kreisen hat man, nach meiner Erfahrung, mit Migration eigentlich kein Problem, sofern die Migranten aus den besseren Kreisen ihrer Heimat stammen. Der gesamte deutsche Adel – und erhebliche Teil des Großbürgertums – haben schliesslich einen Migrationshintergrund und wo kämen wir denn dahin, wenn man sich bei der Partnerwahl auf Bayern oder Teutonen beschränken müsste.

    Was mich an der Helferszene und ihrer Sozialromantik so ärgert, ist dass sie einfach nicht einsehen wollen, dass die Flüchtling nicht für sie aber für die ärmeren Kreise der deutschen Gesellschaft eine echte Konkurrenz auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt darstellen. Der sich bei „Moabit Hilft“ selbstverwirklichende PR Fachmann muss keine Angst haben, dass ihm ein Flüchtling seinen Job oder Wohnung streitig macht, der in einer Sozialwohnung lebende Pizza-Bote aber eben schon. Und abgesehen von einer Verrohung der Umgangsformen in U-Bahnen und Bankfoyers die alle treffen, sind insbesondere die Schwachen der Gesellschaft von den Folgen der Integration betoffen, denn die müssen in ihren Mietskasernen mit den Neuankömmlingen zusammenleben und ihre Kinder mit Migrantenkindern auf die Schule schicken, die sich von Lehrerinnen nichts sagen lassen wollen, und Mädchen nicht als gleichberechtigt akzeptieren.

    • ,,,, Hmmmm.....
      Sie haben recht, nur….

      Kennen sie ein einziges Problem, das nicht durch die Verblödung der Masse ermöglicht wird?

  43. Und ich kann mir nur LUMAS leisten!
    Wieder ein schöner Artikel. Es macht Spaß hier zu lesen. Ich freue mich jedes Mal auf einen neuen Beitrag. Kann ich eigentlich eine E-Mail bekommen, wenn der neue Artikel online geht?

    Übrigens, das Grundeinkommen wird mit Sicherheit in den nächsten zehn Jahren in Deutschland eingeführt werden. SPON, SZ und wie sie alle heißen bereiten dafür ja jetzt schon mal den Boden. Dann kann endlich jeder Internetredakteur bei den Online-Plattformen dieser Meinungsmacher werden. Die Artikel müssen ja noch nicht einmal abgenommen werden. Das Problem wird nur sein, dass Sie, verehrter Don, ein paar Bilder verkaufen müssen, wenn mehr als 50 % der hier – arbeitsfähig – Lebenden (ich sage bewusst nicht „Bevölkerung“ oder „Deutschen“) nicht mehr arbeiten wollen.

    • Negative Einkommensteuer
      „Grundeinkommen“ ist eigentlich nicht der richtige Begriff.
      Besser heißt es „negative Einkommensteuer“, denn sie soll ja (nichtlinear) mit der positiven verrechnet werden.
      War bereits zu Zeiten meines VWL-Studiums in den 80ern an der Fakultät heiss diskutiert und stieß auf allg. Zustimmung, aber Politiker gefällt sie nicht, weil sie die Sozialbürokratie und somit auch diese Politiker selbst überflüssig macht, und das gefällt denen nicht.

    • Lieber Münsterländer, natürlich können Sie bekommen - schauen Sie
      einfach mal ein Stück weiter oben rechts knapp oberhalb des dritten Bildausschnittbildes:

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  44. OT
    „Mythos Köln“ auf FAZ.NET prallt auf Mythos weißer „alter“ Mann.

    Auf SPON werde ich belehrt, dass EUropa von Afrika aus besiedelt
    wurde. Demnach müßte es doch heißen schwarzer „alter“ Mann.

  45. Ist gleich egal?
    Sartre fragte Giacometti:
    „Sind deine Figuren Erscheinungen, oder Entschwindungen?“
    Seine Antwort: „Beides zugleich.“
    1939 wurden seine Plastiken immer kleiner, so dass er sie sogar in Streichholzschachteln unterbringen konnte.
    Befinden wir uns derzeit nicht in einer ähnlichen „Zwickmühle“?
    Wenn wir meinen, uns in die Vorgärten (Streichholzschachteln) zurückziehen zu müssen, besteht da nicht die Gefahr, dass auch die Gefühle allmählich ihre Weltläufigkeit einbüßen?
    Man wird weltfremd – gleichzeitig wird man der Welt fremd.
    Es kommt nicht mehr auf uns persönlich an, sondern auf unseren pekunären Wert.
    .
    Eins steht fest: „Ungeheuer“ werden immer gebraucht.
    Wie sonst könnte „ein Held“ geboren werden. Oder umgekehrt.

  46. Die große Moralprüfung
    Immer lustig zu sehen, mit welchen Begründungen linke Moralisten Andersdenkenden Stellungnahmen untersagen möchten.
    Ganz verboten gehören für die modernen Savonarolas Stellungnahmen von Personen, die aktuell nicht von Erwerbseinkommen leben („auf eigenen Beinen stehen“). Konsequent gedacht unterliegen dem Schweigegebot a priori Rentner, Jugendliche, Kranke, Studenten, natürlich auch Lottogewinner und andere, die das Glück haben, nicht das tägliche Hickhack mitmachen zu müssen. Unerwünscht sind deren Äußerungen natürlich nur, wenn sie im Auge des Politisch-Korrekten Unkorrektes beinhalten. Umgekehrt ist aber alles ok: Dass Marx als Gratisautor unterentwickelter und primitiver wirtschaftlicher Theoriegebilde, inklusive millionen-mörderischer Hetzkampagnen sein ganzes Leben auf Subventionen angwiesen war, ist glücklicherweise perfekt moralkonform. Jedenfalls wurde das noch nicht beanstandet.
    Laotse hatte vor längerer Zeit zu Moral=political correctness formuliert: „Wenn Gott verloren geht, kommt die Tugend. Wenn die Tugend verloren geht, kommt die Wohltätigkeit. Wenn die Wohltätigkeit verloren geht, kommt die Gerechtigkeit. Wenn die Gerechtigkeit verloren geht, kommen die Moralregeln.“ Dass (nicht nur) hierzulande die letzte Stufe erreicht ist, ist schon klar. Leider bricht der Autor hier ab. Mich würde schon noch interessieren, was dann folgen wird…

    • Laotse...
      …verbindet den Niedergang bis zur tiefsten Stufe („Moral“) zugleich mit einer ähnlichen Treppe des Niedergangs im persönlichen Handeln, parallel zur Moral steht dort die „Gier“. Der Niedergang ist damit zuende beschrieben, denn die notwendigen Folgen sind Bürgerkrieg und Auflösung aller Ordnung – etwas, das einem chinesischen Denker als undenk- und unbeschreibbar erscheinen musste.

    • der Dao de Jing ist hier genau richtig! @antesde
      Ihr freiübersetztes Zitat des Dao („„Wenn Gott verloren geht, kommt die Tugend.“ usw.) ist genau richtig in dieser -kaum stattfindenden, weil moralisierten- Gesellschaftsdebatte!
      In der Tat berfestigt sich bei mir zunehmend das Empfinden, dass die Leute desto moralisierender werden, desto weniger sie einen echten Glaubensgrund haben. All diese bigotten moralistisch verblähten und verblödeten Gestalten mit erhobenem Zeigefinger (ich denke da durchaus nicht nur an den Haufen welcome, sondern an den hiesigen habibi) können ja nur etwas Positives für sich und die Welt tun: aus dem Licht treten und im Dunkel ihrem Unglauben in die Steigbügel helfen lassen.

      Danke!

    • Titel eingeben
      Undenkbarkeit kann man für Laotse wahrscheinlich nicht bestätigen. Er hat diese sehr aktuelle Beschreibung mentaler Befindlichkeiten so ca. zur Zeit der „Streitenden Reiche“ verfasst. Da gab es auch noch kein China. Das kam erst hunderte Jahre später durch Qin Shihuangdi.

    • Immer wieder unterhaltsam...
      Ich liebe es wenn sich Schwätzer über Moral auslassen und nicht mal merken, dass das über was sie herziehen ja eigentlich Ethik wäre….

    • Moralphilosophen e.a.
      Der Unterschied zwischen kollektiven und individuellen Moralvorstellungen soll das große Thema sein? Na schön. Savonarolas Problem war, dass er es nicht schaffte, der Republik altmittelalterliche Strenggläubigkeit aufzuzwingen. Er kam damit zur falschen Zeit an. Das Mittelalter war in in den oberitalienischen Republiken faktisch überwunden. Und die Erkenntnis, dass exzessiver Moralismus eine Form von Unterdrückung ist, wahrscheinlich präsenter als heute.

  47. Privileg und Würde
    Mit Ihren Ausführungen treffen Sie einen Punkt, der mich angesichts der Vorwürfe von „Wirtschaftsflucht“ oder gar Aufforderungen, Flüchtlinge sollten doch lieber in den Kampf für „die richtige Sache“ ziehen (ergo: „Stellt euch auf eigene Füße!“), beunruhigt. Es ist die wohlbegründete Vermutung, dass es um die Verteidigung von Privilegien geht. Anders als Würde sind Privilegien ein notwendig knappes Gut; vielmehr Marker der Distinktion: „Wir haben was, das ihr nicht habt (nicht haben KÖNNT, ohne dass wir es verlieren)“.
    Dabei soll es nicht um Gemälde und Seeblick gehen – das und mehr sei den Betreffenden gegönnt. Es geht vielmehr um grundlegende soziale Sicherung, z.B. eine Krankenversicherung. Dass dies im globalen Maßstab derzeit absolut utopisch scheint, gibt einem zu denken…

    • Ja, ja
      den Bourdieu haben wir auch alle gelesen und „La distinction. Critique sociale du jugement“ ist zweifellos ein gutes Buch. Aber die bayrische bessere Gesellschaft funktioniert nicht so wie die haute bourgeoisie in Frankreich, weil sie weder das gesellschaftliche Leben noch die Politik dominiert. Der Seehofer ist alles andere als „bessere Gesellschaft,“ Herr Valls dagegen schon. Nach meiner Erfahrung geht es bei den besseren Kreisen in Bayern darum, wer in die geschlossene Gesellschaft gehört und wer nicht, aber öffentlich wird das nicht heraus posaunt und das mit den Privilegien ist auch so eine Sache.

    • Natürlich geht es auch um die Verteidigung von "Privilegien".
      Milton Friedman hat schon vor vierzig Jahren völlig richtig festgestellt, man könn entweder eine offene Einwanderungsgesellschaft haben. Oder einen Sozialstaat. Aber nicht beides.

      Ich weiss als historisch wie politisch Interessierter sehr gut, wie „privilegiert“ die Halbinsel Europa gegenüber anderen Weltgegenden ist. Deshalb bin ich seit Jahren ein entschiedener gegner von Massenzuwanderung – ich möchte hier kein Zustände wie in den Favelas von Rio de Janeiro. Und zwar nirgendwo in Deutschland.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Braune Verdrehung
      Ach das ist wieder so eine Latrinenparole der AfD. Friedman hat das so nicht gesagt. Er hat dafuer argumentiert den Sozialstaat beizubehalten und gleichzeitig illegale Masseneinwanderung zuzulassen, weil illegale Einwanderer keine Sozialleistungen beziehen und schoen ausgebeutet werden koennen. D.h. Friedman war fuer eine Politik der offenen Grenzen und gegen jede Form der Registrierung von Migranten:

      „Look, for example, at the obvious, immediate, practical example of illegal Mexican immigration. Now, that Mexican immigration, over the border, is a good thing. It’s a good thing for the illegal immigrants. It’s a good thing for the United States. It’s a good thing for the citizens of the country. But, it’s only good so long as its illegal …That’s an interesting paradox to think about. Make it legal and it’s no good. Why? Because as long as it’s illegal the people who come in do not qualify for welfare, they don’t qualify for social security, they don’t qualify for the other myriad of benefits that we pour out from our left pocket to our right pocket. So long as they don’t qualify they migrate to jobs. They take jobs that most residents of this country are unwilling to take. They provide employers with the kind of workers that they cannot get. They’re hard workers, they’re good workers, and they are clearly better off.“

  48. Da bin ich ja beruhigt...
    …daß Andere auch diesen Eindruck haben! Ich war schon am Überlegen, wie ich diesen etwas heiklen Punkt auf politisch korrekte Weise anspreche. Nicht, daß ich ein großer Fan von political correctness wäre (dann würde ich ja nicht Don Alphonso lesen), aber die Menschen, die im „falschen“ Körper geboren sind, haben es sicher schon schwer genug. Als (meist) netter Mensch will man da nicht den Eindruck hinterlassen, man mache sich über deren Problem lustig.

    Na, gut,daß ich erstmal in die Kommentare geschaut habe. Wenn man nicht der Erste ist, der einen Eindruck zum Besten gibt, erübrigt sich die Befürchtung, man könnte völlig daneben liegen. Also, das Portrait wirkt auch auf mich durchaus, sagen wir mal, androgyn. Die Nase erinnert mich zwar an meine Oma, aber auch diese wirkte durchaus femininer als die abgebildete, herb-rustikale junge Dame. Nunja, Schönheit liegt im Auge des Betrachters und wenn Don Alphonso Spaß an diesem Gemälde hat, ist es ja gut. Es könnte allerdings auch darauf hindeuten, daß mal wieder ein Besuch beim Optiker (da gibt es doch sicher einen im weiten Bekanntennetzwerk!) fällig ist.
    8)

    • @Das Grauen
      Aber es kann kein Zufall sein, dass ein Bartschatten erkennbar ist.
      Und ohne Lippenstift ist dies ein männlicher Mund.

    • Wie kommt ihr (kein großes "I", ich weiß, nicht ganz korrekt, diese Anrede)
      dass die Dame im tableau à l’huile ein Mann sein könnte? Ihr, die ihr kaum vor-oder nachkriegsgeboren derartigen Stoff an den zigarrenrauchergrauten Wänden der Vorstadtvillen hängen hattet, die merkwürdigerweise fast alle vom Bombenkrieg verschont waren. Das gnädige Urteil eurer einquartierten Besatzungsoffiziere war euch sicher, sofern im Nahbereich noch etwas Attraktiveres zur siegelberingten Hand. Hatten sie doch dort in Belfort oder Grenoble eine ähnliche „Tante similaire de Dijon“ an der Wand. Es sollte der Schaden einer derart „aufnahmebereiten“ Familie ja nicht gewesen sein, so alimentationsmäßig. Die Gedenksteine auf dem Trottoire kamen ja erst ganz viel später.
      .
      Und mal ehrlich, wer hatte im Kreise der parentela nicht noch ein lebendes Exemplar „alte Jungfer“ im Diensten der Diakonie, als Gemeindeschwester mit moralsittlichem Einfluss auf das zu betreuende, weniger privilegierte Personal-oder verbeamtet beim Kultus?
      .
      Also, mir sind noch einige der etwas säuerlich anmutenden (und auch so riechenden, war´s der ständige Kompott in ihren Küchen?) Damen im Gedächtnis, damals aus einer Zeit, in der man sich nicht ständig Gedanken über derartige Launen der Natur machte. Und, ich kann´s ja sagen, da ja nicht aus Dons Verwandtenkreis: wenn sie eine „gute Partie“ war, also aus einer Familie entstammte, die, wie man im Schwäbischen sagt „dr Budder onders G´sälz mached“, also Butter auf das Brot unter die Marmelade schmieren, hatte dieser Knopf auch sein Knopfloch gefunden-oder anders herum.
      :
      Der hier im Forum geisternde Mensch mit Bezügen zu Tübingen hatte, so wie ich, nicht ganz zufällig an eine ehemalige Mitbürgerin gedacht, eine Juristin erster Güte, die Hertha, ehrlich jetzt, ohne Ironie. Von ihr soll der deutschlandweit bekannt gewordene (im Schwäbischen Alltagsrede) Spruch stammen: „Ned g´schompfe isch g´ug g´lobbd“. (Muss das übersetzt werden? Ich glaube nicht)

  49. Test
    Posten funzt irgendwie nicht? Wurde dieser thread schon geschlossen? Oder habe ich mich unbeliebt gemacht? 8-/

    • Ereignisspalte
      Ahoi,

      um bei der Wahrheit zu bleiben.
      Bei diesem Blog scheint es sich um eine Ereignisspalte zu handeln.
      Aber Don ist kulant.

      mfg dr. seltsam

  50. in defense of the bourgeois family
    ein Buch von Peter L. Berger (auch seine Autobiographie ist interessant) das weiterhin gelesen werden sollte.
    .
    Und zur Verteidigung des kleinen Anflugs an weiblichen Oberlippen:
    früher einmal galt ein kleines Damenbärtchen als „rassig“ !
    Inzwischen hat die Depiliererei ja schon weit um sich gegriffen, –
    aber die Brauen um Himmelswillen nicht!!
    http://www.islamfatwa.de/kleidung-schmuck/101-koerperpflege-a-kosmetik/301-augenbrauen-zupfen-wenn-ehemann-es-befiehlt
    Was aber ist mit all den Jungs hier in der Vorstadt, denen der Friseur die dicken Brauen so akkurat zupft??
    .
    Tja und wenn die Familie nicht ganz so bourgeois ist, wie von Don beschrieben, dann gibt’s ja die erweiterte Familie ohne Bluts- aber mit ideologischen Banden: die Studentenverbindungen, die Jugendorganisationen der Parteien, Kirchen, Interessensverbände …
    die placieren die Ihren dann auch in nette Plätzchen, keine und keiner muß sich ganz alleine durchschlagen, nur ganz Dumme oder Größenwahnsinnige werfen sich allein in die „Stacheldrahtverhaue des Existenzkampfes“ (großartig, lieber Don, ganz großartig !)

    • @Foersterliesel
      Vielen Dank für den Link (www.islamfatwa.de) !! :)
      Ein Schatz zum Stöbern für einen nebligen Nachmittag.

      Wenn ich in Berlin zum Frisör gehe, mache ich das seit 30 Jahren immer bei einem Türken oder Araber, weil die das viel, viel besser können.
      Kein Vergleich zu einem deutschen Herrenfrisör.
      Er entfernt mit einer Flamme auch die Ohrenhaare – und natürlich auch meine üppigen Augenbrauen, obwohl das ein Dunkelblonder nicht so arg nötig hat.

      Dafür hab ich allerdings keine Fatwa gefunden.
      (Ich will mich nicht lustig machen! Ich respektiere die orientalische Kultur sehr. Und der Islam, wie er derzeit kolportiert wird, hat nichts damit zu tun.)

    • Köstlich....
      Danke für den Link…. einfach… göttlich! (?)

  51. Ach, Ihr Lieben, wir schufen und wir schafften das:
    https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/583707?set_lang=en

    natürlich auch:

    https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/583707?set_lang=de

    ab 0:01:52.00 („90 Pfennig! Hear that, landlord?!“)

    Anderes (ab 0:04:10.00) ersetzen wir mittlerweile so

    http://www.coolplay.tk/watch/v9SWIsY8rzQ

  52. Nur @ D.A.:
    Ich bitte Sie: schreiben Sie einen Artikel zur geplanten Bargeldabschaffung.
    Freundliche Grüße
    Michael A. Titz

    • @Michael A. Titz
      Die Bargeldabschaffung wird kommen, genau so wie der Euro über uns gekommen ist.
      Der Grund ist der folgende: Der Euro wird in sich zusammenbrechen, und damit all jene, die das verbrochen haben. Das finden jene aber gar nicht lustig. Aber es gibt ein Heilmittel, wenn auch ein kurzfristiges: Man schafft das Bargeld ab, dann kann sich der Euro noch 10 oder 15 Jahre halten.

      Ist das für Deutsche jetzt ein gute oder ein schlechte Aussicht?
      Die Rückabwicklung des Euros wird teurer als die Wiedervereinigung. Also sollten wir uns freuen, wenn wir noch 10 oder 15 Jahre Zeit haben?

    • Die Schlinge zieht sich immer weiter zu.
      Ich würde das auch begrüßen.
      Diesen Artikel.
      Nur um zu dokumentieren.
      Diese Entwicklung ist schleichend.
      Auf Samtpfoten.
      Diese schöne neue Welt
      hat nichts,
      aber auch gar nichts
      mit 1984 gemein.
      Diese neue Welt ist kalt.
      In jeder Beziehung.
      Es riecht.
      Nach Fäulnis.
      Keiner kümmert sich wirklich.
      Die Macht der Mächtigen.
      Darauf einen Nespresso.
      Mehr Müll für die Weltmeere.

    • KOSTEN RÜCKABWICKLUNG EURO
      lieber freund foxROMMEL: wo sind denn die kosten der euro-rückabwicklung bitte ?

      in frankfurt a. M. würde z.b. eine protzige zentralbankimmobilie frei und das gehalt für M.D., den liraisierer des euro könnten wir auch einsparen. incl. seiner willfährigen begleiter*innen auf pressekonferenzen.

      zusammen mit den bald freiwerdenen gebäuden der Deutschen Bank und des DFB könnte hier die zentrale einwanderungsverwaltung für die BRD untergebracht werden.

      geld muss sowieso gedruckt oder abgeschafft werden, was auch kommt.

      es kommt eine herrliche welt: die südländer können wieder nach bedarf abwerten wie sie wollen, die DM wird stärker (das hat der wirtschaft der BRD immer genutzt) und wir haben im inland wieder zinsen auf sparguthaben, lebensversicherungen und pensionskassenguthaben.

      urlaube in italien werden wieder für normalbürger erschwinglich und der Grattomacco erfrischt köstlicher die durstige kehle nach dem besuch der bootswerft in donoratico, deren edelprodukte den bootspark neben dem R10 preislich leichter ergänzen könnten.

      frankfreich als defizitäres nächstes schwarzes loch kann sich nicht weiter in die hängematte der EU-fiskalpolitik legen und herr Renzi in bella italia wird reformen nicht nur ankündigen, sondern auch durchführen müssen.

      zum verbesserung seiner finanzsituation könnte er auch Triest zurückgeben (bevor es unter italienischer verwaltung voll ganz verfällt) und tirol wird wiedervereinigt.

      der bankenplatz Chiasso wird ob der ganzen fluchtgelder in die hartwährung eine renaissance erleben.

    • @djangohatnemonatskarte
      Das stimmt soweit, was Sie anführen, aber Sie vergessen die Verpflichtungen, denen die Bundestagsabgeordneten zugestimmt haben.
      Sie haben weite Teile des jetzigen und zukünftigen deutschen Bruttosozialprodukts verpfändet.

      Sie könnten natürlich argumentieren – wir halten diese Vereinbarungen einfach nicht ein, wir zahlen nicht. Ich fürchte in diesem Fall sind wären wir dann sehr schnell beim 3. Weltkrieg. Denn alle Länder um uns herum sind dann am Ende und haben nichts mehr zu verlieren.

  53. Ooooch ...
    …da hätte ich aber schon gehofft, dass Don das Gequake besser durchschaut:

    Jemanden (in dem Fall ihn) mundtot machen mit:
    „hat er je auf eigenen Füßen gestanden“-„steht er überhaupt auf eigenen Füßen“
    ist doch nichts anderes als ein biliger Killersatz, um den Mund zu verbieten.

    Zu anderen Zeiten hätte so ein Killersatz, um der Henne das Krähen zu verbieten, geheißen:
    „Hat er denn schon gedient“ – „In welchem Regiment war er“ ff.quakquak

    Das war sehr früher.

    Bis in die 90er hinein hätte es geheißen:
    „Hat er/sie denn schon was gearbeitet“

    (wer nicht arbeitet, soll auch nicht krähen)

    In den neoliberalen, unternehmergläubigen Nullern (sic! das Jahrhundert der Nullen, Deppen & Bescheuerten unlimited) hätte es geheißen und heißt es noch:

    „Hat er/sie denn schon überhaupt mal ein Unternehmen gehabt/gegründet?“

    Was? Nein?
    Also Klappe halten. Krähverbot. Darfst überhaupt nicht mitreden, verwirkt.

    Alore, mit ‚Privilegien‘, die man ihm missgönne, haben diese Sätze alle kaum was zu tun. Eher mit killen und Redeverbot. Das ist der Nenner, also konkret nicht allzu ernst zu nehmen.

    Das Füßeding versteht der Don also ganz falsch.

    Kann natürlich sein, dass absichtlich falsch. Um wiederum daselbst mit dem Selmade-Killer-Satz ‚Privilegien die du nicht hast ätsch“ seinerseits ungespitzt ins Gsicht des Beleidigers zurückzu f…

    Nur mal so.
    Und natürlich kann Don trotzdem trotzig zurück don-nern, er will seine Privilegien sehr wohl nur für sich und seinesgleichen, das wäre besser für alle und eine gute, nein, die beste Weltordnung, weil das Geld ja dann immer in den Händen der Richtigen …, andere sowieso unfähig …
    So in der Art. Kann er machen, muss ja nicht stimmen oder richtig sein, sondern nur der lustige Blogging-Auftakt zu einer neuen famosen (‚Beleidigungs‘?)-Runde, sehr amüsant.

    Das zu Killersätzen und wie man sie umdrehen und zurückkillen lassen kann. Oder auch nicht. Muss ja nicht. Kann, aber muss nicht.

    Eh klar:
    KEINER steht je ganz auf eigenen Füßen. Man hängt, ob man will oder nicht zu 99% immer von anderen ab, der Porschefahrer vom Asphaltbauer, der ihm die Autobahn ausrollt und wenig später vom Chirurgen, der ihn wieder zammaflickt näch, die OP-Schwester wiederum von ihrem Physiotherapeuten, der ihre Rückenschmerzen wegbringt, etc. pp.

    Das bilden sich die Leute nur immer ein, diese Autarkie.
    Sie ist doch nur ein Teil des neoliberalen Wahns!

    Das selbstverdiente Geld, das zum eigenen Lebensunterhalt genügte (geschweige denn zum Gründen einer Familie), ist in Zeiten, in denen es den Massen zum einfachen Leben nicht mehr reicht, eh ein politischer Witz der Oberklassen der Neuzeit. (Neoliberaler Witz)

    Was ist so schlimm dran, dass Don ein bedingungsloses (naja, FAST bedingungsloses ähm ‚Grundeinkommen‘ qua Familie hat.

    Er sollte dann nur so konsequent sein, so etwas dann anderen nicht zu verwehren, wenn es plötzlich qua Staat (die ‚große‘ Familie) sein soll.

    Die Zeiten sind so, dass es darauf zuläuft.

    Es gibt in der großen Vorschau (> 50 Jahre) in Zukunft immer weniger zum Leben reichende bezahlte Arbeit. Flüchtlinge, die der scheinheilige Mittelstand angeblich begrüßt, hin oder her.

    • Sie interpretieren zu viel, scheint mir.
      Ich will ihm nicht vorgreifen, aber ich sehe da eher, dass er eine von mir sehr geschätzte Eigenschaft repräsentiert, jene Rarität: ein Schreiber der nicht heuchelt.

      Warum sollte er so tun, als fühle er sich wegen seiner Privilegien schuldig?
      Wieso ist man verpflichtet so zu tun, als sei man ein Gut-Mensch?
      Niemand will SIE hindern ihr letztes Hemd zu teilen…..

      Seit vielen Jahrzehnten fällt mir auf, dass angebotene Lösungen, egal für welches Problem auch immer, nahezu stets nur daraus bestehen, dass man ANDEREN vorschreiben will, wie sie ihr Geld auszugeben, bzw. abzugeben haben….

  54. Eine Stimme - oder tief in dir drin ...
    Wenn ich wählen könnte würde ich auch.

    Mit Privilegien hausieren gehen. So weich das Bett. Sind ja auch echte Eiderdauen. Jawohl.
    Von der Ente. Schon fast Frutarier-like. Gesammelt nicht gezupft. Best ever. Hält ein Leben lang oder 60 Jahre. Je nach dem.

    Ja, dass sind SIE. Die Stützen der Gesellschaft. Nicht erschüttert sie. Es geht durch Mark und Bein.
    Eisern standhaft. Im Westen nichts neues. Da fällt es leicht: der Weg zurück.

    Ja, er will nur spielen. Mit Worten, mit Bildern oder waren es Metaphern. Puh, starke Worte. Doch alles nur Verblendung.
    Immer schön mit Honig locken. Dabei, bei allem Ernst – den kann man sich sparen. Man gewöhnt sich an das, woran man gewöhnt ist.
    Zu viel. Zu schwer. Und sowieso.

    In der Frage steckt schon die halbe Wahrheit. Wovon redet er? Was treibt ihn um?
    Ich sag Dir im Vertrauen: Du denkst zu viel. Nimm es wie es ist.

    Immer weich in den Knien. Kein Standpunkt zu gemein. Bäumchen wechsel dich. Sei biegsam.
    Mach dir keine Gedanken – dass macht schwer.

    Gefühle, Gefühle, Gefühle – was redest du da. Bist Du Mensch oder Maschine? Entscheide dich mal!
    Das ist der Lauf der Dinge. Mensch ist out – Maschine ist in.

    Wer juckt es, wenn es dir nicht gefällt. Bist wohl was Besseres? Hältst die Anderen wohl für dumm?
    Mann, du hast es noch nicht kapiert – you’re out of time.

    Leg die Schlinge um. Hab keine Angst. Spring auf den Zug – der rennt.

    Freundschaft. Ehrlichkeit. Den Gedanken an Morgen. Ich sag dir noch einmal: Du denkst zuviel.

    Die Schöpfung, die Erde, das Paradies. Mensch sein und als das Zeug – alles Märchen, sag ich dir. Ich bin mir der Nächste und das ist gut.

    Hör auf Dich zu drehen – und du merkst, die Welt dreht sich um dich.
    Halte ein im Moment – und die Welt steht still.
    Sei dir selbst bewusst und die Welt wird dir bewusst.

    Glaube nicht es ist einfach. Es ist unendlich kompliziert.
    Glaube nicht all den Lügen. Du bist es wert!

    Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. 
Der wird im Mondschein ungestört von Furcht, die Nacht entdecken.

    Der wird zur Pflanze, wenn er will, zum Stier, zum Narr, zum Weisen. 
Und kann in einer Stunde durchs ganze Weltall reisen.
    Der weiß, dass er nichts weiß, wie alle anderen auch nichts wissen. 
Nur weiß er, was die andern und auch er selbst noch lernen müssen.



    Wer in sich fremde Ufer spürt,und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört von Furcht, sich selbst entdecken.

 Abwärts zu den Gipfeln seiner selbst blickt er hinauf,
 den Kampf mit seiner Unterwelt nimmt er gelassen auf.

    Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. 
Der wird im Mondschein ungestört von Furcht, die Nacht entdecken.
    Wer mit sich selbst in Frieden lebt, der wird genauso sterben 
und ist selbst dann lebendiger als alle seine Erben.

    Carlo Karges (1951-2002)
    Novalis, die Rock-Gruppe

  55. Titel eingeben
    Vom hohen Ross lässt sich trefflich desavouieren. Wobei es diesem Blog mit nahezu jedem Traktat gelingt, mich selbst über gebirgshohe Arroganzen aufs Köstlichste zu amüsieren. Ich nehme an, das liegt, trotz aller literarischen Selbstverliebtheit, am unbestreitbar hohen Wahrheitsgehalt im Detail, dem schlicht Respekt gebührt.
    Werter Don Alphonso (erlauben Sie mir diese kleine Anbiederung), von allen kotzbrockigen Narzistenärschen, die ich kenne (und das sind einige), sind Sie mir der mit Abstand sympathischste. Wobei die Allermeisten eher unangenehm dadurch brillieren, eben nur ein Arsch zu sein. Ihnen rechne ich bedeutend an, expressis verbis einen zu haben.
    Käffchen?
    Oder lieber einen 87′ Brunello?

  56. Roboter mit Senf
    Habe die Ehre werter Don, Ihr Texte sind ein Vergnügen. Die Kommentare sind es auch. Gibt es da eine Dramaturgie oder vertrauen Sie dem Zufall?
    Der Kosmos des hier Geschriebenen und Veröffentlichten unterhält ungemein beim Rätsel wo geht es hin? Hat so was von Titanic. Der Eisberg ist schon gerammt, Schramme drin, nix gut. Aber Ihr Blog gibt den passenden Sound. Der Rest ist enervierend.
    Mich interessiert mehr, welche Bedeutung hatte der Schmuck der Dame?
    Viel Freude mit der Neuerwerbung! Mersi!

    • Die Broschie dient eigentlich zum zusammenhalten des Mantels, und wandert von dort auf das Kleid.

  57. Der Gag des Tages
    Der Witz vom Samstag Morgen, Zitat aus dem Inhaltsverzeichnis des Spiegel #6:

    „Parteien: Der Aufstieg der AfD
    wird zur Gefahr für die politische Kultur S. 12“

    Selten so gelacht: „politische Kultur….“

  58. Erstaunlich
    Erstaunlich, dass die Häme verfängt. Zumal der Ausgangspunkt so herrlich absurd war, ja im Grunde genommen in einem unfreiheitlich rechtsbürgerlichen Geist befangen, weil der Einsender nun einmal gerne glauben mochte, dass jemand mit einer unangenehmen Andersmeinung nun einmal kein tüchtiger Mensch sein könne.

    So einfach ist es eben nicht. Weder kann man von einer Meinung auf den Chakakter schließen, noch auf die Tüchtigkeit und den Fleiß eines Menschen.

    Oh, und auch an manchen Stellen lugt aus der Realität für Menschen mit rechtsbürgerlichen Weltbild (aber auch ihren Spiegelungen auf der linksbürgerlichen Seite) so manch jäher Riss im weltanschaulichen Lack hervor, wenn man sich das Treiben von angeblich muslimisch geprägten „Refugee“-Diebesbanden einmal im Detail betrachtet.

    Denn die sind durchaus fleißig. Sehr sogar. Nur halt, dass all diese ganze emsige wie planvolle Tüchtigkeit kaum etwas Gutes bewirkt. Auch nicht für die Weltbilder derjenigen, die sich damit befassen bzw. befassen müssen.

    Was ich damit sagen will: Weder die leicht naive Haltung pauschaler Willkommenskultur, noch die genauso naive Haltung der einer Ablehnungskultur sind in der Lage, die Probleme zu lösen, vor denen wir zunehmend stehen. Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, beide Haltungen sind ein Grund dafür, dass wir zuwenig tun und darüber sprechen, nämlich darüber, wie wir Probleme tatsächlich lösen können.

    Da hilft dann weder Herkunft, noch Haltung: Um auf wirklich belastbare Problemlösungen zu kommen – und diese dann umzusetzen. Am Ende, pardon, könnte es allerdings sogar so kommen, dass wir die osteuropäischen Staaten in schon wenigen Jahren sehr beneiden werden, ob ihrer durchaus menschenfeindlichen und wenig vorbildlichen Haltung und Methoden in der Flüchtlings/Einwanderungskrise, in der wir – mit Teilverschulden von Angela Merkel – stehen.

    Ein wenig Demut und sich ehrlich machen: Das halte ich für wichtiger als jegliche, noch so „fortschrittliche“ oder „entschiedene“ Haltung. Und, pardon: Mich kann man weder mit Herkunft, noch mit Haltung sonderlich beeindrucken – oder gar ärgern.

    Dazu habe ich viel zu viel erlebt.

  59. TV-Tip zu Japan, heute, Montag 8.2. 8.55 auf arte. OT
    http://www.arte.tv/guide/de/055179-000-A/fuer-das-wohl-des-unternehmens

    Wer über Japan mitreden will, MUSS diese Sendung sehen.

    Es ist die erste Sendung im deutschen TV überhaupt, in der die Wahrheit über diesen peinlichen Feudal-Staat ausgesprochen wird.

  60. Das Wetter am Rosenmontag
    Was der UDSSR ihr Sonnenwetter am 1.Mai ist der gemeldete Sturm am Rosenmontag http://www.explizit.net/Gesellschaft/Der-Karneval-ist-das-einzig-Reale

  61. SPD und Nazis
    KEINE Partei bietet so fruchtbaren Nährboden für Neonazis wie die SPD. Was sagte mir ein der SPD nahe stehender Historiker über Skinheads:“Bei Adolf wären solche Leute als erste ins Lager gekommen.“ Sprüche wie „Wir brauchen wieder Kanonen statt Butter“ kann sich nur eine Partei mit xx-sozialistischen und Volksgemeinschaftssympathien leisten – und sie leistet sie sich. Gabriels Nazivater ist kein Problem, auch nicht, dass Albert Speer gleich nach der Entlassung aus Spandau EsPeDe wählte. Ehemalige Waffen-SS-Mitglieder fühlen sich bei ihr aus guten Gründen wohl, denn bei den Genossen strahlt jedes Licht heller als bei anderen Parteien, vielleicht mit Ausnahme der Grünen, deren Hass auf ALLE Menschen (einschließlich sie selbst) insofern selbst den Hass der NSDAP auf nur einen Ausschnitt der Menschen übertrifft. Der Schoß war fruchtbar noch, aus dem das kroch, und seine illegitimen Sprößlinge verbringen ihre Zeit vor allem damit, sich und andere über ihre eigene Herkunft zu täuschen.

  62. Pingback: Die Schönheit des Westens | Michael Vorwerk

  63. ......
    Ich bin überrascht wie gut mir dieser Blog gefällt, weiter so.

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