Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der rote Neger auf dem Dach

| 31 Lesermeinungen

Düstere Aussichten: Mit ihrem Versagen bei der Räumung einer von Migranten besetzten Schule fördern die Grünen in Kreuzberg üble Stereotypen, und bringen die Partei im Bund um viele Sympathien.

Jetzt homsan Dreeg im Schachdal

Es gibt eigentlich kaum einen Beitrag, unter dem nicht meine Befähigung, für dieses Blatt zu schreiben, in Zweifel gezogen wird. Sei es, dass mich linksextreme Piratenunterwanderer als „nationalreaktionär“ bezeichnen – so, als hätte ich je über die ausgedehnten Slumareale nördlich des Mains ein gutes Wort verloren. Andere wiederum, der AfD zugehörig, sehen in mir einen Agenten eben jener sozialistischen Weltrevolution, die ich vehement ablehne, denn ich lebe allein auf rund 40 mal so viel Wohnfläche, als mir nach diesem hoffentlich nie eintretenden Ereignis maximal zustehen würde. Generell bin ich nur der Meinung, dass die von mir sehr geschätzten Clanstrukturen mit Vermögen einerseits apolitisch und andererseits erprobt und sinnvoll sind. Solange keine Diktatur und kein Krieg daher kommt, wird immer eine Torte auf dem Tisch stehen. Dann wird mir natürlich noch vorgeworfen, ich würde nicht nachdenken, Fakten ignorieren und generell falsch liegen, und was soll ich sagen: Denken wird überbewertet, wie die menschliche Geschichte hinlänglich beweist, Fakten sind dazu da, um übersehen zu werden und es stimmt: Ja, ich liege falsch. Grundfalsch. Hin und wieder. Und ich gebe das dann auch offen zu.

So wie jetzt. Vor ein paar Wochen schrieb ich einen euphorischen Beitrag über den Umstand, dass wir nun am Tegernsee, im schwärzesten Kernland der CSU, einen grünen Landrat haben. Sein Vorgänger ist durch Verschwendungen auffällig geworden, die nun Frl. Justizia beschäftigen, und so haben wir eben mal einen anderen ausprobiert. Und was soll ich sagen: Der Rzehak, der längst „der Beppo“ heisst, macht sich prächtig. Das wäre einer von den Landräten, die hier stur bis in alle Ewigkeit wiedergewählt werden, weil er beliebt ist, einer von uns ist, und genau so viel macht, dass es passt und uns ansonsten nicht stört, was man bei veggiedayigen Grünen in diesem schweinshaxnseligen Land ansonsten immer befürchten muss. Aber: Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Rzehak noch eine Chance hat. Das Problem ist überhaupt nicht er selbst oder die Grünen an sich, sondern die Grünen in Berlin/Kreuzberg – aber die wiederum so g’scheid, dass keine Steueroptimierung und kein illegales Hausaufstocken ähnlich böse Folgen für das Ansehen hätte.

Es geht im Kern um die Berliner Agenda deutscher Linksradikaler vor dem Hintergrund der Asylpolitik. Immer wieder werden von dieser Szene dekorative Flüchtlinge nach Berlin gebracht, um dort zu demonstrieren und mit Kampf bis zum Tod zu drohen. Berlin, weil es die zur Hauptstadt gemachte Favela mit Medienbeobachtung ist, und man sich dort aufgrund linksgrüner Mehrheiten in Kreuzberg schwer tut, das Problem als das zu behandeln, was es eigentlich ist: Eine Aktion der eigenen politischen Linksausleger mit dem Ziel, die eigenen Ideale durchzusetzen, egal, was die Gesetze sagen. Kein Mensch sei illegal, sagen sie, keine Grenzen, keine Nationen, Niederlassungs-; Einwanderungs- und Reisefreiheit für alle, keine Kontrollen, keine Polizei, und der arm dreinschauende Flüchtling als Rammbock gegen den Umstand, dass Deutschland trotz aller Unterschiede nun mal eine Nation ist, deren Grundgesetz die Sache regelt. Ein Grundgesetz, das vor dem Eindruck der Verfolgung der geistigen Elite durch die NS-Diktatur entstand und daher ein sehr weitreichendes Asylrecht für politisch Verfolgte hat. Verfolgte wie Thomas Mann, der bei uns am See entzückende Bücher schrieb und nach dem Krieg nicht mehr zurückkehrte.

Meine persönliche Meinung ist, dass jene, die „Say it loud, say it clear, refugees are welcome here“ schreien, skandieren und in Plakatform vertreiben, ganz andere Vorstellungen von diesem Willkommen haben: Der Staat soll sich darum kümmern und nicht den politisch verfolgten, sondern allen Menschen ohne langes Palaver alles geben, was die gern hätten. Man sah das schon bei den kampierenden Bulgaren in der baufälligen Eisfabrik in Berlin, für die – inzwischen mit Parteiausstieg kokettierende – Piraten kostenlosen Wohnraum von der Stadt forderten. Und man sah das letzte Woche auf dem Dach der von Flüchtlingen und ihren Unterstützern besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule, wo erstere drohten, herabzuspringen oder das Gebäude in Brand zu setzen, weil sie es ablehnten, unter bevorzugten Bedingungen alternative Quartiere in Berlin zu bekommen. Es musste genau diese Schule sein, sie musste ein besetztes Symbol im Kampf der Radikalen gegen den Staat bleiben, und letztlich war es dann auch so. Weil die Grünen im Bezirk einknickten und einen Kompromiss akzeptierten, der den Flüchtlingen passt, den Unterstützern als Sieg gilt und das Problem auf alle anderen abwälzt. Schliesslich ist Berlin pleite, und der Umbau der Schule zu einem Flüchtlingszentrum – braucht man dafür eigentlich nicht Baugenehmigungen und demokratische Abstimmungen? Da geht es ja zu wie unter einem bestochenen Landrat in Bayern – erscheint den dortigen Grünen als bequemste Lösung.

Wohlgemerkt, das ist noch die freundliche Sicht auf den Vorgang, auch bei toleranter Betrachtung eines weltoffenen Bayern in einem Tal, in dem Fremde und sogar Schadmünchner ein und aus gehen. Es ging in Berlin bei all den Demonstrationen und Drohungen nicht um eine Abschiebung, sondern um die äuserst nachsichtige, von verlockenden Konditionen begleitete Räumung eines durch Ausländer besetzten, öffentlichen Gebäudes. Ein Gebäude, das sich auch ohne Benzinflaschen zu einem Brennpunkt entwickelt hatte, mit Totschlag und schwerer Körperverletzung, unhaltbaren hygienischen Zuständen und einem Drogenproblem. Es ist sicher kein Zufall, dass nach dieser gelungenen Erpressung gleich der nächste Versuch gemacht wurde, den Staat mit Besetzung und Hungerstreik unter Druck zu setzen. Und da stellt sich irgendwann auch toleranteren Zeitgenossen die Frage: Warum kommt man eigentlich als Flüchtling in ein Land, dessen Regeln und Gesetze man mit Füssen tritt, weil man nun mal lieber in Kreuzberg als in Spandau sein möchte? Oder gleich eine Villa am See.

Ich werde diesmal also schön bei uns daheim den Mund halten, wenn bei Tee und Kuchen die nichtkreuzberger Sicht der Dinge zum schweren Schaden der Grünen vorgetragen wird; so, wie man noch vor zwei Monaten auf die CSU schimpfte. Denn die bengalozündelnden Flaggenschwinger auf dem Dach mit ihrer ganzen Vorgeschichte entsprechen der schlimmsten Vorstellung von Überfremdung: Man setzt uns, so kommt das an, den roten Neger auf das Dach. Diese Immigranten, so sieht man es, halten sich nicht an die Regeln, sie ignorieren die Gesetze, sie nehmen sich einfach, was sie möchten und wenn ihnen Autonome helfen und für ihre Belange mit Flaschen auf Polizisten werfen, kriechen die Grünen zu Kreuze und lassen die weiter auf Staatskosten ihre Joints in einer Schule rauchen, die man ihnen zu Ehren umwidmet. Für so eine Partei muss man nicht an den Tegernsee fahren, um 0,0% zu kassieren. Man kann noch nicht mal ernsthaft widersprechen, weil es genau so im Fernsehen ist. Man kann als jahrzehntelanger Gutzuredner nur hoffen, dass die anderen nicht bei Indymedia mitlesen, wo sich jene Unterstützer sammeln und absprechen, die uns ganz offen zugunsten ihrer Vision ausplündern wollen, mit dem Flüchtling auf dem Dach als Stemmeisen.

Und schon in Berlin wird es kaum jemand bedauern, wenn die Grünen die Quittung bekommen: Die zuständige CDU-Senatorin hat schon mal wissen lassen, dass die Bewohner der Schule keinen Anspruch auf Hilfe durch jenes Asylbewerberleistungsgesetz haben, das sie mit Hilfe der Grünen umgehen. Jetzt homsan Dreeg im Schachdal, würde man bei uns sagen, und das nächste Mal wieder einfach jene wählen, die im Zweifelsfall solche Probleme an der Wurzel lösen, und die Einwanderungs- und Asylgesetze entsprechend nachschärfen. Weniger Flüchtlinge, weniger Probleme – auch hier bei uns kann man es sich so einfach machen wie jene Berliner, die pauschal behaupten, Flüchtlinge wären willkommen und sie müssten nur die Mafia bezahlen, die sie von Libyen nach Lampedusa bringt, danach sorgen schon die Aktivisten dafür, dass sie hier als Beispiele für antibürgerliches Verhalten medienwirksam unterkommen.

Ich bin also weder nationalreaktionär noch für die Weltrevolution. Ich glaube allerdings nach Brecht an die Unsterblichkeit der menschlichen Dummheit und daran, dass man all die Vorurteile der Menschen nicht bekämpfen kann, wenn man deren Bestätigung gut sichtbar auf Dächern postiert und darunter ein paar hundert Polizisten gegen den Mob hilflos herumstehen lässt. Das wählt bei uns keiner. Die früher als Keandlfressa verschrieenen Grünen haben sogar im knallschwarzen Oberland oft langfristig recht gehabt, mit dem Kampf gegen Genfood, gegen Wackersdorf und Atomkraft, für die Schöpfung, regionale Ernährung, Nachhaltigkeit, und für den Sinneswandel in Sachen Migration mit der Folge, dass die Firmen hier aufgrund der Vollbeschäftigung europaweit nach Mitarbeitern suchen. Nur um jetzt zu zeigen, dass ihnen Recht und Gesetz völlig egal sind, wenn es um den folkloristischen Machterhalt im krawalligen Kreuzberg geht. Sie können froh sein, dass es in Deutschland gerade keine Volksabstimmung über das Asylrecht gibt, denn die ginge für die Grünen vermutlich so aus, wie bei uns die letzte Landratswahl für die CSU. So ist es halt überall, wenn man für seine eigenen Interessen handelt und nicht daran denkt, die Menschen zu überzeugen.

HINWEIS:

Überzeugend ist hoffentlich die Kommentarfunktion im Kommentarblog.

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31 Lesermeinungen

  1. Lüge, Betrug, Erpressung, Ausnutzung Hilfsbedürftiger - die radikale deutsche Linke zeigt einmal
    mehr ihr wahres Gesicht.

    Die Besetzung des Bundesamtes reiht sich nahtlos ein in die Kette von Erpressungsversuchen, zu denen vermutlich deutsche Wohlmeinende die Flüchtlinge in ihrer Not angestiftet haben, um deutsche Gesetze zu brechen und Bundestagsmehrheiten zu umgehen. Was einmal, wenn auch nur partiell erfolgreich war, wird wiederholt – soviel zu dem häufig gehörten Einwand gegen das Hartbleiben bei Erpressungsversuchen, es handle sich ja nur um Einzelfälle ohne Wiederholungsgefahr.

    Den Asylbewerbern geht es um nichts anderes als ein Bleiberecht in Deutschland, aus welchem Grund auch immer und unabhängig davon, ob sie jemals verfolgt wurden. Verständlich. Ihren deutschen Unterstützern und Anstiftern dagegen geht es um weit mehr – um die Durchsetzung eines Deutschland als Weltasylamt und Weltflüchtlingsheim, auch wenn das in Bevölkerung wie Politik mit mehr als deutlichen Mehrheiten abgelehnt wird.

    Am Ende wird diese Politik den Flüchtlingen mehr geschadet als genutzt haben …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Recht haben Sie, Herr Haupts!
      Werter Herr Haupts,

      lese Ihre Kommentare immer wieder gerne. Sie bringen Dinge sehr praezise auf den Punkt.

      Koennten Sie nicht versuchen, Ihrer Stimme mehr Gehoer zu verschaffen.

      Es gibt leider zu wenig, die diese Faehigkeit haben und es waere wichtig, dass Sie ein breiteres Publikum erreichen. Einige der wenigen neben DA sind noch Leute wie Markus Gaertner und Frank Meyer, die auf Ihren Blogs versuchen eine „gesunde“ Sicht auf den Wannsinn zu vermitteln.

      Mein Wunsch: geben Sie Ihrer Stimme mehr Gehoer, Sie haben etwas zu sagen und Sie koennen es formulieren. Viele fuehlen sich berufen, doch nur wenige sind dazu in der Lage.

      Werter DA, dies soll in keiner Weise Ihre Leistung schmaelern, ich freue mich immer auf Ihre Beitraege, aber eben auf die Kommentare Ihrer Stammleser (viele kluge Leute darunter, nicht nur Thorha, auch Jeeves, Tiger, E.R Binvonhier, 793, Foersterliesl usw.)

      Wenn Sie hier aufhoeren, dann ist die Welt ein trauriger Platz.

  2. Am Puls der Zeit?
    Ist wohl ein grundsätzliches Problem vieler Grün-Alternaiver im Berliner Kiez, werter Don. Wenn sie zur Parole „Hoch, die internationale Solidarität“ ihre 70iger Folklore anstimmen, unterscheiden sie sich darin kaum von ihren alten Feindbildern, den kalten Kriegern aus den 50igern. Und wähnen sich als Spontis am Puls der Zeit.

    Frank Schirrmacher dagegen war einer, nicht nur beim Überschreiten konservativer Limitierungen, stets mit unbändiger Neugier: Don’t look back!

  3. naja
    naja, auch bei uns eine gewisse Berlinisierung, man lädt Berliner Antifa ein, die globale Staatsbürgerschaft wird gefordert, – das verschreckt bürgerliche Grünsympathisanten.
    Die aufdringliche Genderei stößt ebenfalls ab. Aber es gibt dazu keine intellektuelle Debatte, wie etwa die zwischen Badinter und Agacinsci in Frankreich.

  4. Livin´on the Frontline
    Jugendrichterin Kirsten Heisig hat wohl aus einer tiefen Verzweiflung heraus ihren eigenen Selbstmord befohlen und anzunehmen ist, dass ein hochgebildeter Thierse immer noch und voellig selbstvergessen mit dem Unverstaendnis seiner dummen Landsleute („Schwaben sollen „Schrippe“ sagen“) hadert.

    • Weltoffenheit vs. Weltverbohrtheit
      Selbst schon erlebt: bei uns in der Bäckerei bekommt einer auch dann seine Semmel, wenn er sie als Schrippe bestellt.
      Kann es sein, daß das auch ein Symptom ist: Die Schwaben dürfen zwar nach Berlin kommen und dort schaffen, aber ihre Kultur sollen sie bitte nicht mitbringen – das dürfen nur richtige Ausländer?

  5. Na, na, na!
    Verschärfung des Asylrechts? Wenn halb Syrien Flüchtling ist, die Türkei aus allen Nähten platzt und gefragt wird, wie lange es wohl dauert, bis syrische Flüchtlinge in Jordanien aus Verzweiflung ihr Heil bei der ISIS suchen?
    Man sollte doch auch den Tegernseer darüber unterrichten, dass es auf Dauer auch ihm nicht bekommt, wenn er die Probleme der Welt ignorieren will, falls schon mitmenschliche Solidarität für ihn nicht gilt.
    Flüchtlinge – kennen wir aus unserer Geschichte auch. Dass das lebensgefährlich ist und ’ne Menge Opfer fordert. Und auch, dass die meisten ihre Heimat nur äußerst ungern verlassen und dann nicht weit weg wollen. Und Eingliederung ist selbst bei gemeinsamer Sprache und Nationalität kein Zuckerschlecken. Und wir wissen auch, wer sich auf die Flucht machen muss: nicht irgend welche Singles, die eine bessere Zukunft oder auch nur das Abenteuer suchen, sondern ganze Familien und Nachbarschaften, mit Oma, Opa, größeren und kleineren Kindern. Wie gesagt, sie bleiben am liebsten in der Nähe ihrer Heimat, weil sie meist auch wieder dorthin zurück kehren möchten; immerhin haben sie dort so einiges hinterlassen, Häuschen, Garten, Land, Firma. Arbeitsplatz. Man möge sich dies vor Augen halten – und dann vergleichen mit der Klientel, für die diese Linksextremisten sich einsetzen. Irjendswie nich das gleiche, ne?
    Ja, wir müssen viel mehr für Flüchtlinge tun, vor allem viel mehr aufnehmen, denn die Aufnahmekapazität ihrer Nachbarländer ist erschöpft. Das ist auch keine unzumutbare Last, denn so sehr unterscheiden die Menschen sich nicht voneinander und die Mutter mit den 5 Kindern, der Oma und dem kranken Mann hat mit Sicherheit anderes im Sinn, als im Görlitzer Park Drogen zu verticken.
    Das ist es, was mich an solchen Geschichten ärgert: darunter leiden tun letztlich die seriösen Leute, die wirklich unsere Hilfe verdienen – und die mit dem Gesocks genau so wenig am Hut haben, wie wir.

    • Generell ist die Randale in Berlin sicher nicht Flüchtlingspolitik und da sehe ich auch Handlungsbedarf. Aber so bekommt man nun mal leider keinen Konens hin.

    • Ich würde glatt eine halbe Million Syrer bei uns aufnehmen, sogar gerne.
      Nur nicht im Angesicht dieser Art von „Unterstützern. Bei denen ich am dritten Tag nach der Ankunft der Flüchtlinge damit rechnen muss, dass man die notwendigen Aufnahmelager als Konzentrationslager denunziert, eine Dreizimmerwohnung für jede Flüchtlingsfamilie fordert und deren unbegrenztes Bleiberecht. Sollen sie nach Ende der Fluchtgründe wieder gehen, würden dieselben Unterstützer jeden durch 3 Gerichtsinstanzen unterstützen, damit er weiter bleiben kann.

      So ist das, wenn Leute mittels der Flüchtlinge in Wirklichkeit Deutschland abschaffen wollen. Damit macht man aus Grosszügigen (die es auch im konservativen Lager gibt) Engherzige. Niemand gibt gerne den Deppen für Radikale ab.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Bitte Flüchtlinge vor ihren Unterstützern schützen
      denn die können nix dafür.
      Man muss auch nicht auf jeden Stuss hören, den diese Extremisten so verzapfen.
      Man muss aber auch den Stuss, den man selber im Kopf hat, relativieren. Dazu gehört die Vorstellung, jeder, der als Flüchtling in Deutschland aufgenommen werde, habe nichts anderes im Sinn, als hier dauerhaft zu bleiben.
      Ich habe selbst eine arabische Familie, die im Libyen-Krieg auch für paar Wochen fliehen musste. Nach Tunesien natürlich, also nach nebenan. Und sobald ihre Region wieder als nicht mehr umkämpft frei gegeben war, sind die natürlich wieder nach Hause. Das gleiche mit den Amazigh aus den Nafusa-Bergen. Die hatten ja die gesamte Zivilbevölkerung, sofern nicht eingekesselt, in riesige tunesische Flüchtlingslager evakuiert, direkt hinter der Grenze, denn die Männer kämpften ja noch, zu denen wollte man Verbindung halten. Ich glaub, das hat noch nicht mal 14 Tage nach Freigabe der Berge gedauert, da waren die Lager leer und die Flüchtlinge wieder zu Hause.
      Das sind Menschen wie Sie. Die sind nicht begeistert davon, in einem fremden Land leben zu müssen, wo sie die Sprache nicht verstehen und die Kultur eine andere ist, womöglich doch recht armselig von Almosen, während sie zu Hause Haus und Hof gelassen haben. Gehen Sie man ruhig davon aus, die meisten dieser Kriegsflüchtlinge hoffen darauf, irgend wann, möglichst schnell, wieder nach Hause zu können.
      Zwischenzeitlich haben sie unter halbwegs normalen Verhältnissen gewiss nicht das Bedürfnis, auf Bäumen zu übernachten und unsere Polizei mit Flaschen zu beschmeißen.

      Gruß
      Otla Pinnow

    • Titel eingeben
      > Und wir wissen auch, wer sich auf die Flucht machen muss: nicht irgend welche Singles, die eine
      > bessere Zukunft oder auch nur das Abenteuer suchen, sondern ganze Familien und Nachbarschaften, > mit Oma, Opa, größeren und kleineren Kindern.

      Um mal am konkreten Beispiel zu bleiben: In der Kreuzberger Schule fand sich mit Sicherheit alles Mögliche, aber keine ‚ganzen Familien und Nachbarschaften mit Oma, Opa und Kindern‘

      Das Umfeld besteht eher aus solchen, dankenswerterweise von der ‚taz‘ beschriebenen Schicksalen:

      http://www.taz.de/Dealer-im-Goerlitzer-Park/!138266/

  6. Unerklärlich
    Warum man in Deutschland jede Zeitgeisterscheinung,
    ob Liberalisierung der Märkte, Vassalentum oder
    Weltsozialamt bis zum Ekzess treiben muss.

  7. +++HINWEIS+++
    Ich habe hier gerade den ersten Kommentar seit ewig gelöscht, wegen Pöbelei und weil das hier keine Müllhalde für Propagandamaterial ist. Ich bitte darum, dieses Blog nicht als Verlängerung der Ohlauer Strasse zu betrachten.

  8. Ich warte nur darauf, dass ein launiger Milliardär ...
    … auf die Idee kommt, Gratis-One-Way Flüge aus mehreren afrikanischen Schurkenstaaten nach Berlin zu veranstalten.
    .
    Auf einen Schwung alle weltweit verfügbaren Boeing- und Antonov-Laster chartern und losfliegen. Ggf. so lange über Berlin (flankiert von freundlichen Euro-Fightern) kreisen lassen, bis der Sprit auszugehen droht. Über die grossen Klappen der Transportflieger ist nach der Landung auch schnell deutscher Boden erreicht.
    .
    Das wäre der ultimative Test für unser Recht auf „politisches“ Asyl.

    • mit oder ohne...
      PUBLIC VIEWING???

    • Eine Fanmeile am BER ....
      …. aber ist die Landebahn am BER überhaupt lang genug für die Laster oder wurde sie nicht doch zugunsten von mehr Einkaufsmöglichkeiten in der 27.000 Planrevision verkürzt?

    • Guter Vorschlag!
      Wenn das ganze schon einen kommerziellen Hintergrund
      hat, dann ist es staatsbürgerliche Pflicht beim Geld
      verdienen nicht abseits zu stehen.

  9. Gast
    Neger und rot noch dazu?
    Da klingt fast nach Waffenlieferungen der CIA nach Zaire.

    • Das sind zwei literarische Anspielungen. Einmal wegen „den roten Hahn auf das Dach setzen“ im Sinne von anzünden und dann „Der Husar auf dem Dach“, der dort ist, um den Verfolgern zu entgehen.

    • Gast
      Und ich hatte schon gedacht, ich könne nicht lesen.
      Bei literarischen Anspielungen denkt man schon garnicht mehr an die CIA, geschweige denn an Zaire, oder Neger oder Rote.
      Le Chaim

  10. Das Organigram eines modernen Spioniernetzes
    @Markus Lauenburg – Warum soll man bei literarischen Anpeilungen nicht an CIA denken? Man bedenke nur mal, dass jetzt sogar der BND einen hauseigenen Überläufer hat. Das Thema Spion ist noch gar nicht richtig ausspioniert und literarisch aufgearbeitet. Ein moderner Spion spioniert nicht ein Land, sondern andere Spione und Nachrichtendienste aus. Er lässt sich von Nation (1) als Spion anstellen, nimmt nacheinander Aufträge der Nationen (2) bis (N) an und berichtet jedes Mal der Nation (1) von diesen Aufträgen, die ihn dann anweisen, wie er sie ausführen soll. Peinlich wird es, wenn Nation (1)’ auch einen Auftrag gibt (also andere Behörden der Nation (1)) – oder wenn herauskommt, dass der von Nation (1) angestellte Spion zuvor schon bei Nation (US) angestellt worden war und er seiner Oberauftraggeber-Nation berichtet, was ihm sein Auftraggeber der Nation (1) aufgetragen hat, wie er mit den Unteraufträgen der Nationen (1-N) umgehen soll.

  11. Ochlokratie
    Wer am lautesten schreit, bekommt in unserer mediokratischen Aufmerksamkeitsgesellschaft Recht.

    Die LinkInnen haben – das muss man ihnen zugestehen – die schöneren Frauen, die cooleren Partys und die originelleren, witzigeren und lauteren Sprüche. („Lauter“ i.S.v. „laut“)

    So schön das alles ist, so wenig möchte ich davon bestimmt sein. So wenig, wie ich es für zweckmäßig erachte, dass nachher gegen Brasilien unsere Aufstellung basisdemokratisch entschieden wird – oder noch schlimmer: Durch die lautesten Schreier.

  12. Ist doch alles nur schwarze Rhetorik!
    Don,
    damit muss man halt rechnen, dass man Rhetorik-kriegsgerecht in passende Extrem-Schubladen gesteckt wird, um anschließend mit halbgaren Totschlagsargumenten genüsslich geröstet zu werden.

    Aber Parole: Hauptsache & lieber geröstet als gar nicht beachtet.

    Bin selbst grad nicht hundertprozentig auf dem Laufenden, was da in Berlin passiert und warum dort mediengerecht plakativ [kräftig gebaute, gut aussehende Neger; selbstzeniert, der Kater] ähm Flüchtlinge auf dem Dach hocken. Statt dass Katzen auf dem heißen Blechdach sitzen nach Art von Tennessee Williams.

    So wie mir geht es sicher noch mehr Leuten, die in den letzten Wochen medial hauptsächlich mit Fußball und seinen üblen Auswirkungen (knochenbrechende Tritte ins Kreuz) zugedonnert werden.

    Fühle mich also nicht informiert und sülze daher lieber nicht uninformiert über Flüchtlinge herum. Das Einzige, was ich halbwegs weiß, ist, dass das Asylgesetz nicht wirklich lustig ist für Betroffene. Und lecke Boote sind nicht wirklich lustig für die jetzt Enttäuschten, denen in Afrika von kriminellen geschäftstüchtigen Schleppern in Handyvideos weisgemacht wurde, hier gäbe es bereits das BGE oder wahlweise Arbeit in Überfluss und das Shangrila sowieso.

    Die Stimmungslage in Berlin, in der Spontis alles kostenlos wollen von der kostenlosen Wohnung bis zum kostenlosen Grundeinkommen, klingt natürlich schon hanebüchen.

    Mit dem Hintergrund aber, dass wir in einer Zeit leben, in der die Maschinen die fast kostenlose Arbeit machen, es ein akademisches mediales Lumpenproletariat gibt und eine unverständlicherweise begeistert-doofe hamsterradelige Funktionselite trickreich in Ausbeutung 4.0 eingeübt wird, wundert mich das allerdings nicht:

    Es geht die bezahlte Arbeit aus, gleichzeitig flottiert enorm viel Geld rund um den Globus.

    WIE SOLL MAN DA BITTE NICHT aus Gründen der ausgleichenden Gerechtigkeit (die es natürlich nicht gibt …) auf krasse Umverteilungsideen kommen, wo doch schon gut nach oben umverteilt wurde.

    Also bitte!
    Gruß nach Tegernsee! Bauernschädel!
    Aber echt jetzt!

    Gruß
    Der Kater

    >°<

  13. also daß da was im Anrollen war,
    schwante mir schon im Winter, als mir meine Generationsgenossin und Gastgeberin bei bitterscharfem Bärlauchspinat (selbstgesammelt) eröffnete, daß „Mann“ und „Frau“ lediglich soziale Konstrukte seien. Ich wandte schwach was schwach Reaktionär-Analytisches (Akzeptanz biologischer Realitäten, etc…) ein und aß weiter; ich esse immer, was mir von Gastgebern vorgesetzt wird, auch wenn es bitterscharfer, da tiefgekühlt gewesener, selbstgepflückter Bärlauchspinat ist.

    Es hatte schon beim Apero (Kir royal, bissl altvaterisch) Verstimmung gedroht, als ich zu „globaler Staatsbürgerschaft“ „utopisches Desiderat“ gemurmelt hatte und als vom unbegleiteten jugendlichen Flüchtling, der von meinen Gastgebern, gutsituierten empty nesters, ein wenig betreut wird, berichtet wurde. Dem werden nämlich nun Museumsgänge verordnet, er möchte aber gerne auch ins Fitness Center, wie seine Kollegen aus der FlüchtlingsWG, hat aber nur das geringe, staatlich erbrachte, Taschengeld. „Na, gebts ihm halt an Hunderter dazu“ hatte ich gemeint. Aber um konkrete Hilfe an Einzelne geht’s ja nicht.

    Zum Nachtisch (crumble) unterhielt mich die Gastgeberin mit Erinnerungen über ihre eigene sexuelle Ambivalenz, von der mir in den Jahrzehnten unserer Bekanntschaft nie was aufgefallen war, ich wüßte auch von niemandem, den ihr jugendlicher Liebreiz veranlaßt hätte, diese zu wecken; eigentlich war sie immer schon ein wenig matronenhaft und überaus opinionated gewesen. Aber bitte, man kann sich jederzeit neu erfinden.

  14. In der Tat, entzuckende Bücher wie den Zauberberg kann man überall schreiben - und auch Davos
    hatte einen See, ganz so, wie Pacific Palisades eine kleinen Ocean vor der Tür. Ruhiges Wassser ist ist halt am liebsten überall.

    Schöne Schreibe von ihm, einmal mehr.

  15. Was wäre "Bertha Krupp vs. Solaraktien" -
    „Generell bin ich nur der Meinung, dass die von mir sehr geschätzten Clanstrukturen mit Vermögen einerseits apolitisch und andererseits erprobt und sinnvoll sind.“

    Selten so gelacht, nicht? Aber das wäre wohl genau der Unterschied – die Clanstrukuren hier sind unpolitisch, also ganz im Gegenteil zu den Clanstrukturen, sagen wir von in Afghanistan.

    Und überhaupt haben die Grünen mit ihren Solaraktien das Unpolitische bei den Westvierteln überhaupt erst möglich gemacht. http://tiny.cc/qzsoix

    Aber seid wann gäbe es einen Dank bei den Westvierteln? Mir san mir – und oben ist oben – und zu Recht tut alles immer nur zu dem Prinzip kontributieren!

    (Ggfls. immer noch besser vorübergehend den roten Neger auf dem femden Dach ansehen müssen, als das Geräusch von schweren Granaten im balistischen Parabelflug, egal ob noch auf- oder schon abwärts, anhören oder verantworten zu müssen. „Teile der Demonstranten sind wahrscheinlich noch für die Demokratie zu Gewinnende – ganz im Gegensatz zum dauerhaften Großkapital.“ (vermutlich auch Brecht)

  16. Fluechtlingindustrie - "Das Ende der Geduld"
    Vor zwanzig Jahren strich ein Bekannter von mir die Segel und zog von Berlin weg um seine Kinder vom Einfluss der verschiedenen Jugendgangs und grossen Drogenproblematik fernzuhalten.
    Das Experiment hat funktioniert ;)

    Jede Grosstadt ueber 200000 Einwohner ist schaebig, weltweit. Man sollte solche Enklaven meiden, wenn da nicht die vielen Verfuehrungen waeren und die Anonymitaet, das angenehme Untertauchen.

    Interessant ist, dass das „Rezept“ der Jugendrichterin Heisig (vor der haette ich als jugendlicher Straftaeter auch nicht gern gestanden) in ihrer Freizeit Buecher schrieb – „Das Ende der Geduld“ – und rastlos versuchte, ueber die Angehoerigen Einfluss auf die straffaellig gewordenen Lausejungs zu gewinnen, in Berlin teilweise verrissen, aber nach ihrem ploetzlichen Tod – unter mysterioesen Umstaenden gelinde ausgedrueckt – in ein oder zwei Staedten Sueddeutschland´s mit Erfolg uebernommen wurde.

    Es fehlen erfahrene „Streetworker“, denn von den Haerten des Lebens unbeleckte Gutmenschen werden nie imstande sein, Gangmitglieder oder Fluechtlinge aus einem voellig fremden Kulturkreis zu „handeln“.

    Es tut sich hier auch eine florierende „Industrie“ auf, an der viele sehr gut und gerne verdienen.
    Das faengt mit Therapieeinrichtungen an und hoert bei den Spitzenverdienern unter den Juristen auf. Vielleicht wusste Kirsten Heisig hier etwas konkreteres; das ist aber eine persoenliche Vermutung von mir und sei meinem Hang zu Verschweorungstheorien geschuldet.

    Tatsaechlich bin ich der Meinung, dass auch den Fluechtlingen, die ihre schwaecheren Familienmitglieder einfach „zuhause“ gelassen haben, geholfen werden soll und muss. Geld gibt es genug.
    Das Problem ist das verquere Versprechen, dass Europa der Kontinent ist, wo Milch und Honig fliesst.
    Bei solchen Verheissungen wuerde ich als Fluechtling auch alles tun um dann nichts mehr tun zu mussen. So einfach ist das.
    Einfach scheint es auch fuer Juristen zu sein, den Sozial-Staat mit ausgekramten Urteilen zu quaelen – schoener kann sich uebrigens die Juristerei nicht selber der Bloedheit bezichtigen und der Geldgier entlarven. Jeder Fluechtling, jeder Migrant, jeder jugendliche Problemfall, jeder eingeklagte Therapieplatz kostet den Staat und erhoeht den Gewinn der betreffenden Juristen.

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